tag:blogger.com,1999:blog-26526567384109354052008-07-17T00:10:55.867+01:00Webkompetenz-BlogStefan Münznoreply@blogger.comBlogger117125tag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-71495707753791287292008-04-24T14:37:00.003+01:002008-04-24T14:44:46.352+01:00Projekt aufgegeben<p>Das Blog, das Wiki und die Google Group "Webkompetenz" habe ich nicht mehr vor weiter zu betreiben. Alle drei Angebote werden jedoch bis auf weiteres im Netz bleiben, damit die darin versammelten "Weisheiten" nicht verloren gehen.</p>
<p>Ich gebe das Projekt "Webkompetenz" auf, weil mir persönlich die Zeit fehlt, um das Projekt so zu forcieren, wie es nötig wäre. Stattdessen konzentriere ich mich derzeit auf Buchprojekte und deren web-begleitende Inhalte. Wer etwa aus der Ecke der Webentwickler kommt, ist herzlich eingeladen, das Wiki mit Forum und Quasi-Blog <a href="http://webseiten-professionell.wikidot.com/">Webseiten professionell</a> zu besuchen.</p>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-53690547533019616732007-10-18T13:46:00.000+01:002007-10-18T16:19:52.398+01:00Leser des Feeds von diesem Blog: bitte neuen Feed abonnieren!<p>Die neue Feedadresse lautet: <a href="http://webkompetenz.wikidot.com/local--files/spots/spots.xml">http://webkompetenz.wikidot.com/local--files/spots/spots.xml</a><br/>
http://webkompetenz.wikidot.com/local--files/spots/spots.xml</p>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-26243218261259810882007-10-02T23:10:00.000+01:002007-10-03T15:16:09.734+01:00Webkompetenz-Blog wandert ins Wiki<p>Auch in der Art, wie sie am liebsten publizieren, unterscheiden sich Menschen. Die einen publizieren gerne chronologisch, wie hier in einem Blog. Andere publizieren lieber systematisch an einem Gesamtwerk, so wie es in einem Wiki der Fall ist. Nach gründlicher Introspektion habe ich festgestellt, dass ich weniger der Blog-Typ bin, sondern eher der Wiki-Typ. Deshalb habe ich nun vor, das hiesige Blog aufzugeben und stattdessen lieber das <a href="http://webkompetenz.wikidot.com/"><span style="font-weight:bold;">Webkompetenz-Wiki</span></a> auszubauen.</p>
<p>Auf Beiträge der Art, wie ich sie hier im Blog veröffentlicht habe, muss im Wiki niemand verzichten. Innerhalb des Wikis gibt es rechts auf der Startseite jeweils einen aktuellen Beitrag (Spot). Wenn dieser durch einen neuen aktuellen Spot ersetzt wird, wandert er ins Spot-Archiv. Das Spot-Archiv wird kalendarisch und nach Tags (Stichwörtern) sortiert zugänglich sein. Eine Ausnahme sind Blog-Beiträge im Rahmen der Tutorial-Serien. Diese kommen innerhalb des Wikis in die Rubrik <span style="font-weight:bold;">Tutorials</span>.</p>
<p>Ich habe vor, die bisherigen Beiträge des Webkompetenz-Blogs ins Wiki zu überführen und dann einfach dort hin und wieder einen neuen Spot zu veröffentlichen. Gleichzeitig sollen die übrigen inhaltlichen Bereiche des Wikis wachsen. Solange nicht alle Beiträge dieses Blogs ins Wiki überführt wurden, bleibt das Blog hier noch online. Das kann noch eine ganze Weile dauern, da ich mich in nächster Zeit umzugsbedingt ohnehin nicht so viel um das Projekt kümmern kann.</p>
<p>Das Webkompetenz-Wiki wird auf der wirklich empfehlenswerten Wikifarm <a href="http://www.wikidot.com/">wikidot.com</a> gehostet. Der verfügbare Speicher für das Wiki ist unbegrenzt (nur bei Grafiken gibt es eine Obergrenze), und das Wiki kann auf Dauer frei von Werbung bleiben. Die Rubrik <span style="font-weight:bold;">Spot</span> kann natürlich kein Blog ersetzen. So gibt es dort keine Ping-/Trackbacks und keine Möglichkeit, die Beiträge als Feed zu abonnieren. Die Wiki-Software, die für wikidot.com entwickelt wurde, soll jedoch in der nächsten Vollversion unter anderem auch volle Blog-Funktionalität innerhalb von Wikis bieten (siehe auch: <a href="http://www.wikidot.com/working-on">Working On...</a>). Ein vollwertiges Webkompetenz-Blog innerhalb des Webkompetenz-Wikis ist also in Zukunft nicht auszuschließen.</p>
<p>Im Gegensatz zum Blog soll das Wiki kein Einmann-Unternehmen bleiben. Es soll aber auch nicht unkontrolliert zur Bearbeitung offen sein. Auf wikidot.com gibt es für diesen Fall das Konzept der members (Mitglieder). Mitglied eines Wikis wird man, indem man vom Betreiber des Wikis dazu eingeladen wird, oder indem man sich als Mitglied bewirbt und die Bewerbung angenommen wird. Bevor ich jedoch weitere Mitglieder aufnehme, möchte ich die Grundstruktur des Wikis erst einmal anlegen. Denn aus den Fehlern rund um das <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/81287">SELFHTML Wiki</a> habe ich gelernt: zeige erst mal, wohin du willst, und geh zur Not auch allein dort hin ;-)</p>
<p>Unberührt von alledem bleibt vorerst das <a href="http://groups.google.com/group/webkompetenz">Webkompetenz-Forum</a>. Allerdings besteht innerhalb der Wikis von wikidot.com auch die Möglichkeit, Foren zu betreiben. Bereits jetzt gibt es innerhalb des Webkompetenz-Wikis ein Forum für wiki-interne Themen. Es ist nicht auszuschließen, dass das Webkompetenz-Forum irgendwann dorthin umzieht. Diese Entscheidung wird allerdings nicht ohne die aktiven Mitstreiter im Forum gefällt.</p>
<div class="box"><p>Diskussionen zu diesem Eintrag im Webkompetenz-Forum:<br>
<a href="http://groups.google.com/group/webkompetenz/browse_thread/thread/87b21b7a7b750d32"> Webkompetenz-Blog wandert ins Wiki</a><br/>
<a href="http://groups.google.com/group/webkompetenz/browse_frm/thread/1ef3974de1a3455b">Webkompetenz-Blog wandert ins Wiki -- Feeds?</a>
</p></div>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-59769286519433996922007-09-28T22:00:00.000+01:002007-09-29T19:30:52.122+01:00Floating divs war 2.0 - Grids sind 3.0<p>Es soll ja Leute geben (zu denen ich mich ebenfalls zähle), die zwar die ideologische Umwälzung von den alten Tabellenlayouts hin zu modernen, CSS-basierten Webseitenlayouts mitgemacht haben, aber nie wirklich überzeugt waren von dem neuen Gold, das da allenthalben angepriesen wurde. Ich gehe sogar so weit zu behaupten: Floatende div-Bereiche sind um keinen Haarbreit besser oder semantischer oder barrierefreier als rahmenlose Tabellen. Denn ebensowenig wie Tabellen für Seitenlayouts gedacht sind, ist die Funktionalität, eine Box links oder rechts von anderem Inhalt umfließen zu lassen oder auch mehrere Boxen auf diese Weise horizontal aneinanderzureihen, für ganze Seitenlayouts gedacht, sondern eher für Aufgaben wie die Platzierung einer Grafik oder eines Kastens mit Zusatzinformation im Fließtext. Irgendwann, da bin ich sicher, wird eine neue Generation von Webdesignern genauso gegen die heutigen float-Verrenkungen zu Felde ziehen, wie es die Armee der Float-Jünger heute gegen die bösen blinden Tabellen tut. Und dabei werden ganz ähnliche Argumente verwendet werden.</p>
<p>Mittlerweile zeichnet sich auch ab, welches das das neue Layout-Paradigma sein wird. Die Blogspatzen pfeifen es bereits von den Dächern. Anlass ist eine neue Working Draft des W3-Konsortiums vom 5. September 2007, die dank einiger aussagekräftiger Grafiken außergewöhnlich anschaulich geraten ist. Es handelt sich um das Dokument <a href="http://www.w3.org/TR/css3-grid">CSS Grid Positioning Module Level 3</a>. Nun ist CSS 3 wieder mal so ein typisch W3C-bombastisches Vorhaben, bei dem die Gefahr besteht, dass es aus lauter Perfektionsdrang und Angst irgendwas zu vergessen niemals fertig wird. Die <a href="http://www.w3.org/Style/CSS/current-work.html">Current-work-Seite</a> des W3-Konsortiums zur Weiterentwicklung der Stylesprache CSS lässt jedenfalls erahnen, dass es noch lange dauern wird, bis die zahlreichen geplanten CSS-3-Module einmal endgültige Empfehlungen (Recommendations) sein werden. Der überwiegende Teil der Spezfikationen des modular aufgebauten CSS 3 befindet sich noch (und teilweise schon seit Jahren) im Zustand der Working Draft (also in der Entwurfsphase).</p>
<p>Doch zurück zu der neuen Working Draft über <span style="font-weight:bold;">CSS Grid Positioning</span>. Grid bedeutet Raster, und wenn man sich die bereits erwähnten Grafiken in der Working Draft ansieht, fühlt man sich alsbald an gedachte Tabellenlinien oder gar Framesets erinnert. Bei genauerem Hinsehen (bei example 3) bemerkt man jedoch, dass es sich nicht einfach um ein starres Gitternetz handelt. Die Zellen eines Grids sind wesentlich flexibler als Zellen einer Tabelle oder eines Framesets. Eine weitere Besonderheit der Grids ist, dass mit ihnen eine neue, relative Maßeinheit in CSS eingeführt wird: <span style="font-weight:bold;">gr</span>. So kann man einem Element in seiner CSS-Definition beispielsweise eine Breite von 4gr verpassen. Das bedeutet, dass sich das Element in der Breite über vier Grid-Spalten erstreckt. Indem man ein Grid <span style="font-weight:bold;">explizit</span> definiert, erhält man gewissermaßen Hilfslinien, an denen man Inhalte ausrichten kann. Das erspart viel absolutes Positionieren.</p>
<p>Eigentlich ist die Sache mit den Grids eher nachgeschoben und ein Beispiel für den erwähnten Perfektionismus bzw. die Angst, etwas zu vergessen. Es handelt sich um eine Präzisierung von Möglichkeiten, die in dem CSS-3-Modul <a href="http://www.w3.org/TR/css3-multicol/">Multi-column layout</a> bereits beschrieben sind. Mehrspaltige Inhalte, die mit den dort beschriebenen CSS-Eigenschaften definiert werden, werden nun als <span style="font-weight:bold;">implizite Grids</span> bezeichnet. Die ersten Entwürfe des W3-Konsortiums für die Mehrspaltigkeit in CSS reichen übrigens ins Jahr 1999 zurück. Auch daran zeigt sich wieder, wie großzügig hier mit Zeiträumen umgegangen wird, während die alltägliche Praxis der Webworker sich mit Krücken der Vergangenheit behelfen muss und sich mit eigentlich sonderbaren ideologischen Grabenkämpfen wie Floats gegen Tabellen die Zeit vertreibt.</p>
<div class="box"><p>Diskussionen zu diesem Eintrag im Webkompetenz-Forum:<br>
<a href="http://groups.google.com/group/webkompetenz/browse_thread/thread/acab2198d41e8741">Layout (Grids)</a></p></div>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-6045402639689318402007-09-24T22:25:00.000+01:002007-09-24T21:28:47.091+01:00Webdesign und Textdesign<p>Nur selten hat mich ein einzelner Blog-Beitrag so spontan angesprochen wie Andreas Döllings Gastbeitrag <a href="http://meiert.com/de/publications/submissions/20070918/">Vom Texten und Zutexten</a> im Weblog von <a href="http://meiert.com/">Jens Meiert</a>. Man lese und vergleiche mit eigenen Erfahrungen!</p>
<p>Meine Eindrücke sind jedenfalls sehr ähnlich wie dort beschrieben. Über das Design einer zu erstellenden Website wird endlos diskutiert. Vom Chef mit seinen Strategiegedanken bis zum HTML-erfahrenen Hiwi reden alle mit. Die Texte, die am Ende auf die Webseiten kommen, werden dagegen links liegen gelassen. Wer will denn schon über Texte diskutieren? Dichter vielleicht, die sich in einem Literatur-Club gegenseitig ihre lyrischen Ergüsse verreißen. Aber stinknormale Sachtexte, wie Produktbeschreibungen, News-Beiträge oder Event-Ankündigungen — was soll man darüber schon großartig reden?</p>
<p>Vielleicht ist es prickelnder, sich dem Thema unter dem Aspekt der vielbeschworenen <strong>Barrierefreiheit</strong> zu nähern. Denn Barrierefreiheit beginnt nicht erst bei Markup-Fragen in HTML. Auch Texte können nach Barrierefreiheit streben. Ein Text ist dann barrierefrei, wenn er verständlich ist. Das Gegenteil von „verständlich“ hat jedoch mindestens zwei Ausprägungen: unverständlich und missverständlich. Ich würde noch eine dritte dazunehmen: langweilig. Ein verständlicher und damit barrierefreier Text enthält also weder unverständliche noch missverständliche Passagen, und er ist nicht ermüdend. Genau davon hängt es ab, ob ein Text — eine Produktbeschreibung beispielsweise — den Leser überzeugen kann. Eine geglückte Formulierung, die viele Leser einen Zusammenhang begreifen lässt, der ihnen vorher nicht klar oder bekannt war, kann ebenso zur Kundengewinnung und Kundenpflege beitragen wie ein sündhaft teuerer, supercooler, flash-basierter Produkt-Showcase.</p>
<p>Doch was für den einen Leser nur abstraktes Geschwafel ist, liest der nächste mit sichtlichem Genuss. Bei vielen Sachtexten müssen Autoren damit rechnen, dass ihre Leser ganz unterschiedliche Vorkenntnisse haben. Leser sind also keine genau berechenbare, graue Masse. Andererseits sollte die Tatsache, dass Leser sehr unterschiedlich sein können, kein Freibrief sein, um jeden Gedanken über Texte für Verschwendung zu halten. Die Trefferquote, also dass es möglichst oft „Aha“ macht, wenn ein Text und ein Kopf zusammenstoßen, lässt sich nämlich durchaus erhöhen. Doch wie?</p>
<p>Ein Buch, in dem man sich schlau machen kann, hat Andreas Dölling im oben erwähnten Blog-Beitrag bereits genannt: <a href="http://www.amazon.de/Professionelles-Texten-Tipps-Techniken-Berufsalltag/dp/342350868X/">Andreas Baumert: Professionelles Texten</a>. Eine Website, die es schon sehr lange gibt, und die längst ein Portal für diverse, umfangreiche Unterprojekte geworden ist, möchte ich ebenfalls empfehlen: <a href="http://www.claudia-klinger.de/">Claudia Klinger</a> schreibt aus Passion und hält unter anderem auch Kurse über das Schreiben. Unter dem Titel <a href="http://www.webwriting-magazin.de/guter-stil-klare-sprache-20-handwerkstipps-fuer-einsteiger/">Guter Stil, klare Sprache: 20 Handwerkstipps für Einsteiger</a> bietet sie eine Einführung in die Kunst des Schreibens an.</p>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-72120232739054316642007-09-20T08:29:00.000+01:002007-09-20T07:39:12.711+01:00Google Docs jetzt auch mit Präsentationsmodul<p>Auch wenn andere Anbieter wie etwa <a href="http://www.zoho.com/">Zoho</a> es schon lange und in besserer Qualität anbieten, haben doch viele darauf gewartet: <a href="http://docs.google.com/">Google Docs</a>, die Online-Office-Suite von Google, die bislang nur aus einer Textverarbeitung und einer Tabellenkalkulation bestand, wurde nun um ein Präsentationsmodul erweitert:</p>
<p><img src="http://bp1.blogger.com/_gqN3jllq1Qo/RvFv-PKC9mI/AAAAAAAABDU/Zhz93zZrt9I/s400/googlepraesentationen.jpg" border="0" alt="Google Präsentation" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5111990167053465186" /><br/>
<small>Google-Präsentation im Bearbeitungsmodus</small></p>
<p>Die Euphorie muss allerdings gedämpft werden. Wirklich individuelle Präsentationen sind mit diesem Tool vorerst nicht möglich. Gerade mal 15 fixe Motive für Folien-Basislayouts werden angeboten, und außer Text frei platzieren und formatieren und Pixelgrafiken einfügen ist nichts weiter an Funktionen vorgesehen. Keine Vektorgrafik, und schon gar keine Extras wie Datenübernahme von Diagrammen aus der Tabellenkalkulation. Bleibt zur Linderung der Enttäuschung darüber nur die Bemerkung, dass die meisten Menschen, die eine Präsentation erstellen, ohnehin hoffnungslos überfordert sind mit dem Funktionsumfang von Programmen wie Powerpoint oder Impress. Dementsprechend schematisch und langweilig sehen die meisten Präsentationen auch aus.</p>
<p>Einen unbestreitbaren Vorteil hat die Online-Lösung auf jeden Fall. Sie ermöglicht es, Präsentationen online einem anwesenden Publikum vorzuführen:</p>
<p><img src="http://bp1.blogger.com/_gqN3jllq1Qo/RvF80PKC9oI/AAAAAAAABDk/MiBHb7u_cKE/s400/googlepraesentationteilen.jpg" border="0" alt="Präsentation online via Chat vorführen und diskutieren" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5112004288905934466" /><br/>
<small>Google-Präsentation im Vorführmodus inklusive Teilnehmer-Chat</small></p>
<p>Der Vorführmodus einer Präsentation erhält eine eigene dynamische URL-Adresse. Gibt ein Vorführender diese URL per Mail, Messenger, Telefon usw. an andere weiter, können diese durch Aufruf der Adresse direkt an der Präsentation teilnehmen. Gegebenenfalls ist dabei noch ein E-Mail-Handshake mit dem Einladenden erforderlich. Aktionen des Vorführenden wie Weiterblättern werden bei den übrigen Teilnehmern automatisch ausgeführt. Gleichzeitig wird ein Chat eingeblendet. Dieser kann vom Vorführenden benutzt werden, um seinen verbalen Vortrag zur Präsentation zu halten. Zumindest bei chat-erprobten Schnelltippern könnte das hinhauen, ohne dass das Publikum einschläft. Die übrigen Teilnehmer können ebenfalls chatten, sofern sie dazu ermächtigt wurden. Außerdem können Berechtigte die Präsentation übernehmen. So können sich beispielsweise mehrere Präsentierende mit Tippen des Vortragstexts abwechseln.</p>
<p>Eine Lösung für Live-Audio- oder gar Live-Video-Broadcasting wäre natürlich spannender. Andererseits haben textbasierte Chats durchaus auch Vorteile. So ist der Vortragstext der Präsentation für alle noch mal nachlesbar. Und da Tippen langsamer geht als Reden, wird bei solchen Präsentationen ja vielleicht nicht ganz so viel Überflüssiges verzapft ...</p>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-40616931328136771302007-09-19T14:48:00.000+01:002007-09-19T13:57:48.285+01:00Hypertext (10): Jimmy Wales: Wikipedia<p>siehe auch:<br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/03/hypertext-1-text-und-linearitt.html">(1): Text und Linearität</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/04/hypertext-2-computer-und-hypertext.html">(2): Computer und Hypertext</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/04/hypertext-3-inhaltseinheiten-und.html">(3): Inhaltseinheiten und Verlinkung</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/05/hypertext-4-suchen-und-stbern.html">(4): Suchen und Stöbern</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/05/orientierungsmittel-fr-hypertext.html">(5): Orientierungsmittel für Hypertext</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/06/hypertext-6-hypertext-und.html">(6): Hypertext und Informationsaufnahme</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/07/hypertext-7.html">(7): Vannevar Bush: Memex</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/08/hypertext-8-ted-nelson-xanadu.html">(8): Ted Nelson: Xanadu</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/08/hypertext-9-tim-berners-lee-world-wide.html">(9): Tim Berners-Lee: World Wide Web</a>
</p>
<hr>
<p>Das jüngste Projekt in unserem Hypertext-Meilenstein-Rückblick ist wohl zugleich auch das umstrittenste. Den einen ist es vielleicht nicht groß genug für einen Meilenstein der Hypertext-Geschichte, weil es nur ein einzelnes Webprojekt ist, also ein kleiner Teil von Tim Berners-Lee's Projekt. Den anderen ist es vielleicht nicht gut genug für einen Meilenstein, weil sie mit Wikipedia viel Negatives verbinden, angefangen von hässlichen Editier-Kriegen bis hin zum Vorwurf mangelnder Qualität, weil sich zu viele Laien und Möchtegern-Experten an der Entstehung der Inhalte beteiligen. Die Kritik, der <a href="http://www.wikipedia.org/">Wikipedia</a> ausgesetzt ist, bestätigt jedoch die Bedeutung des Projekts. Denn Fakt ist, dass Wikipedia binnen weniger Jahre <strong>die</strong> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Enzyklop%C3%A4die">Enzyklopädie</a> des menschlichen Wissens geworden ist. Realisiert als Projekt innerhalb des World Wide Web, demonstriert Wikipedia vor allem eine neuere Art von Webanwendung, die extrem hypertextorientiert ist und wichtige Voraussetzungen schafft, unter denen Menschen überhaupt Lust bekommen, an Hypertext-Inhalten mitzuarbeiten.</p>
<p style="font-weight: bold; font-size:110%">Geschichte des Wikipedia-Projekts</p>
<p>Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Geschichte_der_Wikipedia">Geschichte der Wikipedia</a> hat eine Vorgeschichte, die aus zwei wichtigen Strängen besteht.</p>
<p>Der eine Strang besteht darin, dass im Laufe der 90er Jahre erste Digitalpublikationen herkömmlicher Enzyklopädien erschienen. 1994, als 4stellige Preise für CD-ROM-Laufwerke üblich waren, erschien die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Encyclop%C3%A6dia_Britannica">Encyclopædia Britannica</a> erstmals auf CD-ROM. 1996 brachte Microsoft mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft_Encarta">Encarta</a> eine neuartige, multimediale Enzyklopädie auf CD-ROM (später auf DVD) heraus, die selbst bei notorischen Microsoft-Gegnern großen Respekt erntete. Diese beiden Produkte verankerten die Möglichkeit digitaler, bildschirmorientierter Wissensvermittlung in zahlreichen Köpfen. Der Boom des World Wide Web Mitte bis Ende der 90er Jahre verstärkte die Tendenz zur elektronischen Präsentation von Inhalten.</p>
<p>Der andere Strang besteht darin, dass zeitgleich Überlegungen angestellt wurden, wie man in dem noch jungen Medium World Wide Web enzyklopädisches Wissen so realisieren könnte, dass ein größerer Autorenkreis ohne internet-technische Tiefenkenntnisse daran arbeiten kann. Der amerikanische Programmierer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ward_Cunningham">Ward Cunningham</a>, der maßgeblich an zwei modernen Programmierparadigmen beteiligt ist, nämlich an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Design_Pattern">Design Patterns</a> (Entwurfsmuster) und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Extreme_Programming">Extreme Programming</a>, erfand 1995 eine zunächst noch wenig beachtete, neuartige Webanwendung: das sogenannte Wiki Wiki Web. Die Original-Site, für das diese Anwendung gestrickt wurde, ist noch heute unter dem Titel <a href="http://c2.com/cgi/wiki">Wiki Wiki Web</a> online. Es beinhaltet bereits viele Konzepte moderner Wiki-Systeme.</p>
<p><img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left;" src="http://bp1.blogger.com/_gqN3jllq1Qo/RulFnzpjNaI/AAAAAAAABCU/Z4otCzgY410/s400/wikiwikibus.jpg" alt="WikiWiki-Bus" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5109691802410235298" border="0">
Die einprägsame Bezeichnung <var>Wiki</var> verdanken wir der Tatsache, dass Cunningham öfters nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hawaii">Hawaii</a> kam. Am Flughafen erklärte man ihm, er solle den Wiki-Wiki-Bus nehmen, der die Terminals verbindet. Auf seine Nachfrage hin erfuhr Cunningham, dass wiki wiki im Hawaiianischen so viel wie <strong>schnell</strong> bedeutet. Schnell und unkompliziert sollte auch das Bearbeiten von Inhalten in seiner Webanwendung sein.</p>
<p>Cunningham's Original-Wiki erreichte zwar stattliche Ausmaße, doch es war keine allgemeine Enzyklopädie. Während die großen Lexikonverlage sich schwer taten mit Internet-Versionen ihrer Enzyklopädien, entstanden innerhalb des Webs neue Projekte dieser Art. Eins davon nannte sich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nupedia">Nupedia</a> und startete im März 2000. Die Gründer von Nupedia waren zwei Amerikaner namens <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jimmy_Wales">Jimmy Wales</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Larry_Sanger">Larry Sanger</a>. Nupedia wurde von einem kleinen Kreis von Fachautoren gepflegt. Die Artikel wurden streng geprüft und hatten durchweg hohes Niveau. Ein anderes, konkurrierendes Webprojekt sollte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/GNUpedia">GNUpedia</a> werden, das vom Urvater der OpenSource- und OpenContent-Bewegung <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Stallman">Richard Stallman</a> initiiert worden war. GNUpedia war offener und auch für Laien-Autoren konzipiert. Die Situation der beiden verklüngelten und doch konkurrierenden Online-Enzyklopädie-Ansätze war jedoch unbefriedigend für alle Beteiligten.</p>
<p><img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left;" src="http://bp1.blogger.com/_gqN3jllq1Qo/Rul7CzpjNcI/AAAAAAAABCk/ssIpWZE5GDY/s400/jimmywales.jpg" alt="Jimmy Wales" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5109750540382975426" border="0">Jimmy Wales zog daraus seine Konsequenzen. Unter dem für Nupedia drohenden Konkurrenzdruck, der von GNUpedia ausging, implementierte er eine Art Sammelbecken für Nupedia. Das Ziel war es, mehr Autoren aus der breiten Öffentlichkeit zu gewinnen. Gute Artikel aus dem Sammelbecken sollten dann in Nupedia übernommen werden. Bei der Software für die Webanwendung des Sammelbeckenprojekts orientierte sich Wales an Cunninghams Wiki Wiki Web. Deshalb tauft Wales sein Sammelbecken <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia">Wikipedia</a>.</p>
<p>Das Wikipedia-Konzept war jedoch so überzeugend und wuchs binnen kürzester Zeit so schnell, dass sowohl Nupedia als auch GNUpedia alsbald nur noch Makulatur waren. Bereits nach zwei Monaten hatte Wikipedia über 2000 Artikel, und es wurden bereits mehrsprachige Versionen implementiert. Die <a href="http://stats.wikimedia.org/DE/TablesArticlesTotal.htm">Wachstums-Statistik</a> der Artikelzahlen liest sich wie ein Märchen. Nach einem halben Jahr, also Mitte 2001, verzeichnete die englische Version bereits über 3.000 Artikel, die im Mai 2001 gegründete deutsche Version kam zum gleichen Zeitpunkt auf etwas über 300 Artikel. Im Dezember 2002 wurden erstmals mehr als 100.000 Artikel in der englischen Version gezählt. Die deutsche Version lag zeitgleich bei knapp unter 10.000 Artikeln. Derzeit (Stand: September 2007) kommt die englische Version auf genau 2 Millionen Artikel und die deutsche auf knapp 640.000. Zum Vergleich: der Brockhaus multimedial premium, Ausgabe 2007, bringt es gerade mal auf 260.000 Artikel.</p>
<p style="font-weight: bold; font-size:110%">Faszination und Problematik des Wikipedia-Projekts</p>
<p>Bei Hypertext gibt es wie bei linearem Text Autoren und Leser. In einem Medium wie dem World Wide Web, wo sich Texte digital und online verbreiten, fehlen jedoch die klassischen Bedingungen, die eine klare Trennung zwischen Autoren und Lesern überhaupt nötig machten. Es gibt keine Druck- und Lagerkosten, keine produzierenden Verlage, kein verteilenden Zwischenhändler und keine begrenzten Auflagen mehr. Es gab und gibt zahlreiche Möglichkeiten im Web, direkt und frei zu publizieren. Doch von dem Grundgedanken, dass Autoren und Leser zwei sehr getrennte Spezies sind, konnte man sich nach Jahrhunderten der Buchwelt und der Broadcasting-Medien nur schwer lösen. Nicht zuletzt deshalb entwickelte sich das Web zunächst auch in Richtung eines reinen Präsentationsmediums. Spontan publiziert wurde allenfalls in Communities und Foren, doch da nennt sich das Posten und wird von den Akteuren nicht als redaktionelle oder publizistische Arbeit empfunden.</p>
<p>Wikipedia ist das erste Projekt, bei dem es im großen Stil gelungen ist, die Grenzen zwischen Nutznießen und Mitmachen, zwischen Rezipieren und Publizieren, zwischen Leser und Autor aufzuheben. Ein wichtiger Aspekt für diesen Erfolg war, dass Jimmy Wales, der anfänglich noch versuchte, seine Webprojekte über Werbeeinnahmen zu finanzieren, rechtzeitig erkannte, dass er sein Ziel damit nicht erreichen würde. Wikipedia wurde werbefrei, und stattdessen setzte Wales bei der Wiki-Software auf OpenSource und beim Inhalt auf eine Lizenzform aus dem OpenContent-Bereich, die sogenannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:GNU_Free_Documentation_License">GNU Free Documentation License</a> (<a href="http://www.giese-online.de/gnufdl-de.html">inoffizielle deutsche Übersetzung</a>). Wer bei Wikipedia publiziert, akzeptiert damit diesen rechtlichen Rahmen. Finanziert wird das Projekt durch Spenden an die dafür gegründete <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikimedia">Wikimedia-Stiftung</a>.</p>
<p>Da eine Enzyklopädie das Wissen der Menschheit speichert, ist es kein Wunder, dass viele Menschen etwas dazu beitragen können. Denn es geht ja schließlich nicht nur um große Persönlichkeiten oder Geschehnisse, sondern auch um die Ortschaften dieser Welt, um Modelleisenbahnen, Hunderassen und die soziale Wirklichkeit, die aus Hypotheken, Kindergeld und Urlaubmachen besteht. Gerade heimatkundliches, zeitgeschichtliches oder arbeitspraktisches Wissen ist in der Breite der Bevölkerung gespeichert. Wikipedia ist es gelungen, die normale Bevölkerung zu ermutigen, solches Wissen beizutragen.</p>
<p>Doch wo viele Menschen wahllos publizieren, entsteht zwangläufig Chaos. Tatsächlich hat Wikipedia mit etlichen negativen Begleiterscheinungen der globalen Kollaboration zu kämpfen. Ideologische Grabenkämpfe etwa, die zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Edit-War">Edit-Wars</a> führen, oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Vandalismus">Vandalismus</a>, also bewusstes Zerstören oder Verfälschen von Inhalten, oder schleichender Lobbyismus, der Inhalte einfärbt. Wikipedia ist jedoch kein kleiner Kreis überforderter Administratoren, die sich einem zahlenmäßig überlegenen Mob gegenübergestellt sehen. Wikipedia ist selbstorganisiert, organisch also. Das oberste Prinzip, die wertneutrale Darstellung, wird von den meisten Akteuren geteilt und vefochten. Diverse Funktionen der Wiki-Software unterstützen dabei, das System stabil zu halten. Unerwünschte Löschungen oder Änderungen lassen sich einfach rückgängig machen, da die Wiki-Software jeden abgespeicherten Bearbeitungsstand eines Artikels aufbewahrt. Die Software zeigt auf Wunsch auch, was in einem Bearbeitungsstand gegenüber einem anderen verändert wurde. Zu jedem Artikel gibt es eine Diskussionsseite. Unterschiedliche Auffassungen über Inhalte können dorthin verlagert werden. Dennoch führt der immerwährende Kampf gegen unerwünschte oder destruktive Tendenzen zu einem nicht ganz lupenreinen Gesamt-Image von Wikipedia in der Fachwelt. Innerhalb von Wikipedia gibt es Inhalte, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Unsere_Antworten_auf_Kritik">Antworten auf Kritik</a> enthalten oder den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Au%C3%9Fenspiegel">Außenspiegel</a> wagen.</p>
<p><img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;" src="http://bp3.blogger.com/_gqN3jllq1Qo/Ruw20jpjNeI/AAAAAAAABDM/LFpDjbfVVPk/s400/larrysanger.jpg" border="0" alt="Larry Sanger" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5110519953709282786" />Einer der schärfsten Kritiker des Wikipedia-Projekts ist übrigens Mitbegründer Larry Sanger, von dem sich Jimmy Wales ein Jahr nach Gründung von Wikipedia trennte. Sangers Hauptproblem mit Wikipedia ist die hemmungslose Demokratisierung der redaktionellen Prozesse. Nupedia, dessen Inhalte ausschließlich von ausgewählten Fachautoren erstellt wurden, entsprach eher seinen Vorstellungen einer web-basierten Enzyklopädie. Zu Nupedia-Zeiten dachte Sanger eindeutig noch in akademischen Zeitvorstellungen. Als Nupedia eingestellt wurde, gab es gerade mal zwei Dutzend abgesegneter Artikel, die den hohen Qualitätsvorstellungen entsprachen. Eine Konkurrenz für die existierenden Verlags-Enzyklopädien wäre daraus wohl frühestens nach dreihundert Jahren entstanden. Allerdings erhob Larry Sanger den Anspruch, als erster die zündende Idee zu Wikipedia gehabt zu haben. Mit der Sammelbecken-Funktionalität hatte er sich nämlich durchaus anfreunden können. Denn seine Vorstellung war zwar eine Elite-Klasse von Lexikon-Autoren, doch mussten dies keine Autoren mit klassischen Referenzen sein. Details seiner Kritik an Wikipedia sind gebündelt in einem <a href="http://www.sonntagszeitung.ch/dyn/news/multimedia/699305.html">Interview mit der Schweizer Sonntagszeitung</a> nachzulesen.</p>
<p>Mittlerweile unternimmt Sanger einen neuen Versuch, eine qualitativ höherwertige Enzyklopädie im Web zu realisieren: das 2006 gestartete Projekt <a href="http://en.citizendium.org/">Citizendium</a> basiert auf der gleichen Wiki-Software wie Wikipedia und dem gleichen Ziel, das gesamte Wissen der Menschheit zu repräsentieren, will jedoch redaktionell elitärer vorgehen. Allerdings unterscheidet sich die von Citizendium betriebene Autoren-Rekrutierung unwesentlich von derjenigen, die neuerdings auch von einem traditionellen, verlagsgebundenen Projekt wie <a href="http://lexikon.meyers.de/meyers/Meyers:Meyers_Lexikon_online">Meyers Lexikon online</a> ausprobiert wird. Die Erfahrung im Web lehrt jedoch, dass solch übervorsichtige Öffnungen nach außen nicht mehr sehr beliebt sind. Gerade potentielle Jungautoren mit Web-Erfahrung wollen sich nicht mehr als Bittsteller vorkommen, die einen Artikel „einreichen“ in der Hoffnung, dass er vom Überwachungskuratorium übernommen wird. Sie wollen publizieren und sich dabei die Hörner abstoßen.</p>
<p>An Wikipedia reiben sich also alte und neue Vorstellungen darüber, was als menschliches Wissen und Gedächtnis zu gelten hat, und wie das dort Gespeicherte zustande kommen soll. Wikipedia verwirklicht den Traum vieler Hypertext-Begeisterter. Doch wie bei jeder Verwirklichung von spannenden Gedanken macht sich auch hier der Geist schmutzig. Der unverminderte Erfolg von Wikipedia zeigt indessen, dass mit dem gewachsenen System aus Editierfreiheit, Vorgaben und Kontrollen durchaus ein Hypertext-Projekt realisierbar ist, das zigtausende von Autoren zählt und zig Millionen Benutzer, ohne quasi militärisch organisiert zu sein.</p>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-23036276069209596032007-09-15T20:43:00.000+01:002007-09-16T13:57:41.559+01:00Dramatisierung: der Verfall des Privaten<p>Die gesellschaftskulturelle Mainstream-Kritik hat bekanntlich ihre Steckenpferde. Eines davon ist derzeit der immer wieder beklagte Verfall der Privatsphäre im Internet, speziell im Web 2.0. Unüberlegter Exhibitionismus sei das allenthalben, der irgendwann auf die meist jungen Akteure zurückfalle. Arbeitgeber, die sich Bilder von Saufgelagen ihrer Bewerber ansehen, Lebenspartner, die in einem Social Network zweifelanregende Details über frühere Beziehungen ihres Gefährten nachlesen, und last but not least der Betroffene selbst, dem nach Jahren seine weit zurückliegenden, peinlichen Anfängerfragen inklusive rüpelhaftem Auftreten in Fachforen die Scham ins Gesicht treiben.</p>
<p>Ja, es ist alles schon vorgekommen: Bewerber wurden abgelehnt wegen gefundener Internet-Inhalte über sie, Beziehungen sind an gefundenen Internet-Inhalten zerbrochen, und wer ein Fachforum betreibt, bekommt immer wieder mal Mail von armen Seelen, die ihre früheren Ergüsse gelöscht bekommten möchten. Doch meine Antwort darauf ist: na und? Das sind ganz normale Begleitschäden, wenn sich Neues durchsetzt. Vielleicht konnte der abgelehnte Bewerber froh sein, nicht bei jenem Chef gelandet zu sein, der selbst Alkoholiker ist und deshalb die Bilder vom Saufgelage des Bewerbers überbewertete. Vielleicht wird die nächste Beziehung, geknüpft übers gleiche Social Network, viel besser. Und vielleicht stellt sich ja heraus, dass ein fetter Auftrag dem Umstand zu verdanken ist, dass ein Head-Hunter die Aufgabe hatte, einen Java-Spezialisten zu finden, der vor drei Jahren noch dumme Anfängerfragen gestellt hat.</p>
<p>Ihr lieben gesellschaftskulturellen Mainstrem-Kritiker: bitte seid doch etwas kritischer mit euch selbst! Schließlich ist euere veröffentlichte Stimme ja auch euer Ich, und irgendjemand anderes könnte die so wie sie ist dumm und peinlich finden — vielleicht euer Arbeitgeber oder euer nächster Lebensabschnittspartner in spe. Versucht euch zu erinnern, dass ihr früher doch immer gegen den ganzen Privatisierungskram wart, und dass ihr oft genug selber erwähnt habt, dass „privare“ das lateinische Wort für „rauben“ sei. Vielleicht lernen diejenigen, die sich frühzeitig in Social Networks verewigen, viel eher die Lektion, mit offenem Visier durchs Leben zu gehen, zu Vergangenem zu stehen, weil es nachlesbar ist und sich schlecht verklären lässt.</p>
<div class="box"><p>Diskussionen zu diesem Eintrag im Webkompetenz-Forum:<br>
<a href="http://groups.google.com/group/webkompetenz/browse_thread/thread/477235af73db93df">Dramatisierung: der Verfall des Privaten</a></p></div>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-24609976137206534322007-09-10T13:33:00.000+01:002007-09-10T12:40:47.907+01:00Das nächste Webkompetenz-Tutorial<p>Nach dem <a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/08/tutorial-ajax-9.html">Abschluss des Ajax-Tutorials</a> fragen sich einige Freunde des Fortsetzungsromans vielleicht, was als nächstes dran kommt. Beschreibungswürdige Techniken gibt es ja zur Genüge. Meine Wahl ist allerdings auf etwas gefallen, das man eigentlich noch gar nicht wirklich zuverlässig dokumentieren kann, weil es noch gar keine endgültige Ausprägung hat und es auch noch gar keine vollständige Implementierung davon gibt. Dennoch wird aus der interessierten Fachwelt kaum jemand bezweifeln, dass es sinnvoll ist, sich möglichst frühzeitig damit auseinanderzusetzen. Es geht nämlich um nichts Geringeres als um die Brot-und-Butter-Sprache schlechthin: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/HTML">HTML</a>.</p>
<p><a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/08/html-5-reift-nun-auf-w3c-server.html">Wie berichtet</a>, soll <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/HTML_5">HTML 5</a> nun definitiv kommen, und zwar wie gewohnt als Recommendation (offizielle Empfehlung) des W3-Konsortiums. Obwohl sich das Dokument, das später einmal die offizielle Empfehlung werden soll, noch in einem sehr frühen Working-Draft-Stadium (Arbeitsentwurf) befindet, lässt es doch schon erkennen, welche wesentlichen Neuereungen geplant sind. Und das sind mehr als nur einige. HTML wird in der neuen Vollversion „evolutionär“ erneuert, was heißen soll, dass ein Kompromiss zwischen Rückwärtskompatibilität und neuem Standard erreicht werden soll. Der Kompromiss besteht darin, dass Autoren keine veralteten Auszeichnungen mehr verwenden, Browser und andere User-Agents solche Auszeichnungen aber noch erkennen und verarbeiten sollen. Die Erneuerung besteht aus einer ganzen Reihe neuer Elemente und Attribute. Diese verfolgen vor allem zwei Ziele: erstens soll semantisch sinnvolles Markup wesentlich besser realisierbar sein als bisher, und zweitens soll HTML-Code besser für Scripting gerüstet sein, um moderne Webanwendungen besser zu unterstützen.</p>
<p>In dem geplanten Tutorial werden wir zunächst versuchen, etwas Klarheit in das Wirrwarr um die Spezifikation von HTML 5 zu bringen. Dann werden die derzeit absehbaren neuen Elemente und Attribute vorgestellt, und zwar im Zusammenhang mit den Konzepten, die dahinter stecken. Zuletzt wird das Tutorial noch erklären, was Sie selber tun können, um an HTML 5 mitzuarbeiten. Neben dem HTML-5-Tutorial wird die Einführung in Hypertext noch weitergeführt, so dass in nächster Zeit also diese beiden „Serien“ auf dem Webkompetenz-Kanal laufen werden.</p>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-67091772354457280092007-09-08T22:22:00.000+01:002007-09-08T21:29:55.547+01:00Das Upload-Magazin als Website und in PDF<div class="hreview"><span class="type" style="display: none">website</span><div class="item" style="display: none"><a class="url fn summary" href="http://upload-magazin.de/">UPLOAD-Magazin</a></div><div class="description">
<p>Hin und wieder stößt man auf Webprojekte, die einfach gut gemacht sind, viel zu bieten haben und ohne viel Aufhebens funktionieren. Eines dieser Webprojekte ist für mich <a href="http://upload-magazin.de/">UPLOAD</a>. <cite>„Bei UPLOAD dreht sich alles um Weblogs, Podcasts, Wikis, PDF-Magazine und andere
Möglichkeiten, Inhalte und Werke digital zu verbreiten“</cite>, heißt es in der Eigenaussage.</p>
<p>Die Frontseite besteht aus Anlesertexten der neuesten Artikel. Es handelt sich dabei tatsächlich um Artikel und nicht nur um Postings — also um Beiträge, deren Erstellungsaufwand eher in Stunden misst als in Minuten. <a href="http://www.jati.de/">Jan Tißler</a>, der Macher hinter dem Upload-Magazin, ist Journalist, und diese Professionalität ist den Artikeln anzumerken. Redaktioneller Aufwand steckt auch hinter den <a href="http://upload-magazin.de/podcast/">Podcasts</a>, die im Schnitt alle zwei Wochen erscheinen und eine Länge von 10 bis 15 Minuten haben. Im Audio-Bereich wirken Jan Tislers Beiträge sprachlich nicht ganz so glatt wie die eines Radiomoderators. Zum Glück verlässt er sich nach wenigen Einleitungsworten meist auf intuitives Erzählen, was der Lebendigkeit der Podcasts sehr zu Gute kommt.</p>
<p>Bei allen optischen Genüssen, die ein gelungenes Webdesign vermittelt: so manch einer, der noch mit kreativ orientierten Print-Zeitschriften aufgewachsen ist, vermisst mitunter doch etwas die Möglichkeiten einer Seite mit festen Ausmaßen in Breite und Höhe, klar durchgestylt und ohne Navigationsstress. Jan Tißler nutzt auch diesen Kanal, um sein Publikum zu bedienen. Im Juni 2007 erschien die Testausgabe eines PDF-Magazins. Um in den Genuß von dessen Aufruf oder Download zu kommen, ist jedoch eine Registrierung erforderlich. Die Registrierung ist mit keinen Kosten verbunden. Nun empfinden die meisten Anwender Registrierungspflicht nur da als gerechtfertigt, wo sie als User selber Content beitragen können und die Betreiber deshalb ein Anrecht auf ihre Identität haben. Und so ist es auch bei UPLOAD: die Registrierung ermächtigt nicht nur zum <a href="http://upload-magazin.de/magazin/">Download des PDF-Magazins</a>, sondern auch zur Teilnahme am <a href="http://upload-magazin.de/forum/">UPLOAD-Forum</a>.</p>
<p>Das PDF-Magazin selbst ist im A4-Querformat gestaltet und erinnert in seinem ambitionierten Layout durchaus an Lifestyle-Zeitschriften. Die Inhalte bieten die richtige Mischung an Recherche-Tiefe und lockerer Darbietung. Jede Ausgabe hat Schwerpunkt-Themen. In der Testausgabe war dies das Thema Abmahnungen im Internet. Daneben werden aber auch Themen angeboten, zu denen noch nicht viel Anderes in deutscher Sprache geschrieben wurde, so etwa über die Blogosphäre in Russland. Die zweite Ausgabe des PDF-Magazins (die erste, die keine Testausgabe ist) erscheint dieser Tage.</p>
<p>Das UPLOAD-Magazin ist sicherlich kein Geheimtipp mehr, wie die <a href="http://blogsearch.google.com/blogsearch?q=UPLOAD-Magazin">Blogsuche</a> verrät. Mit ein paar Hundert Besuchern am Tag gehört es durchaus zu den sogenannten A-Blogs, und in den <a href="http://www.deutscheblogcharts.de/">Deutschen Blogcharts</a> hält es einen guten Mittelplatz. Was mir persönlich gefällt, ist, dass es nicht so hektisch ist wie manches Trend-Blog, dass es mehrgleisig fährt und nicht so tut, als ob es außer der Blogosphäre nichts mehr gäbe im Internet. Bleibt zu wünschen, dass Jan Tißler die Kraft hat, dieses anspruchsvolle Projekt dauerhaft zu stemmen.
<p><abbr class="rating" title="5">*****</abbr></p>
</div></div>
<p>Kleiner Hinweis noch in eigener Sache: da es sich bei diesem Blog-Beitrag um ein typisches Review handelt, habe ich es erstmals mit dem <a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/03/tutorial-mikroformate-7.html">entsprechenden Mikroformat</a> ausgezeichnet.</p>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-52456675014672241762007-09-05T21:45:00.000+01:002007-09-05T20:50:43.595+01:00SELF... eu!<p>Wer hier mitliest, dem muss ja nicht mehr erklärt werden, was <a href="http://www.selfhtml.org/">SELFHTML</a> ist. Nicht alle aber wissen, dass SELF so eine Art offenes Markenzeichen geworden ist, das mal mal sinnvoll, mal zum Trittbrettfahren genutzt wird. Gelungene Beispiele sind <a href="http://www.selflinux.org/">SELFLINUX</a> oder auch <a href="http://www.selfsvg.info/">SELFSVG</a>.</p>
<p>Jetzt scheint sich was Neues zusammenzubrauen. Es nennt sich schlichtweg „SELF-Plattform“, kommt international als <a href="http://selfplatform.eu/">eu-Domain</a> daher und hat auf jeden Fall gute Pressekontakte. Denn trotz bescheidener aktueller Inhalte hat es bereits zu Ankündigungen <a href="http://www.heise.de/newsticker/result.xhtml?url=/newsticker/meldung/95527&words=Self&T=SELF">bei Heise</a> und <a href="http://www.golem.de/0709/54557.html">bei Golem</a> gereicht.</p>
<p>Die Anlehnung an SELFHTML könnte in diesem Fall allerdings auch purer Zufall sein. Denn SELF steht in diesem Fall nämlich für „Science, Education and Learning in Freedom“. Dahinter verbirgt sich aber etwas, das ich persönlich sehr spannend finde: nämlich an den Bedürfnissen von Lernenden ausgerichtete Dokumentationen und Kursunterlagen für bekannte OpenSource-Software. Nun bekommen Newbies ja in Fachforen (vor allem auch im <a href="http://forum.de.selfhtml.org/">SELFHTML</a>-Forum, das derzeit wegen Querelen in eben dieser Richtung geschlossen ist) immer gern ein herzhaftes <a href="http://www.google.de/search?q=define%3ARTFM">RTFM</a> um die Ohren gehauen. Das Gewissen der Experten bleibt dabei rein, denn schließlich weiß man ja, dass es zu typischen OpenSource-Produkten wie PHP, Perl, Apache oder MySQL umfangreiche Produktdokumentationen gibt, die mit viel Aufwand gepflegt und verbessert werden. Dennoch sind es „nur“ Produktdokumentationen. Als solche haben sie verschiedenste Ansprüche zu erfüllen: sachliche Unfehlbarkeit, vollständige Referenz, Sammelbecken für Workarounds usw. Die meisten dieser Produktdokumentationen enthalten zwar auch Einführungen, doch treffen diese meist nicht wirklich den Nerv derer, die mit dem Produkt eine neue fachliche Welt betreten. Drittanbieter-Unterlagen in diesem Bereich können also durchaus Lücken schließen und für die OpenSource-Produkte sogar neue Nutzerkreise gewinnen.</p>
<p>Doch lassen wir das SELF-Projekt selber sprechen (es spricht zunächst mal nur Englisch, soll aber Inhalte in ganz verschiedenen Sprachen produzieren):</p>
<blockquote><p>The SELF Platform will have two main functions. It will be simultaneously a knowledge base and a collaborative production facility: On the one hand, it will provide information, educational and training materials that can be presented in different languages and forms: from course texts, presentations, e-learning programmes and platforms to tutor software, e-books, instructional and educational videos and manuals. On the other hand, it will offer a platform for the evaluation, adaptation, creation and translation of these materials. The production process of such materials will be based on the organisational model of Wikipedia.</p></blockquote>
<p>Zwei Ebenen sind also geplant: zum einen die Präsentationsebene, also das, was man überhaupt anbieten will, nämlich Lernmaterial für OpenSource-Produkte in verschiedenen Sprachen und verschiedenen Präsentationsformen; und zum anderen die Produktionsebene, die nach Wiki-Vorbild kollaborativ und nach außen hin offen gestaltet werden soll. Es soll klare Maßstäbe zur Qualitätssicherung geben und klare Lizenzformen. Das klingt alles auf jeden Fall sehr spannend. Bleibt nur zu verfolgen, was aus den großen Ansprüchen wird. Hoffen wir das Beste!</p>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-32764960209557166112007-09-03T14:21:00.000+01:002007-09-10T19:37:55.592+01:00Hypertext (9): Tim Berners Lee: World Wide Web<p>siehe auch:<br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/03/hypertext-1-text-und-linearitt.html">(1): Text und Linearität</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/04/hypertext-2-computer-und-hypertext.html">(2): Computer und Hypertext</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/04/hypertext-3-inhaltseinheiten-und.html">(3): Inhaltseinheiten und Verlinkung</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/05/hypertext-4-suchen-und-stbern.html">(4): Suchen und Stöbern</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/05/orientierungsmittel-fr-hypertext.html">(5): Orientierungsmittel für Hypertext</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/06/hypertext-6-hypertext-und.html">(6): Hypertext und Informationsaufnahme</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/07/hypertext-7.html">(7): Vannevar Bush: Memex</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/08/hypertext-8-ted-nelson-xanadu.html">(8): Ted Nelson: Xanadu</a><br/>
</p>
<hr>
<p>Die Mehrheit der Bürger ist im Internet, was allein schon ein unglaublicher Wandel ist, der da innerhalb von 10 bis 15 Jahren stattgefunden hat. Nicht wenige verdienen ihr Geld im oder durch das Internet. Dabei meinen die meisten, wenn sie vom Internet reden, gefühlt zu etwa 80% World Wide Web, zu 15% E-Mail und zu 5% Sonstiges, wie Instant Messaging, VoIP-Telefonie, IRC-Chat, Peer-to-Peer-Anwendungen usw. Für viele Menschen ohne tiefere Internet-Kenntnisse sind Internet und World Wide Web schlichtweg Synonyme. Denn erst durch das Web ist das Internet ein Massenmedium geworden. Dabei ist das Web jedoch kein ultrakomplexes Produkt, sondern ein griffiges Konzept, das im Kopf eines einzigen Mannes entstanden ist.</p>
<p><span style="font-weight:bold; font-size: 110%">Die Vorgeschichte</span></p>
<p><img style="float:left; margin:0 10px 10px 0;" src="http://bp2.blogger.com/_gqN3jllq1Qo/Rtnd0Tb2bII/AAAAAAAABBo/fXx0wGdlAo0/s400/timbernerslee.jpg" border="0" alt="Tim Berners-Lee" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5105355543241190530" /> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tim_Berners-Lee">Tim Berners-Lee</a> (<a href="http://www.w3.org/People/Berners-Lee/">persönliche Homepage beim W3-Konsortium</a>, <a href="http://dig.csail.mit.edu/breadcrumbs/blog/4">persönliches Weblog</a>) ist ein bescheidener Zeitgenosse geblieben, obwohl seine kulturgeschichtliche Bedeutung immer wieder mit derjenigen von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Gutenberg">Johannes Gutenberg</a> verglichen wird, und obwohl er als britischer Landsmann im Jahre 2004 von Queen Elizabeth II <a href="http://www.w3.org/2004/07/timbl_congratulations">zum Ritter geschlagen</a> wurde. Der 1955 geborene Berners-Lee studierte Physik in Oxford und gelangte 1984 zum europäischen Kernforschungszentrum <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/CERN">CERN</a> in Genf. wo er 1980 erstmals als Software-Consultant tätig gewesen war.</p>
<p>Bereits Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre war Berners-Lee besessen von der Idee einer Software, die alles mit allem verknüpft. Die Idee selbst war ja dank Persönlichkeiten wie <a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/07/hypertext-7.html">Vannevar Bush</a> oder <a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/08/hypertext-8-ted-nelson-xanadu.html">Ted Nelson</a> nicht mehr neu. Doch in der Zeit, von der hier die Rede ist, war es alles andere als selbstverständlich, dass jemand wie Berners-Lee sich mal eben mit der bisherigen Hypertextgeschichte auseinandersetzen und auf vorhandenen Konzepten aufsetzen konnte. Das, was dazu nötig gewesen wäre, gab es einfach noch nicht: nämlich weltweit vernetzte, sofort verfügbare Information. Außerdem wurde Nelsons Terminus <var>Hypertext</var> erst Ende der 80er Jahre zu einem zumindest in der Wissenschaft verbreiteten Begriff.</p>
<p>Berners-Lee experimentierte zunächst mit einer selbst geschriebenen Software namens <var>Enquire</var> (to enquire = erkundigen, nachfragen, erforschen), die er bei seinem ersten CERN-Consulting 1980 konzipiert hatte. Er nutzte Enquire, um alles zu vernetzten, was er an persönlichen Daten und Dokumenten hatte: Adressen, Notizen usw. Enquire war ein lokal ausgerichteter Hypertext-Interpreter. Er erlaubte Links innerhalb eines Dateisystems und Links zu definierten Ankern innerhalb einer Datei, später auch zu Zielen jenseits des lokelen Dateisystems. Seine Informationen speicherte er in einer einzelnen Datenbankdatei. Doch damit war Berners-Lee auf die Dauer nicht zufrieden. Er wollte keine Hypertext-Software-Lösung für Einzelbenutzer oder geschlossene Arbeitsgruppen, sondern eine globale Lösung, ein dezentral auf beliebig weit entfernte, leitungsverbundene Rechner verteilbares Hypertext-System, das nicht aus einer Zentraldatenbank bestand. So kam Berners-Lee auf die Idee, seine Hypertext-Idee als Dienst für das Internet zu konzipieren.</p>
<p><span style="font-weight:bold; font-size: 110%; clear: left">Die Säulen des Web</span></p>
<p>Die meisten Internet-Dienste sind client-server-orientiert. Benutzer, die den Dienst nutzen wollen, verwenden einen Dienste-Client. Der Dienste-Client ermöglicht es, eine Anfrage in der diensteigenen Protokollsprache an einen anderen Rechner im Internet zu richten (Internet-Dienste werden durch sogenannte Portnummern unterschieden). Wenn auf dem angewählten Rechner ein entsprechender Dienste-Server läuft, bekommt dieser die protokolleigene Anfrage über die vereinbarte Portnummer zugewiesen, kann sie auswerten und entsprechend reagieren, z.B. durch Senden angeforderter Daten. Nach diesem Muster konzipierte Berners-Lee auch das World Wide Web. Wer Informationen auf einem Internet-Rechner anbieten wollte, benötigte einen dienste-spezifischen Server, in diesem Fall einen Webserver. Wer solche Informationen abrufen wollte, benötigte hingegen einen Web-Client. Berners-Lee entwickelte folgende zentrale Komponenten des Webs:</p>
<ul>
<li>einen Dienste-Server für den neuen Dienst World Wide Web, also einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Webserver">Webserver</a>,</li>
<li>einen entsprechenden Dienste-Client, also einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Webbrowser">Web-Browser</a>,</li>
<li>ein Dienste-Protokoll, das sogenannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hypertext_Transfer_Protocol">Hypertext Transfer Protocol (HTTP)</a>,</li>
<li>eine Standardauszeichnungssprache für Web-Dokumente, die sogenannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hypertext_Markup_Language">Hypertext Markup Language (HTML)</a>,</li>
<li>ein Adressierungsschema, mit dessen Hilfe Links auf beliebige Dokumente oder darin enthaltene Anker auf beliebigen Webservern verweisen können, das Schema der sogenannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uniform_Resource_Identifier">Uniform Resource Identifiers (URIs)</a>.</li>
</ul>
<p>Nachdem die ersten Fassungen des Webservers und des HTTP-Protokolls zur Verfügung standen, konnte der erste Web-Browser zum Einsatz kommen. Es war ein reiner Zeilen-Browser für eine nichtgrafische Oberfläche. Auf Unix-Systemen war er typischerweise unter <var>/usr/local/bin/www</var> aufrufbar. Er benutzte eine zum Programmumfang gehörende Datei namens <var>default.html</var> als voreingestellte Startseite.</p>
<p><img src="http://bp0.blogger.com/_gqN3jllq1Qo/RtnCKzb2bHI/AAAAAAAABBg/wSSUb19NC88/s400/veryfirstbrowser.gif" border="0" alt="Screenshot von Tim Berners-Lee's Original-WorldWideWeb-Browser für Textoberflächen" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5105325143462669426" /><br/>
<small>Screenshot von Tim Berners-Lee's Original-WorldWideWeb-Browser für Textoberflächen<br/>
Original siehe <a href="http://info.cern.ch/LMBrowser.html">http://info.cern.ch/LMBrowser.html</a></small></p>
<p>Der Browser für den Textmodus entsprach allerdings nicht Berners-Lee's Vorstellungen von der Zukunft von Hypertext. Anfang der 90er Jahre gewannen grafische Benutzeroberflächen immer mehr an Bedeutung. Berners-Lee selbst arbeitete bevorzugt mit NeXT-Rechnern, einem unix-basierten Edel-Betriebssystem von Apple-Gründer Steve Jobs. Der erste NeXT-Browser entsprach weitgehend dem, was Berners-Lee sich vorstellte:</p>
<p><img src="http://bp2.blogger.com/_gqN3jllq1Qo/Rtm7LTb2bGI/AAAAAAAABBY/mzberIQNzT4/s400/firstbrowser.gif" border="0" alt="Screenshot von Tim Berners-Lee's Original-WorldWideWeb-Browser" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5105317455471209570" /><br/>
<small>Screenshot von Tim Berners-Lee's Browser für NeXT-Computer<br/>
Original siehe <a href="http://info.cern.ch/NextBrowser.html">http://info.cern.ch/NextBrowser.html</a></small></p>
<p>Genauer betrachtet, dachte Berners-Lee nicht nur in den Kategorien Informationsangebot und Informationsnachfrage. Das Web sollte von Beginn an auch dazu dienen, das Anbieten von Information überhaupt zu ermöglichen. Der Web-Client, den Berners-Lee sich vorstellte, sollte nicht wie heute üblich ein reiner Browser sein, sondern ein Kombi aus Browser und Remote-Editor.</p>
<p>Auch etwas anderes ist an dem NeXT-Screenshot erkennbar: der Browser-Benutzer hatte die Möglichkeit, sich sein persönliches Stylesheet einzurichten. Für die Standardelemente der Original-HTML-Sprache konnte sich der Benutzer bequem einstellen, wie Elemente der entsprechenden Typen bei ihm erscheinen sollen. So hatten alle auf HTML basierenden Web-Dokumente für den Benutzer ein einheitliches Aussehen, das seinen persönlichen optischen Vorlieben entsprach. HTML selbst enthielt deshalb auch gar keine Sprachbestandteile für Formatierungen, abgesehen von primitiven Formatauszeichnungen wie Fettschrift oder Kursivschrift.</p>
<p><span style="font-weight:bold; font-size: 110%">Die Kommerzialisierung des Web</span></p>
<p>Die Kommerzialisierung des Web begann mit einem jungen Mann, der von der Idee des Webs fasziniert war, aber eher mit Dollarzeichen in den Augen und weniger im Dienste der Enzyklopädie des menschlichen Wissens: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marc_Andreessen">Marc Andreessen</a> entwickelte den ersten grafischen Web-Browser für bekanntere Benutzeroberflächen als NeXT. Sein Browser mit dem Namen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mosaic">Mosaic</a> avancierte binnen kürzester Zeit zum Volkswagen des Web, erhältlich unter anderem auch für Microsoft Windows. Es war jedoch ein reiner Browser ohne Editier-Funktionalität. Damit war die erste entscheidende Weiche gestellt: die erste große Besucherwelle im Web war beeindruckt davon, in einem einfachen Anwendungsfenster Dokumente aus aller Welt betrachten zu können, die auch noch untereinander vernetzt waren, sodass man nicht viel mehr können musste als auf Links zu klicken. Doch den vielen tausend Menschen, die zwischen 1993 und 1994 durch Artikel in namhaften amerikanischen Zeitungen und Zeitschriften auf das Web aufmerksam wurden und das Glück eines Internetzugangs hatten, wurde durch den Mosaic-Browser auch vermittelt: da gibt es ein paar Gurus, die wissen, wie man Dokumente ins Web bringt, und von denen hängt letztlich ab, was im Web angeboten wird.</p>
<p>Nicht Berners-Lee, sondern Andreessen war es, durch dessen Software-Fenster die Welt das Web erblickte. Gemeinsam mit James H. Clark gründete er eine neue Firma namens <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Netscape_Communications_Corporation">Netscape</a>, die einen auf Mosaic basierenden Browser namens <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Netscape_Navigator">Netscape Navigator</a> entwickelte. Dieser Browser brach mit einem weiteren zentralen Konzept von Berners-Lee. Statt dem Benutzer zu überlassen, wie er Inhalte optisch dargestellt bekommen möchte, baute Netscape die HTML-Sprache munter und spontan zu einer bunten Formatiersprache aus. Autoren von Webseiten konnten plötzlich mit Hintergrundfarben, Hintergrundbildern, bunten und veränderlich großen Texten arbeiten, Informationen in mehrere Frame-Fenster verteilen und mit einer kleinen Scriptsprache namens JavaScript allerlei Unfug treiben. Dier Beruf des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Webdesigner">Webdesigners</a> war geboren (mittlerweile versteht man unter einem Webdesigner natürlich etwas anderes als jemanden, der Texte bunt macht und Benutzer mit kleinen trivialen dynamischen Effekten nervt).</p>
<p>Der Netscape-Browser hatte Mitte der 90er Jahre unter den Web-Browsern eine Marktdominanz wie heute etwa Google bei den Suchmaschinen. Es dauerte reichlich lange, bis der führende Welt-Software-Riese Microsoft bzw. sein Chef Bill Gates erkannten, dass da gerade ein Zug am Abfahren war. In einem gewaltigen Kraftakt versuchte Microsoft verschlafenes Know How aufzuholen. Ab 1997 bzw. Version 4 des hauseigenen Browsers <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Explorer">Internet Explorer</a> gewann Microsoft tatsächlich Oberwasser im Browser-Markt. Der Grund war jedoch, dass man den Browser einfach ins Betriebssystem Windows so fest integrierte, dass er bei jeder neuen Windows-Installation der Default-Web-Browser war. Die Konkurrenz strengte Prozesse gegen die Browser-Integration ins Betriebssystem an, doch ohne Erfolg. Der Internet-Explorer verdrängte den Netscape Navigator, doch an der Marschrichtung änderte sich nichts. Web-Browser wurden als Fenster in ein kommerziell orientiertes Web konzipiert. Ohne Editiermöglichkeit, realisiert als möglichst ausgereifte und fehlertolerante Sklaven für die optischen Vorstellungen von Webdesignern und ausgerüstet mit proprietären Techniken für neuere, vor allem kommerziell interessante Nutzungsmöglichkeiten. Die Wunsch-Software der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dotcom-Blase">Dotcom-Blase</a>.</p>
<p>Tim Berners-Lee berichtet in seiner Biographie (<a href="http://www.amazon.de/Weaving-Web-Original-Ultimate-Destiny/dp/006251587X">Weaving the web</a>, deutsche Übersetzung: <a href="http://www.amazon.de/Web-Report-Tim-Berners-Lee/dp/3430114683">Der Web-Report</a>) über Begegnungen mit Marc Andreessen. Daraus geht deutlich die Abneigung hervor, die Berners-Lee gegen Andreessens Abkehr von den ursprünglichen Browser-Editor-Vorstellungen und die Anbiederung an die Kommerzwelt hegte. Die Blütezeit der Dotcom-Welle muss für Berners-Lee eine sehr ambivalente Erfahrung gewesen sein: einerseits hatte sein World Wide Web tatsächlich die Welt erobert. Doch andererseits hatte sich das Web in eine vorherrschende Richtung entwickelt, die nicht mehr viel mit den ursprünglichen Vorstellungen von der freien Informationsvernetzung zu tun hatte.</p>
<p><span style="font-weight:bold; font-size: 110%">Web 1.0 — Web 2.0</span></p>
<p>Nicht weniger problematisch ist allerdings das Verhältnis zwischen Tim Berners-Lee und dem, was sich mittlerweile selbst allerortens als Web 2.0 feiert. Denn eigentlich wirkt vieles von dem, was zu den Kern-Features von Web 2.0 gehört (mehr Editiermöglichkeiten für Benutzer, Techniken für intensivere Informationsvernetzung), wie ein Versuch, nachträglich das zu realisieren, was eigentlich das Web des Tim Berners-Lee hätte werden sollen. Andererseits muss es Berners-Lee schmerzen, wenn die Web-2.0-Bewegung von einem falschen Erstzustand des Web ausgeht. Denn das, was diese als das rein konsumorientierte, für passive Benutzer konzipierte Web 1.0 bezeichnet, war eben nicht aber das ursprüngliche Web von Tim Berners-Lee, sondern das Web von Marc Andreessen und Bill Gates. In einem Podcast-Interview (<a href="http://www-128.ibm.com/developerworks/podcast/dwi/cm-int082206.txt">Textmitschrift in Auszügen</a> oder <a href="http://www-128.ibm.com/developerworks/podcast/dwi/cm-int082206.mp3">Original-MP3-Podcast (ca. 17 MByte, ca. 25 Minuten)</a> — beides in Englisch) äußert sich Berners-Lee auf diesem Hintergrund sehr kritisch über den Web-2.0-Hype.</p>
<p>Was die Web-2.0-Szene indessen erkannt hat, ist die richtige Mischung für eine produktive Web-Atmosphäre. Sie besteht vorwiegend aus OpenSource und OpenContent, gepaart mit der freiwilligen Energie von Social Networking und nicht-marktschreierischem Unternehmergeist. Das Web ist auch kein reines Wissenschaftsnetz mehr wie in den anfänglichen Vorstellungen von Berners-Lee. Es integriert vielmehr Menschen unterschiedlichster Kulturen und Bildungsschichten, Experten und Dummies, von denen quer durch alle Bänke ein Teil auch aktiv an den Inhalten des Webs mitwirkt. Die von Berners-Lee angedachte Web-Client-Software alleine könnte das Web in heutiger Zeit nicht mehr voranbringen. Denn das Web besteht nur noch zu einem Teil aus Dokumenten im herkömmlichen Sinn. Zum anderen, immer größer werdenden Teil besteht es aus Anwendungen und aus Multimedia. Einflussreiche Webanwendungen wie Google Maps, Wikipedia oder große Blogger-Plattformen verändern das Web und das darin enthaltene Hypertext-Potential nachhaltig. So kann man heute nicht mehr nur auf Dokumente und vielleicht noch auf Mailadressen verlinken, sondern auch auf Geo-Koordinaten und Newsfeeds. Fehlende Hypertext-Features im Web, wie etwa ein stabiles Versionensystem bei Dokumenten oder bidirektionale Links, werden ebenfalls auf Ebene der Webanwendungen ausgeglichen, nämlich durch Features wie Permalinks oder Trackback-Funktionalität. Dazu kommt der stetig wachsende Anteil an Multimedia, der sich zwar derzeit noch stark auf einzelne Plattformen wie YouTube oder MyVideo konzentriert, die jedoch zu den meistbesuchtesten im Web gehören.</p>
<p>Berners-Lee hat das Web in weiser Voraussicht software-unabhängig konzipiert. Für die Ausformung der notwendigen technischen Standards hat sich das W3-Konsortium gegen proprietäre Herstellerinteressen durchgesetzt. Damit ist das Web ein eigentlich erstaunlich stabiles Fundament für weltweiten Hypertext. Hohe Nutzerzahlen und ein unter Webentwicklern und Webdesignern wachsendes Bewusstsein für Standardkonformität sorgen für weitere Stabilität. Unter den Ansätzen für globalen Hypertext ist das Web der erste und einzige, der bislang zum Erfolg geführt hat. Der Vergleich zur Kulturtechnik des Buches ist angesichts der Bedeutung des Webs alles andere als abwegig. Absehbar ist auch, dass das Web nicht nur den herkömmlichen Printmedien-Markt verändert. Schon längst hat es den Tonträgermarkt verändert, und ebenso wird es auch die Rundfunk- und Fernsehlandschaft verändern. Printmedien, Tonträger, Rundfunk und Fernsehen in herkömmlicher Form werden in bestimmte Nischen (Liebhaber, Outdoor usw.) gedrängt. Der bezahlbare Medienstandard wird dagegen das Web sein, zugänglich über Breitband-Flatrate. Der Umgang mit Hypertext wird dadurch so selbstverständlich, wie es einst das Umblättern von Seiten oder das Einlegen von Cassetten war.</p>
<div class="box"><p>Diskussionen zu diesem Eintrag im Webkompetenz-Forum:<br>
<a href="http://groups.google.com/group/webkompetenz/t/c82454b2714fa97d">Zum Blog-Eintrag: Hypertext (9): Tim Berners Lee: World Wide Web</a></p></div>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-78503691462520743822007-08-30T13:10:00.000+01:002007-08-30T20:08:02.917+01:00Tiefen-Blogging oder die Autorität des Autors<p>In einem lesenswerten Blog-Beitrag mit dem Titel <a href="http://sommergut.de/wp/archives/001362.shtml">Der Trend zum Tiefen-Blogger</a> greift Wolfgang Sommergut ein Thema auf, mit dem sich viele Blogger einmal beschäftigen sollten. Der Beitrag schlägt eigentlich in die gleiche Kerbe wie unser früherer Beitrag <a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/06/blogs-als-parasiten.html">Blogs als Parasiten</a>. Jeder Blogger wünscht sich ein gut mit Beiträgen gefülltes Blog. Viele neigen jedoch dazu, Beiträge eher beiläufig und ohne besonderen redaktionellen Aufwand zu posten. Sie führen im Grunde ein öffentliches Notizbuch, in dem sie Gedanken, Bemerkungen, Reviews, Links und aufgeschnappte News ansammeln. Die Beiträge sind meist kurz, nicht selten telegrammstilartig und in der Regel nicht sehr sorgfältig ausformuliert. Das ist bei heruntergeschraubtem literarischem Anspruch allerdings noch vergleichsweise spannend, verglichen mit den vielen Blogbeiträgen, deren Inhalte lediglich aus anderen Quellen zusammenkopiert sind, oder die nur von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Content-Syndication">Content-Syndication</a>-Scripts automatisch generierte Ware darstellen.</p>
<p>Wolfgang Sommergut sieht einen neuen Trend in der Blogosphäre: immer mehr Blogger vermeiden den Selbstanspruch, im Alleingang ein komplettes News-Organ anbieten zu wollen. Stattdessen wird das Blog lieber benutzt, um „wertige“ Artikel anzusammeln, die auch nicht im Stundentakt erscheinen müssen. Ein wichtiger, diskussionsauslösender Beitrag zu dieser Thematik ist sicherlich der Anfang Juli 2007 erschienene Beitrag <a href="http://www.useit.com/alertbox/articles-not-blogs.html">Write Articles, Not Blog Postings</a> von Altmeister <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Nielsen">Jakob Nielsen</a>. Nielsen fordert von einem Blogger, dass dieser in irgendeiner Disziplin, auf irgendeinem Gebiet der Beste sein sollte, einer, der seinen Bereich besser durchdringt als alle anderen, der darin souverän Akzente setzen kann und dem „man“, also die Masse, eine Führungsrolle auf seinem Gebiet zuerkennt. Denn egal ob menschliche Leser oder täuschungserfahrene Suchmaschinen-Spider: sie sind auf der Suche nach originärem Content, also nach dem, was nur ein richtiger <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Autor">Autor</a> erschaffen kann.</p>
<p>Gerade der wohl bekannteste Viel-Poster der deutschsprachigen Blogosphäre, <a href="http://www.basicthinking.de/blog/">Robert Basic</a>, wird von Wolfgang Sommergut als Beispiel-Kandidaten für den Trend oder zumindest den Wunsch nach mehr inhaltlicher Tiefe angeführt. Mit seinem Beitrag <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/07/27/tiefe-und-bloggen/">Tiefe und Bloggen</a>, der Ende Juli 2007 erschien, erweckt Robert tatsächlich den Eindruck, als ob er der typischen Oberflächlichkeit eines gewöhnlichen Blogs ziemlich überdrüssig sei. Er träumt von einem Webprojekt, das irgendwo zwischen Blog, Wiki und statischer Dokumentation angesiedelt ist, und dessen Inhalt eine fachlich fundierte, zusammenhängende Vermittlung der Materie rund ums Web 2.0 ist. Eine Art SELFHTML also für das Know How jenseits der Web-Basistechnologien, realisiert auf einer hochgradig produktiven Webanwendung, die zwanglos chronologisches Publizieren mit gründlich systematischem Publizieren zwanglos und gründlich vereint ;-)</p>
<p>Doch verläuft der Trend zu mehr inhaltlichem Tiefgang nicht konträr zur Philosophie von Web 2.0? Schließlich wird dort allenthalben <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/User_Generated_Content">User generated Content</a> propagiert. Die Antwort lautet: Nein. Der Widerspruch löst sich, wenn man bedenkt, dass User generated Content etwas anderes ist als reine Interaktion mit anderen Benutzern. User generated Content steht für spontan mögliches Publizieren im Web, nicht für das Gebrabbel, Dampfgeplauder und Gezänk in manchen Diskussionsforen oder Kommentarschlachten. Auch wenn er über Web-Formulare eingespeist wurde, so ist es doch Content, wobei man darunter durchaus wieder das verstehen darf, was wir zuvor als originären, autoren-orientierten Content bezeichnet haben. Könnte man also die Prognose wagen, dass der Trend zu mehr Tiefgang auch den User generated Content erfassen wird? Unsere Antwort lautet: Ja. Die immer weiter wachsenden Qualitätsansprüche an Wikipedia-Autoren weisen deutlich in diese Richtung. Zwar muss man zwischen dem redaktionellem Anspruch eines Wikipedia-Artikels und dem eines Freizeitfreund-Profils auf einer Social-Networking-Plattform unterscheiden. Doch auch dort werden sich Profile und andere Inhalte durchsetzen, die nicht aus Unsicherheit woanders abgekupfert wurden, sondern die Temperament und Persönlichkeit ihrer Urheber glaubhaft in Text und Multimedia übersetzen.</p>
<p>Man kann allerdings einwänden, dass es sich beim „Tiefen-Bloggen“ gar nicht um einen neuen Trend handelt, sondern einfach nur um einen alten Hut, der mal wieder neu entdeckt wurde. Schon immer wurde nach mehr Tiefgang gerufen, wenn das Gewässer zu seicht zu werden drohte. Und seicht wird es, wenn Wahrnehmung und Denken in spotlightartig Vordergründigem und wahllos Tagesaktuellem zu versacken drohen. Im Trend zum Tiefen-Blogging verbirgt sich also der Wunsch nach einer erklärenden Zusammenhänglichkeit, wie sie nur von einem Autor kraft seiner Autorität geschaffen werden kann.</p>
<div class="box"><p>Diskussionen zu diesem Eintrag im Webkompetenz-Forum:<br>
<a href="http://groups.google.com/group/webkompetenz/browse_thread/thread/02a8f8f413130116">Zum Blog-Eintrag: Tiefen-Blogging oder die Autorität des Autors </a></p></div>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-19316577646932534322007-08-28T14:30:00.000+01:002007-08-28T14:30:50.670+01:00Kuckstu hier: Google Maps jetzt auch als Inline-Frame<p>Wenn man schon im Impressum seiner Website seine Adresse angeben muss, kann man das ja auch gleich stilvoll tun, indem man einen passenden Kartenausschnitt präsentiert. Bislang war das immer eine Angelegenheit, die grafische Zusatzarbeiten erforderte und außerdem ganz leicht fremde Copyrights verletzte. Denn mal eben einen Screenshot von einem bei <a href="http://www.stadtplandienst.de/">stadtplandienst.de</a> oder ähnlichen Services angezeigten Stadtausschnittsplan anzupassen und als Grafik auf die eigene Website zu bringen sollte man aus urheberrechtlichen Gründen tunlichst vermeiden.</p>
<p>Die <a href="http://maps.google.de/intl/de/help/terms_maps.html">Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Google Maps</a> lesen sich zwar auch nicht wie eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Copyleft">Copyleft</a>-Lizenz, sind jedoch so gehalten, dass zumindest das direkte Verlinken von Originalkarten aus <a href="http://maps.google.de/maps">Google Maps</a> auf eigenen Webseiten nie einen Lizenzverstoß darstellte. Ganz im Gegenteil wurde diese Möglichkeit von Google sogar aktiv unterstützt. So gab es immer schon zu jedem angezeigten Google-Maps-Kartenausschnitt den Link <var>URL zu dieser Seite</var>, der das Kopieren einer URL ermöglichte, die genau den angezeigten Kartenausschnitt direkt aufrufbar macht. Sehr praktisch für Bookmarks, oder zur Verwendung in E-Mails oder auf eigenen Webseiten, um einen dort genannten Ort zu kennzeichnen</p>
<p>Klickt man <var>URL zu dieser Seite</var> an, bietet der dabei ausgelöste Popup-Layer mittlerweile jedoch noch eine neue Funktion an: den HTML-Code zum Einbetten des Kartenausschnitts in einen Inline-Frame:</p>
<p><img src="http://bp0.blogger.com/_gqN3jllq1Qo/RtQQuDb2bFI/AAAAAAAABBQ/JMZbKbMGhyg/s400/googlemapsiframe1.gif" border="0" alt="Screenshot Google Maps" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5103722661099760722" /><br />
<small>Screenshot Google Maps</small></p>
<p>In einer zusätzlich aufrufbaren Vorschau kann man Größe und Aussehen des Inline-Frames noch weiter den eigenen Wünschen anpassen. Wer über entsprechende HTML/CSS-Kenntnisse verfügt, kann natürlich auch seine eigenen Vorstellungen im Quelltext verwirklichen. Hier ein Beispiel, wie so etwas hinterher auf einer eigenen Webseite aussehen könnte:</p>
<p><iframe width="95%" height="300" frameborder="no" scrolling="no" marginheight="0" marginwidth="0" style="border: solid 6px rgb(195,217,255); -moz-border-radius: 6px" src="http://maps.google.de/maps?q=Dorotheenstra%C3%9Fe+84,+10117+Berlin&ie=UTF8&om=1&s=AARTsJpTBbyW_tifyvpBxE0OBXm6zIut0w&ll=52.524264,13.387957&spn=0.018278,0.036478&z=14&iwloc=addr&output=embed"></iframe></p>
<p>Der HTML-Code dazu:</p>
<pre>
<iframe width="95%" height="300" frameborder="no" scrolling="no"
marginheight="0" marginwidth="0"
style="border: solid 6px rgb(195,217,255); -moz-border-radius: 6px"
src="http://maps.google.de/maps?q=Dorotheenstra%C3%9Fe+84,+10117+Berlin&ie=UTF8&om=1
&s=AARTsJpTBbyW_tifyvpBxE0OBXm6zIut0w&ll=52.524264,13.387957
&spn=0.018278,0.036478&z=14&iwloc=addr&output=embed">
</iframe>
</pre>
<p>Der Kartenausschnitt bietet dank der Einbettung als Inline-Frame die Originalfunktionalität von Google Maps. So kann man den Kartenausschnitt mit der Maus ändern und zoomen. Ein Klick auf die in der Sprechblase angezeigten Adresse öffnet den Kartenausschnitt im gesamten Browserfenster.</p>
<p>Das Einbetten einer Google-Maps-URL in einem Inline-Frame war natürlich auch schon früher möglich. Jedoch wurde dann einfach die entsprechende Google-Maps-Seite eingebunden, mitsamt aller Navigationsbereiche. Die jetzt von Google angebotene Möglichkeit lädt dagegen nur den reinen Kartenausschnitt in den Inline-Frame. Ein Ärgernis für HTML-Puristen bleibt natürlich das ganze Thema Frames. Verwendet man im HTML-Code einen Inline-Frame, kann man für betroffene Webseiten keinen der empfohlenen HTML-Standards (HTML 4.01 strict, XHTML 1.0 strict) mehr anwenden. Doch das ist letztlich ein Problem der nicht mehr praxisgerechten HTML/XHTML-Spezifikation: während klassische Framesets tatsächlich langsam am Aussterben sind, nimmt die Bedeutung von Inline-Frames immer weiter zu. Gerade im Web-2.0-Bereich finden sich häufig Inline-Frames. Trost für wackelnde Puristen: in HTML 5 (<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/08/html-5-reift-nun-auf-w3c-server.html">wir berichteten</a>) wird das iframe-Element zum empfohlenen Standard gehören.</p>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-62747901718816638972007-08-27T11:32:00.000+01:002007-08-27T10:37:59.564+01:00Tutorial: Ajax (9)<p>siehe auch:<br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/04/tutorial-ajax-1.html">(1): Was ist Ajax?</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/04/tutorial-ajax-2.html">(2): Warum heißt Ajax so? Wo kann ich Ajax in Aktion sehen?</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/04/tutorial-ajax-3.html">(3): Worin besteht die Ajax-Schnittstelle? Wie wird Ajax standardisiert?</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/05/tutorial-ajax-4.html">(4): Welche Nachteile hat Ajax? Wie sicher ist Ajax?</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/05/tutorial-ajax-5.html">(5): Ein einfacher Ajax-Kernel</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/06/tutorial-ajax-6.html">(6): Eigenschaften und Methoden des XMLHTTPRequest-Objekts</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/06/tutorial-ajax-7.html">(7): Ajax-Beispiel: Formularüberprüfung</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/07/tutorial-ajax-8.html">(8): Ajax-Beispiel: Tabellensortierung</a><br/>
</p>
<hr>
<p>Dies ist der letzte Teil des Ajax-Tutorials!</p>
<div class="box"><p>Das Ajax-Tutorial downloaden:<br/>
<a href="http://groups.google.com/group/webkompetenz/web/Ajax.pdf">http://groups.google.com/group/webkompetenz/web/Ajax.pdf</a> (ca. 388 KByte)</p>
<p>PDF-Reader erforderlich!</p></div>
<p><span style="font-weight:bold; font-size: 110%">Ajax-Bibliotheken und Frameworks</span></p>
<p>Tausendfach bewährter Code ist immer sicherer als neu erstellter. Deshalb gehört es in
der Programmierung zum guten Ton, im Zweifelsfall auf vorhandenen Code zurückzugreifen.
Zu diesem Zweck gibt es Code-Bibliotheken. Je mehr Fälle solche Code-Bibliotheken
abdecken, desto bestimmender werden sie für die Anwendungsprogrammierung. Bei
umfassenden Code-Bibliotheken spricht man deshalb auch von Frameworks.</p>
<p>Wenn Sie Ajax nur an einer oder wenigen Stellen benötigen, sind eigene Scripts meist
performanter und übersichtlicher. Wenn Sie jedoch planen, eine Ajax-intensive Webanwendung
zu entwickeln, lohnt sich der Aufwand, sich in das „Bedienen“ eines Frameworks
einzuarbeiten.</p>
<p>Nachfolgend ausgewählte Produkte laufen unter OpenSource-Lizenzen (Details sind den
jeweiligen Websites zu entnehmen). Es handelt sich nicht nur um reine Ajax-Bibliotheken,
sondern um Bibliotheken, die in der Regel auch andere client-seitige Scriptaufgaben mit
übernehmen, wie Event-Handling, DOM-Zugriffe oder Dialogelemente wie Menüs, Listen
usw. Die Frameworks sind in aller Regel gut dokumentiert, da der Erfolg eines Frameworks
letztlich daran hängt, wie leicht der Zugang dazu fällt.</p>
<ul>
<li><span style="font-weight:bold;">Dojo:</span><br/>
<a href="http://www.dojotoolkit.org/">http://www.dojotoolkit.org/</a><br/>
Sehr umfangreiches Framework zur Erstellung anspruchsvoller Webanwendungen,
aber auch für speziellere Aufgaben wie XML-Parser, SVG-Grafik-Umsetzung,
Validierung von Internetadressen, Widget-Builder und vieles mehr. Eine spezielle Ajax-
Edition von Dojo wird angeboten.</li>
<li><span style="font-weight:bold;">jQuery:</span><br/>
<a href="http://jquery.com/">http://jquery.com/</a><br/>
Framework, das konsequent die JavaScript-Objektstruktur erweitert und besonders den
gesamten DOM-Bereich für Programmierer vereinfachen will. Enthält auch ein leistungsfähiges
Ajax-Modul für alle HTTP-Methoden.</li>
<li><span style="font-weight:bold;">Prototype:</span><br/>
<a href="http://prototype.conio.net/">http://prototype.conio.net/</a><br/>
Objektorientierte Bibliothek für Bereiche wie DOM-Zugriffe, Event-Handling, Formularkontrolle
und eben auch Ajax. Bei Ajax werden alle HTTP-Methoden für Requests unterstützt.
Auch für dynamische periodische Aufrufe, wie im Zusammenhang mit dem
web-basierten Chat von Fritz Weisshart beschrieben, werden unterstützt.</li>
<li><span style="font-weight:bold;">Qooxdoo:</span><br/>
<a href="http://qooxdoo.org/">http://qooxdoo.org/</a><br/>
Auf die Entwicklung von web-basierten, Ajax-unterstützten Anwendungen spezialisierte
JavaScript-Bibliothek.</li>
</ul>
<p>Abschließend noch einige ausgewählte Webadressen, die sich mit Ajax näher befassen.</p>
<p><span style="font-weight:bold; font-size: 110%">Offizielle Quellen</span></p>
<ul>
<li><span style="font-weight:bold;">W3-Konsortium: Spezifikation des XML-HTTP-Request-Objekts</span><br/>
<a href="http://www.w3.org/TR/XMLHttpRequest/">http://www.w3.org/TR/XMLHttpRequest/</a><br/>
Maßgeblich dafür, wie das für Ajax verantwortliche XML-HTTP-Objekt in Browsern implementiert sein sollte.</li>
</ul>
<p><span style="font-weight:bold; font-size: 110%">Deutschsprachige Quellen</span></p>
<ul>
<li><span style="font-weight:bold;">AJAX: Getting started</span><br/>
<a href="http://developer.mozilla.org/de/docs/AJAX:Getting_Started">http://developer.mozilla.org/de/docs/AJAX:Getting_Started</a><br/>
Einführendes Tutorial von der Mozilla-Foundation.</li>
<li><span style="font-weight:bold;">Ajax Tutorial: Eine Einführung in Ajax</span><br/>
<a href="http://www.admin-wissen.de/tutorials/eigene-tutorials/webentwicklung/ajax-tutorial/">http://www.admin-wissen.de/tutorials/eigene-tutorials/webentwicklung/ajax-tutorial/</a><br/>
Überschaubare, aber gründliche Einführung, die auch Themen wie JSON (JavaScript Object Notation) berücksichtigt.</li>
<li><span style="font-weight:bold;">AJAX - Frische Ansätze für das Web-Design</span><br/>
<a href="http://www.teialehrbuch.de/Kostenlose-Kurse/AJAX/">http://www.teialehrbuch.de/Kostenlose-Kurse/AJAX/</a><br/>
Webumsetzung eines Lehrbuchs zu Ajax.</li>
<li><span style="font-weight:bold;">JavaScript und AJAX</span><br/>
<a href="http://www.galileocomputing.de/openbook/javascript_ajax/">http://www.galileocomputing.de/openbook/javascript_ajax/</a><br/>
Webumsetzung des bei Galileo-Openbook erschienen Werks von von Christian Wenz, das unter anderem ein Ajax-Kapitel enthält.</li>
<li><span style="font-weight:bold;">Ajax-Artikel bei Wikipedia</span><br/>
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ajax_%28Programmierung%29">http://de.wikipedia.org/wiki/Ajax_%28Programmierung%29</a><br/>
Ausführlicher Artikel, der sich vor allem mit der Einordnung und Bewertung von Ajax befasst.</li>
</ul>
<p><span style="font-weight:bold; font-size: 110%">Internationale Quellen</span></p>
<ul>
<li><span style="font-weight:bold;">AJAX: Getting started</span><br/>
<a href="http://developer.mozilla.org/en/docs/AJAX:Getting_Started">http://developer.mozilla.org/en/docs/AJAX:Getting_Started</a><br/>
Einführendes Tutorial von der Mozilla-Foundation.</li>
<li><span style="font-weight:bold;">Mastering Ajax</span><br/>
<a href="http://www.ibm.com/developerworks/views/web/libraryview.jsp?search_by=Mastering+Ajax">http://www.ibm.com/developerworks/views/web/libraryview.jsp?search_by=Mastering+Ajax</a><br/>
Ajax-Einführung von innerhalb der IBM Technical Library.</li>
<li><span style="font-weight:bold;">AJAX World</span><br/>
<a href="http://groups.google.com/group/ajax-world">http://groups.google.com/group/ajax-world</a><br/>
Google-Diskussionsgruppe zum Thema Ajax.</li>
<li><span style="font-weight:bold;">u W3Schools: Ajax</span><br/>
<a href="http://www.w3schools.com/ajax/">http://www.w3schools.com/ajax/</a><br/>
Ajax-Einführung der bewährten Site von W3Schools.</li>
</ul>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-67494865913172608832007-08-09T20:42:00.000+01:002007-08-09T21:44:59.127+01:00Kleine Sommerferien<p>Das Webkompetenz-Blog wird für ca. zwei Wochen Ferien machen und keine neuen Einträge erhalten. Für Leseratten deshalb noch ein paar Tipps:</p>
<ul>
<li><span style="font-weight:bold;"><a href="http://pookerart.de/wordpress/?p=9">Webstandards und Kundenansprache</a></span><br/>
Blog-Beitrag von Nils Pooker. Argumente, wie ein Kunde davon überzeugt werden kann, barrierefreie und standardkonforme Webseiten erstellen zu lassen.</li>
<li><span style="font-weight:bold;"><a href="http://www.code-sucks.com/css%20layouts/fixed-width-css-layouts/">Fixed Width CSS Layouts</a></span><br/>
Frei verfügbare CSS-Layouts, systematisch sortiert nach Anzahl Spalten, Header/Footer ja/ein usw. Hier: nur Layouts mit fixen Breiten!</li>
<li><span style="font-weight:bold;"><a href="http://www.wired.com/wired/archive/3.06/xanadu.html?person=ted_nelson&topic_set=wiredpeople/">The Curse of Xanadu</a></span><br/>
Ausführlicher Artikel (englisch) über Ted Nelsons Xanadu-Projekt und seiner Passion (siehe auch <a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/08/hypertext-8-ted-nelson-xanadu.html">unser Beitrag</a>)</li>
<li><span style="font-weight:bold;"><a href="http://www.netzwelt.de/news/75938-verkehrte-netzwelt-kein-pardon-im.html">Verkehrte Netzwelt: Kein Pardon im Web 2.0</a></span><br/>
Artikel von Benjamin Schnitzler über das Verhalten von Usern in Foren und anderen Kommunikationsorten im Netz.</li>
<li><span style="font-weight:bold;"><a href="http://a9808903.twoday.net/stories/3027702/">Bloggen und Hypertext</a></span><br/>
Claudia Brandstetter über Lesen am Bildschirm, Assoziation und Vernetzung und die Herausforderung beim Schreiben von Hypertext.</li>
</ul>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-87339754054130323312007-08-07T08:17:00.000+01:002007-08-07T07:22:52.245+01:00HTML-5 reift nun auf W3C-Server<p><a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/05/neues-von-der-zukunft-von-html.html">Wie berichtet</a>, ist die Geschichte von HTML mittlerweile doch nicht mehr nur die Vorgeschichte von XHTML, sondern geht ihre eigenen Wege weiter. Das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/W3-Konsortium">W3-Konsortium</a>, hat, um eine Spaltung bei der Standardisierung der Basis-Sprache von Webseiten zu vermeiden, in letzter Zeit eine ungewöhnliche Eile an den Tag gelegt. Als Ergebnis davon ist nun unter der Adresse <a href="http://www.w3.org/html/wg/html5/">http://www.w3.org/html/wg/html5/</a> ein Frühstadium der geplanten neuen HTML-Version 5 zu sehen. Genaugenommen befindet sich das Dokument noch nicht mal im Working-Draft-Zustand, weshalb es als „W3C Editor's Draft“ ausgegeben wird, eine Art Vorab-Working-Draft.</p>
<p>Die ersten Abschnitte des Dokuments lassen deutlich das Tauziehen der letzten Monate erkennen. Eine mühsame Koalition mit der <a href="http://www.whatwg.org/">WHATWG</a> soll das Dokument voranbringen. Immerhin können Interessierte dort mal schön auf einen Blick sehen, was an Neuerungen geplant ist. Web-Entwickler dürfen sich auf neue HTML-Elemente freuen wie <code>nav</code> (für Navigationsleisten), <code>article</code> (z.B. für News- oder Blog-Beiträge), <code>aside</code> (für Marginalspalten oder abgesetzte Kästen, die vom Haupttext getrennt sind, aber einen Bezug darin haben), <code>header</code> und <code>footer</code> (für Kopf- und Fußbereiche von Webseiten), diverse spezialisierte Multimedia-Elemente wie <code>figure</code>, <code>audio</code>, <code>video</code>, <code>source</code> und <code>canvas</code>. Alles Neuerungen, die aus der Wunschkiste der Praktiker kommen. Sogar alte, längst verstoßene Bekannte wie <code>embed</code> und <code>iframe</code> sind wieder mit von der Partie, weil sie in der Praxis nie totzukriegen waren. Mit Spannung verfolgt werden darf auch die neue Abteilung für interaktive Elemente, zu denen Neuerungen wie <code>details</code>, <code>datagrid</code> oder <code>command</code> gehören. Diese Elemente sollen vor allem Standardaufgaben bei Webanwendungen so beschreibbar machen, dass kein zusätzliches Scripting mehr dafür nötig ist.</p>
<p>HTML 5 gibt also das mit XHTML 2 verfolgte Konzept der Elementreduzierung auf. Stattdessen soll eine ganze Reihe neuer Elemente und Attribute für mehr semantische Eindeutigkeit auf Webseiten sorgen. Eine Botschaft, die in der Praxis ankommt! Doch wie lange wird das Dokument auf dem W3-Server wohl noch reifen müssen, bis es den ersehnten Status einer offiziellen Recommendation (Empfehlung) haben wird, die dann auch für Browser-Anbieter zuverlässig gilt? Glaubt man dem <a href="http://www.w3.org/html/wg/#sched">Schedule of Deliverables</a> der HTML-Arbeitsgruppe des W3C, soll die Empfehlung 2010 fertig sein. Da regt sich doch schon wieder Ärger an der Basis: ist denn der Review-Prozess tatsächlich nicht schneller durchführbar? Müssen dazu wirklich drei weitere Jahre vergehen?</p>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-36404073703827647912007-08-06T21:30:00.000+01:002007-08-09T21:35:18.911+01:00Hypertext (8): Ted Nelson: Xanadu<p>siehe auch:<br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/03/hypertext-1-text-und-linearitt.html">(1): Text und Linearität</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/04/hypertext-2-computer-und-hypertext.html">(2): Computer und Hypertext</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/04/hypertext-3-inhaltseinheiten-und.html">(3): Inhaltseinheiten und Verlinkung</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/05/hypertext-4-suchen-und-stbern.html">(4): Suchen und Stöbern</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/05/orientierungsmittel-fr-hypertext.html">(5): Orientierungsmittel für Hypertext</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/06/hypertext-6-hypertext-und.html">(6): Hypertext und Informationsaufnahme</a><br/>
<a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/07/hypertext-7.html">(7): Vannevar Bush: Memex</a><br/>
</p>
<hr>
<p><span style="font-weight:bold; font-size: 110%">Ted Nelson und der Begriff <span style="font-style:italic;">Hypertext</span></span></p>
<p>Der Ausdruck „Hypertext“ ist Ted Nelsons Verdienst. 1963 benutzte er den Ausdruck angeblich bereits, 1965 taucht das Wort erstmals schriftlich auf, und zwar in einem College-Zeitungsartikel zu einer Vorlesung von ihm, die den Titel „Computers, Creativity, and the Nature of the Written Word“ trug. Nachweisbare offizielle Literaturzitate sind allerdings jüngeren Datums. 1974 lässt Nelson ein Buch drucken mit dem programmatischen Titel „Dream Machines: New Freedoms through Computer Screens. A Minority Report (1974)“. In dem 1987 bei Microsoft Press nachgedruckten Werk konkretisiert Nelson seine Vorstellungen von Hypertext. Der wesentliche Aspekt ist für ihn, dass Hypertext von den Zwängen des sequentiellen Mediums Papier befreit: <cite>"By Hypertext i simply mean non-sequential writing; a body of written or pictorial material interconnected in such a complex way that it could not be presented or represented on paper. Hypertext is the generic term for any text, which cannot be printed."</cite> (Ausgabe 1987, S. 1/17).</p>
<p>Obwohl Nelson sich bewusst an <a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/07/hypertext-7.html">Bushs Memex-Konzept</a> anlehnt, wenn er 1972 einen Vortrag unter dem Titel „As we <span style="font-weight:bold;">will</span> think“ hält, radikalisiert er den Hypertextgedanken deutlich. Die inhaltlichen Bausteine, die es zu vernetzen gilt, sind in Nelsons Vorstellung keine kompletten herkömmlichen Dokumente mehr. Die Inhaltsbausteine sind bei ihm viel atomarer: eine Begriffsdefinition, eine Grafik, ein Foto, eine Notiz, ein Datensatz — das ist die Ebene der Inhaltseinheiten, deren Vernetzung durch Verlinkung Nelson unter Hypertext versteht. Der entscheidende Denkfortschritt dabei ist: Hypertext ist nicht einfach nur die explizite Verknüpfung herkömmlicher Dokumente. Um Hypertext zu produzieren, muss man sich von herkömmlichen, komplexen Dokumenttypen wie Abhandlung, Studie usw. lösen und viel elementarere Einzel-Topics als vernetzbare Einheiten verwenden: einzelne Thesen, Schnappschüsse, Aphorismen. Nelson erhofft sich von Hypertext als nicht-papiernem Medium die Befreiung von einer künstlichen Linearität, die durch das Medium Papier geschaffen wurde.</p>
<p><span style="font-weight:bold; font-size: 110%">Der Xanadu-Entwurf</span></p>
<p>Xanadu, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Xanadu">in der chinesischen Legende</a> ein Synonym für Reichtum, ist der Namenspatron für Nelsons Hypertext-Projektvision, die er in den 60er Jahren entwickelte, und an der er bis auf den heutigen Tag festhält. Xanadu soll in Nelsons Vorstellungen der eine elektronische Ort sein, an dem alles Wissen der Menschheit, alle Dokumente, alle Äußerungen und sonstige Inhalte in dicht vernetzter Form gespeichert sind. Nelson nennt dieses digitale Universum „Docuverse“, also das Universum der Dokumente.</p>
<p>Bereits in den 60er Jahren entwickelte Nelson dazu sehr modern anmutende Gedanken. Mitten in einer Zeit, in der man unter Computern nur Großrechner im Kleiderschrankformat verstand, setzte er auf ein dezentrales System aus Host-Rechnern, genauso, wie es im heutigen Internet der Fall ist. Und genauso, wie heute das System der URIs aus Sicht des Web die eindeutige Adressierung beliebiger Inhalte im Internet regelt, hatte Nelson für Xanadu ein vergleichbares universelles Adressierungsschema ausgearbeitet. Dieses Schema geht jedoch noch wesentlich weiter als das URI-System. Nicht nur „ganze Dokumente“ sollen damit adressierbar sein, sondern im Prinzip auch beliebige Passagen innerhalb solcher Dokumente, also etwa Textpassagen, Abbildungen usw. Außerdem ist in Nelsons Dokumentensystem von vorneherein ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Permalink">Permalink</a>-System eingebaut, da von einem geänderten Dokument jeder einzelne Zwischenstand aufgehoben wird und separat adressierbar ist.</p>
<p>Im Xanadu-Konzept wird zwischen privaten und öffentlichen Inhalten unterschieden. Jeder, der Zugang hat, kann seine privaten Inhalte in das System einpflegen und beliebig mit öffentlichen Inhalten vernetzen. Persönliche Notizen, Briefe oder dergleichen lassen sich somit in den Bezugsrahmen des gesamten öffentlichen Xanadu stellen, was die persönliche Produktivität erhöht, ohne dem privaten Charakter zu schaden.</p>
<p>Xanadu verfolgt bei der Verlinkung von Inhalten jedoch ein gänzlich anderes Visualisierungskonzept, als es etwa im Web der Fall ist. Navigieren ist nicht auf das Klicken auf Links von A nach B reduziert. Stattdessen bewegt sich der Benutzer als eine Art Astronaut in einem Raum aus Dokumenten, wo Strahlen die Verknüpfungen anzeigen, und wo er sich frei bewegen kann. Verknüpfungen zwischen Inhalten sind in Xanadu automatisch immer bidirektional, d.h. beim Verweisziel ist die Verknüpfung ebenfalls präsent. Als Hintergrund dieser stark visuell ausgerichteten Navigation im Hypertextraum darf Ted Nelsons Biographie vermutet werden: bevor er sich näher mit Computern beschäftigte, hatte Nelson am Swarthmore College Filmemacherei gelernt.</p>
<p>Erfreulicherweise dürfen interessierte Benutzer die Xanadu Grundidee in einem kleinen Selbstversuch ausprobieren. Es wird nämlich ein <a href="http://xanarama.net/">Xanadu-Demo zum Download</a> (ca. 5MByte) angeboten — leider nur für MS Windows. Nach Installation und Aufruf des Demos wird ein Dokument angezeigt. Um in dem Dokument zu scrollen, halten Sie Sie die [Strg]-Taste ([Ctrl]-Taste) gedrückt und drücken Sie gleichzeitig die Cursortasten für oben bzw. unten. Mit [Strg] und [Leertaste] können Sie zoomen. Interessant wird es jedoch erst, wenn Sie bei gedrückter [Strg]-Taste mal die Cursortasten für rechts bzw. links betätigen. Das eröffnet den Blick auf weitere vernetzte Dokumente, die Sie ebenfalls heranzoomen können. Die Verknüpfungen zwischen den Dokumenten sind sichtbar dargestellt.</p>
<p><img src="http://bp1.blogger.com/_gqN3jllq1Qo/RrYkBNG9msI/AAAAAAAABAw/rzeoxCXUuLc/s400/xanadu-demo.gif" border="0" alt="Ausschnitt aus dem Xanadu-Demo für Windows" /><br/>
<small>Ausschnitt aus dem Xanadu-Demo für Windows</small></p>
<p>Die Xanadu-typische Vernetzunglösung wirkt sich besonders auf Zitate aus. Wenn ein Autor einen anderen zitiert, muss er nicht dessen Text in den eigenen kopieren, sondern fügt an der entsprechenden Stelle einfach eine Referenz auf die gewünschte fremde Textpassage ein. Dank der exakten Adressierungsmöglichkeit von Inhalten kann von dem fremden Text dann einfach die gewünschte Passage dynamisch in den eigenen Text eingelesen werden. Ein ebenfalls in Xanadu integriertes Tantiemensystem, das mit einer Micropayment-Lösung verbunden ist, ermöglicht Xanadu-Autoren außerdem, ein Einkommen für ihre bei Xanadu publizierten Inhalte zu erhalten. Wird ein Autor von einem anderen auf beschriebene Weise zitiert, ist er anteilhaft an den eventuellen Tantiemen für den Text des zitierenden Autors beteiligt.</p>
<p><span style="font-weight:bold; font-size: 110%">Nelsons einsamer Kampf gegen das Web</span></p>
<div style="float:left; margin:0 10px 10px 0;"><img src="http://bp3.blogger.com/_gqN3jllq1Qo/RrgXxNG9mtI/AAAAAAAABA4/dLtzUoDq3Ss/s400/Ted-Nelson.jpg" border="0" alt="Ted Nelson" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5095849112469609170" /><br/>
<small>Ted Nelson</small></div>
<p>Es ist unschwer sich vorzustellen, wie Ted Nelson den Übernacht-Erfolg des World Wide Web erlebt haben muss, als seine Ideen schon fast 30 Jahre Reifezeit hinter sich hatten: wie ein genialer Tüftler, dessen Erfindung ein anderer in Ruhm und Ehre umsetzte — wobei das erfolgreiche Web für Nelson natürlich nur ein billiger Abklatsch seines Xanadu-Systems ist. Das Verhältnis ist bis auf den heutigen Tag gespannt und treibt seltsame Blüten. So gibt es etwa ein verwaistes HTML-Dokument direkt im Startverzeichnis der Webpräsenz des W3-Konsortiums (<a href="http://www.w3.org/Xanadu.html">http://www.w3.org/Xanadu.html</a>), das wie eine skizzierte, aber nicht weiter ausgeführte Hommage an Ted Nelson wirkt. <a href="http://ted.hyperland.com/">Nelson's Homepage im Web</a> wie auch die <a href="http://www.xanadu.com/">Webpräsenz</a> von Xanadu sind dagegen Zeugnisse offensichtlichen inneren Widerstandes gegen das Web. Man präsentiert sich betont einsilbig, eher wie in einer Pflichtübung. Aus den Zeilen spricht deutlich: „wer mehr über das hier wissen will, ist hier am falschen Ort“. In einem ebenfalls <a href="http://ted.hyperland.com/buyin.txt">verwaisten Mini-Dokument auf Nelson's Homepage</a> verrät dieser schließlich, was er vom Web wirklich hält: <cite>„The Web isn't hypertext, it's DECORATED DIRECTORIES!“</cite> (<cite>„The Web ist kein Hypertext, es besteht nur aus DEKORIERTEN VERZEICHNISSEN!“</cite>).</p>
<p>Dabei sah es ein paar Jahre lang gar nicht schlecht aus für Xanadu. 1988 übernahm die Software-Firma Autodesk das Xanadu-Projekt. 1993 trennten sich die Wege jedoch wieder, und seitdem fehlt dem Xanadu-Projekt eigentlich der finanzielle Boden. Da es sich nicht ins Internet integrieren will, liegen die Probleme vor allem beim Ausbau einer Hardware-Netz-Infrastruktur.</p>
<p>Im Grunde lässt sich Xanadu aus heutiger Sicht eher mit einem einzelnen, enzyklopädischen Webprojekt vergleichen als mit dem Web als Ganzem. Das Xanadu-Projekt ist im Grunde nur auf seriöse wissenschaftliche Literatur ausgerichtet — und damit überhaupt nicht mit einem Massenmedium vergleichbar, wie es das Web geworden ist. Dagegen, dass Hypertext heute mit dem Web gleichgezetzt wird, lässt sich akademisch vielleicht noch argumentieren, doch praktisch ist dieser Zug längst abgefahren. Was bleibt, ist der Respekt gegenüber Nelsons Visionen, und vielleicht wird er ja selbst noch irgendwann sagen können: „Allmählich wird das Web ja doch so ähnlich, wie Xanadu hätte werden sollen“.</p>
<br style="clear:all"/>Stefan Münznoreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-2652656738410935405.post-54591576338615448742007-07-31T08:08:00.000+01:002007-08-03T10:00:32.184+01:00An Wikipedia schrauben im Dienste der Barrierefreiheit<p>Wie das Barrierefrei-Magazin <a href="http://www.einfach-fuer-alle.de/blog/eintraege.php?id=2148_0_1_0">Einfach für alle</a> am 24. Juli 2007 berichtete, hat sich eine Initiative gebildet, um <a href="http://de.wikipedia.org/">Wikipedia</a> besser zugänglich zu machen — zu finden auf der Wikipedia-internen Seite <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:BIENE">Wikipedia:BIENE</a>. Die <a href="http://www.biene-award.de/">BIENE</a> ist der bekannteste deutsche Award im Bereich Barrierefreiheit. Anlass für die Initiative innerhalb der Wikipedia ist, dass die BIENE sich für 2007 vorgenommen hat, große Anbieter von Web-2.0-typischen Services genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei wird auch Wikipedia genannt.</p>
<p>Nun weiß jeder, der sich einmal mit der Barrierefreiheit von Webseiten befasst hat, dass dies eine vielschichtige Angelegenheit ist. Es beginnt schon damit, dass der Ausdruck „barrierefrei“ sich nicht einfach als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Euphemismus">Euphemismus</a> für „behindertengerecht“ versteht. Auch Unübersichtlichkeit oder schwere Textverständlichkeit stellen Barrieren dar, und nicht nur Menschen mit Behindertenausweis scheitern an solchen Barrieren. Wobei die Grenzen natürlich von Mensch zu Mensch sehr verschieden sind. Ebenso verschieden wie die Ansprüche und anvisierten Zielgruppen von Web-Inhalten. Es gibt formale Regeln, die mit etwas redaktioneller Disziplin leicht einhaltbar sind, etwa die Verwendung von Alternativtexten bei Grafik und Multimedia, oder zusammenfassende Beschreibungen für Tabellen. Doch bei Themen wie Unübersichtlichkeit oder Textverständlichkeit scheiden sich die Geister. Manche finden viele Links auf der Startseite praktisch, andere werden dadurch verwirrt. Die einen verstehen keinen Satz mit mehr als zehn Wörtern, und andere fühlen sich eher für dumm verkauft, wenn sie wie bei der Sendung mit der Maus angesprochen werden.</p>
<p>Ein Webprojekt wie Wikipedia, dessen Bedeutung für die Menschheit von Tag zu Tag wächst, muss sich allerdings mit all diesen Dingen auseinandersetzen. Die BIENE-Initiative ist dabei wohl sicher nicht der erste Gedanke, der bei den Wikipedianern an das Thema Barrierefreiheit verschwendet wurde. Denn trotz des chaotischen HTML- und CSS-Gewirrs, durch das sich das Standard-Monobook-Layout der <a href="http://www.mediawiki.org/">MediaWiki</a>-Software auszeichnet, macht die komplexe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite">Wikipedia-Startseite</a> zumindest im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lynx_%28Browser%29">Lynx-Browser</a> einen recht ordentlichen Eindruck, wie auch der <a href="http://www.kk-software.de/kklynxview/get/http://de.wikipedia.org/">Lynx-Viewer von K&K Software</a> bestätigt. </p>
<p>Gut gelöst ist beispielsweise die Möglichkeit, sehr weit oben im Text, für grafische Browser unsichtbar, zur Navigation und Suche springen zu können. Damit wird bereits ein typisches Hindernis und Ärgernis überwunden, an das nur wenige Seiten denken. Denn einerseits ist es für Erstbesucher schlecht, wenn zuerst die Navigation und erst dann der Seiteninhalt präsentiert wird, doch andererseits ist es für Benutzer, die von einer Artikelseite zur Hauptseite zurückspringen absolut nervtötend, sich jedesmal wieder durch den Einführungstext bis zur Navigation quälen zu müssen.</p>
<p>Auch die relativ weit oben angesiedelten Links zur Groborientierung, die zu Unterportalen wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Geographie">Geographie</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Geschichte">Geschichte</a> oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Gesellschaft">Gesellschaft</a> führen, sind durchdacht platziert. Auf den ersten Blick wirkt die Wikipedia also nicht so, als ob man sich überhaupt noch keine Gedanken zu dem Thema gemacht hätte. Gerade das aber könnte für Webdesigner, die über tieferes Know How in Sachen Barrierefreiheit verfügen, ein Anreiz sein, sich an der Wikipedia:BIENE zu beteiligen. Auf der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:BIENE">Seite selbst</a> kann man sich als Mitstreiter eintragen, indem man sie editiert. Oder man probiert erst mal durch Teilnahme an den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia_Diskussion:BIENE">Diskussionen</a>, wie gut es mit der Wellenlänge mit den anderen Interessenten klappt. Benötigt werden aber nicht nur Webdesign-Experten, sondern auch Vertret