tag:blogger.com,1999:blog-240569202008-10-16T03:45:57.357+02:00Evolution und SchöpfungDieser Blog beschäftigt sich mit der Ursprungsfrage – der Frage nach den Ursprüngen der Welt, des Lebens und seiner Formenvielfalt. Der Autor dieses Blogs vertritt eine teleologische Perspektive und meint, dass Modelle spezifischen Designs eine Bereicherung für die Ursprungsforschung darstellen könnten. Dieser Blog ist der Ausarbeitung dieser Design-Perspektive und der Beschäftigung mit angrenzenden Themengebieten (z.B. „Intelligent Design“) gewidmet.Christoph Heilighttp://www.blogger.com/profile/14821482434552478341noreply@blogger.comBlogger365125tag:blogger.com,1999:blog-24056920.post-77648333739885494152008-10-14T21:29:00.003+02:002008-10-14T22:22:51.811+02:00Teleologisten diskutieren: "Bin ich ein 'ID-Vertreter'?"<div align="justify">Mein neulich geposteter <a href="http://evolution-schoepfung.blogspot.com/2008/10/bin-ich-ein-id-vertreter.html">Beitrag</a> hat auch intern für Diskussionen gesorgt. Da ich ungern mehrere Male dasselbe schreibe und im Laufe der internen Kommunikation Fragen behandelt wurden, die aufgrund unklarer Formulierungen meinerseits vielleicht auch bei einigen Blog-Lesern entstanden, sollten diese Anmerkungen hier auf den Blog. Da es als Beitrag übersichtlicher ist, als nur als Kommentar, stelle ich das hier so ein. Ich wünsche mir sehr, dass dieser Thread nicht vom Thema abweicht und besonders auch den bisherigen Diskutanten genügend Raum und Struktur lässt, dass diese sich weiter austauschen können. Also bitte eher mal zurückhalten, bis sich eine Art "Ergebnis" abzeichnet und dann dazu sich erst äußern. Es würde mich sehr enttäuschen, wenn sich die Entscheidung, das auf dem Blog und nicht intern auszudiskutieren als Fehlentscheidung herausstellen würde. Also: Erstmal mehr mitlesen und die guten Gedanken für den Schluss aufheben! ;-) Außerdem: Wir haben ja noch den anderen Thread, in dem jeder nach herzenslust beitragen kann!</div><br /><div align="justify"></div><br /><div align="justify">Der Diskussion könnte man (aus meiner Sicht!) einige grundlegende Punkte entnehmen:</div><br /><ol><br /><li><br /><div align="justify">Künstlichkeit nachzuweisen wäre eine große Sache - aber eben noch kein Design.</div></li><br /><li><br /><div align="justify">Der Nachweis von Künstlichkeit legt Design in diesem Fall zumindest nahe und kann die Frage nach Design motivieren.</div></li><br /><li><br /><div align="justify">Der Nachweis von Künstlichkeit ist aber zumindest ein Indiz, dass irgendwo ein Design-Prozess lief, in dessen Kontext das möglicherweise nicht-designte, aber künstliche Objekt entstand: Wenn das Objekt "Abfall" ist, wurde dabei ja etwas anderes designt. Das liegt wie gesagt nahe, muss aber so nicht sein. Künstlichkeit könnte auch ganz losgelöst von irgend einem verwirklichten Design entstehen. Aber:</div></li><br /><li><br /><div align="justify">Der Nachweis von Künstlichkeit entspricht dem Nachweis einer Intelligenz. Wer in ID nur eine Möglichkeit zum Gottes(bzw. Intelligenz)-Beweis sucht, kann sich daher mit dem Nachweis von Künstlichkeit zufrieden geben und braucht kein SD.</div></li><br /><li><br /><div align="justify">Im Rahmen der teleologischen Perspektive (und auch dem konventionellen ID) wird aber ein wissenschaftlich bedeutsamer Anspruch angestrebt: Man will wissen, <em>was</em> genau designt ist. Dafür braucht es dann wieder SD.</div></li><br /><li><br /><div align="justify">Was dem einen Verursacher Intention abverlangt, muss es dem anderen noch lange nicht tun. Neben der Komplexität des in Frage stehenden Gegenstandes ist auch immer die Komplexität des mutmaßlichen Designers gefragt (SD).</div></li></ol><br /><p align="justify">Zur leichteren Übersichtlichkeit sind Worte von Markus <span style="color:#000099;">blau</span>, die von Theresa <span style="color:#ff0000;">rot</span>, Martins <span style="color:#009900;">grün</span> und meine <span style="color:#6600cc;">lila</span>.<br /></p><br /><div align="justify"><strong><span style="color:#000099;">Markus:</span></strong></div><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Kommentare zum Beitrag 'Bin ich ein ID-Vertreter?' (</span><a href="http://evolution-schoepfung.blogspot.com/2008/10/bin-ich-ein-id-vertreter.html"><span style="color:#000099;">http://evolution-schoepfung.blogspot.com/2008/10/bin-ich-ein-id-vertreter.html</span></a><span style="color:#000099;">)<br />Christoph argumentiert dort, dass man durch die Überprüfung (und den Ausschluss) natürlicher Erklärungsmöglichkeiten für einen Sachverhalt X höchstens schließen kann, dass X künstlicher Natur ist, nicht aber, dass X absichtsvoll geschaffen ('designed') ist.<br />Der Unterschied zwischen 'Künstlichkeit' und 'Design' macht durchaus Sinn. So ist es beim SETI-Programm sicher die 'Künstlichkeit' eines Signals, welche die Frage nach einer Verursachung durch eine Alien-Intelligenz des betreffenden Signals hervorruft. Eine Intelligenz wäre ganz einfach eine angemessene Ursache.<br />So hat man die regelmäßigen Signale von Pulsaren als möglicherweise 'künstlich' eingestuft, weil man keine natürlichen Quellen für ein solches Signal kannte. Damit war aber noch nicht gesagt, dass dieses Signal eine Botschaft trägt oder gar mit dem Ziel andere Intelligenzen zu kontaktieren abgestrahlt wurde. Das Signal hätte genausogut ein nicht beabsichtigtes Abfallprodukt einer Alien-Intelligenz sein können. In dem Sinne hat Christoph recht, wenn er schreibt: </span><br /></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Durch die Evaluation natürlicher Prozesse kann höchstens auf Künstlichkeit, nicht aber auf Design geschlossen werden.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Für etwas problematischer halte ich aber den Schluss:</span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Solange wir nichts über die Eigenschaften eines Urhebers eines künstlichen Produktes wissen, können wir unmöglich wissen, ob er es designte, oder nur "aus Versehen" (also ateleologisch) produzierte.</span></p></blockquote><br /><p align="justify"><span style="color:#000099;">Meiner Meinung nach ist die Suche nach Hinweisen auf intelligentes Eingreifen immer mit gewissen Vorannahmen über die verursachende Intelligenz verbunden. Es ist unsere Erfahrung als Intelligenzen, die uns das Wirken anderer Intelligenzen erkennen lässt. ('Nur eine Illusion' p.100).<br />Christoph argumentiert, dass Designer theoretisch etwas aus Versehen machen können (Metall-Klotz im Garten). Somit könnte der Klotz im Garten zwar (wie das Radio-Signal) künstlich sein, nicht aber beabsichtigt – wenn man keine für menschliche Intelligenzen aktuellen Maßstäbe anlegt.<br />Ich denke, dass Problem liegt hier in der Komplexität des jeweiligen Objekts. Ein regelmäßig wiederkehrendes Radiosignal ist genauso wie ein Metallklotz extrem simpel (wenngleich jeweils Abfall?-Produkt einer komplexen Technologie). Wenn wir postulieren, dass Radiosignal sei stattdessen Träger eines komplizierten Codes und der Metallwürfel Behälter für einen Roboter, sieht die Sache anders aus. Sowohl Radiosignal als auch Roboter würden durch ihre innere Teleologie nahelegen, dass sie an irgendeinem Punkt das Produkt eines absichtsvollen, intelligenten Urhebers waren – mithin ein 'intelligentes Design' darstellen. Dabei ist zu beachten, dass weder der Empfänger des Radiosignals noch die Positionierung des Roboter-Behälters im<br />Garten geplant sein müssen. Allein die Analyse des Radiosignals bzw. des Roboters zeigt in welchem Ausmaß Intentionalität und Intelligenz bei deren Entstehung involviert gewesen sein müssen: MINDESTENS soviel wie der Analyst benötigt um Radiosignal und Roboter nachzubauen ('reverse Engineering').<br />Wenn Christoph daher schreibt... </span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Wenn ich nur postuliere, der Urheber sei intelligent, aber sonst nichts, kann ich auch nicht ausschließen, dass er ein übernatürliches Wesen ist (oder ein hochentwickeltes Alien), das andauernd unbeabsichtigt Bakterienflagellen, DNA-Sequenzen und Eisen-Quader produziert. </span><br /></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">... kann ich dem nicht folgen. Bakterienflagellen und DNA-Sequenzen besitzen eine innere Teleologie die von Absicht zeugt – egal ob das für die dahinter stehende Intelligenz ein 'Klacks' ist oder nicht. (Das alles ist weder eine Frage der Macht noch der Höhe der Intelligenz.) Bakterienflagellen und DNA-Sequenzen werden in der Natur übrigens ständig 'unbeabsichtigt' erzeugt, allerdings nicht ohne komplexe Maschinerie im Hintergrund. Die Absicht liegt also im Programm. Sogar Eisen-Quader wären streng genommen auch nicht unbeabsichtigt, benötigen sie doch irgendeine Technologie, die sie erzeugt – selbst wenn sie nur unbedeutendes Abfallprodukt dieser Technologie wären.<br />IMHO ist also die Unterscheidung zwischen 'Künstlichkeit' und 'Design' im Prinzip sinnvoll, aber mit der Einschränkung, dass man zügig vom einen auf das andere kommt (wenn das Untersuchungsobjekt dies zulässt) ohne mehr als die üblichen spezifischen Annahmen über den Designer zu machen – dass er mindestens so viel können muss, wie der Mensch kann: Kreativität, Motivation, Absicht, Intelligenz, Macht. Eine Intelligenz die das nicht kann, produziert auch keine Bakterienrotationsmotoren bzw. wird keinerlei Spuren im Universum hinterlassen – muss uns also nicht kümmern. Eine Intelligenz, die unvorstellbar anders tickt als der Mensch muss uns auch nicht kümmern, weil wir dann keine 'Verbindung' zu ihr herstellen können, ergo keine Hinweise auf sie erkennen können.<br />Zudem bezweifle ich, dass der Weg immer 'Künstlichkeit' -> 'Design' ist. Das Wirbeltierauge ist alleine schon ob seiner komplexen teleologischen Struktur Kanditat für intelligentes 'Design' obwohl seine 'Künstlichkeit' heftig umstritten ist.<br />Teleologie spricht nun deshalb für ID, nicht nur weil sie erfahrungsgemäß nicht durch ungerichtete Prozesse entsteht, sondern weil Teleologie ein Paradoxon darstellt, welches nur durch Intentionalität gelöst werden kann: Das Spätere begründet das<br />Frühere. Die Chance ist freilich Teleologie als durch ungerichtete Mechanismen erzeugte Illusion zu entlarven. Die Vereitelung dieser Chance stärkt die 'Künstlichkeit'. Soweit meine Gedankensplitter zum Thema.</span></p></blockquote><br /><p align="justify"><strong><span style="color:#ff0000;">Theresa:</span></strong></p><blockquote><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Sogar Eisen-Quader wären streng genommen auch nicht unbeabsichtigt,<br />benötigen sie doch irgendeine Technologie, die sie erzeugt – selbst wenn sie nur unbedeutendes Abfallprodukt dieser Technologie wären.</span></p></blockquote><br /><blockquote><br /><p align="justify"><span style="color:#000099;">So hat man die regelmäßigen Signale von Pulsaren als möglicherweise 'künstlich' eingestuft, weil man keine natürlichen Quellen für ein solches Signal kannte. Damit war aber noch nicht gesagt, dass dieses Signal eine Botschaft trägt oder gar mit dem Ziel andere Intelligenzen zu kontaktieren abgestrahlt wurde. Das Signal hätte genausogut ein nicht beabsichtigtes Abfallprodukt einer Alien-Intelligenz sein können. </span></p></blockquote><br /><p align="justify"><span style="color:#ff0000;">Meiner Meinung nach widersprechen sich diese beiden Zitate.Wenn die Aliens irgendwelche Sachen produzieren, ist es doch egal ob dabei als Abfallprodukt Eisen-Quader, Signale oder Flagellen entstehen. Die Aliens beabsichtigen diese nicht. Darauf kommts doch an.Oder ich hab da was nicht verstanden...?</span></p></blockquote><br /><p align="justify"></p><br /><p align="justify"><strong><span style="color:#000099;">Markus:</span></strong></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Das Produkt an sich mag nicht beabsichtigt sein, aber auch als 'Abfall' weist es doch auf einen größeren Prozess oder Mechanismus hin, der absichtsvoll konstruiert ist. Die Gestaltung eines solches Mechanismus geht zudem mit der Entscheidung über die Art des produzierten 'Abfalls' einher. Vom Menschen konstruierte Fabriken produzieren Unmengen Ausschuss. Auch wenn der nicht das eigentliche Ziel der Produktion ist, so trägt er doch Hinweise auf Art und Ziel des Produktionsablaufes. Der Ausschuss ist so gesehen ein intelligentes Design für sich. Noch besser, wenn der 'Abfall/Ausschuss' es über eine innere Teleologie wie etwa das Flagellum verfügt.</span></p></blockquote><br /><p align="justify"></p><br /><p align="justify"><span style="color:#ff0000;"><strong>Theresa:</strong><br /></span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#ff0000;">Also sind jetzt die Signale aus dem All und die Abschläge auch Design, oder?Ansonsten bleibt für mich der Widerspruch bestehen.</span><br /></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Das Produkt an sich mag nicht beabsichtigt sein, aber auch als 'Abfall' weist es doch auf einen größeren Prozess oder Mechanismus hin, der absichtsvoll konstruiert ist.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#ff0000;">Das stimmt. Aber der Prozess ist nunmal konstruiert worden, um etwas anderes als diesen Abfall zu produzieren. Die Späne die beim Sägen entstehen sind auch Abfall. Ich weiß, dass sie durch Sägen (oder etwas ähnlichem) entstehen können. Trotzdem will ich ja nur ein schönes, gerades Brett sägen. Mein Brett ist designt, ich wollte es so. Was mit den Spänen ist (wie sie aussehen usw.) ist mir egal. Oder würdest du meinen die seien designt?<br /></span></p><br /><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Die Gestaltung eines solches Mechanismus geht zudem mit der Entscheidung über die Art des produzierten 'Abfalls' einher.</span></p></blockquote><br /><p align="justify"><span style="color:#ff0000;">Das mag sein, aber wenn der Abfall wirklich nur Abfall ist, dann hat sein Produzent ihn auch nicht gewollt bzw. ohne Intention produziert und damit auch nicht designt.</span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Noch besser, wenn der 'Abfall/Ausschuss' es über eine innere Teleologie wie etwa das Flagellum verfügt.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#ff0000;">Wenn es wirklicher Abfall ist, dann ist es auch egal ob dieser komplex, schön o.ä. ist.</span></p></blockquote><br /><p align="justify"><br /><span style="color:#000099;"><strong>Markus:</strong><br /></span></p><blockquote><blockquote><br /><p align="justify"><span style="color:#ff0000;">Also sind jetzt die Signale aus dem All und die Abschläge auch Design,<br />oder?</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Sie sind zumindest Hinweise auf Design. </span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#ff0000;">Wenn es wirklicher Abfall ist, dann ist es auch egal ob dieser komplex,<br />schön o.ä. ist.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">'Abfall' zu dessen Herstellung Planung nötig ist, ist kein 'Abfall' mehr - welche Rolle er auch in den Plänen des ursprünglichen Designers spielt. Es macht einfach keinen Sinn ein komplexes Organisationsgefüge als 'Abfall' zu bezeichnen. Wenn ein Nachbau des Flagellums Intelligenz und absichtsvolle Planung benötigt, dann kann man das als absolute Untergrenze auch für den ursprünglichen Designer annehmen. Es macht keinen Sinn so zu tun als wären Sägespäne dasselbe wie ein Flagellum. Oder so, als wäre Ausschussprodukt gleich Ausschussprodukt. Eine komplizierte aber während des Produktionsprozesses funktionslos gewordene Klammer ist nicht vergleichbar mit einem Sägespan. Ein regelmäßiges Signal - selbst wenn es nur das Produkt komplizierter Technologie sein kann und niemals in der Natur vorkommt - ist anders zu bewerten als ein Signal, welches eine Nachricht überträgt. Sogar wenn diese Nachricht nur eine Spam-Email mit unbestimmten Empfänger ist, also Quasi den Status von 'Abfall' hat.</span></p></blockquote><br /><p align="justify"></p><br /><p align="justify"><strong><span style="color:#009900;">Martin:</span></strong></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#009900;">Ähnliche Gedanken hatte ich auch. Wenn man davon ausgeht, dass 'artifiziell, aber ohne Absicht entstanden' unterscheidbar ist von 'durch reine blinde Naturgesetze entstanden', dann wär das doch schon ein Riesenschritt, oder? Bei SETI würde man schon das als Durchbruch feiern.[...]</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#009900;"></span></p><p align="justify"><span style="color:#009900;"></span></p><p align="justify"></p><br /><p align="justify"><strong><span style="color:#6600cc;">Christoph:</span></strong></p><blockquote><br /><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Okay, ich habe wohl für einige Unklarheiten [gesorgt, edit], denen ich mich jetzt widmen werde. [...]</span></p><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Zu Markus‘ erstem Beitrag:</span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Christoph argumentiert dort, dass man durch die Überprüfung (und den Ausschluss) natürlicher Erklärungsmöglichkeiten für einen Sachverhalt X höchstens schließen kann, dass X künstlicher Natur ist, nicht aber, dass X absichtsvoll geschaffen ('designed') ist.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Ja. Das ist das Entscheidende, das ist das Unbestreitbare und das einzige, worum es geht. Wenn wir die Definitionen wie gehabt beibehalten (Design= purposeful arrangement), dann ist an diesem Satz nicht die allerkleinste Bohne zu rütteln.</span> </p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Der Unterschied zwischen 'Künstlichkeit' und 'Design' macht durchaus Sinn. So ist es beim SETI-Programm sicher die 'Künstlichkeit' eines Signals, welche die Frage nach einer Verursachung durch eine Alien-Intelligenz des betreffenden Signals hervorruft. Eine Intelligenz wäre ganz einfach eine angemessene Ursache.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Beziehungsweise: Die natürlichen Ursachen sind unangemessen. Auf Künstlichkeit schließen wir in der Regel negativ.</span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">So hat man die regelmäßigen Signale von Pulsaren als möglicherweise 'künstlich' eingestuft, weil man keine natürlichen Quellen für ein solches Signal kannte. Damit war aber noch nicht gesagt, dass dieses Signal eine Botschaft trägt oder gar mit dem Ziel andere Intelligenzen zu ontaktieren abgestrahlt wurde. Das Signal hätte genausogut ein nicht beabsichtigtes Abfallprodukt einer Alien-Intelligenz sein können. </span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Exakt. Bei allem, was jetzt kommt, möchte ich auf eines hinweisen: Versteift euch nicht auf die Beispiele – da vergisst man schnell, was als logisches eigentlich dahintersteckt. Es gilt:</span></p><strong><blockquote><p align="justify"><strong><span style="color:#000099;">Christoph argumentiert dort, dass man durch die Überprüfung (und den Ausschluss) natürlicher Erklärungsmöglichkeiten für einen Sachverhalt X höchstens schließen kann, dass X künstlicher Natur ist, nicht aber, dass X absichtsvoll geschaffen ('designed') ist.</span></strong></p></blockquote></strong><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Und deduktiv können wir daraus schließen, dass es so auch mit dem Signal ist (und auch bei allen anderen Sachen!).</span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">In dem Sinne hat Christoph recht, wenn er schreibt:</span> </p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Durch die Evaluation natürlicher Prozesse kann höchstens auf<br />Künstlichkeit, nicht aber auf Design geschlossen werden.</span></p></blockquote></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Ich denke nicht, dass es nur „in dem Sinne“/Beispiel so ist. Es gilt generell und steht a priori und per Definition fest. Siehe den zitierten Satz oben – es leitet sich alles aus den Defintionen heraus ab. Da kann man nichts dran rütteln. Theresa hat darauf ganz richtig hingewiesen.</span></p><br /><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Für etwas problematischer halte ich aber den Schluss:</span> </p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Solange wir nichts über die Eigenschaften eines Urhebers eines künstlichen Produktes wissen, können wir unmöglich wissen, ob er es designte, oder nur "aus Versehen" (also ateleologisch) produzierte.</span></p></blockquote></blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;"><span style="color:#6600cc;">Moment. <em>Im Grunde</em> ist das dasselbe wie oben – beziehungsweise, hier ist ein kleines Element mehr dabei: Ich sage hier wieder, dass allein auf der Ebene der Betrachtugn natürlicher Prozesse kein „Design“ identifizierbar sei. Dem hast Du ja zugestimmt. <em>Des Weiteren</em> postuliere ich nun, dass das möglich sein könnte, wenn man auch Eigenschaften über den Designer voraussetzt. Darüber können wir gerne diskutieren. Das ändert aber nichts an der Gültigkeit der ersten Feststellung.</span> </span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Meiner Meinung nach ist die Suche nach Hinweisen auf intelligentes Eingreifen immer mit gewissen Vorannahmen über die verursachende Intelligenz verbunden. Es ist unsere Erfahrung als Intelligenzen, die uns das Wirken anderer Intelligenzen erkennen lässt. ('Nur eine Illusion' p.100).</span></p></blockquote><br /><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Ein absolut gültiges SD-Argument.</span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Christoph argumentiert, dass Designer theoretisch etwas aus Versehen machen können (Metall-Klotz im Garten). Somit könnte der Klotz im Garten zwar (wie das Radio-Signal) künstlich sein, nicht aber beabsichtigt – wenn man keine für menschliche Intelligenzen aktuellen Maßstäbe anlegt.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Ich „argumentiere“ eigentlich nicht, ich bringe lediglich Beispiele für einen Satz, dessen Richtigkeit <em>einzig und allein</em> von den Definitionen für „Design“, „Künstlichkeit“ und „nätürlich“ abhängt. Da ich diese Definitionen vorgegeben habe, kann man mir eigentlich nur widersprechen, indem man für sich beschließt, andere Defintitionen zu verwenden (ich sagte früher beispielsweise: „Design ist, was design-fähige Agenten produzieren“), oder zeigt, warum der Satz nicht aus den Definitionen folgen sollte. </span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Ich denke, dass Problem liegt hier in der Komplexität des jeweiligen Objekts.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Ja. Das ist <em>ein</em> Parameter – der andere ist aber immer der Verursacher: Struktur X ist für Verursacher A nur durch Absicht zu verwirklichen, für Verursacher B jedoch auch „nebenbei“. Die komplexere Struktur Y erfordert vllt. Auch bei B absichtsvolles handeln. Man kann nun die Komplexität der Struktur beliebig steigern, du wirst niemals zu einem Punkt kommen, wo kein Denkbarer Verursacher modellierbar ist, der zu ihrer Produktion nicht designen müsste. Das sollte uns auch nicht verwundern – schließlich ist der Satz oben gültig. Unabhängig von den Beispielen, die wir<br />dazu finden.</span> </p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Ein regelmäßig wiederkehrendes Radiosignal ist genauso wie ein Metallklotz extrem simpel (wenngleich jeweils Abfall?-Produkt einer komplexen Technologie). Wenn wir postulieren, dass Radiosignal sei stattdessen Träger eines komplizierten Codes und der Metallwürfel Behälter für einen Roboter, sieht die Sache anders aus.</span></p></blockquote><br /><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Nein, nein, nein und nochmals nein. Es ist <em>exakt</em> dieselbe Sache, nur dass es nun schon einen <em>sehr</em> komplexen Verursacher bräuchte, der sowas „aus Versehen“ macht. Du weißt schon: So ein unendliches Wesen vom Typ ich-nies‘-mal-und’s-gibt-nen-big-bang. Sowas hälst Du für unplausibel? So nen Verursacher nimmst Du nicht an? Das schmeckt dir nicht? Klar – Du darfst das ausschließen! Mache ich auch. Aber dann bin ich eindeutig im Bereich von ID! Deshalb schrieb ich:</span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Wenn ich nur postuliere, der Urheber sei intelligent, aber sonst nichts, kann ich auch nicht ausschließen, dass er ein übernatürliches Wesen ist (oder ein hochentwickeltes Alien), das andauernd unbeabsichtigt Bakterienflagellen, DNA-Sequenzen und Eisen-Quader produziert. Niemand kann im Rahmen von lediglich intelligentem Design so etwas ausschließen. Und daher ist auch niemand in der Lage von Künstlichkeit ausgehend auf bloßes intelligentes Design zu kommen.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Bedenke mal, du schreibst:</span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Wenn ein Nachbau des Flagellums Intelligenz und absichtsvolle Planung benötigt, dann kann man das als absolute Untergrenze auch für den ursprünglichen Designer annehmen.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Das halte ich für komplett falsch. Damit setzt du voraus, dass die "teleologische Quelle" nicht mehr Dinge unbeabsichtigt produzieren kann, als dein hypothetischer Molekularbiologe - SD in Reinform! Nur weil eine nahezu gelähmte Person viel Absicht aufbringen müsste, um mit einem Stift auf ein Blatt Papier etwas zu kritzeln, weil es sie sehr anstrengt, heißt das doch nicht, dass das auch für mich durchdachtes Handeln erfordert...</span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Sowohl Radiosignal als auch Roboter würden durch ihre innere Teleologie<br />nahelegen, dass sie an irgendeinem Punkt das Produkt eines absichtsvollen, intelligenten Urhebers waren – mithin ein 'intelligentes Design' darstellen.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Nur, weil Du bereits Eisnchränkungen zum Designer machst, die in den logischen Kategorien nicht enthalten sind.</span> </p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Dabei ist zu beachten, dass weder der Empfänger des Radiosignals noch die Positionierung des Roboter-Behälters im Garten geplant sein müssen.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Das ist ein ganz anderes Thema. Darauf werde ich an anderer<br />Stelle eingehen.</span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Allein die Analyse des Radiosignals bzw. des Roboters zeigt in welchem Ausmaß Intentionalität und Intelligenz bei deren Entstehung involviert gewesen sein müssen: MINDESTENS soviel wie der Analyst benötigt um Radiosignal und Roboter nachzubauen ('reverse Engineering').</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Was immer Du für eine Struktur anführst (ob DNA, Flagelle, Auto, Universum, Bewusstsein………………, wirklich <em>ganz</em> egal!) kannst Du auf negativem Weg (was können natürliche Prozesse) bestimmen, dass es künstlich ist (mit eine Einschränkung, die später mal kommt, aber theoretisch geht es). Darauf aufbauend kannst Du ne ganze Menge SD betreiben: Du hast Design-Erfahrungen, Menschen können keine Bakterien bauen, bisher. Das ist ne wichtige Info. Menschenähnliche Designer-Kandidaten sind daher keine guten, für ein tragfähiges SD-Modell. So kann man zwischen SD-Modellen vergleichen. Auf der anderen Seite können wir auch sagen: Wenn der Designer in etwa uns ähnlich ist (vllt. Ein bisschen voraus), dann ist er auch nicht SOOOO extrem hochentwickelt, dass er Flagellen und Autos aus Versehen produzieren könnte. Dein Reverse Engineering ist daher eine erstklassige<br />SD-Methodik. Aber ansonsten gilt hier exakt das gleiche, wie für das einfache Radio-Signal. Die Künstlichkeit ist natürlich bei einem Roboter schneller zu erkennen, keine Frage. Aber die Designtheit ist ohne Vorgabe eines Designers nicht beantwortbar. Meistens geben wir ganz intuitiv einen Verursacher vor – wenn ich in meinem Garten was finde, denke ich, es war ein Mensch. Wenn aus dem All was kommt, denken gewissen Leute, es waren Aliens. Sie denken dabei an diverse Filme über Außerirdische und ihnen ist klar: Wenn der Verursacher aussah, wie E.T., dann hat er nicht „aus Versehen“ die Kreiszahl Pi bis auf 100 000 Stellen gefunkt. Bei wahsninnig komplexen Strukturen (Roboter usw.) kann es sein, dass deine Vorgabe wirklich nur ist, dass Du nicht annimmst, der Verursacher sei unendlich (oder nahezu unendlich mächtig; du kennst ja sicher diese Argumente; was in extrem fortschrittlichen Zivilisationen geschähe, wäre für uns – vllt. Sogar prinzipiell!!! – nur als Magie erkenntlich). Aber das ist SD – so wie jeder Schluss auf Design letztendlich SD ist, weil er das per Definition sein muss, da es per Definition per ID nicht sein kann. Du machst den Fehler, dass Du annimmst - wie weiter oben schon dargelegt - dass verschiedene Designer gleich viel Intentionalität benötigen würden. Das ist aber ganz einfach deswegen nicht richtig, weil die Designer nicht gleich sein müssen. Was für dich eine riesen Plan-Aktion braucht, kann für ein wahnsinnig komplexes Alien etwas sein, was es ganz ohne Überlegen hinbekommt.</span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Wenn Christoph daher schreibt... </span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Wenn ich nur postuliere, der Urheber sei intelligent, aber sonst nichts, kann ich auch nicht ausschließen, dass er ein übernatürliches Wesen ist (oder ein hochentwickeltes Alien), das andauernd unbeabsichtigt Bakterienflagellen, DNA-Sequenzen und Eisen-Quader produziert.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">... kann ich dem nicht folgen. Bakterienflagellen und DNA-Sequenzen besitzen eine innere Teleologie die von Absicht zeugt – egal ob das für die dahinter stehende Intelligenz ein 'Klacks' ist oder nicht.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Wenn es für sie ein „Klacks“ ist, dann kann sie das ganze auch ohne Intention gemacht haben – sonst denkst du dir offensichtlich bereits einen Designer, für den das eben <em>kein</em> Klacks ist…</span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">(Das alles ist weder eine Frage der Macht noch der Höhe der Intelligenz.)<br />Bakterienflagellen und DNA-Sequenzen werden in der Natur übrigens ständig 'unbeabsichtigt' erzeugt, allerdings nicht ohne komplexe Maschinerie im Hintergrund. </span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Das führt nun sehr weit vom Thema weg. Es ist selbstverständlich auch Counterflow, wenn das intelligente Wirken nicht im Resultat oder Prozess, sondern in den Ausgangsbedingungen steckt.</span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Die Absicht liegt also im Programm. </span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Nicht unbedingt. Das Künstliche liegt im Programm. Ob auch Absicht darin liegt kannst Du nur entscheiden, wenn du etwas bekannt gibst über den/die/das, der/die/das das Künstlich eproduziert haben soll(en).</span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Sogar Eisen-Quader wären streng genommen auch nicht unbeabsichtigt, benötigen sie doch irgendeine Technologie, die sie erzeugt – selbst wenn sie nur unbedeutendes Abfallprodukt dieser Technologie wären.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Doch. Gemäß der Definitionen sind sie unbeabsichtig. Ich denke, du hast das gemacht, wovor ich vorher schon gewarnt habe: Du hast die Definitionen und den Satz um den es ging aus den Augen verlassen und hast dich so sehr auf der Beispiel-Ebene bewegt, dass du dabei plötzlich aus diesen induktiv neue Definitionen hergeleitet hast.</span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Zudem bezweifle ich, dass der Weg immer 'Künstlichkeit' -> 'Design' ist. Das Wirbeltierauge ist alleine schon ob seiner komplexen teleologischen Struktur Kanditat für intelligentes 'Design' obwohl seine 'Künstlichkeit' heftig umstritten ist.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;"><em>Das</em> habe ich nie behauptet! Ich denke, dass im Rahmen von SD auch Design festgestellt werden kann, wo nichtmal die Künstlichkeit zwingend zu sein scheint. Ich habe dafür sogar ein Beispiel genannt – die Craig-Sequenz: </span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Die Sequenz ist so wenig spezifiziert-komplex, dass man sie allein auf dieser Grundlage wohl nicht mal als künstlich ausweisen könnte.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">Zu Markus‘ zweitem Beitrag:</span></p><blockquote><p align="justify"><span style="color:#000099;">Das Produkt an sich mag nicht beabsichtigt sein, aber auch als 'Abfall' weist es doch auf einen größeren Prozess oder Mechanismus hin, der absichtsvoll konstruiert ist. Die Gestaltung eines solches Mechanismus geht zudem mit der Entscheidung über die Art des produzierten 'Abfalls' einher. Vom Menschen konstruierte Fabriken produzieren Unmengen Ausschuss. Auch wenn der nicht das eigentliche Ziel der Produktion ist, so trägt er doch Hinweise auf Art und Ziel des Produktionsablaufes. Der Ausschuss ist so gesehen ein intelligentes Design für sich.<br />Noch besser, wenn der 'Abfall/Ausschuss' es über eine innere Teleologie wie etwa das Flagellum verfügt.</span></p></blockquote><p align="justify"><span style="color:#6600cc;">So, jetzt sind wir endgültig vom Thema abgekommen. :-) Was Du gerade sagst Markus ist so viel, wie: „Wenn wo was Künstliches ist, dann weiß ich, dass es irgendwo auch was Designtes geben muss, sonst gäbe es dieses Beiprodukt nicht“. Das klingt ja sehr plausibel: Und wenn es nur das gewollte Kratzen des übernatürlichen Wesens an seiner Nase ist, durch die nebenbei, irgendwie, eben die Welt entstand. (Wer würde sagen, das sei eine zu triviale Ursache – für diese Welt werden nochweit aus trivialere (gar nicht künstliche!) Ursachen diskutiert. Einen solchen Verursacher einfach auszuschließen geht schondeswegen nicht einfach so.) Mit kleineren Einschränkungen hast Du ja auch Recht: Wenn Du was Künstliches findest, dann heißt es, dass es einen Verursacher geben muss, der sowas auch designen könnte – und wahrscheinlich sogar noch viel komplexere Dinge designen kann! Klar! Das stimmt. Keine Frage! Absolut <em>keine</em> Frage. Ich habe nie behauptet, die Feststellung von Künstlichkeit wäre eine Kleinigkeit! In keinster Weise ist sie das! Aber sie ist eben noch nicht der Feststellung von Design gleich und das kann sie auch keinesfalls sein, sonst begeht man einen Kategoriefehler. Klar ist es ne wichtige Feststellung, dass die Flagelle künstlich ist. Aber darum geht’s nicht bei ID: „purposeful arrangement“ – darum geht’s. Wer was anderes meint – okay, soll er eben sagen: „Die Flagelle/das Signal ist künstlich.“ Wenn er das auf negativem Argumentationsweg belegen kann – keine Frage! Nur zu. Das beweist viel (ein „Riesenschritt“, wie Martin sagt) – aber kein Design im speziellen, vorliegenden Fall. Und darum geht’s doch – darum, sagen zu können, ob Struktur X designt ist, oder nicht. Wem’s nur darum geht, irgend ne Intelligenz nachzuweisen, der sollte das so sagen – allerdings kann man das dann auch nicht mehr hinter nem angeblichen Forschungsprogramm verstecken, wenn doch dann ganz egal ist, was im Einzelfall rauskommt. Wem es nur um diese Feststellung geht, der kann doch gleich sagen: ich suche nach Künstlichkeit und will damit nen Gottesbeweis führen. (beziehungsweise den beweis eines Wesens, das sehr komplex ist – ob es sich für uns interessiert usw. ist dann natürlich immer noch ne andere Frage…).</span></p><br /><blockquote></blockquote></blockquote><br /><p align="justify"></p>Christoph Heilighttp://www.blogger.com/profile/14821482434552478341noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-24056920.post-73217301754329396852008-10-14T15:15:00.005+02:002008-10-15T07:01:33.445+02:0014. Wissenschaftstheorietagung der "Studiengemeinschaft Wort und Wissen"Marco schrieb unter einen meiner <a href="http://evolution-schoepfung.blogspot.com/2008/10/bin-ich-ein-id-vertreter.html">Beiträge </a>kürzlich:<br /><blockquote>Ich bin etwas betrübt. [...] Es gibt dort eigentlich nichts mehr, über das man diskutieren könnte, oder worüber man sich wirklich amüsieren könnte.[...] Und nun wird auch noch der Hauptautor dieses Blogs hier "vernünftig". Eigentlich schade! ;-) [...]Aber es bleiben ja noch Hoffnungsschimmer! [...][K]önnen wir wenigstens ab und an einen Thread zum Erdalter o.ä. haben?[...]Solche Argumentationen [Grundtypen von W+W, Anm. C.H.] vermisse ich doch sehr. Ich möchte daher anregen, auf diesem Blog wenigstens ab und an noch schönen Unsinn zu verzapfen, davon hat es in letzter nun wirklich enttäuschend wenig gegeben!</blockquote><br />Ich freue mich daher ganz besonders, ihn - und alle anderen interessierten Leser dieses Blogs - zu meinem Referat auf der <a href="http://wort-und-wissen.de/fachgruppen.html"><strong>14. Wissenschaftstheorietagung der Studiengemeinschaft Wort und Wissen</strong> </a>vom 5. bis 7. Dezember einzuladen, auf der ich folgendes Thema behandeln werde:<br /><br /><ul><li>Christoph Heilig: <strong>Vom Verhältnis der teleologischen Perspektive zur biblischen Schöpfungslehre. Warum das spezifische Design-Modell von „Wort und Wissen“ weitaus mehr zu bieten hat, als der Ansatz des „intelligenten Designs“. </strong><strong> </strong></li></ul>Für alle, denen ID zu inhaltslos zu ernsthaftem Bashing war, dürfte mein Beitrag dort sehr erfreulich sein, weil er für eben jene "Torheit" eintreten wird, die Marco sich so sehr wünscht.<br /><br />Aber auch<strong> <span style="color:#6666cc;">diejenigen, die einfach eine sachliche Diskussion suchen, sich für die dort zur Sprache kommenden Standpunkte ehrlich interessieren, oder - ich wage es kaum auszusprechen - sogar etwas ähnliches vertreten, seien auf diese Veranstaltung ganz besonders hingewiesen! ;-)</span></strong><span style="color:#6666cc;"><br /><strong></strong></span>Christoph Heilighttp://www.blogger.com/profile/14821482434552478341noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-24056920.post-40975956944109704072008-10-13T11:46:00.002+02:002008-10-13T12:13:46.675+02:00MDT - ein SD-ModellIch habe vor einiger Zeit eine wirklich sehr intelligente Kritik am ID-Ansatz gefunden, die ich - nach diesem <a href="http://evolution-schoepfung.blogspot.com/2008/10/bin-ich-ein-id-vertreter.html">Beitrag </a>- nun gerne mit euch teilen möchte, sofern ihr sie noch nicht kennt. Es handelt sich dabei um die <a href="http://pandasthumb.org/archives/2004/09/introduction-to.html">"Multiple Designers Theory"</a> von Richard B. Hoppe. Wenn man den auf der angegebenen Seite eingestellten Links folgt, findet man noch viele weiter Informationen dazu. Richard macht deutlich, dass ein Design-Ansatz ohne Designer-Bezug letztendlich nichts Neues generieren kann. Auch wenn Richards Motivation, eben <em>nicht </em>von einem einzelnen Designer auszugehen natürlich eine gewisse Ironie birgt und die Arbeit auch ansonsten nicht an Seitenhieben spart, halte ich sie dennoch für sehr wertvoll und weit mehr als eine gute Satire, da sie auf sehr lockere Art und Weise zeigt, wie man ein "Mehr" gegenüber dem Design-Ansatz von Dembski et al. erarbeiten könnte. Der Text ist daher ein Muss für jeden, der an der Ausarebeitung der teleologischen Perspektive interessiert ist.Christoph Heilighttp://www.blogger.com/profile/14821482434552478341noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-24056920.post-75127608386725895542008-10-11T22:58:00.006+02:002008-10-12T17:16:59.708+02:00Bin ich ein „ID-Vertreter“?<span xmlns=""><p align="justify"><strong><span style="font-size:130%;">Einleitung:<br /></p></span></strong><p align="justify">Diese Frage stelle ich mir in letzter Zeit häufiger – vor allem, weil es immer mehr andere Menschen zu bezweifeln scheinen. Grund war vor allem dieser <a href="http://evolution-schoepfung.blogspot.com/2008/08/intelligentes-optimales-und.html">Beitrag</a> (falls noch nicht bekannt, bitte erst lesen, ich baue hier darauf auf), in dem ich "ID" als Forschungsprogramm eine Absage erteilte. Ich möchte an dieser Stelle in sehr kurzer Form meine Position beschreiben, in naher Zukunft wird dies auch ausführlicher geschehen.<br /></p><p align="justify"><strong><span style="font-size:130%;">Klarstellungen:<br /></span></p></strong><p align="justify"><em><span style="font-size:130%;">I. "Intelligent Design" als teleologische Perspektive</span></em></p><p align="justify">Ich denke, dass "Design", welches ich nach Del Ratzsch ("Nature, Design and Science", S. 3) als "a deliberately intended or produced pattern" definiere, generell auch in der Biologie eine Rolle spielen <em>könnte</em>. Da ich persönlich ein Design aus Glaubensgründen für diese Welt voraussetze, bin ich <em>in diesem Sinne </em>ein ID-Vertreter. Das "intelligent" steht hier zur Abgrenzung von "unintelligentem" Design durch natürliche Prozesse (vergleiche dazu meinen Beitrag mit Theresa im letzten "Studium Integrale Journal"). </p><p align="justify"></p><p align="justify"></p><p align="justify"><em><span style="font-size:130%;">II. "Intelligent Design" als Methode der Design-Erkennung </span></em></p><p align="justify">Die allererste Frage, die sich nun stellt ist, wie Design erkannt werden kann. "Intelligent Design" ist ein Antwortversuch. ID steht demnach für eine bestimmte <em>Methode </em>der Design-Erkennung. Dabei wird über den Designer nicht mehr vorausgesetzt, als dass er "intelligent", also zu teleologischem Agieren fähig, sei. Das Adjektiv ist nicht nur eine notwendige, sondern auch eine hinreichende Beschreibung dieses Agenten. Diese Methode vertrete ich nicht mehr (auch wenn ich noch in Sokrates 2 (2008), 19-38 "Das Analogieargument – Kritik und Gegenkritik" versucht habe, diesen Schluss auf <em>intelligentes </em>Design zu rechtfertigen). Was sind meine Gründe für diese Meinungsänderung? Nehmen wir an, wir betrachten einen Stein und wollen wissen, ob er einen intelligenten Ursprung hat, oder nicht. Das können wir recht gut abschätzen, indem wir natürliche Prozesse [1] auf ihre Leistungsfähigkeit untersuchen. Können sie die Form schlecht erklären, nehmen wir mit Recht an, der Stein sei das Produkt eines intelligenten Agenten, also künstlich [2]. Doch ist dieser Gegenstand auch "Design"? Handelt es sich bei ihm um ein anvisiertes und durch teleologische Prozesse verwirklichtes Ziel, um ein Werkzeug? Oder handelt es sich nur um einen Abschlag, der zwar einen intelligenten Ursprung hat, aber nicht beabsichtigt war und damit auch kein Design ist? "Design ist simply the <em>purposeful </em>arrangement of parts." (<a href="http://www.arn.org/docs/behe/mb_idfrombiochemistry.htm">Mike Behe</a>) – Design ist nicht etwa das Produkt von Agenten, die Fähig sind zum "purposeful arrangement", nein das Design <em>ist</em> zweckmäßig! Wir halten also fest: <strong>Durch die Evaluation natürlicher Prozesse kann <em>höchstens </em>(s. [2]) auf Künstlichkeit, nicht aber auf Design geschlossen werden. </strong></p><p align="justify">Wie kommen wir von der Feststellung von Künstlichkeit auf Design? Hier scheiden sich die Geister. Die einen (Dembski, Behe, Meyer, Lönnig usw.) meinen, es genügt zu sagen, dass der Verursacher der Künstlichkeit intelligent ist, ich denke, dass man – um von "artificial" zu "designed" zu kommen – weitere Voraussetzungen über den spezifischen Designer braucht. Schauen wir uns mal ein Beispiel eines Design-Arguments an, einen <a href="http://www.evolutionnews.org/2008/02/wired_magazine_makes_biologica.html">Beitrag</a> von Luskin. Dieser sagt dort (bitte den Kontext nachlesen): </p><blockquote><p align="justify">What we see here are complex sequences that match a specific pattern that can be derived independently from those sequences—the hallmark of design.</p></blockquote><p align="justify">Die Sequenz ist so wenig spezifiziert-komplex, dass man sie allein auf dieser Grundlage wohl nicht mal als künstlich ausweisen könnte. Vergleiche dazu auch diesen <a href="http://telicthoughts.com/design-in-proteins/">Beitrag</a> von Mike Gene. Aber: Wir <em>wissen, </em>dass Sequenzen dieser Art auftreten sollten, da Craig das angekündigt hatte. Wir können eine ganze Reihe solcher Voraussetzungen machen, die es uns erlauben, nicht nur Künstlichkeit, sondern sogar Design anzunehmen: </p><ul><li><div align="justify">Wir wissen, dass Craig designt hat.<br /></div></li><li><div align="justify">Wir wissen, dass er genau diese Sequenz manipuliert hat.<br /></div></li><li><div align="justify">Wir wissen, was er für Möglichkeiten hat.<br /></div></li><li><div align="justify">Wir wissen ungefähr, was er designen wollte: Botschaften.<br /></div></li><li><div align="justify">Wir wissen, dass Craig sehr egozentrisch ist, daher können wir auch vermuten, dass er über sich selbst „schreiben“ würde.<br /></div></li></ul><p align="justify">Da wir das wissen, ist es nicht schwer, den positiven Schluss auf Design zu tätigen. Das ist aber spezifisches Design und <em>grundverschieden </em>von ID. Denn: <strong>Solange wir nichts über die Eigenschaften eines Urhebers eines künstlichen Produktes wissen, können wir unmöglich wissen, ob er es designte, oder nur "aus Versehen" (also ateleologisch) produzierte. </strong></p><p align="justify">Wenn ich in meinem Garten einen großen Metall-Klotz finde, nehme ich an, er sei künstlich (natürliche Prozesse bringen so etwas soweit ich weiß nicht hervor) und schließe darüberhinaus auch auf Design. Ganz einfach, weil ich annehme, der Urheber sei ein menschliches Wesen (SD-Voraussetzung!). Ich muss aber beispielsweise klar benennen, zu was der postulierte Urheber fähig ist, ohne dafür absichtsvoll handeln zu müssen. Ohne diese Spezifizierung kann ich niemals eine Aussage darüber treffen, ob die von ihm verursachte Struktur praktisch "nebenbei" entstehen konnte, oder sein planvolles Agieren benötigte. Im Fall des angenommenen <em>menschlichen </em>Designers heißt das: Ich weiß, dass der Urheber sehr beschränkt in seinen Möglichkeiten ist. Ich <em>weiß</em>, dass er so etwas nicht "aus Versehen" macht. "So etwas" (hier: der Quader) meint: Eine Struktur deren ateleologische Entstehung durch einen spezifizierten Urheber so unplausibel ist, dass ich annehme, er habe absichtsvoll gehandelt. Wenn ich meine, der Metall-Klotz gehe auf einen unglaublich komplexen Außerirdischen zurück, der durchaus "aus Versehen" solche Sachen produzieren könnte, würde ich im Rahmen dieses SD-Modells für diesen Fall nicht notwendigerweise auf Design schließen – der Quader könnte auch einfach <em>nur </em>künstlich, aber nicht designt, sein. Ich muss Dinge über den Urheber voraussetzen, die über seine Eigenschaft "intelligent" hinausgehen [3]. Wenn ich nur postuliere, der Urheber sei intelligent, aber sonst nichts, kann ich auch nicht ausschließen, dass er ein übernatürliches Wesen ist (oder ein hochentwickeltes Alien), das andauernd unbeabsichtigt Bakterienflagellen, DNA-Sequenzen und Eisen-Quader produziert. Niemand kann im Rahmen von lediglich intelligentem Design so etwas ausschließen. Und daher ist auch niemand in der Lage von Künstlichkeit ausgehend auf bloßes intelligentes Design zu kommen. In <em>diesem </em>Sinn bin ich also <em>kein </em>ID-Vertreter. Der Schluss auf Design ist möglich – aber nur im Rahmen von <em>spezifischem</em> Design. </p><p align="justify">SD ist natürlich etwas "unattraktiv": Der Schluss auf Design kann auch nur dann "objektiv" sein, wenn der <em>Designer</em> für alle Wissenschaftler vorausgesetzt werden kann. Ansonsten ist er immer nur für bestimmte Gruppen plausibel oder nicht. Genau diese Situation haben wir, wenn sich SD auf den Ursprung des Universums, Lebens usw. (aber nicht unbedingt der einzelnen <a href="http://evolution-schoepfung.blogspot.com/2007/11/kreationistenfeindlichkeit-macht-blind.html">Hunde</a>rassen) bezieht. Meine Vorstellungen über die Feststellung von "Design in Nature" (SD statt ID!) ist in US-amerikanischen Kreisen sicher auch deswegen recht unbeliebt, weil der Schluss auf Design und Forschung im Design-Paradigma eben plötzlich doch metaphysische Bezüge enthalten, damit nicht mehr so schön objektiv sind, und schon gar nicht eine gleichwertige "Theorie" liefern, welche im Biologie-Unterricht mit der Erweiterten Synthetischen Evolutionstheorie verglichen werden könnte. </p><p align="justify"></p><p align="justify"><em><span style="font-size:130%;">III. "Intelligent Design" als Forschungsprogramm</span></em></p><p align="justify">Wie im oben verlinkten Beitrag bin ich außerdem der Meinung, ID als <em>Forschungsprogramm </em>(also nicht nur als Design-Erkennungs-Methodik) liefere keine fruchtbaren Ansätze, so lange man die Spezifizierung des Designers nicht zulässt. Auch in diesem Sinn bin ich also kein ID-Vertreter, auch wenn ich denke, dass Design in Form von SD-Forschungsprogrammen eine Rolle für die naturwissenschaftliche Betätigung spielen könnten – zumindest theoretisch. Ohne diese Modellbildung ist die teleologische Perspektive schlicht inhaltsleer – ganz so, wie eine ateleologische Perspektive ohne Theorien, wie die von Darwin inspirierte, es wäre.<br /></p><p align="justify"><strong><span style="font-size:130%;">Danke:<br /></span></p></strong><p align="justify">Ich möchte an dieser Stelle, an diesem vorläufigem Rastplatz auf meiner Turbo-Odyssee durch die Ursprungsfrage, zwei Menschen von ganzem Herzen danken, die maßgeblichen Anteil an jedem Fortschritt hatten, den ich im Bezug auf das Thema gemacht habe: Reinhard Junker und Theresa Haller. Ersterer hat mich in unzähligen Diskussionen dazu gezwungen, meine Position immer wieder aufs Neue zu überdenken. Letztere hat es binnen Monaten in einer gnadenlosen aber unendlich konstruktiven Kritik geschafft, mir so ziemlich jede meiner Lieblingsideen zu zerstören und mir Inkonsistenz in gerade denjenigen Punkten meiner Argumentation aufzuzeigen, auf die ich am meisten stolz war.<br /></p><p align="justify"><br /></p><p align="justify"><strong><span style="font-size:130%;">Endnoten:<br /></span></p></strong><p align="justify">[1] "Natürlich" ist hier als Gegenstück zu "künstlich" gemeint und nicht im Wortpaar zu "übernatürlich". Auch die Gegenüberstellung "natürlich vs. künstlich" hat seine Schwierigkeiten, die mir bewusst sind: Ist das Künstliche letztendlich nicht einfach eine Unterkategorie des Natürlichen? Das mag sein, darum soll es hier nicht gehen. Man könnte die beiden Kategorien wie hier verwendet dennoch voneinander unterscheiden. "Künstlichkeit" ginge dann eben auf besonders komplexe Natürlichkeit zurück. Die Worte sind nicht ideal, aber ich denke, mit diesen Abklärungen sollte das Verständnis doch möglich sein.<br /></p><p align="justify">[2] Unplausibilität der natürlichen Ansätze ("Counterflow") alleine genügt aber an für sich noch nicht, um gerechtfertigt auf Künstlichkeit zu schließen. Es kommt hier noch ein weiteres Element hinzu, dass ich in einem weiteren Beitrag diskutieren möchte und was dem Schluss auf Künstlichkeit die Transsubjektivität raubt.<br /></p><p align="justify">[3] Eine andere vom Designer zu liefernde Rahmenbedingung ist seine Bereitschaft, etwas zu designen. Wenn ich in eine Schnecke finde, deren Matsch deutlich das Profil eines Schuhs angenommen hat, ist es durchaus plausibel, anzunehmen, diese Formgebung sei künstlich. Ich würde aber wohl kaum auf die Idee kommen, es handle sich dabei um Design, wenn ich bedenke, dass ich mich in einem buddhistischen Kloster und nicht in meinem Garten befinde.<br /></p></span>Christoph Heilighttp://www.blogger.com/profile/14821482434552478341noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-24056920.post-85042218916235622642008-10-01T13:04:00.003+02:002008-10-01T13:36:44.490+02:00Galaxien gehen eigene WegeEs wird dunkler im All: Neben dunkler Materie und dunkler Energie gibt es nun auch dunkle Bewegung. Wie <a href="http://www.sciencenews.org/view/generic/id/36959/title/Galaxies_on_the_move">Science News</a> berichtet, entdeckten Forscher, dass sich rund 700 Galaxien-Cluster mit etwa 1000 km pro Sekunde auf einen Punkt am südlichen Sternenhimmel zu bewegen, und das unabhängig von der Expansion des Universums. Der Grund dafür ist bisher unbekannt und liegt möglicherweise nicht innerhalb des sichtbaren Universums. Die Astronomen um Alexander Kashlinsky und Harald Ebeling konnten das Ergebnis erst selbst nicht glauben und überprüften ihre Ergebnisse ein Jahr lang, bevor sie sie veröffentlichten. Ob die Entdeckung sogar die grundlegende Annahme der Astronomie, dass Struktur und Dichte der Materie im gesamten Universum gleich sind, in Frage stellt, müssen wohl weitere Forschungen zeigen.<br /><br /><br /><a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://www.nasa.gov/centers/goddard/images/content/276172main_darkflow_clusters_HI.jpg"><img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer; width: 320px;" src="http://www.nasa.gov/centers/goddard/images/content/276172main_darkflow_clusters_HI.jpg" alt="" border="0" /></a><br /><span style="font-size:85%;">Siehe auch: <a href="http://www.space.com/scienceastronomy/080923-dark-flows.html">Mysterious 'Dark Flow' Discovered in Space</a><br /><a href="http://www.nasa.gov/centers/goddard/news/topstory/2008/dark_flow.html">Scientists Detect Cosmic Flow Across Billions of Lightyears</a><br /><br />(Bildquelle: www.NASA.gov)</span><br /><span style="font-weight: bold;"><span style="font-weight: bold;"></span></span><span style="font-family:Verdana, Helvetica, sans-serif;font-size:100%;color:#1b4872;"><b></b></span>Martin Funkehttp://www.blogger.com/profile/00631885672821508758noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-24056920.post-18502502042053666542008-10-01T10:29:00.004+02:002008-10-01T11:11:21.318+02:00"Spore game: Intelligent Design promotes Evolution"<div align="justify">Das Computer-Spiel Spore ist stark frequentiert. Ja geradezu ein Bestseller. Es soll spielerisch die Makroevolutionsfähigkeiten des Lebens vermitteln. Aus diesem Grunde wird es auch meist von der Mainstream-Biologie sehr gelobt [1]. Kritik umfasst die Vermarktungsstrategie und technische Details wie der Kopierschutz.<br /><br />Der berühmt-berüchtigte Stringtheoretiker Lubos Motl, selbst kein irgendwie gearteter Anänger des Intelligent Design, sieht in diesem Spiel dennoch mehr als nur Evolutionspropaganda fürs Kinderzimmer.<br /><br />Unter gleichlautendem Titel dieses Beitrags schreibt er auf seinem Blog:<br /><br /><blockquote><p align="justify">While your role in the game is to be <em>God</em> (or "<em>a god</em>", in this case) and help the creation of new life forms by <em>your intelligent design</em>, I guess that the people who play the game will end up believing and understanding evolution more than they did before. [2, <span style="font-size:85%;">Hevorhebung nicht im Original</span>]</p></blockquote><br /><br /><br />Wirklich interessant: Unter Zuhilfenahme eines Intelligent Design kann man Evolution also viel besser verstehen als zuvor. Für mich keine Überraschung.<br /><br />Es ist schon bemerkenswert, dass man im Rahmen einer Computersimulation darauf verzichtet mit verhältnismäßig kleinen aber dem Spielfluss nicht hinderlichen Zufallsvariationen bezüglich von Form und Funktionen der dargestellten Lebewesen zu operieren. Statt dessen wird nach Anhäufung von genügend DNA-Punkten, die man auch erst mal erspielen muss indem man schwächere Lebewesen oder Pflanzen verspeist und sich vor stärkeren Organismen in Acht nimmt, ein Spore-Labor zur Verfügung gestellt, in dem man dann die nun - je nach angenommener Entwicklungsstufe - neuen Merkmale selbst kreieren soll.<br /><br /><br /><strong>Links zum Thema:</strong><br /><br />[1] Zum Beispiel <a href="http://www.newscientist.com/channel/opinion/mg19926752.300-interview-the-games-master.html?DCMP=ILC-hmts&nsref=top1_head_The%20games%20master">Newscientist: The games master</a><br /><br />[2] <a href="http://motls.blogspot.com/2008/09/spore-game-intelligent-design-promotes.html">Motl: Spore Game: Intelligent Design promotes Evolution</a><br /><br />[3] <a href="http://www.sporepedia.com/">Sporepedia</a></div>Klaus Langehttp://www.blogger.com/profile/17491183740943528221noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-24056920.post-1099362813799790442008-09-22T12:47:00.002+02:002008-09-22T12:51:06.975+02:00Wie wissenschaftler Fortschritt funktioniert...William A. Dembski im Jahr <a href="http://www.designinference.com/documents/2002.10.27.Disciplined_Science.htm">2002</a>:<br /><br /><blockquote>"We have done amazingly well in creating a cultural movement, but we must<br />not exaggerate ID's successes on the scientific front."</blockquote><p>William A. Dembski im Jahr <a href="http://www.uncommondescent.com/intelligent-design/november-apologetics-conference-we-need-more-than-good-arguments/">2008</a>:</p><blockquote><p>"We’ve made a good case. What we need now are good legal and political<br />strategies."</p></blockquote><p> </p><p> </p><p> </p><p><br /> </p><blockquote><p> </p></blockquote>Christoph Heilighttp://www.blogger.com/profile/14821482434552478341noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-24056920.post-89400689109369721492008-09-14T22:07:00.001+02:002008-09-14T22:07:11.752+02:00BAP-Das Biologische Anthropische Prinzip<span xmlns=''><p>Es dürfte kein Geheimnis sein, dass ich mich für eine teleologische Perspektive auf die Ursprungsfrage interessiere und diese gerne als fruchtbares Forschungsprogramm etabliert sähe. Ich habe auf diesem <a href='http://evolution-schoepfung.blogspot.com/2008/08/intelligentes-optimales-und.html'>Blog </a>auch schon dargelegt, weshalb die "Teleologisten" jedoch noch weit von einem solchen Erfolg entfernt sind, und was eine notwendige Bedingung für diesen wären. <br/><br/>An dieser Stelle möchte ich - nur kurz, vielleicht habe ich später mal mehr Zeit für eine detailliertere Kritik - auf einen Argumentationsstrang für "intelligentes Design" in der Natur eingehen, der meines Erachtens problematisch ist. Gerne lasse ich mich jedoch von Vertretern des ID-Ansatzes, die diesen Blog lesen, eines besseren belehren und überzeugen…<br /></p><p>Die Argumentationslinie, die ich meine, wird von Mike Gene in seinem Buch "The Design Matrix" wohl am besten dargestellt. Reinhard Junker gibt sie in einer Rezension für diesen <a href='http://evolution-schoepfung.blogspot.com/2008/03/evolution-front-loaded.html'>Blog</a> wie folgt wieder:<br /></p><p>"Schon die Existenz eines Codes kann eher als Hinweis auf Design denn als Hinweis auf eine nicht-teleologische Entstehung gewertet werden (Niemand würde sagen: ‚Weil es einen genetischen Code gibt, ist das Leben vermutlich ohne intelligente Ursache entstanden', S. 74)."<br /></p><p>Generell ist das eine recht moderate Argumentationsweise, die mir daher weitaus sympathischer ist, als die Bekundigungen eines transsubjektiven Teleologie-Nachweises in der Biologie nach dem Muster Dembskis. Andererseits kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass mit dieser Aussage im Grunde <em>gar kein </em>Argument vorliegt.<br /></p><p>Ein solches ID-Argument im Sinne Genes wäre ein abduktiver Schluss, wie ihn Reinhard Junker in einem <a href='http://evolution-schoepfung.blogspot.com/2008/01/id-und-abduktive-erklrungen-in-der.html'>Beitrag</a> vorgestellt hat. Was ist nun das Problem mit dieser <em>a posteriori-</em>Folgerung? Das "Resultat" (Junker), also der Code, ist nach allem, was wir wissen, eine notwendige Voraussetzung für das Leben, und damit auch für den Wissenschaftler, welcher mit dem Phänomen dieses Codes konfrontiert wird. Wie soll nun dieses Resultat ("Code") als Argument für eine teleologische Ursprungssicht herangezogen werden, wenn ohne dieses Resultat überhaupt keine Überlegungen zu eben diesem Ursprung gemacht werden könnten? Es stimmt, niemand würde sagen: "Weil es einen genetischen Code gibt, ist das Leben vermutlich ohne intelligente Ursache entstanden." Aber ebenso wenig macht der Satz Sinn: "Weil es einen genetischen Code gibt, ist das Leben vermutlich durch intelligente Ursache entstanden."<br /></p><p>Es gibt schließlich keine andere mögliche Beobachtung (kein Code), die zumindest prinzipiell möglich wäre. Also ist es schon <em>deshalb</em><br /> <em>unmöglich </em>, dass wir ein anderes Resultat als "Code" beobachten können. <br /></p><p><em>Wirkliche </em>Design-Argumente müssten doch viel mehr so strukturiert sein, dass sie sich auf Eigenschaften beziehen, deren Existenz unter der Vorgabe einer ateleologischen Entstehung der Welt nicht zu erwarten sind, unter der Vorgabe eines teleologischen Ursprungs jedoch möglich, beziehungsweise unter der Voraussetzung eines spezifischen Designers sogar zu erwarten sind. Außerdem darf es jedoch nicht sein, dass diese Eigenschaft vorliegen <em>muss, </em>damit wir überhaupt existieren können.<br /></p><p>Als ich das erste mal "The Privileged Planet" sah, hatte ich denselben intuitiven Einwand: Da wurde von "Details" berichtet, was mich natürlich prinzipiell <a href='http://evolution-schoepfung.blogspot.com/2008/08/den-vgeln-schne-augen-gemacht.html'>ansprach</a>. Dann jedoch wurde die entscheidende Frage gestellt: Würde sich herausstellen, dass all diese Details – die uns ein Leben jenseits der bloßen Zweckmäßigkeiten, Forschung und vieles mehr ermöglichen – mit Parametern verbunden sind, die für die Existenz von Leben unerlässlich sind, oder nicht?<br /></p><p>Beide Beobachtungen sind sicher mit einer teleologischen Perspektive kompatibel (nicht unbedingt mit jedem SD-Modell), aber als <em>Argument</em> für diese Ursprungssicht gegenüber der ateleologischen, hätte in meinen Augen nur die Beobachtung gegolten, dass wir Menschen astronomisch gesehen "verwöhnt" sind, mit Details, die genauso gut auch nicht vorliegen könnten. Stattdessen aber stellte sich heraus, dass diese Details sich aus lebensnotwendigen anderen Faktoren ergaben. <em>Wo </em>bleibt da das Argument? Wäre die Realität gegensätzlich gestaltet, <em>dann </em>läge doch eher ein Argument für Design vor: Angenommen, unsere Welt ist voller Details, die aber nicht da sein müssten, nur weil wir sie beobachten können, also existieren, dann stellt sich doch viel eher die Frage nach deren Herkunft, als wenn die Welt nur dann ohne sie sein könnte, wenn dadurch auch auf uns verzichtet würde. <br /></p><p><br /> </p><p><br /> </p><p><br /> </p></span>Christoph Heilighttp://www.blogger.com/profile/14821482434552478341noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-24056920.post-86839634923841419032008-09-10T17:51:00.004+02:002008-09-11T14:05:23.079+02:00Evolution der Unvernunft<p style="margin-bottom: 0cm;font-family:verdana;"><span style="font-size:85%;">Kevin Foster, Evolutionsbiologe an der Universität Harvard, argumentiert, <a href="http://www.newscientist.com/channel/being-human/dn14694-superstitions-evolved-to-help-us-survive.html?feedId=online-news_rss20">dass abergläubische Vorstellungen positive Auswirkungen auf das eigene Überleben haben können</a>. </span></p> <p style="margin-bottom: 0cm;font-family:verdana;"><span style="font-size:85%;">So könnte für einen prähistorischen Menschen Rascheln im Gras bedeuten, dass sich ein Räuber nähert, was verständlicherweise die Option eines taktischen Rückzugs nahe legt. Die meiste Zeit wird zwar der Wind die Geräusche ausgelöst haben, aber für den Fall dass es doch Löwen sind, dürften die Menschen die zum vorsorglichen Rückzug tendieren bessere Überlebenschancen haben. </span></p> <p style="margin-bottom: 0cm;font-family:verdana;"><span style="font-size:85%;">In diesem Fall sorgt also die Verknüpfung 'Rascheln-Löwen' für das Überleben, obwohl sie <span style="font-style: italic;">meistens</span> falsch ist. Diese Verknüpfung könnte nun dogmatisch verabsolutiert werden, wodurch sie zum Aberglauben absinkt.</span></p> <p style="margin-bottom: 0cm;font-family:verdana;"><span style="font-size:85%;">An sich ist das nur eine 'just so story', die man für jeden beliebigen Aberglauben erfinden kann und die man prinzipiell auch in die andere Richtung erzählen kann (also <span style="font-style: italic;">gegen</span> den Überlebensvorteil abergläubischer Vorstellungen). Kevin Foster versucht mit seinem Kollegen über solche 'just so stories' hinauszugehen, doch darum geht es mir hier nicht.</span></p> <p style="margin-bottom: 0cm;font-family:verdana;"><span style="font-size:85%;"><br /></span> </p> <p style="margin-bottom: 0cm; font-weight: bold;font-family:verdana;"><span style="font-size:85%;">Jenseits des Aberglaubens</span></p> <p style="margin-bottom: 0cm;font-family:verdana;"><span style="font-size:85%;">Für mich ist vielmehr die menschliche Fähigkeit einen Aberglauben als solchen zu entlarven faszinierend. Die meisten Menschen sind problemlos in der Lage zu erkennen, dass das Rascheln des Grases auf verschiedene Ursachen zurückgehen kann und Löwen nur eine von mehreren Möglichkeiten darstellen. Sie würden sich verstandesmäßig gegen die <i>dogmatische Verabsolutierung</i> der Verknüpfung 'Rascheln-Löwe' wehren, sofern sie nicht durch soziale und kulturelle Traditionen dahingehend geformt wurden. Aber auch in letzterem Fall könnten sie durch ihren Verstand immer noch ermutigt werden solche Traditionen zu hinterfragen. Die Tatsache, dass der Mensch in der Lage ist, abergläubische Vorstellungen als solche zu erkennen, verstandesmäßig zu widerlegen und ihnen vielleicht sogar dann zu entkommen, wenn sie zu seinem kulturellen Erbe gehören, ist bedeutungsvoll. Sie ist ein Indiz dafür, dass 'Aberglaube' keine 'Funktion' des menschlichen Gehirns ist, sondern ein der Korrektur bedürftiger Zustand. Menschen produzieren ständig irgendwelche Fehlschlüsse und oft können sie durch vernünftige Argumente davon abgebracht werden – warum sollen abergläubische Vorstellungen da eine Ausnahme sein? </span></p> <p style="margin-bottom: 0cm;font-family:verdana;"><span style="font-size:85%;"><br /></span> </p> <p style="margin-bottom: 0cm; font-weight: bold;font-family:verdana;"><span style="font-size:85%;">Evolution vs. Vernunft</span></p> <p style="margin-bottom: 0cm;font-family:verdana;"><span style="font-size:85%;">Die Antwort auf die Frage ist einfach: Evolutionstheoretisch wäre nicht zu erwarten, dass der menschliche Verstand in einer Weise arbeitet, die es ermöglicht tiefe Wahrheiten über die Welt herauszufinden. Wie in der Evolution üblich rechtfertigt sich auch der menschliche Verstand nur über die Ermöglichung einer möglichst hohen <span style="font-style: italic;">Reproduktionsrate</span>: Wenn die 'Fähigkeit' zum Aberglauben die Zahl der Nachkommen erhöht, wird sie sich durchsetzen. Evolutionär gesehen ist der menschliche Verstand nicht geschaffen die Wahrheit akkurat zu erfassen. </span></p> <p style="margin-bottom: 0cm;font-family:verdana;"><span style="font-size:85%;">Nun kann man einwenden, dass die Fähigkeit hinter die Dinge zu blicken, die Realität und ihre komplexen Zusammenhänge zu erfassen und Täuschungen (wie etwa abergläubische Vorstellungen) als solche zu erkennen, tatsächlich einen Selektionsvorteil bietet. Am Ende des Tages hat eben doch derjenige mehr Erfolg der mehr kann als ein paar Bananen zu pflücken (z.B. einen <span style="font-style: italic;">Large Hadron Collider</span> bauen...). Doch ein Bekannter hat mich auf folgenden Aspekt hingewiesen: Jeder weiß was passiert, wenn man die meisten Tiere vor einen Spiegel setzt: Sie erliegen hoffnungslos der simplen Täuschung, dass es sich dabei um einen Artgenossen handelt. Offensichtlich haben diese Lebewesen keinen Denkapparat evolviert, der ihnen ein echtes Verstehen der sie umgebenden Welt ermöglichen wird. Und trotzdem reproduzieren sie sich prächtig. Evolutionär gesehen ist der Mensch in keiner besseren Position als Tiere, die vor dem Spiegel versagen. Nichts garantiert ihm, dass er sich auf seine Vernunft verlassen kann. Unter evolutionstheoretischen Gesichtspunkten gibt es keinen Anlass zu der Vermutung, dass das Universum der menschlichen Vernunft zugänglich ist (wenn er nur hart genug daran arbeitet) bzw. das Universum und die menschliche Vernunft kompatibel sind.</span></p> <p style="margin-bottom: 0cm;font-family:verdana;"><span style="font-size:85%;"><br /></span> </p> <p style="margin-bottom: 0cm; font-weight: bold;font-family:verdana;"><span style="font-size:85%;">Fazit</span></p> <p style="margin-bottom: 0cm;font-family:verdana;"><span style="font-size:85%;">Es geht also nicht einfach um 'just so stories' zur Entstehung abergläubischer Vorstellungen. Dahinter steckt mehr. Wenn der Mensch und sein Hirn als Sitz des Denkvermögens das Produkt ungerichteter evolutionärer Abläufe ist, gibt es keinen Anlass der menschlichen Vernunft zu trauen. Es gibt dann logischerweise auch keine Basis wissenschaftlichen 'Entdeckungen' Vertrauen zu schenken - inklusive den Theorien wonach der Mensch das Resultat ungerichteter Naturabläufe sei (<a href="http://www.calvin.edu/academic/philosophy/virtual_library/articles/plantinga_alvin/naturalism_defeated.pdf">siehe die diesbezügliche Argumentation von Alvin Plantinga</a>).</span></p>Markus Rammerstorferhttp://www.blogger.com/profile/16936166467003087622noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-24056920.post-50814663186772588872008-09-10T14:56:00.010+02:002008-09-16T14:13:26.600+02:00Supersymmetrie als mathematisches Designsignal<div align="justify"><br /><br /><strong>Dirac und die Antimaterie</strong><br /><br />Unabhängig davon ob man Zahlen (nicht ihr Formalismus, die Ziffern) als menschliche Erfindungen ansieht, oder als etwas, was Menschen nur als Abstraktion von gegebenen Verhältnissen (Anzahl von materiellen Objekten) gefunden haben, weil Zahlen an sich den grundlegenden Bauplan der Natur bilden, so kann man diese analysieren.<br /><br />So zeichnet sich die 9 aus, weil sie eine Ganzzahl als Wurzelausdruck besitzt. Jedoch scheint das nur künstlich konstruiert zu sein, denn die gefundnen/erfundenen Rechenoperationen liefern scheinbar unnötigen Ballast, denn es ist nicht nur 3*3 = 9, sondern auch (-3) * (-3) = 9.<br /><br />Quadratzahlen kann man sich in der Berechnung von Grundstückflächen sehr gut vorstellen, jedoch fragt man sich unweigerlich, was denn ein 9 Quadratkilometer großes Grundstück sein soll, das aus negativen Seitenlängen etwa (-3) * (-3) = 9 gebildet wird?<br /><br />So betrachtet haben wir wieder einmal eine der typischen Modellfehlkonstruktionen. Wirklich? Ähnlich erging es Paul Dirac der bei seiner Formulierung der Vereinigung von spezieller Relativitätstheorie und Quantenmechanik physikalisch bis dato nicht sinnvolle Lösungen erhielt. Neben den bekannten Teilcheneigenschaften gab es auch solche, die bei der Ladung ein umgekehrtes Vorzeichen besaßen (bei gleicher Masse). In unserem Bild also negative Seitenlängen. Nur gut, dass Paul Dirac 1928 seine Theorie dennoch verteidigte. Er hatte ein sehr großes Vertrauen in die Mathematik und meinte, dass es für diese Lösungen auch eine sinnvolle Entsprechung in der Natur geben muss. Sonst, so seine Überlegung, würde die Mathematik diese Lösungen einfach nicht anbieten.<br /><br />Dirac kam zu dem Schluss, dass es zur bekannten Materie eben auch eine Art von Anti-Materie geben müsste. Selbstverständlich wurde dies als pure Spekulation von den Physikern damals abgelehnt. Doch glücklicherweise dauerte es in diesem Fall nicht lange, dass Anti-Materie mit dem angegebenen Vorzeichenwechsel bei der Ladung gefunden werden konnte, was Dirac den Nobelpreis einbrachte.<br /><br />Doch nicht immer hat man soviel Glück, dass eine rein mathematische Vorhersage eine schnelle Bestätigung findet. Das hängt auch vom Gegenstand der Betrachtung ab.<br /><br />Sind wir aber wie Dirac der Meinung, dass Lösungen, die uns die Mathematik in einem entsprechend konsistenten Rahmen anbietet, auch Entsprechungen in der Natur haben sollten, eben weil wir von der Mathematik als Fundament der Welt, von einer inneren Logik des Aufbaus, ausgehen, dann können wir entsprechende Erwartungshaltungen formulieren und gelassen den Messungen zukünftiger Forscher entgegensehen.<br /><br /><br /><strong>Vervollständigung der physikalischen Symmetrien als Designsignal</strong><br /><br />In der Physik betrachtet man unter anderem Raum-Zeit-Symmetrien. Darunter versteht man die Koordinatenunabhängigkeit bezüglich grundlegender Bewegungen. So darf keine gleichförmige Bewegung zu einer beschleunigten Bewegung werden, nur weil wir eine Änderung des Referenzsystems, in dem wir die Bewegung beschreiben, vornehmen.<br /><br />Man unterscheidet in diesem Sinne drei Raum – Zeit – Symmetrien:<br /><br /><em>- Verschiebung des räumlichen Koordinatenursprungs: Wenn ich das Koordinatensystem um einen Betrag delta verschiebe, dann ändert sich nichts an den Naturgesetzen.<br /><br />- Drehung des räumlichen Koordinatensystems: Eine Drehung des Koordinatensystems um den Ursprung mit einen Winkel alpha ändert auch nichts an den Naturgesetzen.<br /><br />- Verschiebung des Nullpunkts der Zeitachse: Eigentlich, wenn wir mit Minkowski von der Einheit von Raum und Zeit in einer Raumzeit ausgehen, ist dieser Punkt schon in der Verschiebung des Koordinatenursprungs enthalten, wenn wir raumzeitliche Koordinaten betrachten. Es soll aber hier noch einmal verdeutlicht werden, dass eine Änderung der Zeitachse keine Auswirkung haben dürfen. Wenn ich meine Uhrzeit umstelle, dann ändere ich natürlich nicht meine Naturgesetze. Ich habe nur eine neue Uhrzeit.</em><br /><br /><br />Gibt es noch mehr Symmetrien? Ja! Neben diesen äußeren Symmetrien gibt es noch die inneren Symmetrien der Teilchenwelt {1}. Im Jahre 1967 wurde bewiesen, dass die äußeren und inneren Symmetrien nie gemischt seien {2}. Doch dieser Beweis galt nur unter bestimmten Voraussetzungen und es zeigte sich, dass diese Voraussetzung zu speziell war {3}.<br /><br />Bei Berechnungen zur Stringtheorie, wenn man statt Punktteilchen nun Teilchen mit eindimensionaler Ausdehnung verwendet, entdeckte 1971 Pierre Ramond die rein mathematische Möglichkeit einer weiteren Symmetrie {4}, die später so genannte Supersymmetrie, die aber bislang nicht experimentell beobachtet wurde. Es stellte sich heraus, dass diese Supersymmetrie auch auf Punktteilchen anwendbar war {5}, wenn auch nicht mit der gleichen Notwendigkeit wie bei der Stringtheorie {6}. <br /><br />Wenn wir der Mathematik genauso vertrauen, wie Dirac dies tat, dann neigt man zu der Annahme, dass es aus Gründen der mathematischen Vollständigkeit eben auch diese noch ausstehende Symmetrie in der Natur geben muss. In der Konsequenz bedeutet das nichts weniger als ein Kriterium zur Falsifizierung des Prinzips, dass die Natur einem mathematischen Design unterliegt.<br /><br />Max Tegmark bezeichnet ein solches Design als mathematisches Universum, das als abstrakte Struktur unabhängig vom Menschen (oder anderer außerirdischer Intelligenz) existiert:<br /><br /><blockquote>I explore physics implications of the External Reality Hypothesis (ERH) that there exists an external physical reality completely independent of us humans. I argue that with a sufficiently broad definition of mathematics, it implies the Mathematical Universe Hypothesis (MUH) that our physical world is an abstract mathematical structure. I discuss various implications of the ERH and MUH, ranging from standard physics topics like symmetries, irreducible representations, units, free parameters, randomness and initial conditions to broader issues like consciousness, parallel universes and Gödel incompleteness. I hypothesize that only computable and decidable (in Gödel’s sense) structures exist, which alleviates the cosmological measure problem and may help explain why our physical laws appear so simple. [1]</blockquote><br /><br />Sind alle mathematisch möglichen Lösungen im genannten konsistenten Rahmen der MUH, so auch bei den Symmetrien, verwirklicht, dann haben wir es mit einem mathematischen Designsignal zu tun. Ist diese mögliche Symmetrie nicht Bestandteil der Natur, dann wäre dieses Universum mathematisch unvollständig, wir können dann nicht von einem mathematischem Design {7} des Universums sprechen, sondern müssen uns mit einem Flickenteppich aus realisierten und nicht realisierten Teillösungen begnügen, was immer man daraus auch philosophisch schließen möchte.<br /><br /><br /><strong>Drehimpuls und Spin</strong><br /><br />Schauen wir uns die Grundlagen dieser Supersymmetrie genauer an. Im quantenmechanischen Rahmen gibt es bezogen auf die Teilchen Symmetrieeigenschaften. Es gibt Symmetrie bezüglich von Translation in Raum und Zeit und auch bei Rotation. Hier müssen wir aber Drehimpuls und Spin unterscheiden.<br /><br />Stellen wir uns den Drehimpuls mittels eines Pfeils parallel zur Rotationsachse vor. Die Ausrichtung der Pfeilspitze wählen wir so, dass von ihrem Ende aus gesehen das Objekt entgegen dem Uhrzeigersinn rotiert. Die Länge des Pfeils zeigt den Betrag des Drehimpulses an, der zur Drehgeschwindigkeit des Objektes und seines Trägheitsmomentes proportional ist. Der Drehimpuls eines rotierenden klassischen Objektes (zum Beispiel eines Planeten) bleibt ohne einwirkende Drehkräfte unverändert.<br /><br />Wir geben nun eine beliebige Richtung im Raum vor und erhalten so die senkrechte Projektion des Drehimpulspfeils auf diese Raumrichtung. Wir erhalten einen kürzeren oder gleichlangen Komponentenpfeil, der entgegen oder in der vorgegebenen Raumrichtung zeigen kann. Diese Komponente erhält ein negatives Vorzeichen, wenn der Pfeil entgegen der vorgegebenen Richtung ausgerichtet ist. Nennen wir die Länge des Drehimpulspfeils L und die Länge der Drehimpulskomponente K inklusive Vorzeichen, so kann K kontinuierlich alle Werte zwischen -L und L annehmen, je nach gewählter Raumrichtung. Die Drehimpulskomponente ist dann am größten, wenn die vorgegebene Richtung mit der Richtung des Drehimpulspfeils übereinstimmt (K = L) oder entgegengesetzt ausgerichtet ist (K = -L).<br /><br />Gehen wir genauso bei einem Elektron vor, so erleben wir eine Überraschung. Statt kontinuierlicher Werte zwischen -L und L messen wir für die Komponente nur zwei Werte, entweder den Wert L oder –L. Dabei hat L den Wert ½ {8}. Das Elektron besitzt somit den Spin ½. Generell lässt sich feststellen, dass die maximale Spinkomponente eines jeden Teilchens ein ganzes Vielfaches von ½ beträgt, kurz: n/2 mit n als eine positive ganze Zahl einschließlich Null.<br /><br />Damit sind aber nun auch Spin-Werte möglich, wie 0 (bei n=0) oder 1 (bei n=2) oder aber auch 3/2 (bei n=3) usw {9}.<br /><br /><br /><strong>Supersymmetrie</strong><br /><br />Es gibt also vom Spin her betrachtet zwei große Teilchensorten. Solche mit ganzzahligem Spin (0, 1, 2, …) und solche mit halbzahligem Spin (1/2, 3/2, 5/2, …). Diese Unterscheidung ist so wichtig, dass man eigene Namen diesen beiden Teilchensorten gab. Die Teilchen mit ganzzahligem Spin nennt man Bosonen {10} und den Teilchen mit halbzahligem Spin Fermionen {10}.<br /><br />Bosonen treten in der Natur als Wechselwirkungsteilchen auf. Sie übertragen eine Kraft. Die Lichtteilchen – Photonen – zum Beispiel haben den Spin 1 und die – noch nicht direkt nachgewiesenen – Gravitonen als Träger der Gravitationskraft haben den Spin 2.<br /><br />Hingegen bilden Fermionen die Materieteilchen. So haben wir im Beispiel des Elektrons schon gesehen, dass es den Spin ½ besitzt. Dies gilt auch für die Quarks, auch sie haben den Spin ½. Aus den Quarks bestehen wiederum die bekannten Protonen und Neutronen.<br /><br />Warum die Natur diese Zweiteilung von Materie- und Wechselwirkungsteilchen vornimmt, blieb ein Mysterium. Die Supersymmetrie zeigt nun, dass jedem Boson ein Fermion zugeordnet ist und umgekehrt. Zwischen Bosonen und Fermionen besteht also eine Symmetrie. Wechselwirkungsteilchen und Materieteilchen sind somit zwei Seiten einer Medaille.<br /><br />Das Bild der Medaille veranschaulicht uns auch sehr schön, warum in diesem Zusammenhang bestehende Symmetriebrüche in der Physik unschädlich sind. Bei physikalischen Symmetrien kommt es darauf an, dass man zeigt, dass zwei verschiedene Seiten - hier Bosonen und Fermionen - zu <em>einer</em> Medaille gehören. <br /><br />Selbstverständlich müssen die sogenannten Superpartner der bestehenden Elementarteilchen um einiges mehr Masse besitzen, weil man sie ja sonst schon gesehen hätte. Diese Asymmetrie bezüglich der Massen tut aber der Supersymmetrie der Fermionen - Bosonen - Verbindung keinen Abbruch. Die beiden Seiten der einen Medaille dürfen, um im Bild zu bleiben, unterschiedliche Prägungen tragen und auch aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Die physikalische Symmetrie besteht darin, dass sie zu der einen Medaille gehören {11}.Zumindest bezüglich der Symmetrie erscheint die Natur mit der Supersymmetrie als wie aus einem Guss {12} mathematisch designt.<br /><br /><br /><span style="font-family:courier new;font-size:85%;"><strong><span style="font-size:100%;">Vertiefende Anmerkungen</span></strong><br /><br />{1} Diese sind mit den inneren Eigenschaften der Elementarteilchen verknüpft. So gibt es Gruppen von Teilchen (Nukleon, Pion, Kaon, …) mit jeweils fast gleicher Masse aber verschiedener elektrischer Ladung. Dieser Massenentartung liegt die Isospin - Symmetrie der Gruppe SU(2) zugrunde. Eben weil Hadronen aus Quarks zusammengesetzt sind. Wir müssen den Isospin der Quarks berücksichtigen.<br /><br />{2} Das Coleman – Mandula Theorem. Beispielsweise tragen die in {1} genannten Quarks nun so genannte Farbladungen („rot“, „grün“, „blau“), die sich zu „weiß“ addieren. Es gibt nun keine Abhängigkeit von etwa Farbladung und der Drehrichtung des Hadrons.<br /><br />{3} Gemeint ist die Voraussetzung, dass innere wie auch die Raum-Zeit-Symmetrie durch eine Lie Gruppe darstellbar sind. Die Raum-Zeit-Symmetrien (als Poincaregruppe) und die Eichsymmetrien genügen dieser Anforderung. Nun gibt es aber verschiedene Lie Gruppen, die dieselbe Lie Algerba haben. Somit ist in der Quantentheorie weniger die Lie Gruppe sondern die Lie Algebra entscheidend. Kurz: Man darf die ursprüngliche Voraussetzung fallen lassen, in dem man neben den antisymmetrischen Kommutatoren nun auch symmetrische Antikommutatoren zulässt. Die Poincaregruppe wird somit erweitert und damit auch die Raum-Zeit-Symmetrie. Diese Erweiterung ist eine mathematisch mögliche Symmetrie der Quantentheorie.<br /><br />{4} Tatsächlich ging man der Frage nach, ob man nicht gleich noch weitere mögliche Symmetrien übersehen hatte. Aber es ist diesbezüglich bewiesen, dass es keine weitere Symmetrie der Quantentheorie geben kann. Die Supersymmetrie würde die Symmetrien der Quantenmechanik abschließend vervollständigen.<br /><br />{5} Dabei handelt es sich um das bahnbrechende Modell von Wess und Zumino aus dem Jahre 1973.<br /><br />{6} Das Standardmodell mit seinen Punktteilchen kommt auch ohne die Supersymmetrie aus, sie verbietet diese aber nicht. Hingegen würde die Superstringtheorie sofort falsifiziert, wenn man beweisen könnte, dass die Supersymmetrie auf Teilchenebene nicht in der Natur vorkommt. Genau darum geht es bei den Messungen am LHC vom CERN. Die Stringtheorie war bis 1971 zwar ein interessantes Modell, doch hatte es den Schönheitsfehler, dass man die eindimensionalen Fadenteilchen nur auf Bosonen anwenden konnte. Erst die Berechnungen von Ramond 1971 zeigten, dass sie auch für Fermionen über die Verknüpfung mit den Bosonen durch eine mögliche Supersymmetrie gelten kann. Die Supersymmetrie wurde daher erstmals durch Berechnungen im Rahmen der Stringtheorie als physikalische Möglichkeit erkannt. Für die Stringtheorie ist sie eine physikalische Notwendigkeit.<br /><br />{7} Wie auch auf meiner Blog-Seite im Untertitel zu sehen präferiere ich stets den Begriff des mathematischen Designsignals. Ob man sich ein mathematisches Design nur als Ausdruck einer persönlichen Intelligenz vorstellen kann oder doch andere Ursachen bevorzugt, hängt wohl von der philosophischen Prägung ab. Mathematisches Design ist eine unabhängige Abstraktionsstufe. Somit kann man mich fachlich in erster Linie als Anhänger der MUH – Mathematical Universe Hypothesis – (s.[1]) betrachten. Dennoch will ich nicht verhehlen, dass ich persönlich den Ursprung des mathematischen Designs stets als von einem Logos kommend betrachte (Evangelium nach Johannes, Kapitel 1 Vers 1).<br /><br />{8} Das Plancksche Wirkungsquantum als Faktor mit der doppelten Kreiszahl pi lässt man weg, um es nicht immer mitschreiben zu müssen. Der exakte Wert wäre eigentlich ½*(h/(2 pi)).<br /><br />{9} Die Messwerte können auch negative Werte annehmen, was ja mit der Ausrichtung des Drehimpulspfeils zusammenhängt.<br /><br />{10} Bosonen sind nach indischen Physiker Satyendra Nath Bose</span><span style="font-family:courier new;font-size:85%;"> benannt. Fermionen sind nach dem italienischen Physiker Enrico Fermi benannt.<br /><br />{11} Gleiches gilt auch bezüglich der CP-Verletzung, die ja nur für die schwache Wechselwirkung gilt. Für die starke wie auch für die elektrische ist die Symmetrie vollständig verwirklicht. In der kombinierten CPT-Symmetrie gilt sie sogar auch für die schwache Wechselwirkung. Was die mathematischen Gleichungen im konsistenten Rahmen (siehe [1]) zulassen, ist verwirklicht. Das gilt für die Symmetrien, wie auch für ihre partiellen Verletzungen.<br /><br />{12} Interessant ist, dass erst durch die Supersymmetrie auch eine exakte Vereinigung von starker und schwacher Kernkraft mit der elektromagnetischen Kraft möglich wird.<br /><br /></span><br /><strong>Weiterführende Literatur</strong><br /><br />[1] The Mathemtical Universe, Max Tegmark, 2007, arXiv:0704.0646v1.pdf<br /><br />[2] Memoirs of an early string theorist, P. Ramond, 2007, arXiv:0708.3656v1.pdf<br /><br />[3] An Introduction to Supersymmetry, J. Lykken, 1996, hep-ph/9612114<br /><br /></div>Klaus Langehttp://www.blogger.com/profile/17491183740943528221noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-24056920.post-66216920078553861462008-08-15T12:44:00.005+02:002008-08-15T15:12:39.280+02:00Intelligentes, Optimales und Spezifisches Design<div align="justify"><strong>Einleitung</strong></div><div align="justify">In Kommentaren auf dem Blog wurde ich schon oft aufgefordert, einmal meinen Standpunkt zu ID zusammenzufassen. Grund waren Äußerungen meinerseits, denen zu entnehmen war, dass ich nicht denke, dass ID eine naturwissenschaftliche Theorie ist und schon gar nicht, dass es in der Wissenschaft und Bildungspolitik momentan irgendwelche Ansprüche zu stellen hat. Auf der anderen Seite bekenne ich mich jedoch auch offen zu einer teleologischen Perspektive zum Ursprung und zur Entwicklung des Lebens und noch spezifischer zu meinem persönlichen Glauben an den Gott der Bibel als dessen Schöpfer und Erhalter. Viele haben in diesen beiden Aspekten meiner Position einen Widerspruch gesehen, der meines Erachtens größtenteils wohl darauf zurückzuführen ist, dass ich "ID" nicht im selben Sinne akzeptiere und <em>vertrete,</em> wie die meisten anderen ID-<em>Vertreter</em>, sondern als Denkoption analysieren und strukturieren möchte. Eine solche Evaluation ist nicht immer einfach und führt schon gar nicht immer zum für einen am angenehmsten Ergebnis. So habe auch ich erkennen müssen, dass ID keine positive Evidenz oder Vorhersagen vorzuweisen hat und das auch nie können wird. Dennoch liegt mir ein teleologischer Deutungsrahmen der Natur als philosophischer Theist und gläubiger Christ nahe und ich möchte gerne darlegen, was meiner persönlichen Meinung nach geschehen müsste, damit dieser an Boden gewinnen könnte. Dieses konstruktive Anliegen ist jedoch vorerst mit dem vielen mit-IDlern sicher als destruktiv erscheinenden Unterfangen verbunden, falsche Vorstellungen zum Status des ID-Ansatzes zu kritisieren und zu beseitigen.<br /><br /></div><div align="justify"> </div><div align="justify"> </div><div align="justify"> </div><div align="justify"></div><div align="justify"></div><div align="justify"></div><div align="justify"></div><div align="justify"><strong>Dysteleologie und ID</strong></div><div align="justify">Markus Rammerstorfer hatte in einem <a href="http://genesisnet.info/aktuelles/link.php?Sprache=de&Link=5&Datei=2008%2F04%2Fatheistische-wettergtter-wir-berlassen.html">Beitrag</a> auf diesem Blog (Rammerstorfer 2008) darauf hingewiesen, dass das Wetter während der Olympiade durch "Intelligentes Design" bestimmt werden sollte und dazu Eckelsberger (2007) zitiert.</div><blockquote><p align="justify">"Während sich andere Veranstalter damit zufrieden geben, auf schönes Wetter zu<br />hoffen, überlassen die Gastgeber der Olympischen Spiele 2008 in Peking nichts<br />dem Zufall. Am Tag des Eröffnungsfestes werden Mitarbeiter des chinesischen<br />Weather Modification Program für wolkenlosen Himmel über der Stadt sorgen. Wurde künstlicher Regen früher eingesetzt, um Dürre zu verhindern und die Ernte zu verbessern, wird die Technologie in China heute auch im Kampf gegen Waldbrände, Sandstürme oder schlicht unpassendes Wetter verwendet."</p></blockquote><div align="justify"><em>Perfekt </em>ist das chinesische Wetter nun wohl doch nicht. So berichtet Deininger (2008): </div><blockquote><p align="justify">"Blitz und Donner verhinderten gestern die Kanuslalom-Entscheidungen im<br />Shunyi-Kanupark von Peking."</p></blockquote><div align="justify">Daraus leitet sich nun natürlich kein Argument gegen Wetter-Design an für sich ab - intelligentes Design muss eben nicht <em>optimales</em> Design sein (vgl. Haller & Heilig 2008). Intelligent Design macht keine Aussagen über den Designer und damit auch nicht über seine Methoden. <br /><br /></div><div align="justify"> </div><div align="justify"> </div><div align="justify"></div><div align="justify"></div><div align="justify"></div><div align="justify"></div><div align="justify"><strong>Erwartungen allgemein und ID</strong></div><div align="justify">Damit kann ID jedoch auch keine Voraussagen bezüglich der Güte des Designs machen. Zwar besteht <em>im Rahmen</em> von ID auch die Möglichkeit von Hochfunktionalität der "Junk"-DNA, die innerhalb einer ateleologischen Perspektive unter Umständen nicht gegeben ist, aber ID erzwingt diese Erwartung keinesfalls. Der Designer könnte auch ein stümperndes Alien-Baby sein oder eine verschwendungssüchtige Gottheit. Es ist daher absolut sinnlos, wenn O'Leary (2008) fragt, ob es eine ID-Voraussage dafür gäbe, ob es Leben auf anderen Planeten gibt oder nicht. Ihre Frage ist deswegen sinnlos, weil ID dazu prinzipiell nichts sagen kann. Ebenso ist es einfach nur falsch, wenn Dembski (1998) im Sinn von Lange (2007) behauptet:</div><blockquote><p align="justify">"If [...]organisms are designed, we expect DNA, as much as possible, to exhibit<br />function."</p></blockquote><div align="justify">Wenn wir nur wissen, dass die Organismen designt sind und nicht mehr, nicht von wem und nicht, wie und auch nicht warum, dann erwarten wir erstmal - nichts (umso peinlicher sind anderslautende Versuche, wie etwa <a href="http://post-darwinist.blogspot.com/2008/01/nine-predictions-if-intelligent-design.html">dieser</a>, <a href="http://www.researchintelligentdesign.org/wiki/Predictions_of_Intelligent_Design">dieser </a>oder <a href="http://www.ideacenter.org/contentmgr/showdetails.php/id/1156">dieser</a>). Ganz einfach, weil sich aus der Annahme von Design keine Erwartungen ableiten lassen - außer, dass ateleologische Erklärungsansätze sich als ungenügend herausstellen werden und letztendlich teleologische Modelle die Daten besser integrieren können. Erste Erwartung ist rein negativ und kann wohl kaum als produktives Forschungsprogramm gelten. Die zweite Erwartung regt tatsächlich naturwissenschaftliche Arbeit und Modellbildung an. So lange ID <em>selbst </em>jedoch als hinreichende Antwort betrachtet wird, werden solche Erklärungen wohl nie formuliert werden. Doch genau das ist das Entscheidende, das, was ID tun müsste. <br /><br /></div><div align="justify"> </div><div align="justify"> </div><div align="justify"></div><div align="justify"></div><div align="justify"></div><div align="justify"><strong>ID ist keine naturwissenschaftliche Theorie</strong></div><div align="justify">ID <em>ist </em>keine naturwissenschaftliche Theorie. Das liegt meines Erachtens weniger daran, dass man dem Konzept anhand von Demarkationskriterien die Zugehörigkeit zum Bereich der Naturwissenschaften absprechen könnte, sondern viel mehr an dem Teil der "Theorie". So die Standard-Definition zu ID:</div><blockquote><p align="justify">„The theory of intelligent design (ID) holds that certain features of the<br />universe and of living things are best explained by an intelligent cause rather<br />than an undirected process such as natural selection. “(Hervorhebung nicht im<br />Original) [1]</p></blockquote><div align="justify">Auch im deutschsprachigen Raum existiert die Ansicht, ID sei eine „Theorie“. Immerhin überschreiben Lönnig & Meis (2006a) einen Beitrag mit „Intelligent Design ist eine wissenschaftliche Theorie“. In einem anderen Artikel (Lönnig & Meis 2006b) referieren sie durchaus korrekt Thesen der ID-Bewegung, werden dem Anspruch des Titels ihrer Arbeit („Intelligent Design (ID) liefert wissenschaftliche Erklärungen“) jedoch nicht gerecht, da sie nicht aufzeigen, <em>welche</em> „wissenschaftliche[n] Erklärungen“ ID angeblich <em>liefert</em>. Denn <em>was</em> ist nun der wirklich <em>erklärende</em> Aspekt von ID? Wie sehen diese „wissenschaftlichen Erklärungen“ aus, die ID liefert? Schon aus der Formulierung der Autoren selbst geht doch (wohl unbeabsichtigt) hervor, dass „ID“ diese Erklärung noch nicht selbst <em>sein</em> kann. Sie <em>liefert</em> sie nur, ist also auf einer übergeordneteren Ebene anzusiedeln, als die aus ihr hervorgehenden Erklärungs-Ansätze. „Struktur XY ist designt.“ kann wohl kaum als wissenschaftliche Erklärung im eigentlichen Sinne gelten. Die Fragen: „Wo/Wann/Wie/Wozu/Durch wen wurde designt?“ werden von ID selbst nicht beantwortet, da hier kein Bezug auf den jeweils angenommenen Designer genommen wird. Ohne diese Fragen steht der Ansatz jedoch auch ohne <em>spezifischen</em> Erwartungen da und damit ohne wissenschaftlichen Erklärungswert. Dieses Dilemma lässt sich auflösen, versteht man das „theory“ in der zitierten Definition etwas umgangssprachlich (im Sinne von: „Wer hat die Chips gegessen?“-“Ach, ich habe da so eine Theorie/Idee/einen Verdacht...“): ID wäre demnach die „Theorie“, dass gewisse Aspekte des Universums und des Lebens am besten durch Theorien erklärt werden können, welche eine intelligente Ursache beinhalten. Ebenso, wie der gegenübergestellte ungerichtete Mechanismus ja auch erst noch spezifiziert werden muss, damit eine Theorie gebildet werden kann („<em>such as</em> natural selection“), gilt dies auch für die teleologische Position: ID entspricht der Position, dernach manche Aspekte des Universums und des Lebens am besten durch Theorien erklärt werden können, welche eine intelligente Ursache beinhalten –<em> such as </em>eine übernatürliche Schöpfung aller Grundtypen vor wenigen tausend Jahren (vgl Junker 2005) oder eine von Außerirdischen durch „frontloading“ initiierte Evolution (vgl. Gene 2007).<br /><br /></div><div align="justify"> </div><div align="justify"> </div><div align="justify"></div><div align="justify"></div><div align="justify"></div><div align="justify"><strong>SD-Modelle</strong></div><div align="justify">Solche erklärenden Theorien im Rahmen von ID werden als „SD-Modelle“ (vgl. Heilig 2008) bezeichnet. „SD“ leitet sich von „Spezifischem Design“ ab und bezieht sich im Kontrast zu ID ganz speziell auf den angenommenen Designer, seine Design-Methoden und die durch ihn vorgegebenen Rahmenbedingungen. Im Rahmen der Evaluation (bisher noch nicht ausformulierter) SD-Modellen kann dann auch das Dysteleologie-Argument von Bedeutung werden, wie bereits an anderer Stelle vermerkt wurde (Haller & Heilig 2008):</div><blockquote><p align="justify">Mutmaßlich ineffiziente Strukturen in der Natur ('inkompetentes Design') sind also kein Argument gegen ID. Sie können erst dann eine Rolle für die Diskussion spielen, wenn es darum geht, den Designer zu identifizieren und das erkannte Design zu interpretieren. Der ID-Ansatz lässt die Person des Designers, seine Eigenschaften, seine Methode jedoch außer Betracht. Erst wenn dessen Eigenschaften (beispielsweise: 'gut' oder 'allmächtig') oder seine Methode (beispielsweise als 'Flickschuster', der das bereits vorhandene Material mitverwendet) ins Gespräch kommen, könnten diese suboptimale Strukturen von Interesse sein.<br /></p></blockquote><div align="justify"><strong>GTID</strong></div><div align="justify">Ehe wir auf die SD-Modelle zurückkommen, möchte ich kurz die Idee der "GTID" vorstellen. Die „Generaltheorie Intelligenten Designs“ wurde von Rammerstorfer (2006; 119ff) vorgeschlagen und ist durch die Erkenntnis motiviert, dass es zum momentanen Zeitpunkt keine „Design-Theorie“ gibt, welche testbare Voraussetzungen macht, die sich direkt aus ihrem Rahmen ergeben.Selbst der „Vater“ der ID-Bewegung, Philipp Johnson, räumt laut D’Agnostino (2006) ein:<br /><blockquote>„I also don’t think that there is really a theory of intelligent design at the present time to propose as a comparable alternative to the Darwinian theory, which is, whatever errors it might contain, a fully worked out scheme. There is no intelligent design theory that’s comparable.“</blockquote></div><div align="justify">Daher sei es auch nicht sinnvoll, mit ID in die Schulen drängen zu wollen, es gäbe ganz einfach kein Produkt anzubieten, das bereit sei für „competition in the educational world“. Eine positive Theorie auszuarbeiten sei eine noch ausstehende Arbeit. Das sei „the job of the scientific people that we have affiliated with the movement. Some of them are quite convinced that it’s doable, but that’s for them to prove ...“.<br />Und auch Nelson (2006) unterstrich die noch anstehende Arbeit, als er sagte:<br /><blockquote>„Easily, the biggest challenge facing the ID community is to develop a full-fledged theory of biological design. We don’t have such a theory right now, and that’s a real problem. Without a theory, it’s very hard to know where to direct your research focus. Right now, we’ve got a bag of powerful intuitions and a handful of notions such as irreducible complexity and specified complexity, but as yet, no general theory of biological design.“</blockquote></div><div align="justify">Rammerstorfer greift dies auf und bestätigt, dass ID das Muster des Lebens [2] nicht erklären würde. Ein Umstand, der sinngemäß auch schon, Rammerstorfers Ansicht nach berechtigt, von ID-Kritikern festgestellt wurde (vgl. Korthoff 2004; 47). ID suche zwar in diesem Muster des Lebens nach Hinweisen auf Planung, aber ID liefere keine Erklärung für seine Entstehung und dafür, warum das Muster so sei, wie es eben ist. Diese Problematik läuft letztendlich darauf hinaus, dass nach einem „Modus des Designs“ gefragt wird, nach einem einheitlichen Schöpfungsplan. Erste Überlegungen in diese Richtung stammen von ReMine (1993) und Junker (2002). ReMine und Rammerstorfer sind sich einig, dass eine GTID, welche diesen einheitlichen Plan identifizieren und daraus Erwartungen ableiten und einem Test unterziehen möchte, „from the data“ her begründet werden müsste, also auf eine empirische Basis aufgebaut. Eine GTID müsse auf Naturbeobachtungen beruhen, und nicht wie Schöpfungslehren auf einer Offenbarung.</div><div align="justify">Was ist von der GTID zu halten? Ist sie dem Wettstreit zwischen vielen SD-Modellen vorzuziehen? Ich denke nicht. Ich denke, dass sie sogar absolut <em>unmöglich</em> ist. Die GTID ist im Grunde der Superlativ der Schwächen des ID-Konzepts: Während hier noch immer kein Bezug zum Designer bestehen darf, sollen positive Erwartungen zu seinem Design formuliert werden. Das konnte ID schon nicht leisten, noch viel weniger wird es GTID können. Rammerstorfer räumt das im Prinzip selber ein und verweist auf die Notwendigkeit von SD-Modellen, wenn er schreibt:</div><blockquote><p align="justify">„Im Ganzen wird das auch darauf hinauslaufen, dass man sich über die Intentionen<br />der planenden Instanz Gedanken macht.“</p></blockquote><div align="justify">Soetwas ist weder im Rahmen von ID noch im Paradigma der GTID auch nur im Ansatz möglich. Mit diesem Zitat widerspricht er sich selbst: Um etwas über die Intentionen aussagen zu können, muss man sich einig sein über die <em>Person</em> des Designers, seinen Charakter, seine Pläne (wie eben im Rahmen einer Designer-Theorie, die mit SD arbeitet). Das ist innerhalb des ID-Paradigmas schon deswegen unmöglich, weil hier ganz verschiedene Vorstellungen von der Person des Designers bestehen. Der Designer wird dabei sehr häufig mit einer Gottheit und ihrer entsprechenden Offenbarung identifiziert, ist also ganz extrem von der Weltanschauung und dem Glauben des Einzelnen abhängig. Das ist das genaue Gegenteil dessen, was Rammerstorfer als Grundlage für eine GTID fordert.<br />Von ihrer inneren Widersprüchlichkeit abgesehen, die GTID schon theoretisch unmöglich macht, sehe ich bei ihr einen weiteren schwerwiegenden – diesmal praktischen – Nachteil gegenüber dem Wettbewerb zwischen verschiedenen SD-Modellen darin, dass das „Muster des Lebens“ selbst, je nach angenommenem Designer, auf ganz unterschiedliche Art und Weise erklärt werden muss. Während im Rahmen biblisch orientierter Schöpfungslehren die Ähnlichkeitsverteilung oberhalb der Grundtypenebene nicht durch eine gemeinsame Abstammung erklärt werden kann, schreibt beispielsweise Behe (2007), der sich dieser Annahme nicht verpflichtet fühlt, der Designer zeichne nur für Unterschiede verantwortlich - Gemeinsamkeiten seien auf Gemeinsame Abstammung zurückzuführen.<br />Die Verteilung der Merkmale unter den Lebewesen ist einfach zu sehr mit der jeweiligen Design-Methode und somit mit einem spezifischen Designer verbunden, als dass es möglich wäre, hier eine gemeinsame Basis aller ID-Vertreter zu finden. Noch dazu haben Behe (2007) und Gene (2007) mit ihren Büchern bereits begonnen, ihre speziellen Vorstellungen zu beschreiben, in welchem Rahmen Design ihrer Meinung nach auftritt und im Falle Behes auch, wie dies in einem größeren Kontext (Kosmologie, Geologie usw.) einzuordnen ist. [3]<br /><br /></div><div align="justify"></div><div align="justify"></div><div align="justify"></div><div align="justify"> </div><div align="justify"><br /> </div><div align="justify"><strong>Schlussfolgerungen<br /></strong>Ein Großteil der Kritik an ID ist verfehlt, weil sie fälschlicherweise voraussetzt, intelligentes Design würde automatisch optimales Design bedingen. Das Dysteleologieargument trifft ID jedoch nicht. Auf der anderen Seite heißt das jedoch auch, dass ID keine positiven Erwartungen formulieren kann. ID wird nie aus seinen Kinderschuhen herauswachsen, wenn es nicht anerkennt, dass es selbst keine naturwissenschaftliche Theorie ist, sondern allerhöchstens einen Rahmen liefert, innerhalb dessen erst noch Theorien (Designer-Theorien; SD-Modelle) gebildet werden müssen. Dieser Weg wird mühsam und mit vielen Rückschlägen, falsifizierten SD-Modellen und enttäuschten Erwartungen verbunden sein. Er lohnt sich nicht, möchte man möglichst schnell in die Lehrpläne integriert werden und auch nicht, wenn man gerne zig populärwissenschaftliche Bücher schreibt, in denen man die "Ergebnisse" der ID-Forschung immer und immer wieder noch allgemeinverständlicher zusammenfasst. Es ist jedoch auch die <em>einzige </em>Möglichkeit für die teleologische Perspektive, jemals wieder Eingang in die Biowissenschaften zu finden. Intelligent Design ist sicherlich kein Kurzzeitkreationismus (vgl. Ross 2005) - im Hinblick auf falsifizierbare (im Fall des YEC: falsifizierte?; Laudan 1996, 210-230) Randbedingungen, testbare Voraussagen und Publikationsliste müsste man jedoch eigentlich sagen: ID ist <em>nicht mal </em>Kurzzeitkreationismus. </div><div align="justify"></div><div align="justify"> </div><div align="justify"><br /> </div><div align="justify"></div><div align="justify"><strong>Literatur</strong></div><blockquote><p align="justify">Behe MJ (2007) The Edge of Evolution. New York.</p><p align="justify">D'Agostino M (2006) In the matter of Berkeley v. Berkeley. Berkeley Science Review 10, 31-35.</p><p align="justify">Deininger P (2008) Augsburger Kanuten müssen auf Finaleinsatz warten. Augsburger Allgemeine: <a href="http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Sport/Uebersicht/Artikel,-Augsburger-Kanuten-muessen-auf-Finaleinsatz-warten-_arid,1302046_regid,2_puid,2_pageid,4291.html">http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Sport/Uebersicht/Artikel,-Augsburger-Kanuten-muessen-auf-Finaleinsatz-warten-_arid,1302046_regid,2_puid,2_pageid,4291.html</a><br /></p><p align="justify">Dembski WA (1998) Intelligent Science and Design. First Things 86, 21-27.</p><p align="justify">Eckelsberger G (2007) Wetterkontrolle: Klarer Himmel für Olympia 2008.<br />pressetext.austria: <a href="http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=070716032">http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=070716032</a><br /></p><p align="justify">Gene M (2007) The Design Matrix.A Consilience of Clues. Arbor Vitae Press.</p><p align="justify">Haller T & Heilig C (2008) Spinnen-Design oder Spinnen-"Design"? Essay zu einem<br />vieldiskutierten Begriff. Studium Integrale Journal 15, 43-45.</p><p align="justify">Heilig C (2008) Das Analogieargument - Kritik und Gegenkritik. Sokrates. Die freie<br />Zeitschrift für Philosophie 2, 18-39.</p><p align="justify">Junker R (2002) Ähnlichkeiten, Rudimente, Atavismen. Hänssler.</p><p align="justify">Junker R (2005) Wissenschaft im Rahmen des Schöpfungsparadigmas. Artikel für Wort und Wissen: <a href="http://wort-und-wissen.de/artikel/a02/a02.html">http://wort-und-wissen.de/artikel/a02/a02.html</a>.</p><p align="justify">Lange K (2007) ENCODE - Wissenschaftliche Vorhersage des ID bestätigt. Evolution und Schöpfung: <a href="http://evolution-schoepfung.blogspot.com/2007/07/encode-wissenschaftliche-vorhersage-des.html">http://evolution-schoepfung.blogspot.com/2007/07/encode-wissenschaftliche-vorhersage-des.html</a>.</p><p align="justify">Laudan L (1996) Beyond Positivism and Relativism. Westview Press.</p><p align="justify">Lönnig WE & Meis F (2006a) Intelligent Design (ID) liefert wissenschaftliche Erklärungen. Methodologische Bemerkungen zu einem klaren Verhältnis (Erste Diskussionsrunde). Religion, Staat, Gesellschaft. Zeitschrift für Glaubensformen und<br />Weltanschauungen. Journal for the Study of Beliefs and Worldviews 7, 289-318.</p><p align="justify">Lönnig WE & Meis F (2006b) Intelligent Design (ID) ist eine wissenschaftliche Theorie (Zweite Diskussionsrunde). Religion, Staat, Gesellschaft. Zeitschrift für Glaubensformen und Weltanschauungen. Journal for the Study of Beliefs and Worldviews 7, 331-342.</p><p align="justify">Nelson PA (2006) In: The Measure of Design. Touchstone 17.</p><p align="justify">Korthoff G (2004) Common Descent. It's All or Nothing. In: Young M & Edis T (Hg.) Why Intelligent Design Fails. Rutgers University Press, 32-47.</p><p align="justify">O'Leary D (2008) Do ID theorists have any predictions about finding life on other planets. Uncommon Descent: <a href="http://www.uncommondescent.com/intelligent-design/do-id-theorists-have-any-predictions-about-finding-life-on-other-planets/">http://www.uncommondescent.com/intelligent-design/do-id-theorists-have-any-predictions-about-finding-life-on-other-planets/</a>.</p><p align="justify">Rammerstorfer M (2006) Nur eine Illusion? Biologie und Design. Marburg.</p><p align="justify">Rammerstorfer M (2008) Atheistische Wettergötter: "Wir überlassen nichts dem Zufall". Evolution und Schöpfung: <a href="http://genesisnet.info/aktuelles/link.php?Sprache=de&Link=5&Datei=2008%2F04%2Fatheistische-wettergtter-wir-berlassen.html">http://genesisnet.info/aktuelles/link.php?Sprache=de&Link=5&Datei=2008%2F04%2Fatheistische-wettergtter-wir-berlassen.html</a>.</p><p align="justify">ReMine WJ (1993) The Biotic Message. Saint Paul.</p><p align="justify">Ross (2005) Who Believes What? Clearing up Confusion over Intelligent Design and Young-Earth Creationism. Journal of Geoscience Education 53, 319-323.</p><p align="justify"></p><p align="justify"></p></blockquote><div align="justify"><strong>Anmerkungen</strong><br /><br />[1] (http://www.intelligentdesignnetwork.org/) oder: „The theory of intelligent design holds that certain features of the universe and of living things are best explained by an intelligent cause, not an undirected process such as natural selection.“ (<a href="http://www.discovery.org/csc/topQuestions.php">http://www.discovery.org/csc/topQuestions.php</a>)</div><div align="justify"> </div><div align="justify"></div><div align="justify"></div><div align="justify"><br />[2] Laut Rammerstofer (2006, 119): </div><blockquote><p align="justify">„Das Muster des Lebens: Vom Aufbau auf mikroskopischer und makroskopischer Ebene bis hin zur Ebene des Verhaltens; die Unterteilung des Lebens in Gruppen und daran gek