tag:blogger.com,1999:blog-257795412009-07-09T15:16:03.566+02:00KUNSTblogIch beschäftige mich seit Anfang der 90er Jahre mit Malerei, die sich für mich immer schon zwischen informellem abstrakten Expressionismus und lyrischer Abstraktion bewegte. Vielleicht kann man abstrakte Malerei am ehesten mit Landkarten vergleichen, Wegbeschreibungen hin in ein (noch) unbekanntes Terrain.KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.comBlogger75125tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-75886569691123310362009-07-09T15:15:00.001+02:002009-07-09T15:15:54.616+02:00Hype: Kunst und Geld<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'><font face='sans-serif'> Zwischenzeitlich habe ich das bereits erwähnte Buch <a href='http://www.amazon.de/gp/product/342324612X?ie=UTF8&amp;tag=kariulrisoiki-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=342324612X' moz-do-not-send='true'>Hype: Kunst und Geld</a> von Piroschka Dossi fertiggelesen und kann wirklich emfehlen. Meine über 1 1/2 schwelende leichte Depri über Künstlerarmut legte sich in dem Moment als ich las, dass Europa darin </font>"<font face='sans-serif'>opferbereiten Hingabe eines Künstlers an seine Kunst" sieht (= positiv!!), während  das calvinistische Amerika mit wirtschaftlicher Erfolglosigkeit auch moralischen Mangel verbindet.<br/><br/>Und ich erinnte mich, dass ich vor Jahren, als ich in den USA studierte, auch eine entsprechende Diskussion hatte: was ist jetzt das schwierigere an einem Kunstwerk sei - es zu erschaffen (meine Position) oder es zu verkaufen (die Position meines amerkanischen Kollegen). Ich habe damals wirklich nicht verstanden, wie man überhaupt auf so eine absurde Ansicht kommen kann,  Verkäuflichkeit als Qualitätsmaßstab Kunst zu sehen. <br/><br/>Leider schwappt die amerikanische Sicht der Dinge inzwischen immer mehr zu uns herüber - und daher kamen wohl auch meine allmählichen Selbstzweifel.<br/><br/>Der Punkt mit dem Schwarzgeld wird übrigens nur im Nachwort in einem kleinen Nebensatz erwähnt - er ist überhaupt nicht der Focus des Buches, sondern es geht tatsächlich darum, wie Kunst zu ihrem Preis kommt - und wie obskur dieses ganze System ist.<br/><br/>Ich habe eine kleine Zusammenfassung des Buchinhalts verfasst und schicke die auf Anfrage gerne individuell zu (kunst(a)soika.com) - aus urheberrechtlichen Gründen kann ich sie hier nicht publizieren.<br/><br/></font></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-7588656969112331036?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-23596316740647668242009-06-21T20:44:00.001+02:002009-06-25T10:43:31.094+02:0050 Prozent des Kunstmarkts vom Schwarzgeld umgetrieben?<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'><blockquote>"Der Kunstmarkt eignet sich ideal für Geldwäsche, weil er zersplittert ist in ein schwer durchschaubares Geflecht aus Galerien, Händlern und Auktionen. Das schafft eine Preisbildung, die intransparenter kaum sein könnte. Barzahlung nicht ausgeschlossen..."</blockquote><br/>...schreibt Stefan Heidenreich heute in der <a href='http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=ku&amp;dig=2009%2F06%2F08%2Fa0090&amp;cHash=38908f109a' target='_blank'>TAZ</a>. Er bezieht sich darin u. a. auf das Buch <a href='http://www.amazon.de/gp/product/342324612X?ie=UTF8&amp;tag=kariulrisoiki-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=342324612X'>Hype: Kunst und Geld</a><img height='1' border='0' width='1' style='border: medium none ! important; margin: 0px ! important;' alt='' src='http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=kariulrisoiki-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=342324612X'/> - ich habe es heute bestellt und bin gespannt, was es sonst noch interessanten über den Kunstmarkt zu wissen gibt. <br/><br/>Ansonsten scheint mir die Praxis, Schwarzgeld mit Hilfes des Kunstmarktes zu waschen, sehr plausibel. Wertsteigerungen bei Kunstobjekten sind äußerst nebulös und Spekulationsgewinne aus deren Handel sind meines Wissens nach für Privatleute nach 1 Jahr absolut steuerfrei. <br/><br/>Wenn jemand also heute offiziell und mit Rechnung für 50.000 Euro ein Kunstwerk kaufen würde (und dem Verkäufer inoffiziell nochmal 50.000 Euro in einer Plastiktüte zuschöbe, denn das Werk ist eigentlich 100.000 Euro wert), und dasselbe Kunstwerk nach 13 Monaten für 100.000 Euro an einen Freund weiterveräußern würde, dann hätte er zwar nur auf dem Papier 50.000 Euro Gewinn gemacht, de facto aber die schwarze Zuzahlung beim Ersterwerb als "Gewinn aus Wertsteigerung" reingewaschen und legalisiert.<br/><br/>Und das ist sicher nur eine von sehr vielen Möglichkeiten, den Kunstmarkt zur Geldwäsche zu nutzen.<br/><br/>Ich glaube, wenn wir Wald-und-Wiesen-Künstler darauf hoffen, aufgrund unserer substanvollen künstlerischen Arbeit einmal entdeckt zu werden und wirklich mitmischen zu dürfen, dann ist das ziemlich naiv. Ich glaube mittlerweile, im Kunstmarkt geht es einzig und allein um Geld. Und Kunst ist nur das schmückendes Beiwerk.<br/></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-2359631674064766824?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-32103567131275050232009-06-12T17:41:00.001+02:002009-06-12T17:41:04.506+02:00Homo altruisticus II: now growing my own food in Chiemgau?<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'><font face='sans-serif'>Zufälligerweise - aber was sind schon Zufälle - hatte ich vor einigen Wochen auf einem Stammtisch in München erfahren, dass ein Biobauer im Chiemgau (nicht nur) Städtern die Möglichkeit anbietet, auf seinen Ackerflächen den Anbau von Lebensmittel zu erlernen. <br/><br/>Also fuhr ich gestern zum Ortstermin auf den Hof des Biobauern <b>Hubert Jaksch</b> in Riedering-Wurmsdorf. Der Mann hat eine Mission, der er mit bewundernswerter Konsequenz folgt - viel von dem, was wir hörten, ist auch in einem sehr umfänglichen Video <a href='http://tinyurl.com/m9dnmp' target='_blank'>http://tinyurl.com/m9dnmp</a> online verfügbar.<br/><br/>Ich finde die Informationen, die Jaksch dort über die Bedeutung von samenfesten und hybridem (bzw. gentechnisch verändertem) Saatgut gibt, sehr bedenklich - ich hatte Sachlage und Konsequenzen bisher nicht wirklich verstanden. Auch seine Erzählungen, wie schwierig es ist, Kooperationspartner (z. B. Gärtnereien) für die Anzucht von samenfesten Pflanzen zu gewinnen, sind erschütternd und zeigen, wie weit der Feldzug (!!) des "King of Seeds" (!!) - Monsanto - bereits gediehen ist.<br/><br/>Im Grunde geht es nämlich um weit mehr, als nur darum, seine eigenen Karotten vom Feld zu holen. Letztendlich bedeutet, sein eigenes Gemüse anzubauen, Paradigmen zu wechseln. Erst wenn unser Nahrung keine Ware mehr ist, die  eine Agrarwirtschaft erzeugt um sie als gewinnoptimiertes Produkt in den Wirtschaftskreislauf einzuspeisen, wird sie wieder uns, den Menschen dienen - und nicht den Gewinnerwartungen von Wirtschaftsunternehmen.<br/><br/>Ein Beispiel: mein Arzt riet mir schon vor Monaten, Weizen nach Möglichkeit zu vermeiden, denn sei so degeneriert, dass er die Gesundheit schädigt. Tatsächlich wurden Weizensorten über viele Jahre konsequent auf höhere Erträge gezüchtet, aber - und da zeigt sich die Absurdität des Systems - auch auf Mehlqualitäten, die es erlauben, <a href='http://de.wikipedia.org/wiki/Teigling' target='_blank'>Teiglinge</a> herzustellen. Das Ziel einer optimierten Mehlqualität wurde erreicht, die Tatsache, dass dieses Mehl uns Menschen allergieanfälliger macht, ist sekundär, ein ursächlicher Zusammenhang ist schwer nachweisbar. Und von kränkeren Menschen leben ganze Wirtschaftszweige ebenfalls ganz gut, eventuell explodierende Krankenkassenkosten tragen wiederum die Bürger.<br/><br/>Es ist müßig einen Schuldigen auszumachen, denn alle Beteiligten handeln korrekt, solange die Systemmaxime verlangt, die Gewinne zu maximieren. Und genau in diesem Paradigma leben wir.<br/><br/>Beispiel 2: Ich hörte von J., dass eine ihrer sehr alten Nachbarinnen in der Münchener Georgenstr.  erzählt hatte, wie kurz nach dem Krieg jeder vor dem Haus in dem er wohnte, eine kleine Parzelle zum Anbau von Gemüse hatte. "Wo denn?", fragte ich - ich konnte mir wirklich nicht vorstellen, wo in der Georgenstraße dafür Raum sein sollte - "Na, dort wo heute die Autos parken!" - antwortete sie.<br/><br/>Klar. Das macht Sinn. Und der Raum existiert weiter, bloß eben heute in anderer Form. Aus dem Stückchen Erde, das dem Einzelnen zur Selbstversorgung diente, sind heute Parkplätze für die Krönung unseres Konsumwahns geworden: das eigene Auto.<br/><br/>Der Mensch und seine Nahrung. Es gibt Theorien, dass gesunde (samenfeste!) Pflanzen uns dienen, und bei individuellem Anbau möglicherweise Stoffe ausbilden, die dem jeweiligen Gärtner gesundheitlich nützen. So nach dem Motto: du hilfst mir (und hegst mich), dann helfe ich auch dir und erhalte dich gesund.<br/><br/>Das mag für manche recht esoterisch klingen. Komischerweise - zufälligerweise - weiß ich seit einigen Tagen nun endlich, wie es nach <a href='http://www.soika.com/links/dkunst.html' target='_blank'>Beyond Chrysalis</a> weitergehen wird: The Responsive Universe - das antwortende Universum.<br/><br/>Das ist keine neue Idee. Und schon längst nicht von mir. Das ist ein Zusammenhang, der Wissenschaftler -  Quantenphyiker - heute bewegt: die Beobachtung, dass der Betrachter den Ausgang des Experiments beeinflusst.</font><br/></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-3210356713127505023?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com1tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-74939324076131866622009-06-12T17:37:00.001+02:002009-06-12T17:37:33.431+02:00Gute Nachrichten für München...<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'>... gibt es stadtweit und unter: <a href='http://www.stadt-gorilla.de/' target='_blank'>www.stadt-gorilla.de</a><br/></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-7493932407613186662?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-26668701564152082742009-05-19T16:06:00.004+02:002009-05-19T16:18:48.873+02:00Herbal Talk: Susun WeedVor 15 Jahren, als ich in NY wohnte, fielen mir die Bücher von <span style="font-weight: bold;">Susun Weed</span> in die Hände (mittlerweile gibt es sie auch auf <a href="http://www.amazon.de/gp/redirect.html?ie=UTF8&amp;location=http%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2Fs%3F%5F%5Fmk%5Fde%5FDE%3D%25C5M%25C5Z%25D5%25D1%26url%3Dsearch-alias%253Dstripbooks%26field-keywords%3Dsusun%2Bweed%26x%3D0%26y%3D0&amp;site-redirect=de&amp;tag=kariulrisoiki-21&amp;linkCode=ur2&amp;camp=1638&amp;creative=6742">Deutsch</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=kariulrisoiki-21&amp;l=ur2&amp;o=3" target="_blank" alt="" style="border: medium none ! important; margin: 0px ! important;" border="0" height="1" width="1" />). Und jetzt gibt es Videos mit ihr auf YouTube - sehr schön! Sie spricht wie sie schreibt...<br /><br /><object align="middle" height="344" width="425"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/9gRKT0orYjY&amp;hl=de&amp;fs=1"><param name="allowFullScreen" value="true"><param name="allowscriptaccess" value="always"><embed src="http://www.youtube.com/v/9gRKT0orYjY&amp;hl=de&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" height="344" width="425"></embed></object><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-2666870156415208274?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com1tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-29090342569056617142009-05-11T14:00:00.001+02:002009-05-11T14:00:29.904+02:00Werte II: Konsumismus, zielgruppengenaue Werbung und der Homo altruisticus<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'>Ich glaube, je länger und intensiver man <a href='http://de.wikipedia.org/wiki/Konsumismus' target='_blank'>Konsumismus</a> lebt, um so unausweichlicher wird die Erfahrung des <a href='http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4kariat' target='_blank'>Prekariats</a>, denn natürlich hier greift auch hier das <a href='http://de.wikipedia.org/wiki/Polarit%C3%A4t_%28Philosophie%29' target='_blank'>Polaritätsgesetz</a>. <br/><br/>Nichtsdestotrotz - wer möchte schon im Präkariat enden - werden wir von der Werbung immer intensiver und mit immer ausgefeilteren Methoden in Richtung Konsumismus gedrängt, die zielgruppengenaue Werbung, wie sie in letzter Zeit z. B. von Google praktiziert wird, ist aktuell eine der schärfsten Waffen. <br/><blockquote>Rishad Tobaccowala, ein Manager der Werbeagentur Publicis, fasste diesen für die Werbewirtschaft paradiesischen Paradigmenwechsel in einem Interview mit dem Economist mit einer beeindruckend brutalen Metapher zusammen: Die herkömmliche Werbung verglich er mit der Bombardierung einer Stadt, "man weiß nie, wen man trifft und wen man verfehlt. Mit Internetanzeigen aber stellen die Unternehmen zahlreiche feine Speerspitzen auf und bringen die Menschen dazu, sich selbst aufzuspießen."<br/><a href='http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/474685/1/' target='_blank'>SZ Technik vom 07.05.2009</a><br/></blockquote>Eine erstaunlich Formulierung. Zielgruppenorientierte Werbung bring Menschen also noch stärker dazu, sich selbst ans Messer zu liefern. Aber um welches Messer geht es? Um den finalen finanziellen Ruin und das Abrutschen ins Prekariat? Kann der <a href='http://de.wikipedia.org/wiki/Homo_oeconomicus' target='_blank'>Homo oeconomicus</a> überhaupt gewinnen?<br/><br/>Im aktuellen Wirtschaftsparadigma geht es im Grunde darum, anderen Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen, indem man ihnen Dinge verkauft. Und zwar indem man ihre Schwächen und Ängste ausnutzt, anstatt ihnen - aber das wäre <a href='http://de.wikipedia.org/wiki/Altruismus' target='_blank'>Alturismus</a> - zu helfen.<br/><br/>Und weil Altruismus für den Homo oeconomicus absolut kontraproduktv ist, wird klar, warum die klassischen <i>helfenden Berufe</i> so gering geschätzt und entloht werden - denn es geht es ja nicht darum, den Mitmenschen zu helfen, sondern sich an ihnen zu bereichern und bestenfalls <a href='http://www.zeit.de/2009/20/Abzocker' target='_blank'>Brutal viel Geld (zu) verdienen</a> (am Wochenende erschien ein sehr interessanter ZEIT-Artikel gleichen Titels).<br/><br/>Wenn das die Gründe für den überzogenen Konsumismus sind, der zwar die Wirtschaft befeuert, aber viele Menschen - und letztendlich auch Homo oeconomicus selbst - in Armut stürzt, was sind dann die Wege aus dem Prekariat? <br/><br/>Vielleicht: ein genereller Paradigmenwechsel. Weg vom Homo oeconomicus der nur an seinem eigenen Wohl interessiert ist, hin zum <i>Homo altruisticus</i> (für dem es bezeichnenderweise keinen Wikipedia-Eintrag gibt!) - der sich für das Wohlergehen seiner Gemeinschaft einsetzt. <br/><br/>Passend: die <a href='http://web.ard.de/special/ehrenamt/aktionstag_trailer.php' target='_blank'>ARD-Themenwoche 2009: Ehrenamt</a>. <br/>Von Sonntag, 10. Mai, bis Samstag, 16. Mai 2009 <br/>Und hoffentlich länger.</div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-2909034256905661714?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-79873464744234088252009-05-11T12:46:00.001+02:002009-05-11T12:46:24.111+02:00Media Brainwash<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'>Erstaunlich ist folgendes: es gab jetzt monatelang Hiobsbotschaften aus der Wirtschaftswelt, aber bei Meinungsumfragen blickten die Deutschen - engegen aller Medienberichterstattung - stets positiv in die Zukunft. Und jetzt, plötzlich, als in den Nachrichten zum ersten mal wieder von Exportsteigerungen die Rede ist (letzten Do, Fr), da knickt die Moral der Deutschen ein und sie kriegen Angst.<br/><br/>Greift jetzt, nach 6 Monaten Dauerbeschallung, die Gehirnwäsche durch die Medien? Und irgendwann glaubt man die Nachrichten einfach zuungunsten der eigenen Situationserfahrung?<br/><br/>Wer hat was von einer angsterfüllten Bevölkerung? Erinnerungen aus Bush-Country: Menschen, die Angst haben, neigen dazu, konservative Politik zu wählen. Ein grüner Gesellschaftswandel braucht Mut und Zuversicht.  Angst = Enge = Konservativismus.<br/></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-7987346474423408825?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-7673287328343538392009-05-11T12:38:00.001+02:002009-05-11T14:02:22.679+02:00Werte I: Samstag Abend, Hinterhofgespräche.<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'>Irgendwie kommen wir auf Werte zu sprechen, die unser Handeln bestimmen. Geld ist ganz wichtig. Was Geld bringt ist automatisch irgendwie <i>gut</i>, wer reich ist, hat etwas <i>richtig</i> gemacht. Geld zu verdienen rechtfertigt Anstrengung und (fast alle) Opfer.<br/><br/>H. erzählt von seiner Familie, die, als sie erst seit kurzem in D. und noch (relativ) arm war, jedes Wochenende die noch kleinen Kinder ins Auto packte und Verwandte und Freunde besuchte. Gemeinschaftliches Miteinander war ein wichtiger Wert. <br/><br/>Heute haben alle mehr Geld und muttersprachliches Fernsehprogramme ersetzen diesen Wunsch nach menschlicher Nähe. Die früher zahlreichen Besuche finden kaum mehr statt. Man vereinsamt in den eigenen vier Wänden, merkt es aber nicht, weil der Fernseher läuft.<br/><br/>Oder man am Computer hängt und twittert.<br/></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-767328732834353839?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-56007933987223542742009-04-30T16:43:00.001+02:002009-05-04T18:55:50.998+02:00Reden über GottIch war auf Gerhard Richters Seite (<a href="http://www.gerhard-richter.com/" target="_blank">www.gerhard-richter.com</a>). Stefan B. hatte dessen Akribie in der Archivierung erwähnt. Ja, stimmt: ein sehr umfassendes Werkverzeichnis, wenig persönliches.<br /><br />Denke gestern beim Spazierengehen darüber nach, wo die Grenze ist zwischen persönlicher, subjektiver Kunst (à la "<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3927369144?ie=UTF8&amp;tag=kariulrisoiki-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3927369144">Das Malspiel</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=kariulrisoiki-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3927369144" alt="" style="border: medium none ! important; margin: 0px ! important;" target="_blank" width="1" border="0" height="1" />") und einer Objektivierten, unpersönlichen, <span style="font-style: italic;">absoluten</span> Kunst (Richters Kunst geht dorthin, Cy Twomblys...)<br /><br />Letzte hat Allgemeinegültigkeit. Es ist wie: Reden über Gott, aber über einen allgemeinen, für alle gültigen Gott.<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-5600793398722354274?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-30322728447578452032009-04-28T16:34:00.001+02:002009-05-04T16:36:32.900+02:00Beyond ChrysalisBeyond... what? Jenseits der Schmetterlingspuppe, doch was liegt jenseits dieser <span style="font-weight: bold;">Chrysalis</span>? Und was war, solange sie einen umfängt?<br /><br />Vielleicht war es das Gefühl, dass das <span style="font-style: italic;">richtige Leben</span> erst noch kommt, einer Jugend in Traumwelten also. Und irgendwann im Laufe des Erwachsenwerdens spült einen das Leben an den Strand, ins hier und jetzt.<br /><br />Es ist wie der Schädel des Kindes, der erst im Lauf der Jahre verknöchert. Wobei: <span style="font-style: italic;">Verknöchern</span> macht auch Angst. Als ob die Türe zu den Traumwelten plötzlich zufällt und - die Kehrseite der Konkretisierung - man in einer Realität gefangen ist.<br /><br />Aber: welcher Realität? Der Realität selbst - oder meine Geschichte über Realität? <span style="font-weight: bold;">Beyond Chrysalis</span> heißt idealerweise: jenseits von Illusionen und in der unmittelbaren Realität zu leben.<br />Und es heißt schlimmstenfalls aller Illusionen beraubt zu sein, gefangen in einer fragmentierten und fremd bestimmten kulturellen Realität.<br /><br />Klingt sehr theoretisch. Deswegen ein Beispiel. <span style="font-weight: bold;">L</span> wie <span style="font-weight: bold;">Liebe</span>.<br />Am Anfang, als Kind und Teenager, ist man voller Illusionen über Sex und Liebe. Irgendwann durchschreitet man das Tor der Pubertät und wird zum Mitwirkenden - man hat die Realität gekostet, ist Beyond Chrysalis. Und idealerweise beginnt man nun, in dieser Realität seinen eigenen Weg zu suchen: wie ist das für mich, was wünscht ich mir, was ist realistisch, welche Reaktionen erhalte ich auf welche Haltungen und Handlungen meinerseits? Oder, fatalerweise, stellt man irgendwann fest: keiner meiner Träume hat sich erfüllt. Ich verhalte mich wie die sprichwörtliche Prinzessin auf der Erbse - aber wo bleibt mein Märchenprinz auf dem weißen Ross?<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-3032272844757845203?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-25927314567764513762009-04-27T14:11:00.000+02:002009-04-27T14:11:31.115+02:00Hinterhof: a picture a day...<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'><div align='center'><br/><div class='youtube-video'><object height='344' width='425'><param value='http://www.youtube.com/v/qT_O1F7Nb38&amp;hl=de&amp;fs=1' name='movie'> </param><param value='true' name='allowFullScreen'> </param><param value='always' name='allowscriptaccess'> </param><embed height='344' width='425' allowfullscreen='true' allowscriptaccess='always' type='application/x-shockwave-flash' src='http://www.youtube.com/v/qT_O1F7Nb38&amp;hl=de&amp;fs=1'> </embed> </object></div></div></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-2592731456776451376?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-15628179751943990612009-04-09T12:51:00.002+02:002009-04-24T16:44:53.852+02:00<a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://www.soika.com/blog/uploaded_images/HappyEaster09-778267.jpg"><img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer; width: 320px; height: 267px;" src="http://www.soika.com/blog/uploaded_images/HappyEaster09-778246.jpg" alt="" border="0" /></a><br /><div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><div align="center"><br /></div></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-1562817975194399061?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-11563129502962974142009-03-07T12:13:00.001+01:002009-03-07T13:00:19.658+01:00Ausstellungshonorare und Künstlerwatschen<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'>Ich erhielt eben den Hinweis auf folgenden Artikel - Künstler haben auf drastische<br/>Art auf ihre Situation aufmerksam gemacht und sich gegen die Praxis "Ausstellen ohne Honorar" gewehrt:<br/><br/><blockquote><a href='http://www.neues-deutschland.de/artikel/144652.spd-zwischen-kunst-und-wirklichkeit.html' target='_blank'>http://www.neues-deutschland.de/artikel/144652.spd-zwischen-kunst-und-wirklichkeit.html</a></blockquote></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-1156312950296297414?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-53316894883856417252009-03-01T13:02:00.003+01:002009-04-30T09:41:34.680+02:00no2DO<div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">no2DO als westliche Interpretation von Wu Wei, dem gewahrsamen nicht-Tun...<br />Und um gewahr zu werden, wie die aktuelle Situation tatsächich ist, hier mein onlne I-Ging-Spiel: <a target="_blank" href="http://www.no2do.com">www.no2do.com</a><br /></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-5331689488385641725?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-10862753643688239512009-02-28T20:34:00.000+01:002009-03-02T11:39:56.039+01:00Banker und Frühpensionäre...<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'>Ich höre gerade die Sendung "Jazz und Politik" im Radio. Es geht um "Freiheit". Und - wieder mal - dass es doch ein Wahnsinn ist, dass Banker, die die Karre (= ihre Bank) völlig an die Wand gefahren haben, nicht nur nicht zur Rechenschaft gezogen werden, sondern momentan sogar noch ihre vertraglich zugesicherten Boni einklagen. <br/><br/>Mir schießt die Frage durch den Kopf: wo ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Banker und seiner sanierungsbedürftigen Bank (die dann die Solidargemeinschaft der Steuerzahler saniert) und einem Bürger, der mit Rauchen, Alkohol, fettem Essen und konsequentem nicht-Sport seine Gesundheit völlig ruiniert hat (also ebenfalls: an-die-Wand-gefahren hat), und dann, wenn nichts mehr geht, auf die Solidargemeinschaft der Krankenversicherten zählt, die ihm medizinische Versorgung, Rehabilitation und ggf. eine Frühpensionierung finanziert. <br/><br/>Eigentlich sind der Banker auch nur Symptom eines sehr weit verbreiteten Phänomens: mangelnder Eigenverantwortung.<br/><br/>(Und am Kranken verdienen schliesslich auch wieder eine ganze Menge Leute: die aus der Medizin-/Reha-/Versicherungsbranche... wahrscheinlich regt sich deswegen keiner besonders auf...)<br/></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-1086275364368823951?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-14308755461208611522009-01-29T16:16:00.000+01:002009-04-28T12:28:17.588+02:00Ominivore...<div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><div align="center"><img src="http://lh6.ggpht.com/_15rva49YViw/SYHLShUeg8I/AAAAAAAAABA/GmPGBtbkd94/%5BUNSET%5D.jpg?imgmax=800" style="max-width: 800px;" /><br /><br />ENDLICH ist mein neues Design online...<br />OMNIVORE - AllesfresserIN ;-)</div></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-1430875546120861152?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-81908672256081072202009-01-09T16:16:00.001+01:002009-04-28T12:03:51.536+02:00...und noch ein Filmchen<div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">das sehr anschaulich zeigt, wie unser ganzes Wirtschaftssystem eigentlich funktioniert. Geiz ist geil, aber anlässlich enes kleinen Radios für $ 4,99 muss die Frage doch irgendwann lauten: "we are not paying for the stuff we buy... who then pays for it?"<br /><br /><a target="_blank" href="http://www.storyofstuff.org/"><img alt="" src="https://www.xing.com/img/outlink.gif" width="13" border="0" height="10" /></a><a target="_blank" href="http://www.storyofstuff.org/">http://www.storyofstuff.org/</a><br /><br />(<a target="_blank" href="http://www.storyofstuff.com/international/"><img alt="" src="https://www.xing.com/img/outlink.gif" width="13" border="0" height="10" /></a><a target="_blank" href="http://www.storyofstuff.com/international/">http://www.storyofstuff.com/international/</a> mit Subtiteln)</div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-8190867225608107220?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-75838620972117770052008-11-24T16:05:00.001+01:002008-11-24T16:05:26.109+01:00Wie funktioniert Geld?<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'>Drei wirklich coole Videos:<br/><br/>Teil I: <a href='http://de.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ'>http://de.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ</a><br/><br/>Teil II: <a href='http://de.youtube.com/watch?v=aK2yZlHk4cA'>http://de.youtube.com/watch?v=aK2yZlHk4cA</a><br/><br/>Teil III: <a href='http://de.youtube.com/watch?v=0VOtdQrCoyk&amp;feature=related'>http://de.youtube.com/watch?v=0VOtdQrCoyk&amp;feature=related</a><br/><br/><br/></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-7583862097211777005?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com1tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-10249356532435798752008-10-24T11:21:00.001+02:002008-10-26T12:06:53.990+01:00Künstler und ihre Forderungen<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'>Die Forderung nach <i>angemessener Bezahlung für unsere Arbeit</i> höre ich von den Kollegen immer wieder – aber ich glaube, das können wir vergessen – zumindest so lange wir uns vorstellen, dass dazu ein <i>ominöser Sammler</i> unsere Werke in regelmäßigen Abständen kaufen und uns damit unseren Lebensunterhalt finanzieren soll. Diese Idee, als Künstler im stillen Kämmerchen vor sich hinzuwerkeln und damit zugleich seinen Lebensunterhalt zu sichern, ist illusorisch.<br/><br/>Vielleicht liegt es daran, dass uns dieser Kunstmarkt-Hype, wo viel Geld umgesetzt und verdient wird, den Blick verstellt. Der Kunstmarkt-Hype funktioniert genau so, wie die Immobilienblase funktionierte: genügend Leute verdienen daran und sorgen dafür, dass es weitergeht - und es wird idealerweise auch noch lange Zeit so sein. Kunst existiert, ebenso wie die Schrottimmobilien existieren, nur die Bewertungen sind eben maßlos übertrieben.<br/><br/>Von diesen Marktverzerrungen jetzt aber für jeden Künstler einen Anspruch auf <i>angemessene Bezahlung</i> abzuleiten ist irgendwie... naiv. Der Kunstmarkt ist und bleibt eine Blase.<br/><br/>Auch glaube ich, dass wir Künstler selbst unsere künstlerische Tätigkeit falsch einschätzen – und teilweise überbewerten. Kunst ist wichtig – aber in erster Linie für uns selbst. Indem man künstlerisch arbeitet – und das ist meine Erfahrung - entwickelt man die eigene Persönlichkeit fort, man befreit sie von allem, was nicht wirklich zu ihr gehört, von den Einflüssen und Anpassungen an das Außen. Man spürt sich selbst und bekommt Zugang zu dem, was im eigenen, tiefsten Inneren bewahrt ist.<br/><br/>Wer aber soll einen für diese Tätigkeit bezahlen? Kunst schaffen ist so ähnlich wie Meditation betreiben: wenn ich mich 4 Stunden lang hinsetze und meditiere, fühle ich mich besser. Aber wieso soll mir jemand dafür 400 Euro auf mein Konto überweisen? Gut, ich kann sagen, meine Meditation war für den Weltfrieden, aber trotzdem: daraus einen Anspruch auf Bezahlung abzuleiten, ist illusorisch.<br/><br/>So viel zur <i>freien Kunst</i>. Es gibt ja immer noch die Auftragskunst: die gehört bezahlt, aber da sind die Verhältnisse ja ohnehin klarer. Bloß: wer im Auftrag arbeitet, der ist nicht länger frei, sondern eher eine Art... KunstDIENSTLEISTER. Für den Bereich bildende Kunst fallen mir da Auftragsbilder ein, aber auch Kunstunterricht, Kunstvermietung zu Dekozwecken, Bildrechte für Kunstkalender, Beteiligung mit meinen Arbeiten an öffentlichen Ausstellungen (natürlich gegen Ausstellungshonorar) - oder eben auch mal gelegentliche Sammlerverkäufe.<br/><br/>Ich glaube, es ist eine wichtige Erkenntnis, dass ich (und ich glaube, das gilt für alle Künstler) in meinem Atelier auf eigene Kosten vor mich hinarbeite. Als Folge dieser Erkenntnis biete ich aber jetzt auch mit viel größerem Selbstbewusstsein ganz bestimmte (Kunst-)Dienstleistung gegen angemessene Bezahlung in Form von Ausstellungshonoraren, Bildhonoraren, Stundensatz für Unterricht etc. an. Und wenn sich ein <i>deal</i> in Bezug auf Aufwand/Erlös mal nicht rechnet, dann schlage ich dieses Geschäft auch selbstbewusst aus.<br/><br/>Ist das nicht besser, als weiterhin unbezahlt im Kulturzirkus mitzuwirken und ansonsten ein almosenhaftes Kultureinkommen für Künstler zu fordern (während man zur Zwischenfinanzierung die eigenen Ersparnisse aufbraucht)? Der Künstler als Dienstleister... irgendwie sind wir da in der <i>Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di</i> schon ganz richtig gelandet... <br/><br/>Nunja. Und vielleicht ist die schon fast sprichwörtliche finanzielle Misere, in der sich die meisten Künstler befinden, ja auch die göttliche Rache für unsere Hybris, nämlich uns anzumaßen, nur wir wären die Künstler und sollten aufgrund dieser Tatsache bezahlt werden – und zwar vom Rest der Welt, der dazu verdammt ist, unser Publikum zu sein?<br/><br/></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-1024935653243579875?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-63525037731047445852008-10-24T10:18:00.001+02:002008-10-24T10:18:13.378+02:00Angstpropaganda der Rezession<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'>Momentan gibt es ja quasi nur noch Nachrichten à la "es geht bergab". Logisches Fazit für die meisten: sparen (was die Sache dann - gesamtwirtschaftlich gesehen -   eigentlich nur noch schlechter macht). <br/><br/>Wie wäre es, mal wieder völlig <i>antizyklisch</i> zu Handeln und richtig Geld auszugeben? Ich habe ja schon öfter in finanziell knappen Situationen großzügige Spenden an gemeinnützige Organisationen getätigt, meist wandelt sich das Blatt dann umgehend und alles wird wieder besser.<br/><br/>Dabei ist die Spende an eine gemeinnützige Organisation auch nur ein Hilfsvehikel, denn für andere gibt man oft leichter Geld aus, als für sich selbst. Vielleicht sollte  man sich in Zeiten der Rezessionsangst schönen Schmuck kaufen – in Anerkenntnis <i>kosmischen Reichtums</i>?<br/><br/>Mir fällt eine Stelle aus einem Buch ein (aber ich weiß längst nicht mehr welches das war): Mutter und Tochter auf der Flucht, sie wurden vertrieben und dürfen nur das mitnehmen, was sie gerade tragen können. Die Mutter gibt der Protagonistin als Rat mit auf den Weg: egal was kommt, bewahre dir immer zumindest ein einziges, schönes Stück, damit du dich erinnerst, woher du kommst und wer du bist.<br/><br/>Insofern: ja, jetzt Geld in die Hand nehmen und ausgeben – um mich dran zu erinnern, WER ICH BIN.<br/><br/></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-6352503773104744585?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-20689085993183074652008-10-17T10:08:00.001+02:002008-10-17T10:08:16.663+02:00Noch ein Gedanke zum Erfolg<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'>Wenn man annimmt, dass Andy Warhols Aussage von den 15 Minuten Ruhm für jeden Menschen  ("In the future, everyone will be world-famous for 15 minutes." Andy Warhol, 1968) stimme und man sich als Einzelperson wünschen kann, <i>wann</i> im Leben man diese Berühmtheit erlange, dann wäre meine Wahl: im Alter.<br/><br/>Wenn man nämlich diese 15 Minuten Ruhm am Lebensende erlangt, dann gelten sie für das Lebenswerk. Wenn man sie aber in der Jugend erhält, dann wohl, weil man genau das verkörpert, was unsere Gesellschaft momentan hypt: Kraft und Jugend (und wenn man genau hinsieht, dann gilt der Ruhm ja auch dem Phänomen "Jugend" an sich - und nicht der Einzelperson).<br/><br/>Meine zweite Überlegung ist: Was wird eigentlich aus den jungen, gefeierten Menschen, wenn sie älter werden? Mit jedem Jahr entfernen sie sich weiter und weiter vom Quell seines eigenen Erfolges: von ihrer Jugend.<br/> <br/>Ich glaube, es ist schöner, auf dem Gipfel seines Erfolges zu sterben - als seinem eigenen Erfolg beim Sterben zusehen zu müssen.<br/></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-2068908599318307465?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-83725790642658936482008-10-17T09:50:00.001+02:002008-10-17T09:51:41.674+02:00Über: Leithammel (in Kunst und anderswo)<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'>Warum streben die Menschen eigentlich so sehr nach Führungsrollen? Als ob das ganze Leben nichts anderes wäre, als ein einziger Wettlauf der Spermien zum Ei.<br/><br/>Führungsrollen - sollen wir sie uns erkämpfen, oder warten, bis sie uns auf natürliche Weise zufallen? Mein diesjähriger Besuch im Nationalpark Bayerischer Wald fällt mir ein: ein Urwald voll riesiger, alter Bäume, zu denen Fuß und in deren Schatten kleinere vor sich hin vegetieren. Eines Tages stirbt der grüne Riese und dann erhalten sie selbst ihre Chance, endlich zu einem Baumriesen zu werden. Bis dahin waren sie im Schatten des Alten gestanden, er hatte ihnen Nährstoffe und Licht weggenommen, aber sie konnten auch mit seinem Schutz (vor Wind, vor Blitzschlag etc.) rechnen und langsam wachsen und Kraft sammeln. <br/><br/>Vielleicht ist die Führungsposition an sich auch nicht erstrebenswerter, als der Platz im Fußvolk? Man ist schließlich vielen Gefahren ausgesetzt - und trägt eine große Verantwortung. Unsere Kultur hat jedenfalls ganz klar ein Problem mit dem Alter - sie hypt die Jugend und fördert eine Kultur der Vatermörder. <br/><br/>Wie ich auf den Gedanken kam? Wieder mal Kunstmarkt. Diesen Anspruch, dass man schon als junger Künstler "groß" sein müsse. Ist es nicht auch OK, fußvolkmäßig über lange Jahre Erfahrungen sammeln, um im Alter dann groß zu sein - weil man das Leben erfahren hat  und tatsächlich etwas zu sagen hat? Es wäre jedenfalls ein sinnvolles - und zugleich entspanntes Leben.</div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-8372579064265893648?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-74991077748665811742008-10-17T09:31:00.001+02:002008-10-17T09:51:52.378+02:00Gedanken zum Tod II<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'>Wieder ein Freund dahingegangen. Aus Intuition heraus rif ich ihn Freitag an, er teilte mir mit, daß er auf den Tod wartet, wohlgemut und aufgehoben in Schoß von Familie und Ärzteteam - und seinem Glauben. <br/><br/>Ich verabschiedete mich - aber dachte mir insgeheim, dass es noch dauern würde, Wochen, Monate, und ich ihn noch öfter sprechen würde. <br/><br/>In der Nacht zum Montag verstarb er. In meiner Trauer (trauert man um die Toten - oder um sich selbst?) ein glücklicher Gedanke: wenn ich dann einmal selbst gehen werde, werde ich sie alle wiedersehen ;-)).</div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-7499107774866581174?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-34334024518350336712008-10-14T10:01:00.000+02:002008-10-24T10:03:31.403+02:00Gedanken zum Tod I<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'>Es fühlt ich fast so an, als wären die Toten einfach nur abgereist, in ein fernes Land - nach Hause! (Es erinnert mich an meine 6 Jahre Juan Dolio, diesem Touristenort, mit permanentem Abschiednehmen von immer wieder neuen Freunden).<br/><br/>Heim in ein Land, in dem es leider (noch?) kein Telefon und Internet gibt.<br/><br/>Und im Grunde geht es mir wie N.: wir können M's Tod fast nicht fassen. Er ist so... unwirklich. Er ist so: nah.<br/><br/></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-3433402451835033671?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-25779541.post-66488413573845354532008-09-27T12:03:00.001+02:002008-09-27T12:07:16.845+02:00La Dottoressa<div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'>La Dottoressa - die Ärztin. Habe sie getroffen, 2 Wochen beherbergt, sie hat es mir dann mit einem saublöden Email gedankt - aber Schwamm drüber (nach 3 Tagen mit schwerer Erkältung sehe ich die Dinge entspannter &amp; mit Abstand). Die Fragen, die sie mir stellte und die Anregungen zur Selbstanalyse, die sie mir gab, haben mich zuerst ziemlich schockiert, aber wenn man länger drüber nachdenkt, sind sie eigentlich interessant und tief philosophisch.<br/><br/><b>Ich solle sie nicht beurteilen</b> (Ihre Ausführungen, was sie mit ihrem Freund vorhat quittierte ich mit "lustigen Schwänken aus meinem Leben" und riet ihr ansonsten: mach, was <i>du</i> für richtig hältst). Ich solle sie also nicht beurteilen... ?! Irgendwie wird mir mit diesem Vorwurf klar, dass ich wohl zu den Leuten gehöre, die eher weniger beurteilen (im Sinne von "verurteilen", was sie wohl meinte), sondern das Leben an sich mit einer fast schon wissenschaftliche Neugierde beobachten. Ja, es stimmt: ich finde es total interessant zu sehen, was die Leute tun, wenn man sie lässt - und wie es da weitergeht. Als Kind hatte ich mal geäußert (mit 12, in Caorle, am Strand, in den Sommerferien): "Ich will das System der Welt kennen lernen!" - und das tut man am besten durch genaue Beobachtung - und gelegentliche Selbstversuche... <i>Natürlich</i> habe ich die Geschichte später mit Freunden diskutiert, ihnen über meine Trauer über diesen Schlag ins Gesicht meiner Gastfreundschaft berichtet - und auch gemerkt: ich urteile echt am wenigsten. Warum also der Vorwurf ausgerechnet an mich? Irgendwas soll mir klar werden...<br/><br/><b>Was hätte ich eigentlich in meinem Leben erreicht?</b> Frage zwei des Emails. Auch da musste ich erst einmal Schlucken. Ja, was habe ich eigentlich erreicht - im Vergleich zu ihr, Medizinstudium, Doktortitel, Job in einer renommierten Forschungseinrichtung. Und doch: sooo schlecht ist mein Leben nicht gewesen, bisher: ich durfte viele Dinge erlebt, Erfahrungen machen und habe auch ein paar Leuten wirklich weiter geholfen. Klar, wenn man nur Eckdaten à la Diplome &amp; Arbeitsplatz abfragt, schaut es bei mir eher dürftig aus. Andererseits: wenn man tatsächlich nur diese Eckdaten beachtet, dann wird ein Leben so stereotyp. Wie viele Leute mit 1,0-Abitur gibt es? Sicherlich eine ganze Menge. Aber wenn man sich nur darauf bezieht, worin unterschiedet sich dann ein Hähnchen vom anderen? Selbst super-intelligente Doktorinnen in renommierten Forschungseinrichtungen gibt es so einige. Was für ein Bewertungskriterium sollen Diplome &amp; Co. also überhaupt sein? Was aber zählt dann überhaupt?<br/><br/>Was käme wohl heraus, wenn man, um den "Lebenserfolg" zu beurteilen, das eigene Leben selbst zugrunde legt, die eigenen Erfahrungen, den eigenen Lebensweg, die Entscheidungen und zugehörige Lebensmoral, eben all das, was das bisherige Leben prägte? Zumindest würde dann dahinter tatsächlich die Person selbst sichtbar werden.<br/><br/>Wen habe ich eigentlich beherbergt? <br/></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/25779541-6648841357384535453?l=www.soika.com%2Fblog%2Fdefault.htm'/></div>KUShttp://www.blogger.com/profile/06288562859879925770noreply@blogger.com0