tag:blogger.com,1999:blog-184978412009-07-03T20:54:43.675+02:00WeiachBlog<a href="http://weiachergeschichten.blogspot.com">WeiachBlog</a>, das Weblog über Gegenwart und Geschichte der Gemeinde Weiach im Zürcher Unterland - die interaktive Ergänzung zur Website der <a href="http://de.geocities.com/weiachergeschichten">Weiacher Geschichte(n)</a>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.comBlogger666125tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-7124458569302218392009-06-21T21:30:00.000+02:002009-06-21T21:31:25.166+02:00Initiativrecht kaltblütig ausgehöhltIm Zürcher Unterländer vom Samstag, 20. Juni 2009 erschien auf der Leserbriefseite (S. 12) ein Beitrag des EVP-Politikers Daniel Elsener aus Weiach. Titel: <i>Kontrolle des Souveräns bei Langzeitpflege ausgehebelt.</i>.<br /><br />Der ZU wollte den Text nur gekürzt abdrucken, da interne Richtlinien die Höchstlänge einer Leserzuschrift auf 2700 Zeichen inkl. Leerschläge begrenzen. WeiachBlog kennt solche Begrenzungen nicht. Wir bringen den vollen Wortlaut.<br /><br />Hintergrund: am 23. Juni findet in Weiach ab 20 Uhr eine Gemeindeversammlung statt. Thema ist im Traktandum 3 der politischen die Revision der Statuten eines Zweckverbands, die sich klar gegen die demokratische Mitsprache kleiner Gemeinschaften richtet. Lesen Sie selbst - und gehen Sie an die Gemeindeversammlung!<br /><br /><i><b>Kontrolle des Souveräns bei Langzeitpflege ausgehebelt !</b><br /><br />Die Statutentotalrevision für den Zweckverband (ZV) Langzeitpflege Bezirk Dielsdorf ist noch immer nicht abgeschlossen. Nur die Gemeinde Weiach müsste noch zustimmen.<br /><br />Ich muss davon ausgehen,- viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben nicht gewusst, dass unter dem schön klingendem Titel Einführung von Initiativ- und Referendumsrecht, die Mitsprache des Souveräns in den Statuten gleich wieder ausgehebelt wird.<br /><br />1. Anders als im ZV Sozialdienste wo das Verhältnis zu kantonalen Angelegenheiten die benötigten Unterschriften von 500 in 6 Monaten (Initiative) zu 250 in 60 Tagen (Referendum) gewahrt ist, sind ausgerechnet im sensiblen Bereich Gesundheit die nötigen Unterschriften mit 800 zu 800 in 30 Tagen klar überhöht und somit ein Mitspracherecht der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in Sachen Zweckverband Langzeitpflege unerwünscht! Dies trotz den gleichen 22 Verbandsgemeinden und gleichermassen erhöhten Finanzkompetenzen.<br /><br />2. Gänzlich ausgehebelt wird die demokratische Kontrolle des Souveräns im Artikel 18 unter Ausschluss des Referendums die 7 Punkte umfasst. Anders wie an den normal üblichen zwei Gemeindeversammlung im Jahr darf der Stimmbürger nichts aber gar nichts zu Voranschlag und Rechnung sagen oder abstimmen. Nur noch bezahlen der Betriebsdefizite und Investitionen über die Steuerrechnung und den davon galoppierende Krankenkassenprämien ist erlaubt. Wer zahlt befiehlt geht (gilt) hier gar nicht mehr! Das widerspricht doch unseren direkt demokratischen Strukturen und meiner Meinung nach, -auch der neuen Kantonsverfassung.<br /><br />Wenn die Kontrolle entzogen ist darf man sich nicht wundern, wenn im Gesundheitswesen die Kosten dank kapitalen Interessen der Akteure und Leistungserbringer in den Himmel schiessen. 20 Jahre negative Kosten-Erfahrungen besitzt man heute schon damit ! Und ich bin mir nicht ganz sicher ob man der Bevölkerung einen Gesundheits-Rolls-Royce aufgeschwatzt hat, der bald kaum noch finanzierbar ist. Zudem ist sich die Delegiertenversammlung offenbar nicht ganz klar was sie mit dem Namen Langzeitpflege alles machen will, wie der verwirrliche Titel und Untertitel verrät. Soll's nun ein Gesundheitszentrum sein, oder Gesundheit und Pflege oder doch nur Langzeitpflege? Die Frage sei erlaubt: Ist für die komplexe Art Symbiose des gemischt wirtschaftlich geführten Unternehmens Spital Dielsdorf (Privat=Gewinn und Staatlich=Verlust) der Zweckverband überhaupt noch die richtige und zukunftsgerichtete Organisationsform? Hingegen klarer sieht man es beim Zweckartikel, wo man nebenher auch um den weiteren Ausbau besorgt ist. Ausbau und Wachstumswünsche gehören aber für mich nicht in den Zweckartikel sondern an die Urne!<br /><br />In meinen Worten, um es klar zu stellen, geht es nicht um die Vertrauensfrage sondern um die Kontrolle (Vertrauen ist gut , Kontrolle ist besser). Wenn der Stimmbürger oberstes Organ im Verband ist, hat er oder sie auch die oberste Kontrollfunktion.<br /><br />Solche Anträge sollten Anbetracht der explodierenden Gesundheitskosten, -auch für die Gemeinden und den Steuerzahler, in Zukunft nicht mehr so unbedarft unkritisch an Gemeindeversammlungen durch gewunken werden.<br /><br />Es ist jetzt eine Minute vor 12 und ich gehe davon aus, dass diese wichtige Änderung eine Einstimmigkeit der Verbandsgemeinden braucht um wirksam zu werden.<br /><br />Ich hoffe andere Weiacher denken gleich. Ich jedenfalls erlaube mir die Statutenrevision an der Gemeindeversammlung zurück zuweisen und fordere eine Überprüfung und Korrektur der erwähnten Punkte.<br /><br />Daniel Elsener, Weiach</i><br /><br />Man fragt sich, wieso alle anderen Gemeinden das einfach so abgenickt haben...<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-712445856930221839?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com1tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-4872283943981790222009-03-28T22:15:00.000+01:002009-04-15T22:13:03.161+02:00Weiacher Wetter 1959«Skepsis gegenüber Südländern und der Motorisierung» lautet der Titel des Artikels Weiacher Geschichte(n) Nr. 113. Er beschreibt Weiach vor 50 Jahren und bringt Ausschnitte aus der Jahreschronik 1959 von Walter Zollinger. Sie finden ihn auf <a href="http://www.esnips.com/doc/16a2d746-e171-48b2-a828-c1bef5267a16/113-GCh-1959-TourdHorizon-GAusg">eSnips.com</a> oder <a href="http://www.scribd.com/doc/13926912/113GCh1959TourdHorizonGAusg">Scribd.com</a>.<br /><br />Die Begrenzung der Seitenzahl auf maximal acht Seiten zwingt den Redaktor für die Printausgabe zu Kürzungen am Originaltext. Deshalb finden Sie auf WeiachBlog - wie in WG(n) 113 angekündigt - den vollständigen Wortlaut von Walter Zollingers Wetterchronik 1959:<br /><br />«<i>Der Januar begann mit Temperaturen über 0° und leichten Regenfällen; der 4.1. brachte dann endlich winterliches Wetter, Schneegestöber, 20 cm tief Neuschnee, - 2°C. Aber leider setzte schon ab 6.1. wieder Regen ein, wodurch auf den Strassen ein arges Gepflotsch entstand. Schade! Am Morgen des 10.1. aber leuchtete alles wieder prächtig winterlich, ca. 15 cm tiefer Schnee war gefallen, der an den folgenden Tagen sogar noch Zustupf erhielt, in der Nach vom 14./15. aber durch einen stürmischen Föhneinbruch wieder weggefegt wurde. Solches wiederholte sich während der zweiten Hälfte des Monats noch etlichemal, indem kalttrockenes Wetter immer wieder von hereinbrechendem Sudelwetter abgelöst wurde. Die Temperaturen des Januar hielten sich meist so zwischen -4° und +5°C; einmal am 17.1. war es am Morgen -10°C und ein andermal, am 21.1., dafür am frühen Abend +8°.<br /><br />Der Februar brachte in den ersten 5 Tagen gleich etwas Oberwind mit Kältegraden bis zu -5°C und starkem Reif. Nachher folgten ca. 10 Tage mit einer Hochnebeldecke. Ab 16.2. herrschte am Morgen meist Nebel, während die Nachmittage sonnig wurden; Nachmittagstemperaturen +4 bis +8°C.<br /><br />Der 1. und 2. März schienen bereits "Frühlingsallüren" zu haben: +10° und +13°C an den beiden Nachmittagen und recht sonnig dazu. Dann aber eine Woche lang bedeckt mit zeitweise leichten Regenfällen am spätern Nachmittag. Ueberhaupt brachte der Monat März, auch in den beiden letzten Dritteln seines Daseins, sehr wechselvolles, unbeständiges Wetter; vorm. meist neblig oder stark bewölkt, nachm. hie und da leicht aufhellend bis sonnig, in den Nächten oftmals wieder Regenfall. Höchsttemperaturen am 21. und 24.3. nachm. je 17°.<br /><br />Der April schenkt uns gleich anfangs eine Woche mit schönen Tagen; wenn auch an den Morgen noch etwas frisch. Dafür sind die Nachmittag warm: 16°, 17°, 19°, 20°. Die Kirschbäume blühen prächtig; hoffentlich gibts keinen allzugefährlichen Kälterückschlag! - Der 7.4. bringt den ersten, "richtigen Aprillentag", stürmisch, trüb, rauh, Regen, dazwischen ein kurzer Sonnenblick und abends 18 1/4 Uhr einen "schaurigen Schauer", beinahe Schnee. Dieses "durchgezogene", wechselvolle Wetter bleibt bis zum 12.4.; jetzt folgen 4 schöne Frühlingstage mit Nachmittagstemperaturen bis zu 20°, vom 16.4. an aber wieder meist bedeckt, hie und da leicht regnerisch und kühl, -2°, -4°, Reif in den Nächten vom 21. bis 24.4. Es hat daher schon allerhand geschadet an den blühenden Steinobstbäumen, wie in den Gärten. Aber es heisst ja nicht umsonst: "Georg und Marks bringen gern Args". Die letzten Tage des Aprils sind teils neblig, teils sogar regnerisch und immer von einem kühlen Wind begleitet. Das ist ungünstiges Wetter für die den Frostnächten entgangenen, späterblühenden Obstsorten, sodass auch für diese keine guten Aussichten mehr bestehen können.<br /><br />Nun folgt der Wonnemonat Mai; wir werden bald sehen, ob er/s wirklich ist! Am Anfang nämlich verhielt er sich noch recht "frostig": +4°, +7°, 0°, +5°, das waren die Morgen; bis zum Nachmittag stiegen die Temperaturen dann etwas an, so zwischen+8 und 14°. Dazu aber wars trüb bis bedeckt, zweimal etwas Regen. Erst der 5.5. ist bereits ab dem frühen Morgen ein sonniger Tag, nachm. 20° Wärme und so blieben nun auch die folgenden Tage, deren 7; am 9.5. ist's sogar um 26°. Pankraz, Servaz, Bonifaz u. die Sophie mussten jetzt natürlich ihre Macht zeigen; sie taten's aber noch recht gnädig, indem sie sich mit einem Temperatur-Rückfall von nur 6-8° begnügten und etwas Wolken oder Wind schickten. Die Sophie allerdings musste wenigstens in der Nacht vom 14./15. regnen lassen.<br />Die ersten Fuder Heu fahren heim! Vom 17.-21.5. lauter sonnige Tage, bis 26°C, dann zwei trübere, vom 22.-29. aber richtige Heuertage, wohl hie und da mit einigen Wetterwolken drohend u. damit die Bauern zur Eile treibend. Vor allem die zwei letzten Maitage trieben es in dieser Beziehung gar arg. Es kam am 30.5. schon bald nach Mittag zu einem Gewitterregen, sodass man nur halbbeladene Heuwagen heimrennen sah. Auch wird's merklich kühler; wir haben am Sonntag, den 31. Mai, unsere Wohnstube --- geheizt.»<br /><br />Die ersten 8 Tage des Monats Juni waren schwül, nachm. immer sonnig, morgens manchmal noch etwas dunstig oder leicht bedeckt. Aber der Heuet schreitet tüchtig dem Ende zu; Temperaturen zweimal bis 29°. Der 5. Juni bringt ein erfrischendes Gewitter, aber z. Glück erst abends um 21.30 Uhr; und nun bleibt es etliche Tage lang etwas "blastig". Ueber den Regen in der Nacht vom 7./8. ist man sehr froh. Es folgt nun allerdings wieder eine etwas ungefreute Woche für diejenigen, die noch zu heuen haben; es ist viel bedeckt u. fällt fast jeden Tag oder in der Nacht etwas Regen. Der 13.6. ist sogar ein gänzlicher Regentag. Ab 15.6. bessert's wieder soweit, dass man den Heuet endlich beendigen kann: Ertrag wegen der Frühjahrsfröste nur mittelmässig, Qualität dagegen gut. - Der Rest des Monats bleibt wechselvoll inbezug auf die Witterung, oft düppig, dann gewittrige Schauer, meist Regennächte. Auch in der zweiten Junihälfte Höchsttemperaturen an den Nachmittagen des 17.6. / 20.6. und 28.6 immer 28°C.<br /><br />Juli: Zu anfang eine halbe Woche richtiges Sommerwetter (abends 20 Uhr manchmal noch 22°). Der 6.7. von mehrmaligen, gewittrigen Schauern durchsetzt, sogar schon am Vormittag. Dann gibt's wieder einige sehr warme Tage, am 10.7. z.B. nachm. bis 35° und abends 21 Uhr noch 26°C. So bleibt es nun fast den ganzen Monat; immer schwül und hie und da eben, wie sich's für den Juli gehört, einige Schauer. Die unangenehmsten Tage sind der 15. und 16.7. mit fast ununterbrochenem Regen. Dafür werden die nachfolgenden bis und mit dem 27. wieder recht sommerlich. Am 27.7. heisst's in meinem Notizheft: "Die Bindemäher rattern den ganzen Tag über". Die 4 letzten Tage des Monats sind dann wieder wechselvoll zwischen "sonnig" und "gewittrige Regen", oft begleitet von etlichem Donnerrollen.<br />Seit die meisten Bauern nur noch "maschinell ernten", weiss man kaum mehr, wo der Heuet aufhört und wo der Emdet beginnt. Es wird einfach immer irgendwo gemäht und gedörrt, sobald wieder etwas Gras nachgewachsen ist und bis die Getreideernte beginnt, allwo dann eine zeitlang zum Futterdörren die Zeit fehlt.<br /><br />August: Er zeichnet sich durch ziemlich zahlreiche neblige Morgen aus, auch öfters bedeckt Nachmittage, allerdings ohne Niederschläge. Sonnige Nachmittage notierte ich 14, gewittrige Schauer 5, Regen nur 4mal, fast ausnahmslos über Nacht, Höchsttemperaturen um 29/30° nur 3mal, also ein gar nicht sonderlich guter Erntemonat.- Ein besonderer Tag war der 10. Aug. Frühnachmittags türmen sich von Westen her tiefgraue Wolken auf; ein stürmischer Wind erhebt sich, der oberhalb der Mühle eine Birke knickt und in der Brunngasse drüben sogar einen Nussbaum fällt. Ein heftiger Regenguss folgt, der sich dann aber bald in einen leise fallenden Regen auflöst. In den Zeitungen ist anderntags zu lesen, dass ein orkanartiger Sturm zwischen 15 u. 16 Uhr über das Mittelland, vom Genfer- bis zum Zürichsee, wegfegte, der grossen Schaden angerichtet & sogar 6 oder 7 Todesopfer gefordert habe. Uns hats wohl nur noch einen Ausläufer desselben gepreicht.<br /><br />Der September beginnt mit zwei "windigen" Wochen; er trocknet den Boden ziemlich stark aus, sodass man um einen milden Regen froh wäre. Aber immer wieder heisst es: "hell, sonnig, luftig". Für die Kartoffelernte allerdings ist dieses Wetter recht günstig. Es fördert auch den Laubfall frühzeitiger, sodass eine Notiz am 15.9. meint: "Es herbstelet gewaltig". Man beginnt sogar schon mit dem Traubenleset, wenigstens die "Direktträger".- Endlich, in der Nacht vom 16./17.9. leichter Regen und tagsüber am 17. nochmals einige Regenschauer. "Das tut gut"! Dann ist's wieder schön bis zum 26.9., da beginnt's abends 19.30 Uhr endlich wieder zu regnen und setzt sich in der folgenden Nacht nochmals fort. Am 30. Sept. meldet mein Tagheft: "Posthalters wümmen die Riesling, wohl seit Jahren noch nie so frühzeitig". Nebel brachte der September nur an 7 Morgen, dafür war's hie und da ordentlich kühl, +3 bis +6° nur.<br /><br />Gleich am ersten Tag des Oktobers notierte ich: "Man muss bald heizen, wenn die Morgen so weiterfahren". Die Temperaturen sanken zeitweilig bis auf 2 oder 3° hinab. Zum Glück war auch immer Nebel und Hochnebel dabei. Nebel verzeichnete der Oktober überhaupt an 13 Morgen, eine Hochnebeldecke an 7 Tagen, nächtliche Regen 4mal, tagsüber sogar 6mal, wenn auch nur kurz. An 11 Nachmittagen war's prächtig sonnig mit Höchsttemperaturen zwischen 14 und 18°. An zwei Morgen, dem 24.10. und 25.10. fiel das Thermometer wieder bis auf 0° und vom 28. bis zum Monatsende hatten wir nochmals 4 trübe, regnerische Tage.<br /><br />November: Er lässt sich ordentlich kühl an, sodass wir unsere "Majen" (ca. 80 Stöcke) am 3.11. von den Lauben in den Keller tragen; richtig fällt dann am 5.11. etwas Schnee und die Morgentemperaturen stehn immer gefährlich nahe am Gefrierpunkt. Der November bringt auch viel bedeckten Himmel u. Hochnebel. Um die Mitte herum mehrmals Regen an Abenden und in den Nächten, unfreundliches, frostigfeuchtes Wetter, nachher öftere Morgennebel; am 20. sogar den ganzen Tag und zwar lag er recht tief, während auf dem "Stein" die Sonne schien. Der letzte Tag des Monats war endlich wieder einmal recht sonnig.<br /><br />Ebenfalls der letzte Monat, der Dezember, fing mit Hochnebel an und brachte an den beiden Abenden des 7. u. 8.12. Regen. Der 9.12. aber wurde dann vom Vormittag an sonnig und hellte gegen abend verdächtig auf, sodass Frost zu erwarten war, was allerdings in dieser Jahreszeit ja nichts zu sagen hätte. Wirklich wars in den nächsten 6 Tagen immer um -1° herum, ab 16.12. sogar bis -5°. Die Wälder, Wiesen und Obstbäume schimmerten allmorgendlich im prächtigsten Rauhreif, da frühmorgens gern etwas Nebel lag. Der 23.12. brachte schon nachts und dann den ganzen Tag über viel Regen, der 26. sogar "Hudel- und Sudelwetter", das sich mit wenigen Unterbrüchen bis zum Sylvestertag hielt. Am 31.12. nachmittags besserte es leicht zu einigen jeweils nur kurzen "Sonnenbesüchlein".</i>»<br /><br />Erstmals publiziert in: Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, April 2009 – S. 11-18.<br /><br />[Veröffentlicht am 15. April 2009]<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-487228394398179022?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-42035779206050366892009-02-10T11:10:00.000+01:002009-02-10T11:13:01.185+01:00Weiterhin knapp unter 1000 Einwohner<p>In der Februar-Ausgabe der «Mitteilungen für die Gemeinde Weiach» wird traditionsgemäss die Gemeindestatistik des Vorjahres abgedruckt. So auch dieses Jahr.</p><p>Der Tages-Anzeiger Unterland betätigt sich wie üblich als Verwerter. Lokale Themen werden so zu Zeitungsfüllstoff. Interessant ist jeweils, was aus dem von der Gemeinde publizierten Material herausgepickt wird:<br /><br /><i><b>Weiach weiter knapp unter der 1000er-Marke</b></i><br /><br />«<i>Weiach. – Die Gemeinde Weiach zählt nach wie vor knapp unter 1000 Einwohner. Nachdem die Statistik per Ende 2007 993 Personen aufwies, ist die Einwohnerzahl im letzten Jahr leicht auf 980 zurückgegangen. Während sich die Zuzüge (51) und die Wegzüge (53) in etwa die Waage hielten, stehen 13 Todesfälle 2 Geburten gegenüber. (bek)</i>»<br /><br /><b>Selbstständige Methusalems</b><br /><br />Nicht erwähnt werden weitere interessante Details. So die Namen der ältesten Einwohnerin und des ältesten Einwohners. Mina Moser-Nepfer (geboren am 12. März 1911) und Arnold Hauser (geboren am 2. Dezember 1912). Oder deren Lebensumstände. Die beiden Ortsältesten führen nämlich immer noch je ihren eigenen Haushalt - und das fast ohne fremde Hilfe.<br /><br />Auch keine Erwähnung findet die Rubrik «<i>Hundehaltung</i>». Man lernt dabei, dass in Weiach 96 Hunde angemeldet sind. Auf jeden zehnten Weiacher oder etwa jeden fünften Haushalt trifft es also statistisch gesehen einen Hund.<br /><br />Den gleich grossen Prozentsatz stellt man bei den Ausländern fest: 95 waren Ende 2008 angemeldet. Bei einem gesamtschweizerischen Durchschnitt von über 20% Ausländeranteil ist das vergleichsweise wenig. Grosse Verschiebungen gibt es bei diesen Zahlen im Vergleich zu 2007 nicht, Ausländer ziehen eher ins nähere Umfeld der Stadt Zürich als in den 6. Agglomerationsgürtel hinaus.<br /><br /><b>Weniger Umzugsdynamik und mehr Tote</b><br /><br />Die Anzahl Zuzüge und Wegzüge glichen sich 2008 etwa aus. Was der Tages-Anzeiger aber nicht schreibt: Die Anzahl Zu- und Wegzüge verringerte sich gegenüber dem Vorjahr markant: 2007 wurden noch 85 Zu- und 72 Wegzüge gezählt!<br /><br />Noch interessanter sind die Geburten und Todesfälle: Wo 2007 noch 6 Todesfälle und 10 Geburten verzeichnet wurden, ist es 2008 genau umgekehrt. 13 Todesfälle stehen ganzen 2 Geburten gegenüber. Dieser Mortalitätsüberschuss erklärt denn auch fast im Alleingang den Rückgang der Bevölkerungszahl von 993 per Ende 2007 auf 980 per 31.12.2008.<br /><br /><b>Quellen</b> </p><ul><li>Gemeindestatistik 2008. In: Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, Februar 2009 - S. 9-10. </li><li>Weiach weiter knapp unter der 1000er-Marke. In: Tages-Anzeiger, 10. Februar 2009 - S. 55 Unterland. </li></ul><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-4203577920605036689?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-32317294920000963602009-02-09T19:10:00.001+01:002009-02-09T19:13:31.302+01:00Wer nichts sagt, stimmt zu!Beim Einmarsch der Franzosen im Frühjahr 1798 hatten viele Schweizer die neue Zeit und die nachfolgende Helvetik noch begrüsst. Nach wenigen Jahren wurde die neue Ordnung aber von der grossen Mehrheit ins Pfefferland gewünscht.<br /><br /><b>Bürgerkriegsähnliche Zustände</b><br /><br />Die Gründe dafür waren nicht nur die Wirren des Zweiten Koalitionskriegs im Verlaufe dessen die Helvetische Republik 1799 zum Kampfplatz europäischer Heere wurde, sondern vor allem die faktische Handlungsunfähigkeit und Inkompetenz der helvetischen Zentralregierung, die schlicht zu wenig Finanzmittel hatte um ihre hochtrabenden Pläne auch tatsächlich zu verwirklichen.<br /><br />So versank das Land immer tiefer in bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Staatsstreiche jagten sich. Und die neuen Rechte der Stimmbürger wurden - vorsichtig ausgedrückt - freihändig interpretiert, wie man dem Artikel «Helvetische Republik» auf Wikipedia entnehmen kann:<br /><br /><b>Abstimmungen gewinnen, einfach gemacht</b><br /><br />«<i>Der Kleine Rat legte die Zweite Helvetische Verfassung inklusive einer Namensliste von 27 Senatoren am 25. Mai dem Volk zur Abstimmung vor. Diese gilt als erste wirkliche Volksabstimmung auf dem Boden der heutigen Schweiz. Alle Bürger mussten innerhalb von vier Tagen mit «Ja» oder «Nein» zur Vorlage Stellung nehmen. Nichtstimmende wurden als Annehmende gewertet nach dem Rechtsgrundsatz «qui tacet consentire videtur» – «wer schweigt, scheint zuzustimmen». Sechzehn Kantone stimmten der Verfassung schliesslich zu, allerdings hatten nur 72'453 explizit mit «Ja» gestimmt. 167'172 Bürger hatten überhaupt nicht gestimmt – wurden aber als annehmend gewertet und 92'423 hatten abgelehnt. Am 2. Juli erklärte der Kleine Rat die neue Verfassung für angenommen.</i>»<br /><br />Die neuen Freiheitsrechte blieben jedoch weitgehend uneingelöste, papierene Versprechen. Besonders empört waren die Bauern über nicht eingehaltene Zusagen betreffend Ablösung der Feudallasten. Um der von den Franzosen geplünderten Staatskasse wieder zu Einnahmen zu verhelfen wurde bereits im September 1800 der alte Bodenzins wieder eingeführt.<br /><br /><b>Geschlossene Stimmabstinenz</b><br /><br />An der Volksabstimmung von Ende Mai 1802 über die neue Helvetische Verfassung nahm wohl auch aus diesem Grund kein einziger Weiacher teil. Trotzdem wurden sämtliche Stimmberechtigten der Gemeinde als Ja-Stimmen gewertet!<br /><br />Würde man dies heute ähnlich handhaben, dann müssten die meisten Abstimmungen gar nicht erst durchgeführt werden. Das Resultat stünde von vornherein fest. Es sei denn, man würde den Stimmzwang einführen, wie er im Kanton Schaffhausen besteht.<br /><br /><b>Quellen</b><br /><ul><li>Zürcher Zeitung Nro. 56, Dienstag, den 13. Julius 1802.</li><li>Wikipedia-Artikel <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Helvetische_Republik&oldid=55924751">Helvetische Republik</a>. Datum des Abrufs: 9. Februar 2009, 17:56 UTC </li></ul><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-3231729492000096360?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-34532154837639174972009-02-08T13:50:00.002+01:002009-02-08T14:46:22.538+01:00Klares Nein zur Personenfreizügigkeit in Weiach<p>Die Weiacherinnen und Weiacher sind am heutigen Abstimmungssonntag ihren europapolitischen Prinzipien treu geblieben. Mit nur 39.0 % Ja-Stimmen-Anteil resultierte in der konservativen Ecke des Zürcher Unterlandes ein klares Nein gegen die Personenfreizügigkeit. Und damit steht Weiach einmal mehr in klarem Gegensatz zu den Gemeinden am rechten Zürichseeufer.<br /><br />Das ist keine Überraschung. Europäische Vereinigungsideen stiessen bei der Mehrheit der aktiven Stimmbürger in den letzten Jahrzehnten noch nie auf grosses Verständnis. Zu anonym, zu undurchsichtig werden die Machenschaften der Brüsseler Eurokraten beurteilt. Man befürchtet Demokratieabbau und Fremdbestimmung. Wesentlich zu diesem Nein beigetragen haben dürfte der Unmut über das vom Parlament geschnürte Gesamtpaket. </p><p>Solche Päckli nach dem Motto "Vogel, friss oder stirb!" kommen ganz schlecht an. Das Resultat ist eine Allianz aus xenoskeptisch bis xenophoben und den generell EU-kritischen Strömungen.<br /><br /><b>Internationale Verflechtungen noch nie goutiert</b><br /><br />Den Weiacher Geschichte(n) Nr. 7 kann man entnehmen, dass die alteingesessenen Weiacher früher noch viel kritischer waren als heute, wo die neu Zugezogenen einen signifikanten Anteil der Stimmberechtigten ausmachen.<br /><br />So wurde der Beitritt der Schweiz zum Völkerbund in der Abstimmung vom 16. Mai 1920 mit 85% Nein-Stimmen abgelehnt. Die Schweiz trat trotzdem bei. Wie man am späteren Schicksal dieses UNO-Vorgängers sieht war die Skepsis der Weiacher durchaus berechtigt.</p><p>Die Vorlage zum UNO-Beitritt scheiterte in Weiach am 16. März 1986 noch klarer mit 89% Nein. Auch der Beitritt zum Währungsfonds (IWF, Bretton Woods) hatte keine Chance - nur 37% der Stimmenden sagten am 17. Mai 1992 Ja.<br /><br />Ebenso sieht es in der Europapolitik aus, allerdings mit sinkender Tendenz des Nein-Anteils: </p><ul><li>EWR-Beitritt (6. Dezember 1992) - 25% Ja </li><li>«EU-Beitrittsverhandlungen vors Volk» (8. Juni 1997) - 32 % Ja</li><li>Bilaterale Verträge I Schweiz-EU (21. Mai 2000) - 40% </li></ul><p><b>Jeder nach seiner Leistungsfähigkeit</b></p><p>Bei der kantonalen Vorlage dieses Abstimmungssonntags, der Abschaffung der Pauschalsteuer für im Kanton wohnhafte, nicht erwerbstätige Ausländer sind die Meinungen im Dorf offensichtlich geteilt. 54.08 % stimmten Ja. Also ein leichtes Plus für die Befürworter einer nicht vom Reisepass abhängigen Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. </p><p>Reiche Schweizer und reiche Ausländer sollen also nach einer Mehrheit der Weiacherinnen und Weiacher gleich behandelt werden, wenn sie in unserem Kanton wohnen. Sie folgte damit den Argumenten der Befürworter, wonach eine andere Handhabung des Steuerrechts den Immobilienmarkt verzerre. Die Gegner (darunter die Mehrheit des Kantonsrats und der Regierungsrat) befürchten dagegen Steuerausfälle, weil Oligarchen wie Vekselberg und andere dem Kanton den Rücken kehren könnten.</p><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-3453215483763917497?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-28899032400837823822009-02-02T14:40:00.000+01:002009-02-09T14:41:35.132+01:00Februar 1959: Bise und Hochnebel. Sonst nichts.Nachdem der Dorfchronist Walter Zollinger über die Witterung des Januars 1959 noch ausführlich berichtet hat (vgl. <a href="http://weiachergeschichten.blogspot.com/2009/01/arges-gepflotsch-auf-den-strassen.html">WeiachBlog-Artikel vom 2. Januar 2009</a>), verliert er über den Horner nur wenige Worte. Der Monat scheint von der eher unspektakulären Sorte gewesen zu sein:<br /><br />«<i>Der Februar brachte in den ersten 5 Tagen gleich etwas Oberwind mit Kältegraden bis -5° und starkem Reif. Nachher folgten ca. 10 Tage mit einer Hochnebeldecke. Ab 16.2. herrschte am Morgen meist Nebel, während die Nachmittage sonnig wurden; Nachmittagstemperaturen +4 bis +8°C.</i>»<br /><br />Offenbar hat es in diesem Jahr (nach den beiden Grippe-Wellen 1957 und 1958, die auch Lehrer Zollinger für kurze Zeit ausser Gefecht setzten) keine influenza-bedingten Ausfälle beim Schulbetrieb gegeben. Erwähnt hat er ein solches Ereignis jedenfalls nicht.<br /><br /><b>Quelle</b><br /><ul><li>Zollinger, W.: Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1959. (Witterung, S. 2) </li></ul><p>[Veröffentlicht am 9. Februar 2009]</p><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-2889903240083782382?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-40698547671360235232009-02-01T16:39:00.001+01:002009-02-08T16:41:12.134+01:00Horrorvorstellung Frauenstimmrecht«<i>Die Mutter treibt Politik!</i>» stand 1927 in grossen roten Lettern auf einem Abstimmungsplakat. Darunter ein Bild des Durcheinanders: am Boden ein schreiendes, aus der Wiege gefallenes Baby. Im Bettchen sitzt währenddessen eine schwarze Katze, das Fenster ist offen und der Wind bläst ins Zimmer hinein. Darunter die Parole «<i>Frauenstimm- & wahlrecht NEIN</i>» (vgl. <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f9/Frauenstimmrecht01.jpg">Abbildung in der Wikipedia</a>)<br /><br />Kurz: eine Horrorvorstellung. Solche Bilder müssen auch noch Jahre und einen Weltkrieg später in den Köpfen präsent gewesen sein. Anders ist kaum zu erklären, weshalb die Schweizer Männer am 1. Februar 1959 erneut der Parole des Plakats von 1927 folgten und auch diese Vorlage wuchtig ablehnten - einige vielleicht sogar auf den Rat ihrer Frauen hin, die nicht als solche Rabenmütter angesehen sein wollten.<br /><br />Trotz seiner sonst konservativen Haltung dürfte Walter Zollinger die Angelegenheit nicht so dramatisch gesehen haben, schreibt er doch ganz am Ende seiner Jahreschronik 1959:<br /><br />«<i>In der Abstimmung vom 1. Februar über die Einführung des Frauenstimm- und Wahlrechtes in eidgen. Angelegenheiten vermag die Männerwelt unserer Gemeinde nur 24 Stimmen dafür, aber deren 109 dagegen aufzubringen. Arme Weiacher Damenwelt!<br /><br />Mit dieser "betrüblichen" Feststellung schliesst die Chronik 1959. Weiach, den 31. Juli 1961.</i>»<br /><br /><b>Quelle</b><br /><ul><li>Zollinger, W.: Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1959. S. 17.</li></ul>[Veröffentlicht am 8. Februar 2009]<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-4069854767136023523?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-19077980106723265492009-01-05T16:04:00.001+01:002009-02-08T16:06:06.107+01:00Die Invasion der SüdländerWalter Zollinger, der langjährige Dorfschullehrer und Verfasser der ersten offiziellen Monographie zur Geschichte von Weiach, führte auch Tagebuch über das Wetter in Weiach und schrieb sogenannte Dorfchroniken.<br /><br />Darunter verstand man damals im Kanton Zürich eine mehrseitige Arbeit für die Schublade. Denn diese Chroniken waren und sind erst mit einer Zeitverzögerung von 25 Jahren für die Öffentlichkeit bestimmt.<br /><br /><b>Ungeschminkt dank Sperrfrist</b><br /><br />Für die Jahreschronik 1959, abgeschlossen am 31. Juli 1961 und wohl kurz danach bei der Handschriftenabteilung der Zentralbibliothek Zürich abgeliefert, bedeutet dies: sie ist erst seit 1986 - also dem Todesjahr des Verfassers - einsehbar.<br /><br />Diese zeitliche Distanz ermöglicht eine kritische Betrachtung des Geschehens im Dorf. Samt entsprechender schriftlicher Würdigung. Denn die Zeitgenossen die sich darüber echauffieren könnten bekommen es kaum mit - die älteren ohnehin nicht und bei den jüngeren Generationen dürften nach einem Vierteljahrhundert andere Themen im Vordergrund stehen.<br /><br /><b>Weniger Pferde, mehr Italiener</b><br /><br />Interessant ist die Skepsis gegenüber dem Wandel der Moderne allemal die sich in der Einleitung zur Chronik 1959:<br /><br />«<i>Zum achtenmal wage ich mich an die Abfassung einer Jahreschronik. Noch immer aber hält sich in unserm Dorf das Geschehen in verhältnismässig bescheidenem Rahmen, verglichen mit den aufstrebenden Nachbarorten Bülach, Zurzach u.a.m. Wohl spürt man auch bei uns das immer mehr zugunsten des motorisierten Verkehrs und Arbeitens schwindende Ländlichruhige. Das Halten von Zugvieh und Pferden z.B. hat beinahe aufgehört. Die Viehfuhrwerke sind gänzlich aus dem Strassenbild verschwunden und während ich in der 1952iger Chronik noch von 30 Pferden berichten konnte, finde ich heute im Dorfe deren höchstens noch ein Dutzend. Dafür zählte ich 21 Traktoren, 23 Motormäher, ein halbes Dutzend Bindemäher und sogar schon zwei Heugebläse.<br /><br />Eine andere Erscheinung, die die Struktur unserer einst vorwiegend bäuerlichen Bewohnerschaft zusehends verändert, ist das Auftauchen der auffallend vielen Fremdarbeiter, meist Italiener natürlich, wie überall. Wo irgendwie eine, wenn auch allerprimitivste Wohngelegenheit zu finden war, hocken nun ganze Grüpplein oder auch Familien dieser Südländer drin. Sie arbeiten vor allem im Baugeschäft Griesser, in den benachbarten Fabriken Glattfeldens oder einige wenige als Bauernknechte im Dorf selber. Die kommende Volkszählung von nächstem Jahr wird dann hierüber etwas genauer Auskunft geben können.</i>»<br />Dass die Skepsis gegenüber dieser Invasion aus südlichen Gefilden nicht nur bei Zollinger, sondern auch bei vielen anderen Alteingesessenen verbreitet war, darf als sicher angenommen werden.<br /><br /><b>Quelle</b><br /><ul><li>Zollinger, W.: Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1959. (Einleitung, S. 1)</li></ul><p>[Veröffentlicht am 8. Februar 2009]</p><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-1907798010672326549?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-71274723100895908412009-01-02T14:25:00.000+01:002009-02-09T14:28:10.217+01:00Arges Gepflotsch auf den StrassenIm Gegensatz zur gegenwärtigen Witterung, die doch wieder etwas eher an Winter erinnert als in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends, gab es auch vor 50 Jahren nicht nur beinharte Winter, wie Walter Zollinger in der Chronik 1959 berichtet:<br /><br />«<i>Der Januar begann mit Temperaturen über 0° und leichten Regenfällen; der 4.1. brachte dann endlich winterliches Wetter, Schneegestöber, 20 cm tief Neuschnee, - 2°C. Aber leider setzte schon ab 6.1. wieder Regen ein, wodurch auf den Strassen ein arges Gepflotsch entstand. Schade! Am Morgen des 10.1. aber leuchtete alles wieder prächtig winterlich, ca. 15 cm tiefer Schnee war gefallen, der an den folgenden Tagen sogar noch Zustupf erhielt, in der Nach vom 14./15. aber durch einen stürmischen Föhneinbruch wieder weggefegt wurde. Solches wiederholte sich während der zweiten Hälfte des Monats noch etlichemal, indem kalttrockenes Wetter immer wieder von hereinbrechendem Sudelwetter abgelöst wurde. Die Temperaturen des Januar hielten sich meist so zwischen -4° und +5°C; einmal am 17.1. war es am Morgen -10°C und ein andermal, am 21.1., dafür am frühen Abend +8°.</i>»<br /><br /><b>Quelle</b><br /><ul><li>Zollinger, W.: Gemeinde Weiach. Chronik des Jahres 1959. (Witterung, S. 2) </li></ul><p>[Veröffentlicht am 9. Februar 2009]</p><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-7127472310089590841?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-64908364029536623752008-12-09T23:28:00.001+01:002008-12-17T13:17:09.388+01:00Steuerfuss um 3 Prozent höher?<p>Mit dem <a href="http://weiachergeschichten.blogspot.com/2006/11/leben-von-der-substanz.html">Leben von der Substanz</a> soll Schluss sein. Jedenfalls teilweise. Nolens volens. Der Not gehorchend. Aber wohl doch widerwillig und im Wissen darum, dass es die Stimmbürger gar nicht goutieren werden.</p><p>Zu diesem Schluss muss man kommen, wenn man in den aktuellen Gemeindemitteilungen liest:<br /><br />«<i>Der Gemeinderat verabschiedet den Voranschlag 2009 zuhanden der Gemeindeversammlung mit einem Aufwandüberschuss von CHF 62'300.- bei einer Erhöhung des Steuerfusses der politischen Gemeinde von 18 % auf neu 21 %.</i>» (MGW, Dezember 2008, S. 3 unten)<br /><br />Man staunt fast ein bisschen. Der Gemeinderat hat also endlich den Mut aufgebracht, den Stimmbürgern eine Steuererhöhung vorzuschlagen. Kein grosser Sprung (man will die Leute ja nicht erschrecken), aber es wird längst nicht ausreichen. Denn auch mit einer dreiprozentigen Erhöhung wie vorgeschlagen wird man noch von der Substanz leben und über 60000 Franken aus dem Sparsäuli nehmen.</p><p>Immerhin ist damit ist ein erster Schritt getan, um den Finanzhaushalt der Politischen Gemeinde Weiach wieder ins Lot zu bringen.<br /><br />Man wird an der morgigen Gemeindeversammlung sehen, wie der zaghafte Versuch, das Steuer in die richtige Richtung herumzureissen, ankommt.<br /><br /><b>Quellen</b> </p><ul><li><a href="http://weiachergeschichten.blogspot.com/2006/11/leben-von-der-substanz.html">Leben von der Substanz</a>. In: WeiachBlog vom 17. November 2006 </li><li><a href="http://www.gemeinden-web.ch/gemeinden/weiach/dl.php/de/49354ef64e1ec/Dezember.pdf">Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, Dezember 2008</a> (vgl. S. 3 unten)</li></ul><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-6490836402953662375?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-11731869540601262872008-11-02T14:50:00.000+01:002008-11-02T14:50:27.125+01:00Beyond Kieswerk - ein radioaktives Tiefenlager?Seit den 1960er-Jahren wird Weiach mit einem Baustoff identifiziert, der aus dem Boden kommt - dem während einer Eiszeit angeschwemmten Kies. Wird sie bald mit einem Stoff assoziiert der IN den Boden kommt?<br /><br /><b>Kein Abbau - kein Kiesgeld</b><br /><br />Die <a href="http://www.weiacherkies.ch/">Weiacher Kies AG</a>, mittlerweile eine Tochter des französischen Baustoffkonzerns Lafarge, ist das einzige Industrieunternehmen auf Gemeindegebiet.<br /><br />Die Einnahmen aus dem Kiesabbau waren in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich für die gute Finanzlage der <a href="http://www.weiach.ch/">Politischen Gemeinde Weiach</a> verantwortlich. Dort wo der Abbau erfolgte besitzt die Gemeinde nämlich Land, was die Kubikmeterentschädigungen fliessen liess.<br /><br />Nun sind aber die Kiesvorkommen im Hard bald restlos ausgebeutet. Die Verlegung der Kantonsstrasse nach Süden bis an den waldbestockten Abhang des Leuenchopfs hat zwar neues Abbaugebiet freigemacht. Doch auch das ist schon zum Grossteil bereits wieder rekultiviert - davon kann man sich bei einem Augenschein leicht selber überzeugen.<br /><br /><b>Im Hasli die letzten Reserven holen</b><br /><br />Schon um 2012 könnte im traditionellen Kiesgebiet die letzte Pneulader-Schaufel auf das Förderband gekippt werden. Kies gibt es unter unseren Füssen zwar schon noch, aber die Wasserschutzvorschriften verbieten einen weiteren Abbau - sei es nun in Richtung Kaiserstuhl oder in Richtung Rheinsfelden.<br /><br />Geplant ist eine Erweiterung der Abbauaktivitäten ins nordwestlich des Dorfes gelegene Hasli - auf eine Geländeterrasse wenige Meter über der Ebene. Aber auch diese Locherei wird wohl nicht viel länger als bis 2020 anhalten. <br /><br /><b>Gehen uns finanziell die Lichter aus?</b><br /><br />Was kommt, wenn das wichtigste Unternehmen der Gemeinde seine Zelte abbricht? Man täte gut daran, sich zu überlegen, was für Weiach die Cash Cow der nächsten Jahrzehnte werden soll. Sonst bleiben nur noch massive Steuererhöhungen um den Gemeindehaushalt nicht definitiv in die roten Zahlen rutschen zu lassen.<br /><br />Die Zeiten des regelmässigen Kiesgeldes sind längst vorbei. Weil nicht mehr unter Gemeindeland abgebaut wird, lebt die Gemeinde etwa seit zehn Jahren von der Substanz. Nur will das Stimmvolk dies noch nicht so recht zur Kenntnis nehmen, wie man bei jeder Gemeindeversammlung feststellen kann.<br /><br />Extrapoliert man in die Zukunft, so bleibt schliesslich mangels Finanzen bald nichts mehr anderes übrig, als sich (vom Kanton via Finanzausgleich gezwungen) mit den Nachbarn zu einem grossen Gemeindegebilde fusionieren zu lassen.<br /><br /><b>Tiefenlager für radioaktive Abfälle?</b><br /><br />Neue lukrative Industrieansiedlungen sind nicht in Sicht. Oder doch? Letzten Donnerstag informierte die Atomabfall-Lobbyisten, die <a href="http://www.nagra.ch/">Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle</a> (NAGRA), an der Delegiertenversammlung der <a href="http://www.planungsgruppe-zu.ch/">Planungsgruppe Zürcher Unterland (PZU)</a> in Winkel. <br /><br />Es geht um das schon seit Jahrzehnten geplante Lager für hochradioaktive Abfälle. Die sind im ZWILAG, dem Zwischenlager bei Würenlingen, parkiert. Und sollten eigentlich schon längst im Nidwaldner Wellenberg oder sonstwo verstaut sein. Nur will sie eben keiner so wirklich.<br /><br />Auch in Weiach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weiach#Sondierbohrungen">wurde einst gebohrt</a>. Die Resultate dieser Probebohrung haben sich in Dutzenden von wissenschaftlichen Arbeiten und Publikationen niedergeschlagen, was den Namen der Gemeinde in Verbindung mit dem sogenannten Permokarbontrog in der Geologen-Zunft weltbekannt machte.<br /><br />Heute haben die Experten vor allem eine Schicht im Auge, die sie für ein Endlager für geeignet halten. Den rund 120 Meter mächtigen Opalinuston, der je nach Gegend in einer Tiefe von 400 bis 900 Metern ansteht.<br /><br />Und um diese Lagerschicht erschliessen zu dürfen, zieht Armin Murer, Leiter Öffentlichkeitsarbeit, gegenüber den Gemeindevertretern eine besondere Trumpfkarte: «Das Endlager bringt 120 bis 140 Arbeitsplätze.» Und Steuereinnahmen für die Standortgemeinde.<br /><br /><b>Der Widerstand ist noch in guter Erinnerung</b><br /><br />Weiach hat mit der NAGRA schon in der ersten Hälfte der 1980er-Jahre Bekanntschaft gemacht. Damals setzte sie sich mit ihrem Ansinnen durch, eine Probebohrung auf Weiacher Gebiet abzuteufen. Und sie stiess bei vielen Weiachern auf grosse Skepsis. Die meisten war eher gegen das Projekt eingestellt, weil befürchtet wurde, die Bohrung sei nur der erste Schritt für ein Endlager.<br /><br /><b>In welche Richtung wollen wir?</b><br /><br />Fragt sich, welche Haltung die Weiacher ein Vierteljahrhundert nach den NAGRA-Bohrungen einnehmen werden.<br /><br />Pro Tiefenlager? Konsequent wäre das, nicht nur weil es Geld bringt. Schliesslich beziehen die Weiacher wie alle anderen Schweizer auch 40 Prozent Atomstrom aus den Steckdosen. Ausserdem hat man hier in Sachen alternative Stromerzeugung oder gar konsequenter Bevorzugung von nachhaltigem Bauem in den letzten Jahrzehnten nicht wirklich grosse Stricke zerrissen. Solarstromanlagen sind jedenfalls weit weniger wichtig als das - wegen der exzessiven Bauerei längst nicht mehr intakte - Dorfbild.<br /><br />Oder contra Tiefenlager. Eine Anknüpfung an die Zeiten der WAG (Weiacher Aktionsgemeinschaft), einer damals gegen die Probebohrung kämpfenden, atomkritischen Bürgerinitiative, wäre durchaus denkbar. <br /><br />Nur eben: dann sollte man nicht nur eine Holzschnitzelheizung in der Mehrzweckhalle mit Fernwärmenetz zu den Anschlusswilligen im Dorfkern fördern - sondern noch weit mehr für eine nachhaltige Energieversorgung tun.<br /><br /><b>Am 6. November wird's spannend</b><br /><br />Falls Weiach als Standortgemeinde vorgesehen ist, erhält der Gemeinderat morgen Montag Post aus Bern. Am Donnerstag, 6. November will der Bundesrat dann die Festlegung von «potenziellen Standortregionen» auch gegenüber einer breiten Öffentlichkeit bekanntmachen. Fest steht nur eines: dem Unterland steht ein «atomar angereicherter» Spätherbst bevor.<br /><br /><b>Quelle</b><br /><ul><li>Schurter, D.: <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/unterland/Atomendlager-Dicke-Post-fuer-Gemeinden/story/21170460">Atomendlager: Dicke Post für Gemeinden</a>. In: Tages-Anzeiger, 1. November 2008 - S. 69 Unterland.</li></ul><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-1173186954060126287?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com1tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-22772941848917761002008-10-13T15:15:00.000+02:002008-11-02T15:14:35.795+01:00Rossweide doch nicht ganz verschwundenAnfang Januar 2007 wurde auf diesem Blog das baldige Verschwinden einer weiteren Grünfläche im Dorfkern gemeldet. Wo an der Chälenstrasse 10 bis dahin Pferde weideten sollte eine Traktorengarage entstehen. <br /><br />Wer nun allerdings das fast fertige Gebäude passiert, wird feststellen, dass die Pferde trotz Neubau nicht verschwunden sind (vgl. Bild unten).<br /><br /><a href="http://2.bp.blogspot.com/_8Ip2x1vUYKM/SPM3Ajc2d1I/AAAAAAAAAik/bZsIaeL5S6M/s1600-h/PICT0710.JPG"><img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5256605672727279442" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_8Ip2x1vUYKM/SPM3Ajc2d1I/AAAAAAAAAik/bZsIaeL5S6M/s320/PICT0710.JPG" border="0" /></a><br />Die Hafermotoren haben nur weniger Platz. Den mussten sie an ihre dieselbetriebenen Konkurrenten abtreten. <br /><br />Denn auch wenn man es dem Gebäude nicht unbedingt ansieht: Alte Traktoren findet man darin sehr wohl - und zwei funktionstüchtige Exemplare aus der von Hans Gander aufgebauten Sammlung waren an der diesjährigen <a href="http://weiachergeschichten.blogspot.com/2008/09/ausstellung-40-jahre-ortsmuseum-weiach.html">Ortsmuseumsaustellung</a> zu bewundern.<br /><br /><b>Weitere Artikel</b><br /><ul><li><a href="http://weiachergeschichten.blogspot.com/2007/01/traktorenausstellung-statt-pferdeweide.html">Traktorenausstellung statt Pferdeweide</a>. In: WeiachBlog, 4. Januar 2007.</li><li><a href="http://weiachergeschichten.blogspot.com/2008/04/das-traktorenhaus-nimmt-gestalt.html">Das Traktorenhaus nimmt Gestalt an</a>. In: WeiachBlog, 18. April 2008.</li></ul>[Veröffentlicht am 2. November 2008]<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-2277294184891776100?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com1tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-80783711653621084472008-09-29T14:30:00.003+02:002008-09-29T14:32:39.875+02:00Viermal Nein beim Sonderfall am RheinIn der Gemeinde Weiach hat sich am gestrigen Abstimmungssonntag wieder einmal bestätigt, dass eine Mehrheit der zur Urne Gehenden Neuerungen aus der Stadt ablehnend gegenübersteht. Die beiden kantonalen Vorlagen zum Rauchverbot in Gaststätten (Initiative "Schutz vor Passivrauchen") sowie das Berufsbildungsgesetz (mit oder ohne Fonds) wurden samt und sonders verworfen.<br /><br /><b>Angst vor Beizensterben?</b><br /><br />«<i>Bei beiden Vorlagen konnte man aus eher konservativen Gründen (Schutz des Gewerbes vor Mehraufwand bzw. Furcht vor dem Beizentod) wie auch aus grundsätzlich liberalen Bedenken gegen mehr staatliche Regulierung Einwände erheben</i>», schreibt Peter Moser (Statistisches Amt des Kantons Zürich) in seiner <a href="http://www.statistik.zh.ch/themenportal/themen/down.php?id=2952&fn=2008_09.pdf">Abstimmungsanalyse</a>.<br /><br />In unserem Fall war es wohl eher der Ärger darüber, dass beide noch bestehenden Wirtschaften im Dorf, das «Wiesental» wie die «Linde» (beides Beizen in denen die Stammkunden traditionellerweise eins paffen), kaum Platz für ein separates Fumoir haben. Vom zu investierenden Geld einmal ganz abgesehen. Es droht also ein Beizensterben, das auch die Imbissstube Mr. Bigfood treffen könnte - dort ist der Platz ähnlich begrenzt. Nur die jüngst eröffnete Caffè-Bar Chamäleon hat damit kein Problem. Sie ist schon rauchfrei konzipiert.<br /><br />Das durchgehende Nein der Weiacher wurde vom Tages-Anzeiger Unterland sogar mit einem Untertitel bedacht:<br /><br />«<i><b>Weiach als Sonderfall</b><br /><br />Unterschiedlich fielen die Meinungen in den Unterländer Gemeinden auch zum Berufsbildungsfonds aus. Im Bezirk Bülach lehnten sieben Gemeinden die Hauptvorlage ab, im Bezirk Dielsdorf sogar deren zwölf. Die letztlich nicht weiterverfolgte Gesetzesvariante ohne Berufsbildungsfonds hätten bis auf Weiach alle Unterländer Gemeinden angenommen.</i>»<br /><br />Es ist sogar noch auffallender: Weiach hat als einzige Gemeinde im ganzen Kanton viermal Nein gesagt. In der Tat ein Sonderfall. Das noch viel ländlichere Bachs beispielsweise hat den Gegenvorschlag zur Volksinitiative Passivrauchen mit immerhin 58.9% Ja-Stimmen deutlich angenommen. Weiach hat diese Variante hingegen mit nur 38.1% Ja-Stimmen dagegen ebenso deutlich abgelehnt.<br /><br /><b>Quellen</b><br /><br /><ul><li>Sechs Unterländer Gemeinden waren gegen Rauchverbot in Restaurants. In: Tages-Anzeiger Unterland, 29. September 2008 - S. 60.</li><li>Moser, P.: Für einen Berufsbildungsfonds und gegen den Qualm in den Gaststätten. Eine Analyse der Resultate der kantonalen Abstimmungen vom 28.9.2008. Statistik.info 09/08 - S. 1.</li></ul><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-8078371165362108447?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com1tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-65625395310575878352008-09-27T22:35:00.001+02:002008-09-27T22:39:00.130+02:00Wie Weiach zu einem Ortsmuseum kamMorgen Sonntag, 28. September ist der zweite und letzte diesjährige Tag der offenen Türen im Ortsmuseum Weiach. Gezeigt wird eine Retrospektive über die letzten 40 Jahre seit der Eröffnung (vgl. für die Öffnungszeiten den <a href="http://weiachergeschichten.blogspot.com/2008/09/ausstellung-40-jahre-ortsmuseum-weiach.html">WeiachBlog-Artikel vom 20.September</a>).<br /><br />Selbstverständlich ist es ja nicht, dass eine kleine Gemeinde mit heute um die 1000 Einwohnern seit vier Jahrzehnten ein eigenes Ortsmuseum hat. Vor allem wenn man berücksichtigt, dass Mitte der 60er-Jahre noch wesentlich weniger Menschen in Weiach wohnhaft waren (nämlich ca. 650).<br /><br /><b>Wenn der Lehrer mit dem Bahnhofsvorstand</b><br /><br />Um eine Neuerung einzuführen braucht es treibende Kräfte. Weiter solche, die sie zumindest nicht verhindern. Und nicht zuletzt ein paar glückliche Zufälle.<br /><br />Die treibenden Kräfte waren der Bahnhofvorstand Emil Maurer und der Lehrer Walter Zollinger. Beide waren in der Kirchenpflege und auch sonst im Dorfleben aktiv. Und beide waren auch sehr an der Bewahrung der schnell verschwindenden alten Volkskultur interessiert.<br /><br />Maurer liess zwei kleine Broschüren erscheinen: «Die Kirche zu Weiach» (1965) sowie «Eine neue Orgel für die Kirche Weiach» (1966), welche für die Ortsgeschichtsschreibung wertvolle Impulse darstellten. Denn bisher hatten solche Aufzeichnungen die Studierstuben der Pfarrherren und Lehrer nicht in gedruckter Form verlassen.<br /><br />Er legte sich auch vor der entscheidenden Gemeindeversammlung mächtig ins Zeug. Seine «<i>Gedanken und Bitte zur Weiacher Gemeindeversammlung</i>» wurden am 27. September 1966 im Zürichbieter abgedruckt.<br /><br />Ebenso starke Impulse erhielt das «Projekt Ortsmuseum» aber von Walter Zollinger (1896-1986), seit 1919 Weiacher Primarschullehrer und während etlicher Jahre in vielen Behörden und Vereinen tätig, so auch in der Kirchenpflege.<br /><br /><b>Nachbarschaft entscheidet</b><br /><br />Zollinger war mit einer Tochter des Mühlenbesitzers Funk verheiratet und wohnte im Haus Müliweg 4. Als Nachbar hatte er zur letzten Besitzerin des Lieberthauses (Müliweg 1) sehr guten Kontakt.<br /><br />So erfuhr er von ihr auch manch Interessantes, das den Weg in seine Notizheft und von da ins Ortsmuseum gefunden hat.<br /><br /><b>Kiesgeld macht's möglich</b><br /><br />Die für die Gemeindefinanzen positive Eröffnung des Kieswerks der Weiacher Kies AG im Hard (ab 1961) erlaubte den Weiachern den Luxus, sich etwas so «Unnötiges» wie ein Museum zu leisten. Ohne das Kiesgeld hätte es die Vorlage, das Lieberthaus zum Zwecke der Einrichtung eines Ortsmuseums anzukaufen, wohl kaum durch die Gemeindeversammlung geschafft.<br /><br /><b>Literatur</b><br /><br /><ul><li>Maurer, E.: Gedanken und Bitte zur Weiacher Gemeindeversammlung. In: Zürichbieter, 27. September 1966.</li><br /><li>Furrer, G.: Das Ortsmuseum Weiach stellt sich vor. In: Zürichbieter, 13. Juli 1968.</li><br /><li>Furrer, G.: Eröffnung des Ortsmuseums Weiach. In: Zürichbieter, 18. Juli 1968.</li><br /><li>Furrer, G.: Ein Weiacher Dorfmuseum. In: Neue Zürcher Zeitung, 24. Juli 1968, Mittagausgabe Nr. 450 – S. 3.</li><br /><li>Altes und Modernes im Ortsmuseum Weiach, dem «Liebert-Haus». Ausstellung Fritz Schmid in der «Galerie Liebert». In: Neues Bülacher Tagblatt, Nr. 232, 5. Oktober 1968.</li><br /><li>Ortsmuseum und Galerie Weiach unter einem Dach. In: Tages-Anzeiger, 11. Okt. 1968.</li><br /><li>Höber, H.: 700 Jahre Weiach. Eine interessante Sonderausstellung im Ortsmuseum. In: Zürichbieter, Nr. 435, 18. September 1971.</li></ul><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-6562539531057587835?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-86608124810139380182008-09-25T23:55:00.001+02:002008-09-27T23:09:32.910+02:00Fünfundzwanzigtausend BesucherMan glaubt es kaum. WeiachBlog ist noch keine drei Jahre alt (Startschuss war am 31. Oktober 2005) und hat trotz dem ziemlich eng umgrenzten Orchideenthema «Weiach» jeden Tag im Durchschnitt 25 Besucher. Jedenfalls wenn man seit dem Beginn der Zählung mit Sitemeter am 27. Dezember 2005 rechnet. Seither sind genau 1003 Tage vergangen.<br /><br />Zur Zeit zählt man durchschnittlich 32 Einzelabfragen mit 43 Page views pro Tag, die mittlere Verweildauer beträgt 1 Minute 7 Sekunden. Heute am «<i>Sep 25 2008 10:51:20 am</i>» registriert der Zähler den Unique Visitor Nr. 25'000:<br /><br /><i>Domain Name: hispeed.ch (Switzerland)<br />IP Address: 77.59.193.# (Cablecom GmbH)<br />ISP: Cablecom GmbH</i><br /><br />Also ein Internet-Nutzer aus der Schweiz. Und zwar einer von denen, die WeiachBlog per Feedreader lesen.<br /><br /><b>Wo die meisten Zugriffe erfolgen</b><br /><br />Und was interessiert diese Leserinnen und Leser am meisten? Nach wie vor gehört das Gros zur Laufkundschaft, die nur dank einer Suchabfrage über Google auf einen Artikel im WeiachBlog stösst.<br /><br />Viele User stossen auch über den Begriff «Zeitungsnamen» auf WeiachBlog. Grosser Beliebtheit erfreut sich auch ein <a href="http://weiachergeschichten.blogspot.com/2007/02/alte-monatsnamen.html">Übersichts-Artikel zu alten Monatsnamen</a>, der bei der Eingabe der Abfrage «<a href="http://www.google.ch/search?hl=de&q=Alte+Monatsnamen">Alte Monatsnamen</a>» zuoberst auf der Google-Liste erscheint.<br /><br />Womit sich wieder einmal bestätigt, wie wichtig die Platzierung auf dieser Liste ist. Nur bei selten vorkommenden exotischen Themen (z.B. «<a href="http://weiachergeschichten.blogspot.com/2007/11/die-entspelzte-welle.html">entspelzt</a>») schafft es WeiachBlog auf die erste Seite oder gar an die Spitze.<br /><br />Am meisten Zugriffe generiert aber nach wie vor der Alitalia-Flugzeugabsturz am 13. November 1990. Der Horrorfaktor bewirkt auch nach bald 18 Jahren noch fast täglich einen Zugriff.<br /><br />[Veröffentlicht am 27.9.2008]<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-8660812481013938018?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-83077373993933547752008-09-23T20:25:00.001+02:002008-09-29T13:44:31.469+02:00«Es Dörfli» - eine Hommage an WeiachIn der September-Ausgabe der <i>Mitteilungen für die Gemeinde Weiach</i> (MGW) ist unter der Rubrik «Geschichtliches» vor den Weiacher Geschichte(n) Nr. 106 ein Gedicht abgedruckt worden.<br /><br />Die Gemeinde hat es nach Angaben der Redaktorin vom Verwalter des Altersheims Eichi in Niederglatt zugesandt erhalten. Stammen soll es von der dort lebenden 88-jährigen Luise Wagner. Ich schreibe hier «soll» weil es im Dorf Stimmen gibt, die andere Verfasser nennen. [vgl. Nachtrag ganz unten]<br /><br />WeiachBlog druckt das Gedicht genau so ab, wie es in den MGW drin steht und gibt anschliessend einige Kommentare zu den erwähnten Örtlichkeiten.<br /><br /><b>Es Dörfli</b><br /><br />«<i>Ich käne es Dörfli<br />es isch zunderscht im Land<br />es hèèrzigs Näschtli<br />mit Züri verwandt.<br /><br />Ich gsee’s vor mir<br />wie’s aartig da liit<br />vo Obstböim beschatted<br />vor Sumerziit.<br /><br />Im Mäie doch erscht<br />wie schön isch’s im Mäie<br />im Blüet muesch’s go gschaue<br />yuhäie.<br /><br />Im Hèrbscht wänn d’Zwiigli<br />hanged voll Frücht<br />und alls amene hèrrliche Gaarte gliicht.<br /><br />Es Chirchli staat da<br />es isch tuusig nett.<br />Im Büel äne lueget’s<br />vom Türmli deet<br />es lueget soo früntli uf d’Hüüser und Lüüt<br />wie geschter esoo soorget’s all na hütt.<br /><br />Vo Hofwiese grüesst es heimeligs Huus<br />fascht täglich springt d’Jungmannschaft ii und uus.<br />Es wird nöd nu läse und schriibe drin gleert<br />au d'Wiisheit wo s'Läbe so vil isch wärt.<br /></i><br /><i>Im Dorf obe chlapperet d'Müli am Bach<br />si lauft mit de Ziit<br />verstaat iires Fach.<br />Maalt und sortiert<br />s'Määl schmackhaft und zart<br />us Chèèrne us em Hasli und usem Hard.<br /><br />Wiiter une flüsst s'Bächli<br />wider in Teich<br />es müend halt d'Wasserchräft<br />uusgnützt sii z'Weich.<br /><br />E Wèrchstatt triibt's scho vili Jaar<br />ja, früener hät me det dröschet sogar.<br /></i><br /><i>I d'Saagi hindere gaat's d'Chäle uf<br />em Holz fèèlt's nanig für de Prueff<br />si bringet's zum Schtocki vom Sanntebèèrg<br />vom Issebüeli isch's grad esoo bigäärt.<br /><br />De Bettme ii mues me,<br />wämmer per Paan<br />z'Bsuech oder uf Züri will gaa.<br />Is Holzwèrch oder i Gschäftliaastalt<br />is Rhiistedtli oder Kaiserstuel<br />wänn’s eim gfallt.<br /><br />Und prachtvolli Wiise hät s’Ackerland<br />es ghört ja zum löbliche Puurestand.<br />Es hät ja hèrrliche Wald<br />na e chlii Rääb und Chlee<br />vill Gäisse und Hüener<br />fäissi Söi und schööns Vee.<br /><br />Im Früelig natüürli<br />lockt d’Fasnacht flue<br />ganz bsunders s’junge Volch<br />gèèrn zuenere ue.<br />De Blick uf s’Rafzerfäld<br />uf de lieb Rhii<br />und de Römerturm tuet’s aazie.<br /><br />Ame Sunntig drum<br />öppe wänn d’Sunne lacht<br />wird sones gfröits Tüürli<br />i d’Höchi gmacht.<br /><br />Es wird gsunge und gjuuchset<br />und gmüetlich taa<br />es wott Strüüssli vom Mäie<br />jedes no haa.<br /><br />Dur d’Wuche dur Puurets<br />vom Bèèrg bis an Rhii<br />potz wüeschte Faane<br />wie hänket’s daa ii.<br /><br />Scho mängi Aarbet<br />muess eläktrisch gaa.<br />Mit Raat und Taat<br />gänd d’Eltere naa.<br /><br />Obwool äis Wèrch<br />am andere folgt<br />so werdet im Sumer<br />vill Beeri gholt.<br /><br />Im Stocki, im Schwändi,<br />im Büechli au<br />sind’s debii zfriede<br />im Weiachergau.<br /><br />Drum wämmer’s eso mache wie sii<br />wöisched mer Gottes Sääge no drii<br />und legged mer ales I sini Hand<br />öises so liebi Weiacherland.</i>»<br /><br /><b>Früher gab es wesentlich mehr Obstbäume</b><br /><br />Man erkennt nicht nur an der Sprache, dass dieses in der Unterländer Mundart verfasste Gedicht von einem älteren Semester zu Papier gebracht worden sein muss. Auch der Hinweis auf die vielen Obstbäume («<i>vo Obstböim beschatted</i>») deutet klar auf frühere Zeiten hin. Denn heute gibt es längst nicht mehr so viele Obstbäume wie noch vor 40 oder 50 Jahren. Das kann bei einem Vergleich von alten Fotos mit dem heutigen Zustand leicht überprüft werden.<br /><br />Frau Wagner wohnte an der Chälenstrasse 25. Dass sie die Verfasserin ist, würde durch den Blickwinkel des implizite vorhandenen Erzählers gestützt. Er kann nicht bei der Kirche im Büel wohnen, weil man von seinem Standpunkt aus das Büel mit der Kirche sehen kann [Betrachterstandpunkt muss nicht seinem Wohnort entsprechen; vgl. ganz unten den Nachtrag].<br /><br />Auch beim Alten Schulhaus (1833-1836 auf der «Hofwiese» erbaut) wohnte er nicht. Und dass auch das Oberdorf als Wohnort ausfällt, erkennt man an der Beschreibung des Standorts der Mühle (heute: Müliweg 7).<br /><br /><b>Verschwundener Mühleweiher mitten im Dorf</b><br /><br />Der Abschnitt «<i>Wiiter une flüsst s'Bächli wider in Teich, es müend halt d'Wasserchräft uusgnützt sii z'Weich</i>» ist besonders interessant, könnte er doch darauf hindeuten, dass diese Zeilen schon vor langer Zeit verfasst wurden. Möglicherweise sogar noch zu Schulzeiten der Verfasserin, denn dort wo dieser Teich lag (Oberdorfstrasse 21) befindet sich seit 1934 eine Scheune mit Werkstatt (Assekuranznummer 281).<br /><br /><b>Eingetragene Wasserrechte</b><br /><br />Dass am Mülibach oder Dorfbach die Wasserkraft intensiv genutzt wurde sieht man schon daran, dass zwischen 1859 und 1863 allein drei Wasserrechte eingetragen wurden, eines für den Betrieb einer Mühle und zwei für eine Schleiferei/Drechslerei (vgl. Staatsarchiv des Kantons Zürich, Z 1.1112-1114).<br /><br />Der folgende Satz: «<i>E Wèrchstatt triibt's scho vili Jaar ja, früener hät me det dröschet sogar</i>» bezieht sich auf die mechanische Werkstätte in der heutigen Liegenschaft Meierhofer-Järventaus. Zwischen diesem und Werner Attingers Haus an der Büelstrasse verlief noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein der Dorfbach (heute ist in Röhren unter die Oberdorf- bzw. Stadlerstrasse verlegt). Eines der oben erwähnten Wasserrechte (StAZH Z 1.1114) umfasst die Genehmigung, eine Dreschmaschine zu betreiben.<br /><br /><b>Holzbearbeitung, Schuhschäfte und Freizeitvergnügen</b><br /><br />Natürlich wird auch die (mittlerweile infolge Baufälligkeit eingestürzte) Sägerei im Tälchen Richtung Bachs erwähnt, wo man das Holz vom Sanzenberg und Isenbüeli hinbrachte.<br /><br />Die Worte «<i>Is Holzwèrch oder i Gschäftliaastalt</i>» deuten auf das grosse Sägewerk und die ehemalige Schäftefabrik Walder (später Fruet AG) beim Alten Bahnhof Weiach-Kaiserstuhl hin.<br /><br />Interessant ist auch, wo die Jungen früher am Sonntag herumhingen: «<i>lockt d’Fasnacht flue ganz bsunders s’junge Volch</i>». Von der südwestexponierten Fasnachtsflue hat man einen sehr schönen Blick aufs Dorf, nach Kaiserstuhl und ins Badische.<br /><br />Wo man damals Beeren fand ist auch mit den Flurnamen beschrieben. Das erwähnte «<i>Büechli au</i>» meint ziemlich sicher das noch heute bekannte «Büechlihau».<br /><br />So ist dieses Gedicht gut in der heimischen Geographie verankert und erzählt zwischen den Zeilen manches Detail von früherem Leben und Glauben.<br /><br />N.B.: Wer weitere Zusammenhänge entdeckt ist herzlich eingeladen, einen Kommentar abzugeben.<br /><br /><b>Nachtrag vom Sonntag, 28. September</b><br /><br />WeiachBlog hat Frau Luise Wagner heute im Eichi besucht. Sie hat betont, dass das Gedicht nicht von ihr verfasst worden sei. So etwas könne sie doch nicht, meinte sie bescheiden. Sie habe es nur auswendig gelernt und dann aufgeschrieben.<br /><br />Eigentlich, so Luise Wagner, stamme das Gedicht von einem Mann namens Demuth, der im Näpferhüsli (abgerissenes Kleinbauernhaus neben dem Alten Gemeindehaus an der Bühlstrasse) gewohnt habe. Er sei schon lange gestorben und das Gedicht wohl vor 1920 entstanden.<br /><br />Wir haben es also mit einem klassischen Irrtum zu tun. «Von Person X» reicht als Quellenangabe einfach nicht aus. Um solche Missverständnisse wie in diesem Fall zu vermeiden, müsste man schon den Vermerk «Von Person X erhalten» oder eben «Von Person X verfasst» anbringen. Das würde die Angelegenheit sofort klären.<br /><br /><b>Quelle</b><br /><ul><li>Es Dörfli. In: Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, September 2008 - S. 11.</li></ul><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-8307737399393354775?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com2tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-9520428009769557842008-09-22T20:14:00.002+02:002008-09-22T20:18:18.778+02:00Korrekte Fakten sind GlückssacheManchmal fragt man sich schon, wofür Journalisten eigentlich bezahlt werden. Zum Beispiel dafür, ein paar simple Fakten richtig auf die Reihe zu bekommen. Würde ein ausserhalb des Medienkuchens Stehender annehmen.<br /><br />Dass dies aber längst nicht immer der Fall ist, zeigte sich heute wieder einmal in der Zürcher Landzeitung. Da berichtet Szilvia Früh unter dem Titel «<a href="http://www.zuonline.ch/storys/storys.cfm?vID=12224">Alter Glanz unter neuem Dach</a>» über die Ausstellung «40 Jahre unter stilvoll saniertem Dach» im Ortsmuseum Weiach.<br /><br />Nett und handwerklich eigentlich nicht schlecht geschrieben ist er, das muss man dem Artikel lassen. Nur schnitzert Früh leider bei den Namen und Fachbegriffen.<br /><br /><b>Namen verschreiben inklusive</b><br /><br />Im Lauftext wird unser Gemeindepräsident «Georg Trachsel» genannt, in der Bildunterschrift gar «Georg Trachsler». Diese Diskrepanz hätte zumindest beim Lektorat eine Rückfrage auslösen müssen. Der Mann heisst richtig übrigens «Gregor Trachsel», was man mit einer simplen Abfrage der Gemeindewebsite hätte herausfinden können. Fazit: Hier wurde geschlampt.<br /><br />Auch Fachbegriffe werden freihändig in den Text gemixt. Da findet man die Ortsmuseumskommission (korrekte Bezeichnung) als «<i>fünfköpfiges Museumskomitee</i>» wieder, oder es ist gar von «<i>Armeejacken und Waffen aus den Kriegszeiten</i>» die Rede. Korrekt wäre die Bezeichnung «<i>Armeeuniformen</i>». <br /><br />Ok, das ist ein Detail. Aber dass die Schweiz nicht nur in Kriegszeiten eine Milizarmee unterhält - und es daher zu jeder Zeit solche Uniformen gab, sollte eigentlich auch einer Journalistin bekannt sein (zumal wenn sie einen Studienabschluss vorweisen kann).<br /><br />Dieser Fall betrifft die Zürcher Landzeitung. Die Konkurrenz ist da aber zuweilen kein Haar besser - im Gegenteil.<br /><br /><b>Fehler im Multipack - samt freihändiger Interpretation</b><br /><br />Auch beim Tages-Anzeiger Unterland ist Wischen vor der eigenen Haustüre angesagt. Denn auch dort wird zuweilen sehr freihändig mit Tatsachen hantiert. Das konnte man im Januar 2008 in einem Artikel von Dorothée Baumgartner sehen. Sie nahm sich das Thema «Postauto-Anschlüsse» vor und schrieb in Anlehnung an Informationen aus WeiachBlog über das Ärgernis, einen Anschlussbus in Bülach zu verpassen:<br /><br />«<i>Wie er</i> [gemeint: der Verfasser von WeiachBlog] <i>in seinem Blog auf der Website der Gemeinde Weiach schreibt, passiere es ihm öfter, dass er den Anschlussbus in Bülach Richtung Weiach verpasse. Allerdings nicht während der Stosszeiten, sondern um Mitternacht.</i> [...] <i>Da die S 5 auch noch um diese Zeit hinter dem Taktfahrplan herhinkt, reicht es dem Weiacher nicht mehr auf ein öffentliches Verkehrsmittel. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als ein Taxi nach Hause zu nehmen. Er ist verärgert und fragt sich: "Muss ich das selber bezahlen, oder zahlt mir die Postauto AG irgendwann meine Taxiauslagen?"</i>»<br /><br /><small>Der Abschnitt basiert wahrscheinlich auf folgenden drei WeiachBlog-Artikeln:</small><br /><ul><li><small><a href="http://weiachergeschichten.blogspot.com/2007/12/die-sbb-definieren-den-anschluss-neu.html">http://weiachergeschichten.blogspot.com/2007/12/die-sbb-definieren-den-anschluss-neu.html</a> </li><li><a href="http://weiachergeschichten.blogspot.com/2006/12/vom-postauto-im-regen-stehengelassen.html">http://weiachergeschichten.blogspot.com/2006/12/vom-postauto-im-regen-stehengelassen.html</a> </li><li><a href="http://weiachergeschichten.blogspot.com/2006/01/kein-anschluss-in-dieser-klte-v-kunden.html">http://weiachergeschichten.blogspot.com/2006/01/kein-anschluss-in-dieser-klte-v-kunden.html</a> </li></ul></small><p>Da kann man sich wirklich nur noch ratlos am Kopf kratzen, ob dieser Schreibe. Denn Baumgartner hat da gleich im Multipack geschnitzert: </p><p><b>1. Quellenkritik: Fehlanzeige</b></p><p>Behauptet wird, es handle sich bei WeiachBlog um einen «<i>Blog auf der Website der Gemeinde Weiach</i>». Das ist völlig falsch. Der Blog wird nicht vom Provider der Gemeinde Weiach gehostet, er wird nicht von der Gemeinde finanziert, ja er wird nicht einmal von der offziellen Website der Gemeinde aus direkt verlinkt. Nur die Website der Gemeinde vom Blog aus. Sonst nichts. Fazit: Die Dame scheint nicht gerade mit Leseverständnis gesegnet zu sein. </p><p><b>2. Zeitplanung: Fehlanzeige</b></p><p>Baumgartner wandte sich am 8. Januar um 13:41 per e-mail an mich, stellte ein paar Fragen und schloss mit den Worten: «<i>Da der Text auf morgen ist, bitte ich Sie mir so schnell wie möglich zu antworten. Das wäre sehr nett. Ich sollte Ihre Antworten bis spätestens 14.30 Uhr haben</i>».<br /><br />Tolle Zeitplanung, nicht? Und das für einen Artikel, der nicht im Geringsten zeitkritisch war. Über das oben erwähnte Ärgernis hätte man ja auch irgendwann später berichten können. So blieben mir ganze 49 Minuten Antwortzeit! Zu dumm wenn man nicht ständig den E-mail-Client offen hat oder tagelang ohne jeden PC-Anschluss auskommt.</p><p>Nun muss das nicht unbedingt der Fehler der Journalistin allein sein. Der Blattmacher sollte sich auch überlegen, wieviel Vorlauf für einen nicht zeitkritischen Füllartikel angemessen ist - zumal wenn man noch Zitate verifizieren sollte. Da reichen ein paar Minuten zwischen Redaktionskonferenz und Redaktionsschluss am selben Tag wohl nicht. <br /><br /><b>3. Wortvergewaltigungen: wenn «erneut» zu «öfter» wird</b></p><p>Aus dem Wort «erneut» (im WeiachBlog-Artikel «Vom Postauto im Regen stehengelassen») herauszudestillieren, das würde mir persönlich «öfter» «passieren, ist eine völlige Verkennung der Tatsachen. Ich habe nur darüber geschrieben, dass es mir «erneut» passiert ist. Daraus kann man aber nicht ableiten, dass jedesmal ICH selber diesen Bus verpasst hätte - ich habe lediglich hochgerechnet, was die Anzahl sein muss, wenn es schon allein mir zweimal innert wenigen Wochen passiert. Obwohl ich gar nicht so oft derart spät unterwegs bin.</p><p><b>4. Verunglückte Informationsfusionen</b></p><p>Noch schlimmer kommt es heraus, wenn Versatzstücke aus mehreren Artikeln (die sich zu verwandten, aber doch verschiedenen Themen äussern) frischfröhlich neu zusammengemixt werden, wie z.B. hier:</p><p>«<i>Da die S 5 auch noch um diese Zeit </i> [gemeint: um Mitternacht] <i>hinter dem Taktfahrplan herhinkt, reicht es dem Weiacher nicht mehr auf ein öffentliches Verkehrsmittel.</i>» Auch hier sind mehrere der oben referenzierten Artikel in faktisch falscher Weise und bar jeder Logik zusammengeschnurpft worden. </p><p>Wenn die S5 im Bahnhof Museumsstrasse im gleichen Masse Verspätung hat wie die Züge nach Zürich HB (z.B. ab Olten), dann erwischt man die S5 (fahrplanmässig ab 23:37) nach Bülach locker - es braucht minimal 4 Minuten Übergangszeit. Wenn man einmal auf der S5 ist, dann ist fast alles paletti. Denn das letzte Postauto nach Weiach muss bis zu 20 Minuten warten, wenn eine S-Bahn aus Zürich oder Winterthur Verspätung hat. Deshalb funktioniert es ja auch fast immer mit den Anschlüssen von der S-Bahn aufs Postauto.<br /><br />Noch ein Beispiel für Faktenvermischung: «<i>Ihm bleibt nichts anderes übrig, als ein Taxi nach Hause zu nehmen. Er ist verärgert und fragt sich: "Muss ich das selber bezahlen, oder zahlt mir die Postauto AG irgendwann meine Taxiauslagen?"</i>»</p><p>Mein Original: «<i>Ich bin ja gespannt, wie kulant sich die SBB geben werden, wenn ich dereinst mit der Quittung eines Bülacher Taxi-Unternehmers beim Kundendienst vorbeischaue.</i>» </p><p>Merke: SBB, nicht Postauto! Mein Original stammt aus dem Artikel «Die SBB definieren den Anschluss neu». Da geht es um etwas völlig anderes als in den beiden anderen oben referenzierten Artikeln.</p><p>Im Falle der Postautos, die einfach abfahren, obwohl der Zug weniger als 20 Minuten Verspätung hat, muss letztlich zwar die Postauto Zürich bezahlen. Das kommt aber ziemlich selten vor. Meist ist die SBB die Schuldige und müsste zahlen, wenn ihre S5 den Schnellzug nicht abwartet. Für diese These spricht: Die SBB haben mir die Taxikosten übrigens jedesmal anstandslos zurückerstattet. </p><p>Ob sie das aber auch noch tun würden, wenn man einen Zug nimmt (z.B. von Olten, Zürich an 23:31 Uhr) , von dem es bei fahrplanmässiger Ankunft in Zürich HB gut auf den Anschluss auf die S5 im Tiefbahnhof Museumsstrasse reicht, das ist eine ganz andere Frage (vgl. den WeiachBlog-Artikel «Die SBB definieren den Anschluss neu»). </p><p>Denn offiziell ist der genannte Zug im Fahrplan nicht als Anschluss auf die S5 aufgeführt, weil die SBB über das ganze Gelände des Zürcher HB strikt von 7 Minuten Übergangszeit ausgehen. Sie könnten also darauf bestehen, der Kunde hätte einen früheren Zug nehmen müssen. Wenn es gemäss Fahrplan schon keinen Anschluss gebe, seien sie nicht verpflichtet, seine Taxikosten zu übernehmen, wenn er den späteren Zug genommen hat.</p><p><b>Was soll man davon halten?</b></p><p>Nach einer Zeitungs-Lektüre wie dieser weiss man nicht recht, wie man seiner Verwunderung über solch unprofessionelles Verhalten Ausdruck verleihen soll. </p><p>Denn eigentlich sollte doch gelten: Wenn man jemanden schon direkt zitiert, dann bitte nur mit Worten, die wirklich so geschrieben oder gesagt wurden. Auch den Rest sollte man getreu den Fakten beschreiben - wenn nötig nach erfolgter Rücksprache. Die war aber in meinem Fall nicht möglich. Entsprechend abverheit ist der Abschnitt herausgekommen. </p><p>Es scheint, dass im vorliegenden Fall etliche journalistische Sorgfaltsregeln über Bord geworfen wurden, nur um einen Artikel a tout prix noch ins Blatt bringen zu können, der in keiner Art und Weise zeitkritisch gewesen wäre. </p><p>Zwei Beispiele aus der Landzeitung und dem Tagi. Sind das die Folgen der modernen Produktionsbedingungen? Oder habe ich nur zu hohe Ansprüche?<br /><br /><b>Quellen</b> </p><ul><li>Baumgartner, D.: Kein Postauto-Anschluss in Bülach während der Stosszeiten. In: Tages-Anzeiger Unterland, 9. Januar 2008 - S. 53.</li><li>Früh, S.: <a href="http://www.zuonline.ch/storys/storys.cfm?vID=12224">Alter Glanz unter neuem Dach.</a> Weiach - Jubiläumsausstellung der letzten 40 Jahre im Ortsmuseum. In: Zürcher Landzeitung/ZU/NBT, 22. September 2008 - S. 6. </li></ul><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-952042800976955784?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com3tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-84274063976822786872008-09-20T18:30:00.000+02:002008-09-20T18:31:27.522+02:00Ausstellung «40 Jahre Ortsmuseum Weiach»Es herbstet sehr und damit ist auch schon wieder Zeit für die einmal jährlich von der Ortsmuseumskommission organisierte Ausstellung im Lieberthaus, dem Weiacher Dorfmuseum. Diesmal steht sie im Zeichen des erneuerten Daches.<br /><br />Am 17. Dezember 2005 wurde offensichtlich, dass das alte, mit Biberschwanzziegeln gedeckte Haus einen Dachschaden hat. In die Brandmeldeanlage eindringendes Wasser alarmierte in dieser Nacht gleich zweimal hintereinander die Feuerwehr (vgl. <a href="http://weiachergeschichten.blogspot.com/2006/02/brandmelder-entdeckt-dachschaden.html">WeiachBlog vom 5. Februar 2006</a>). Es gab also Handlungsbedarf für die Eigentümerin, die politische Gemeinde Weiach.<br /><br /><b>Investition hat sich gelohnt</b><br /><br />Anfang 2008 bewilligte der Gemeinderat Weiach endlich einen Kredit für die Renovation und weitere Arbeiten. Die Investition von 70'000 Franken hat sich gelohnt, der Dachschaden wurde diesen Sommer repariert. Dabei hat man darauf geachtet, dass die alte Substanz wo immer möglich wiederverwendet wurde und traditionelle Verfahren zum Einsatz kamen (vgl. Zürcher Unterländer vom 8. Juli 2008).<br /><br /><b>Längere Öffnungszeiten</b><br /><br />Auch dieses Jahr ist das Museum wieder an zwei Daten geöffnet: am 21. und 28. September. Länger als auch schon sind die Öffnungszeiten: von 11.00 – 17.00 Uhr, also nicht erst nach, sondern schon vor dem Mittag.<br /><br />Zu sehen gibt es gemäss Angaben der Ortsmuseumskommission eine Art Retrospektive:<br /><br /><ul><li><i>Ein Querschnitt über die Ausstellungen der letzten 40 Jahre </li><li>Gezeigt wird auch der Weiacher-Film vom ehemaligen Lehrer Kurt Ackerknecht </li><li>Für das leibliche Wohl sorgt ab 11.00 Uhr die Gulaschkanone</li></ul></i>Man darf gespannt sein, was der Präsident der Ortsmuseumskommission, Daniel Bryner, mit seinem Team alles ausgegraben und bereitgestellt hat.<br /><br />Verraten sei hier nur so viel: unter anderem wird die alte Fahne des Gesangvereins Weiach von 1860 zu sehen sein. Samt Erläuterungen aus den <i>Weiacher Geschichte(n)</i>.<br /><br />Warmes Essen ist deshalb nicht das einzige Argument für einen Besuch im Ortsmuseum - es entschädigt einen aber für die kalte Witterung.<br /><p><b>Quellen</b> </p><ul><li><a href="http://weiachergeschichten.blogspot.com/2006/02/brandmelder-entdeckt-dachschaden.html">Brandmelder entdeckt Dachschaden</a>. In: WeiachBlog, 5. Februar 2006</li><li><a href="http://www.zuonline.ch/storys/storys.cfm?db=zuonline&vID=11774">Neues Dach mit alten Ziegeln</a>. Weiach Sorgfältige Renovation des Ortsmuseums. In: Zürcher Unterländer, 8. Juli 2008</li><li>Ortsmuseumskommission: 40 Jahre unter stilvoll saniertem Dach. Einladung zur Ausstellung 2008. In: Mitteilungen für die Gemeinde Weiach, September 2008 - S. 26.</li></ul><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-8427406397682278687?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-72307245514634929932008-09-07T12:40:00.001+02:002008-09-07T12:44:34.144+02:00Züri-Metzgete 2008 streift WeiachWenn jemand sich durch eine schwierige Situation gekämpft hat, dann sagen die älteren Semester unter den Hiesigen, er oder sie habe sich «guet gmetzget». Zum Beispiel bei einem Wettkampf in einer Ausdauersportart.<br /><br />Ein Fahrradrennen auf einer ungeteerten, staubigen Strasse mit der Technik von Anno dazumal war kein Schleck und nicht für jedermann zu bewältigen. Daher kommt wohl auch der Übername - und mittlerweile offizielle Titel «Züri-Metzgete» - für die «Meisterschaft von Zürich», dem populären Radsportklassiker per excellence in unserem Kanton.<br /><br /><b>Neustart nach Finanzdebakel 2006</b><br /><br />Da die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich dieses Jahr der Hauptsponsor sind, heisst der Anlass jetzt «EKZ Züri-Metzgete». Selbstverständlich ist es nicht, dass 2008 wieder eine Metzgete stattfindet. Im letzten Jahr musste die Veranstaltung nämlich mangels Sponsoren abgesagt werden - erstmals seit Jahren, wie auch der <a href="http://www.zueri-metzgete.ch/content/view/4/11/">geschichtliche Überblick auf der Website der Veranstalter</a> erkennen lässt.<br /><br />Begonnen hat alles 1910 mit einem Amateurrennen, das durch einen Vorläufer des heute wieder als Organisator auftretenden Radfahrer-Verein Zürich organisiert wurde. Früh wurde dieses Rennen auch im Zürcher Unterland ausgetragen.<br /><br />Die Organisatoren haben sich nach dem hohen Defizit des Jahres 2006 entschieden, zu den Wurzeln zurückzukehren. Sie heben mit der Ausschreibung einer Volks-Metzgete den Breitensport-Charakter wieder hervor. Weiter haben sie eine Strecke abseits der grossen Heerstrassen ausgesucht, einen Rundkurs durchs Zürcher Unterland mit Start und Ziel in Buchs im Furttal. Alle Teilnehmer passieren auf der Hauptstrasse Nr. 7 auch das Gemeindegebiet von Weiach.<br /><br /><b>Trachsel hat eine Heimpartie</b><br /><br />Deshalb ist es nur logisch, dass auch die Weiacher Rennfahrerin Sereina Trachsel, welche mit dem BIGLA-Team startet, sich auf diese Heimpartie freut. Als erprobte Bergspezialistin schreckt sie die Vorstellung, sowohl den Siglistorfer wie den Regensberger gleich zweimal bewältigen zu müssen, überhaupt nicht. Im Gegenteil: diese Höger machen ihr Freude. Wer die ruppigen Steigungen in unserer Nachbarschaft schon einmal im Velosattel bewältigt hat, weiss was die Fahrerinnen und Fahrer heute leisten.<br /><br />Dabei profitieren alle von modernster Technik. Alle Teilnehmer tragen nämlich einen Transponder, mit dem bei Überqueren der Start- bzw. Zielllinie und an anderen Kontrollpunkten die Zeit gemessen und erfasst wird.<br /><br /><b>Quellen</b><br /><ul><li>Website der Züri-Metzgete: <a href="http://www.zueri-metzgete.ch/">http://www.zueri-metzgete.ch</a></li><li>«Ein Sieg bei der EKZ Züri Metzgete, das wäre was !» Portrait Sereina Trachsel. In: Programmheft EKZ Züri-Metzgete, 7. September 2008 - S. 3.</li></ul><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-7230724551463492993?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-27398602047943942452008-09-05T23:25:00.001+02:002008-09-05T23:51:30.135+02:00Aus Franselen wurde RamselenMit Flurnamen ist es so eine Sache. Über die Jahrzehnte und Jahrhunderte verändern sie nicht nur ihre Schreibweise, sondern wandern auch oft noch - teilweise um mehrere hundert Meter. Wenn also keine hinreichend genauen alten Karten vorliegen, dann ist grösste Vorsicht geboten.<br /><br />Südöstlich des Dorfes Weiach gibt es auf dem Nordostabhang des Haggenberg eine Flur, auf der noch vor etwas mehr als 150 Jahren ein Gebäude stand. Sie wurde gemäss der so genannten Wild-Karte «Franselen» genannt (Original im Massstab 1:25'000; entstanden zwischen 1843 und 1851):<br /><br /><a href="http://3.bp.blogspot.com/_8Ip2x1vUYKM/SMF6T6kEGTI/AAAAAAAAAiE/frlCP09h34Y/s1600-h/6022-212956-5000-106-833-541-675747-267034.gif"><img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5242605923792591154" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_8Ip2x1vUYKM/SMF6T6kEGTI/AAAAAAAAAiE/frlCP09h34Y/s320/6022-212956-5000-106-833-541-675747-267034.gif" border="0" /></a> Auf der heutigen Karte des kantonalen Amtes für Raumordnung und Vermessung (ARV; zum Vergrössern anklicken) ist an derselben Stelle der Flurname «Ramselen» zu finden. Eine ganz erstaunliche Metamorphose - oder lässt sich das linguistisch erklären?<br /><br /><div><a href="http://2.bp.blogspot.com/_8Ip2x1vUYKM/SMF6NCvGqyI/AAAAAAAAAh8/KX_XMg6IFjk/s1600-h/6012-213417-5000-4519-833-541-675747-267034.gif"><img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5242605805727296290" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_8Ip2x1vUYKM/SMF6NCvGqyI/AAAAAAAAAh8/KX_XMg6IFjk/s320/6012-213417-5000-4519-833-541-675747-267034.gif" border="0" /></a>Der blaue Punkt auf der Strasse zwischen Stadel und Weiach steht übrigens für die Postauto-Haltestelle «Weiach, Steinbruch».</div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-2739860204794394245?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-64868101874437995442008-09-02T10:10:00.000+02:002008-09-02T10:13:56.250+02:00Vor grossen LochereienDie Stadt Zürich wird ja manchmal scherzhaft als «die freundliche Baustelle an der Limmat» bezeichnet. Nicht ganz zu unrecht, denn in der Stadt werden jedes Jahr kilometerweise Strassen aufgerissen und Leitungen ersetzt. Das ist aber kein Wunder, denn Wasser- und Abwasserleitungen halten nicht ewig. Nach 80-100 Jahren müssen sie ersetzt werden. Man kann sich da leicht ausrechnen, wieviele Kilometer Jahr für Jahr fällig sind, wenn man das ganze Strassennetz durch 100 dividiert. Weniger Sanierungsaktivitäten wäre gleichbedeutend mit unaufhaltsamem Zerfall und «Sanierung by zufälliger Rohrbruch».<br /><br /><b>Löbliche Koordination</b><br /><br />Von Vorteil ist es, wenn man mit diesen Massnahmen auch gleich die Neugestaltung des Strassenkörpers ins Auge fasst, so wie dieser Tage in Weiach. Es ist sehr lobenswert, dass gleichzeitig mit der anstehenden Sanierung des Strassenbelags der Stadlerstrasse von der Einmündung in die Hauptstrasse Nr. 7 (Koblenz-Winterthur) bis auf die Höhe der Querstrasse im Oberdorf auch gleich die kommunalen Werkleitungen ersetzt werden.<br /><br />Wie die Baudirektion des Kantons Zürich in einem Flugblatt mitteilt, beginnen die Arbeiten an der Stadlerstrasse am 8. September und dauern bis Juni 2009. Gleichzeitig erneuere die Gemeinde alte Wasserleitungen und eine Kanalisationsleitung in diesem Bereich (vgl. Flugblatt-Vorderseite unten; zum Vergrössern anklicken):<br /><br /><p><a href="http://2.bp.blogspot.com/_8Ip2x1vUYKM/SLzWAEo_tUI/AAAAAAAAAh0/OzI5Gu3eJaY/s1600-h/PICT0607.JPG"><img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5241299363086447938" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_8Ip2x1vUYKM/SLzWAEo_tUI/AAAAAAAAAh0/OzI5Gu3eJaY/s320/PICT0607.JPG" border="0" /></a> Heute berichtet der Tages-Anzeiger über den Beschluss des Weiacher Gemeinderates, Geld für diese Sanierungen in die Hand zu nehmen:<br /><br /><b>Werkleitungen müssen ersetzt werden</b><br /><br />«<i>Weiach . – Mit der Sanierung der Stadlerstrasse sind in Weiach auch Werkleitungen zu ersetzen. Für die Abwasserleitung Schulweg/Oberdorfstrasse hat der Gemeinderat nun einen Kredit von 90 000 Franken bewilligt. Für die Wasserleitungen Chälenstrasse–Büelstrasse, Stadlerstrasse–Querstrasse und entlang der Stadlerstrasse beim Schulhaus/Bushaltestelle Oberdorfstrasse hat er einen Kredit von 210 000 Franken gutgeheissen. (db) </i>»<br /><br /><b>Quellen</b> </p><ul><li>Tiefbauamt Kt. ZH: Weiach, Bauarbeiten an der Stadlerstrasse. Baustellen-Info. Flugblatt vom 25. August 2008. </li><li>Werkleitungen müssen ersetzt werden. In: Tages-Anzeiger Unterland, 2.9.2008 - S. 57</li></ul><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-6486810187443799544?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-12268632591991676842008-09-01T07:00:00.003+02:002008-09-02T07:39:50.207+02:00Gefährlicher LeuenchopfDer «Leuenchopf», eine Felsnase östlich des Dorfes und auf Gemeindegebiet von Weiach gelegen, ist gestern Sonntagnachmittag unversehens in den Schlagzeilen der landesweiten Nachrichtenagenturen gelandet. Der Anlass? Unglücksfälle und Verbrechen - wie fast immer, wenn der Name einer kleinen Ortschaft über die Ticker geht und dort nicht per Zufall ein Servelat-Promi wohnt. Von den Online-Medien wurde diese Story jedenfalls begierig aufgesogen:<br /><br />«<i><b>Weiach: Pilzsucher abgestürzt</b><br /><br />Am Sonntagmorgen (31.08.2008) ist in Weiach ein Mann beim Sammeln von Pilzen rund 20 Meter tief abgestürzt und schwer verletzt worden. Gegen 10 Uhr 30 suchte ein 41-jähriger Mann im Gebiet ‚Leuenchopf’ nach Pilzen. Dabei stürzte er einen rund 20 Meter tiefen und steilen Abhang hinunter. Aufgrund der schweren Verletzungen und der Lage, musste er mit dem Rettungshelikopter der REGA mit einer sog. Windenrettung mit Horizontalnetz aus dem waldigen Gebiet geborgen werden. Die Kantonspolizei Zürich wurde durch einen weiteren Pilzsammler orientiert, der die Hilfeschreie des Abgestürzten gehört hatte.</i>»<br />Quelle: <a href="http://www.kapo.zh.ch/internet/ds/kapo/de/news/allgemein/2008M/0808M/3108081o.html">Oberlin, S.: Weiach - Pilzsucher abgestürzt. Medienmitteilung der KAPO Zürich</a> (31. August 2008)<br /><br />(Diese Meldung wurde um 14:22 Uhr von der Website <a href="http://polizeinews.ch/page/54833/6">Polizeinews.ch</a> übernommen. Unverändert. Nur das einleitende «Weiach:» im Titel fiel weg.)<br /><br /><b>Alte Verteidigungsanlage - zum Pilzlen nicht geeignet</b><br /><br />Man staunt, welche Risiken für ein paar feine Pilze eingegangen werden. Vielleicht hätte etwas mehr Ortskunde nicht geschadet. Denn in Weiach weiss jedes Schulkind, dass bei diesem Nagelfluhfelsen akute Absturzgefahr besteht, wenn man nicht höllisch gut aufpasst, wo man hintritt. Da geht es nämlich an einigen Stellen meterweit senkrecht und gar überhängend nach unten. Auch den <a href="http://www.geocaching.com/seek/cache_details.aspx?guid=f88b1f4b-9e68-482c-a035-9a09c92edf18">Geocacher-Jägern</a> dürfte dies wohl bekannt sein.<br /><br />Der Fall hat wenigstens gezeigt, dass der steile nördliche Abhang des Wörndel (im unteren Teil auch bekannt als Fürstenhalde) sowie der Fels auf dem die alte Wallanlage auf dem Leuenchopf steht, auch heute noch gegen infanteristische Angriffe zu schützen vermöchte. In welcher Zeit diese Befestigung entstanden ist, darüber wurde schon viel spekuliert, die Kantonsarchäologie will sich jedenfalls nicht festlegen (vgl. die <a href="http://de.geocities.com/weiachergeschichten2/076-HelvetierHypothese-1-GAusg.pdf">Weiacher Geschichte(n) Nr. 76</a> und <a href="http://de.geocities.com/weiachergeschichten2/077-HelvetierHypothese-2-GAusg.pdf">Nr. 77</a> zur sogenannten «Helvetierhypothese»).<br /><br /><b>Pilzzucher und andere Medienunfälle</b><br /><br />Dem Abgestürzten wünschen wir gute Besserung und wenden uns dafür einem amüsanteren und doch bedenklichen Thema zu - der Monokultur medialer Rezeption, welche ihre Ursache in der personellen Ausdünnung der Redaktionsstuben hat.<br /><br />Denn diese kleine, oben wiedergegebene Medienmitteilung ist mit verwunderlicher Fehlerquote online-journalistisch verwurstet worden. Wir können unter anderem ablesen, welche Redaktion keine Qualitätskontrolle hat und wer von wem kopiert (von Abschreiben kann ja keine Rede sein, sonst hätten wohl einige auch den Ortsnamen «Weiach» noch zu «Weichach» verschrieben).<br /><br />Wem das Verdienst zukommt den «Pilzzucher» erfunden zu haben? Könnte sich um den SDA-Journi handeln, der die Polizeimeldung auf der KAPO-Website gefunden und zum eigenen Text umgebaut um 15:08 über die Leitung gejagt hat? Nein, wahrscheinlich nicht.<br /><br /><b>Meldung der Schweizerischen Depeschenagentur als Basis</b><br /><br />Beim Boten der Urschweiz liest sich die SDA-Meldung wie folgt:<br /><br />«<i>Pilzsucher verletzt sich in Weiach bei Absturz schwer<br /><br />Im zürcherischen Weiach ist am Morgen ein 41-jähriger Pilzsammler einen steilen Abhang hinunter gestürzt. Dabei verletzte er sich schwer. Er wurde von der Rega per Helikopter und Seilwinde aus dem waldigen Gebiet gerettet.<br />Weiach. – Der Unfall passierte gegen 10.30 Uhr, als der Mann im Gebiet "Leuenchopf" nach Pilzen suchte. Dabei stürzte er rund 20 Meter einen steilen Abhang hinunter. Ein anderer Pilzsammler, der die Hilfeschreie des Abgestürzten hörte, alarmierte daraufhin die Polizei. Der schwer verletzte Pilzsucher wurde von der Rega aus seiner misslichen Lage befreit. (sda)</i>»<br /><br />Quelle: <a href="http://www.bote.ch/page/sdanewsticker/index.cfm?id=180588&rubrik=vermischtes">Bote der Urschweiz, Online-Ausgabe</a>, 31. August 2008 – 15:08 – Vermischtes<br /><br />Beim <a href="http://www.blick.ch/news/sda?newsid=20080831brd027">Blick</a> und beim <a href="http://www.bielertagblatt.ch/News/Schweiz/119504">Bieler Tagblatt</a> findet man den tupfgenau gleichen Text. Nur der Titel lautet anders: «<i>Pilzzucher in Weiach schwer verletzt</i>». Ob die wohl nur Cut&Paste machen und gar nichts mehr durchlesen? Nicht einmal den selbstgetippten neuen Titel?<br /><br />Noch besser die <a href="http://www.szonline.ch/pages/index.cfm?dom=120&rub=100004704&arub=100211628&orub=100211623&osrub=100211623&Artikel_ID=101915067">SZ Online</a> und die <a href="http://www.mzbern.ch/pages/index.cfm?dom=139&rub=100004704&arub=100211536&orub=100211531&osrub=100211531&Artikel_ID=101915067">Mittellandzeitung Bern</a>. Dort lautet der Titel der Meldung gar «<i>Pilzzucher im Weiach schwer verletzt</i>». Reife Leistung. Wirklich. Zumal im Titel der Webseite steht: «<i>Pilzsucher verletzt sich in Weiach bei Absturz schwer</i>».<br /><br />Derselbe Titel wie beim Boten der Urschweiz. Den verwenden auch <a href="http://www.punkt.ch/inland/story.html?no_cache=1&newsid=50163">Punkt.ch</a> sowie <a href="http://www.nachrichten.ch/detail/318416.htm">Nachrichten.ch</a> und übernehmen den Artikel ansonsten unverändert. Man kann daraus schliessen, dass dies das Original ist. Und beim Blick und anderen die Schlagzeile auf redaktionssystemkonforme Länge gekürzt werden musste. Umso peinlicher sind die Fehler im Titel.<br /><br /><b>Associated Press-Meldung verwertet</b><br /><br />Fragt sich noch, wieviel eigene Arbeit der <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/unterland/Pilzsammler-abgestuerzt-und-schwer-verletzt/story/12891766">Tages-Anzeiger Unterland</a> investiert hat:<br /><br />«<i>Pilzsammler abgestürzt und schwer verletzt<br /><br />Ein 41-jähriger Mann ist am Sonntagmorgen in Weiach beim Pilzsammeln einen rund 20 Meter tiefen Abhang hinuntergestürzt und dabei schwer verletzt worden. Der Mann musste von einem Rettungshelikopter der Rega mit der Winde aus dem waldigen Gebiet geborgen werden, wie die Kantonspolizei Zürich mitteilt. Die Rettungskräfte sind von einem anderen Pilzsammler alarmiert worden, der die Hilfeschreie des Abgestürzten gehört hatte. (bru/ap)</i>»<br /><br />Der Zeitstempel (<i>Erstellt: 31.08.2008, 14:35 Uhr</i>) zeigt, dass der Tagi nicht auf der SDA-Meldung basiert - sondern auf einer AP-Meldung. Wie sah das Original aus? Vielleicht so wie bei <a href="http://www.20min.ch/news/zuerich/story/11431052">20 Minuten</a>?<br /><br />«<i>Pilzsammler abgestürzt und schwer verletzt<br /><br />Ein 41-jähriger Mann ist in Weiach im Kanton Zürich beim Pilzsammeln einen rund 20 Meter tiefen Abhang hinuntergestürzt und dabei schwer verletzt worden. Er musste am Sonntagmorgen von einem Rettungshelikopter der Rega mit der Winde aus dem waldigen Gebiet geborgen werden, wie die Kantonspolizei Zürich mitteilte. Die Polizei war von einem anderen Pilzsammler alarmiert worden, der die Hilfeschreie des Abgestürzten gehört hatte. Quelle: AP</i>» [Akt. 31.08.08; 14:51 Pub. 31.08.08; 14:51]<br /><br />Keine Stunde später brachte 20 Minuten <a href="http://www.20min.ch/news/zuerich/story/15156348">eine weitere Version</a> - wohl von einem anderen Online-Journi erstellt. Sie basiert auf der SDA-Meldung:<br /><br />«<i>Pilzsucher 20 Meter abgestürzt<br /><br />In Weiach ZH ist am Sonntagmorgen ein 41-jähriger Pilzsammler einen steilen Abhang hinunter gestürzt. Dabei verletzte er sich schwer. Er wurde von der Rega per Helikopter und Seilwinde aus dem waldigen Gebiet gerettet. Der Unfall passierte gegen 10.30 Uhr, als der Mann im Gebiet «Leuenchopf» nach Pilzen suchte. Dabei stürzte er rund 20 Meter einen steilen Abhang hinunter. Ein anderer Pilzsammler, der die Hilfeschreie des Abgestürzten hörte, alarmierte daraufhin die Polizei. Der schwer verletzte Pilzsucher wurde von der Rega aus seiner misslichen Lage befreit.<br />Quelle: SDA/ATS</i>» [Akt. 31.08.08; 16:03 Pub. 31.08.08; 15:40]<br /><br /><b>Direkt von der Kapo</b><br /><br />Wortgleiche Texte aus anderer Quelle sind auf <a href="http://www.limmattalonline.ch/pages/index.cfm?dom=117&rub=100004704&arub=100211702&orub=100211516&osrub=100211516&Artikel_ID=101915057">Limmattalonline.ch</a> sowie Affolternonline.ch zu finden:<br /><br />«<i>Weiach. Pilzsucher abgestürzt<br /><br />Am Sonntagmorgen ist in Weiach ein Mann beim Sammeln von Pilzen rund 20 Meter tief abgestürzt und schwer verletzt worden.Gegen 10.30 Uhr suchte ein 41-jähriger Mann im Gebiet «Leuenchopf» nach Pilzen. Dabei stürzte er nach Angaben der Kantonspolizei Zürich einen rund 20 Meter tiefen und steilen Abhang hinunter. Aufgrund der schweren Verletzungen und der ungünstigen Lage musste er mit dem Rettungshelikopter der REGA mit einer sogenannten Windenrettung mit Horizontalnetz aus dem waldigen Gebiet geborgen werden. Die Kantonspolizei Zürich wurde durch einen weiteren Pilzsammler orientiert, der die Hilfeschreie des Abgestürzten gehört hatte. (pd/aen)</i>»<br /><br />Der Vermerk PD (für Public Domain) deutet darauf hin, dass hier die Medienmitteilung der Kantonspolizei direkt verarbeitet wurde. Und tatsächlich wurde diese Wort für Wort übernommen.<br /><br /><b>Nachtrag aus der «Fachpresse» (2.9.08)</b><br /><br />Auf der Fach-Website <a href="http://www.feuerwehr-schweiz.ch/index.php?module=pagesetter&func=viewpub&tid=3&pid=5723">Feuerwehr-Schweiz.ch</a> ist bereits am Sonntag ein Artikel mit interessanten Details erschienen:<br /><br />«<i>Weiach: Rega birgt abgestürzten Pilzsammler»<br /><br />Der Beginn der Pilzsaison macht sich auch bei der Rega bemerkbar: In dieser Jahreszeit sind die Rega-Helis immer wieder im Einsatz, um verunfallten Pilzsammlern Hilfe zu bringen. <br /><br />Am Sonntagmittag hat die Crew der St. Galler Rega-Basis einen in Not geratenen Pilzsammler bei Weiach (ZH) geborgen. Der „Pilzler" war im Gebiet „Leuenchopf" oberhalb von Weiach ausgerutscht und 20 Meter tief einen steilen Abhang hinunter gefallen, wobei er sich erhebliche Verletzungen zugezogen hatte. Ein weiterer Pilzsammler hörte die Hilferufe des Abgestürzten und alarmierte per Handy die Polizei. Die ausgerückte Feuerwehr sowie der Rettungsdienst Bülach konnten den Patienten am Unfallort versorgen.<br /><br />Da der Heli der Dübendorfer Rega-Basis über keine Rettungswinde verfügt, wurde die Crew der St. Galler Rega-Basis aufgeboten, um den Patienten mit der Rettungswinde aus dem abschüssigen Gelände zu bergen. Die Rega flog ihn darauf mit mittelschweren Verletzungen ins Universitätsspital Zürich. <br /> <br />Sonntag, 31. Aug 2008 <br />Einsatzart: Hilfeleistung<br />Meldung von: REGA</i>»<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-1226863259199167684?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-34846220625894835002008-08-31T09:40:00.000+02:002008-08-31T09:40:00.614+02:00Landesverrat in RatenIn den nächsten paar Monaten wird die Stadlerstrasse, die Hauptachse durch das Dorf Weiach, durch den Kanton saniert. Die bislang noch fix eingebauten Panzersperren werden ersatzlos entfernt. Auch die persönliche Waffe muss ins Zeughaus. Klar, wir leben doch «im tiefsten Frieden» und sind «von Freunden umzingelt».<br /><br /><b>Naivität als Lebensprinzip</b><br /><br />Solche vor allem im linken Spektrum vorherrschende Blauäugigkeit erstaunt mich immer wieder. Braucht man doch nur Zeitungen aufzuschlagen, um jeden Tag Beispiele für eskalierende krisenhafte Entwicklungen zuhauf zu finden - direkt vor unserer Haustüre im Global Village.<br /><br />Der Georgienkrieg ist lediglich die neueste Eskalationsstufe, die mit sichtbaren konventionellen Mitteln (Panzervorstösse, Luftangriffe, etc.) durchgeführt wurde. Eine weitere ist die Stationierung von US-amerikanischen Raketen in Polen. Und Monate zuvor war es die Anerkennung des Kosovo als unabhängiger Staat. Von den Hungerrevolten in verschiedenen Staaten der Welt ganz zu schweigen.<br /><br />Mit dem offenen Feuer gespielt wird seit Jahren - und das, obwohl überall Pulverfässer herumstehen, die jederzeit in die Luft fliegen können. Also - wo ist der angebliche Frieden? Der Kalte Krieg war nie beendet. Man hat ihn nur mit etwas anderen Mitteln weitergeführt. Und wundert sich, dass die russische Seite jetzt wieder Altbekanntes aus dem Arsenal genommen und zum Einsatz gebracht hat.<br /><br />Es ist wirklich blauäugig, zumal die Nachrichtendienste schon seit langem auf die entsprechenden Vorbereitungen hinweisen und man sich an einer Hand ausrechnen konnte, wofür die hohen Gewinne der russischen Öl- und Gasindustrie eben auch verwendet werden: zur Aufrüstung mit modernstem Kriegsmaterial. Die in Georgien aufmarschierten nagelneuen T-90 mit Reaktivpanzerung sind nicht einfach vom Himmel gefallen.<br /><br /><b>War - know it when you see it</b><br /><br />Ein offener militärischer Schlagabtausch (wie jüngst in Georgien) ist nur ein Aspekt der Bedrohung. In unserer zunehmend komplexeren Welt ist immer häufiger das festzustellen, was die Chinesische Volksarmee «Unrestricted Warfare» nennt. Qiao Liang und Wang Xiangsui führen im gleichnamigen, bereits 1999 publizierten Werk aus: «<i>regardless of the form the violence takes, war is war, and a change in the external appearance does not keep any war from abiding by the principles of war</i>».<br /><br />Und sie halten weiter fest: «<i>there is nothing in the world today that cannot become a weapon, and this requires that our understanding of weapons must have an awareness that breaks through all boundaries.</i>»<br /><br />Mit anderen Worten: Angriffe auf unser Bankensystem (d'Amato, Bankgeheimnis, etc.), langsame physische Unterwanderung unseres Landes mittels fünfter Kolonnen jeglicher Art, Cyber-Attacken gegen Privatpersonen, gegen die Verwaltung und gegen Sicherheitskräfte, wie gegen Estland im Frühling 2007. Das alles gehört zu diesem Kriegsspektrum. Und diese Aktivitäten sind häufiger denn je. Denn spioniert wird jederzeit. Gerade dann, wenn angeblich Friede herrscht.<br /><br /><b>Zur Ablenkung auf die Armee eindreschen</b><br /><br />Umso bedenklicher, wenn Zeitungen und Politiker nun seit Monaten ein scheinheiliges Gezeter inszenieren: die Schweizer Armee verlottere, sie könne ihre Aufträge nicht mehr erfüllen, die Planer im VBS hätten falsche Milchbüchleinrechnungen gemacht etc. pp. Scheinheilig ist das deshalb, weil etliche Politiker und Medienschaffende an diesem Debakel selber schuld sind.<br /><br />Roger de Weck sieht es in seinem Kommentar in der heutigen SonntagsZeitung völlig richtig, wenn er einleitend schreibt: «<i>Die Schweizer Armee wird von denjenigen kritisiert, die ihre Probleme verursacht haben.</i>»<br /><br />Fakt ist: eine unheilige Koalition von ganz links bis ganz rechts ist seit Jahren auf dem besten Weg, die Ziele der GSoA in die Tat umzusetzen: eine Schweiz, die um ein überlebenswichtiges Mittel der Sicherheitpolitik beraubt ist.<br /><ul><li>Die Wirtschaft ist seit längerem kaum mehr bereit, sich ihr sicheres Umfeld etwas kosten zu lassen und schielt nur noch auf die Segnungen der Globalisierung. </li><li>Die Sozialdemokraten wollen Friedenssoldaten ins Ausland schicken - nur kosten soll es bitte nichts. </li><li>Und die SVP ist kategorisch gegen Auslandsengagements jeder Art und schiesst daneben Giftpfeile auf ihren abtrünnigen Bundesrat, Verteidigungsminister Samuel Schmid. </li></ul><b>Landesverräter im Bundeshaus und in den Konzernzentralen</b><br /><br />Niemand ist also bereit, die nötigen Geldmittel und personellen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, weil man sich nicht darauf einigen kann, wo die Bedrohung liegt (manche verneinen gar rundweg, dass es überhaupt eine gibt).<br /><br />Zur Ablenkung vom Versagen der Schwatzbude im Bundeshaus werden dann Angriffe auf die Armeeführung inszeniert. Was wiederum ausländischen Mächten in die Hände arbeitet, welche seit Jahren nur ein Ziel verfolgen: die Schweiz für ihre Zwecke zu manipulieren. Das sind keine Volksvertreter sondern Landesverräter.<br /><br />Die Situation ist völlig verfahren und erinnert fatal an die Jahre vor dem Einmarsch der französischen Truppen im Jahre 1798 oder dem Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939. Eine dekadente Elite in Wirtschaft und Politik will die Zeichen der Zeit nicht sehen, setzt den nationalen Zusammenhalt und damit die nationale Sicherheit aufs Spiel und lässt es auf diese Weise zu, dass unser ganzes Land auf die schiefe Bahn gerät. Damit sind sie zwar in Europa in bester Gesellschaft, aber das sollte uns nicht daran hindern, endlich hinzugehen und das Steuer herumzureissen.<br /><br /><b>Es braucht wieder eine schlagkräftige Gesamtverteidigung</b><br /><br />Man kann es drehen und wenden wie man will: es braucht endlich eine Koalition der nationalen Restauration, es braucht wieder eine glaubwürdige Landesverteidigung in einem umfassenden Sinne, eine Gesamtverteidigungskonzeption wie wir sie einmal hatten. Nur so können wir eine adäquate Antwort auf die Herausforderung «Unrestricted Warfare» geben.<br /><br />Das funktioniert aber nicht, wenn man der Armee erst 4 Milliarden Budget zuspricht und dann eine unverändertes Aufträge-Portfolio mit immer weniger Geld umgesetzt sehen will - mittlerweile sind es bald nur noch 3 Milliarden Franken pro Jahr, Betriebskosten und Investitionen inklusive. Ehrlicherweise müsste man dann auch das Auftragsspektrum neu definieren. Dazu ist aber unser Parlament zu zersplittert.<br /><br />Wie die neue Gesamtverteidigung auch immer aussieht: zum Billigtarif geht es nicht. Oder in den Worten von de Weck: «<i>Das ist [..] kein Spar-, sondern ein teures Investitionsprogramm.</i>» Korrekt. Mit dem Wiederaufbau der Verteidigungsfähigkeit der Schweiz muss JETZT begonnen werden. Viel Zeit haben wir nicht mehr. Nutzen wir sie.<br /><br /><b>Quellen</b><br /><ul><li>Qiao Liang und Wang Xiangsui: Unrestricted Warfare (Beijing, PLA Literature and Arts Publishing House, 1999) <a href="http://www.c4i.org/unrestricted.pdf">http://www.c4i.org/unrestricted.pdf</a></li><li>de Weck, R.: Hau den Sämi. Kommentar. In: SonntagsZeitung, 31. August 2008 - S. 5</li></ul><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-3484622062589483500?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com4tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-5090527572000249402008-08-30T23:30:00.000+02:002008-08-30T23:31:03.446+02:00Caffè-Bar Lounge Chamäleon eröffnetHeute um 11:00 Uhr war es soweit. Mitten im Dorf - an der Büelstrasse 18 - nahm die Caffè-Bar Chamäleon als jüngste gastronomische Einrichtung auf dem Gebiet der Gemeinde ihren Betrieb auf.<br /><br />Das neue Lokal im Speicher des Baumgartner-Jucker-Hauses hat gleich zwei Eingänge. Einen südlichen Richtung Oberdorf und einen östlichen über die Büelstrasse:<br /><br /><div><a href="http://3.bp.blogspot.com/_8Ip2x1vUYKM/SLm2SiCBA5I/AAAAAAAAAhU/BWA_wXKPLt8/s1600-h/PICT0603.JPG"><img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5240420070911443858" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_8Ip2x1vUYKM/SLm2SiCBA5I/AAAAAAAAAhU/BWA_wXKPLt8/s320/PICT0603.JPG" border="0" /></a><br />Der Nebenraum Richtung Süden beherbergt die Lounge. Im Hauptraum findet man den Tresen. Dahinter standen zur Eröffnung Martha Bollier Müller und Susann Wenger. Die Initiantin der neuen Caffé-Bar, Christa Surenmann, war natürlich auch mit von der Partie (dritte von links im Bild):<br /><br /><div><a href="http://2.bp.blogspot.com/_8Ip2x1vUYKM/SLm2gg3gu_I/AAAAAAAAAhc/uIW13Gsn7L8/s1600-h/PICT0601.JPG"><img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5240420311117118450" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_8Ip2x1vUYKM/SLm2gg3gu_I/AAAAAAAAAhc/uIW13Gsn7L8/s320/PICT0601.JPG" border="0" /></a><br />Vom Tresen aus fällt der Blick hinaus auf den neu erstellten Gartensitzplatz. Von dort hat man den Überblick über den Kindergarten. Eltern kleiner Kinder gehören denn neben den Dorfvereinen auch zur anvisierten Hauptkundschaft. Für sie sind die Nachmittagsöffnungszeiten am Mittwoch und Donnerstag gedacht. Für die Mitglieder der Dorfvereine, die abends noch gern eins trinken würden, hat das Chamäleon jeweils bis 23 Uhr offen (ausser am Sa oder So, aber da finden ja normalerweise auch keine Versammlungen oder Trainings statt). Im Bild der neue Gartensitzplatz:<br /><br /><a href="http://1.bp.blogspot.com/_8Ip2x1vUYKM/SLm2t83SuHI/AAAAAAAAAhk/Q3T-fDOlbs4/s1600-h/PICT0599.JPG"><img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5240420541970692210" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_8Ip2x1vUYKM/SLm2t83SuHI/AAAAAAAAAhk/Q3T-fDOlbs4/s320/PICT0599.JPG" border="0" /></a><br />WeiachBlog wünscht dem jungen Projekt gutes Gelingen.<br /><br /><b>Öffnungszeiten</b><br />Mo-Do 20-23 Uhr<br />Mi und Do Nachmittag von 14-17 Uhr<br />Fr durchgehend von 14-24 Uhr<br />Sa 09-16<br />So geschlossen<br /><br /><b>Weblinks</b><br />* <a href="http://www.caffe-bar-chamaeleon.ch/">Website der Caffè-Bar Lounge Chamäleon</a></div></div><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-509052757200024940?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-18497841.post-42555773622460740452008-08-24T19:50:00.000+02:002008-08-24T19:53:50.177+02:00Wenn der Steuervogt mit dem Bruttoeinkommen rechnetWer beim Ausfüllen seiner Steuererklärung über die Steuervögte schimpft - was bei nicht von der Sozialhilfe Abhängigen ab und zu vorkommen soll - der mag durchaus recht haben, wenn er findet, er müsse viel zu viel bezahlen.<br /><br />Trotzdem geht es ihm besser als unseren Vorfahren zu Zeiten des Ancien Régime, die noch den Zehnten abliefern mussten. Warum?<br /><br /><b>Steuern zahlen ohne Abzugsmöglichkeiten</b><br /><br />Nun: der Zehnten war auf dem Bruttoertrag geschuldet. Da konnten also keine Berufsauslagen geltend gemacht oder Vorinvestitionen und gar Verluste abgezogen werden. Von dem, was die Felder hergaben, kassierten die Trager zuhanden der Zehntenherren noch auf dem Feld 10 Prozent ein - in guten wie in schlechten Jahren. Ein Vergleich mit der Quellensteuer ist nicht ganz abwegig.<br /><br />Welche fatalen Folgen diese «Besteuerung an der Quelle» für die Bauern hatte, erklärt der bekannte Klima-Historiker Christian Pfister, Professor an der Universität Bern:<br /><br />«<i>Je geringer die Erträge sind, desto schwerer fallen die für die Aussaat benötigten Mengen ins Gewicht. Für den Preis ist nicht die Bruttoernte massgebend, das, was auf dem Felde eingeerntet oder verzehntet wird, sondern das, was letztlich für den menschlichen Konsum zur Verfügung steht. Es darf nicht übersehen werden, dass ein Teil des Ernteguts für die neue Aussaat beiseite gelegt werden musste.</i>»<br /><br /><b>Risiko für Missernten voll zu Lasten des Bauern</b><br /><br />«<i>Gehen wir von einem stark vereinfachten Modellfall aus: Ein Bauer hat 200 kg Saatkorn ausgesät und erntet bei einer Normalernte für jedes Korn 5 Körner ein. Seine Bruttoernte beträgt also 1000 kg. Von diesen braucht er 200 kg als Saatgetreide für die nächste Aussaat. Für den Zehnten und für den Konsum stehen also nur 800 kg zur Verfügung.<br /><br />Bei einer Missernte sinkt der Ertragsfaktor auf angenommene 1:3. Die Missernte beträgt somit brutto 600 kg; gegenüber der Normalernte beträgt die Einbusse 40 Prozent. In diesem Falle fällt der Anteil des Saatgutes aber stärker ins Gewicht: Auch von der Missernte müssen nämlich unverändert 200 kg für die nächste Aussaat beiseite gelegt werden. Die Missernte ist deshalb netto 50 Prozent geringer als die Normalernte, und deshalb steigen die Getreidepreise stärker an, als es dem Verhältnis der Bruttoerträge entspricht. Zudem wurde der Zehnte vor Abzug des Saatgetreides erhoben. Er richtete sich nach dem Bruttoertrag. Der Bauer hatte den grösseren Anteil des Saatguts im Falle einer Missernte allein zu tragen, und dieser verkörperte erst noch einen höheren Marktwert.</i>»<br /><br /><b>Explosion der Lebensmittelpreise</b><br /><br />Mit anderen Worten: wer sonst schon wenig hatte, der geriet in Jahren mit grossen Ernteausfällen erst recht in Not. Dass wird deutlich wenn man die Folgen betrachtet, wie sie von Klaus Koniarek, einem deutschen Privatgelehrten, zusammengestellt worden sind:<br /><br />«<i>Es gibt Erhebungen darüber, wie drastisch Preiserhöhungen nach Mißernten waren: Wurde eine Ernte eingefahren, die 20% unter dem Durchschnittsertrag lag, stiegen die Preise für Nahrungsmittel etwa um 80%. War die Ernte (zum Beispiel durch Kriegs- oder Unwettereinwirkung) um 50% niedriger, stiegen die Preise um bis zu 450%.</i>»<br /><br />Das traf natürlich Handwerker genauso brutal wie Kleinbauern. Solche Aussichten wie gerade skizziert, brachten natürlich die Wohlhabenden wie den Staat in Versuchung, denn, so Pfister:<br /><br />«<i>Wer in Notjahren Getreide zu verkaufen hatte, sei es aus dem Ertrag seiner Eigenwirtschaft, sei es aus Naturalabgaben, zog daraus einen entsprechend höheren Gewinn.</i>»<br /><br /><b>Spekulationsverbot - trotzdem riesige Vermögensumverteilung</b><br /><br />Die Obrigkeiten versuchten daher, wenigstens den sogenannten «<i>Fürkauf</i>» zu verhindern. Sie verboten also die Spekulation mit Getreide, wobei auch der Einkauf direkt bei wohlhabenden Grossbauern oder Zehntenbezügern untersagt war.<br /><br />Man ist versucht, die Parallele zu den aktuellen Nahrungsmittelnproblemen in unserer heutigen Welt zu ziehen, wenn man bei Pfister etwas weiter unten liest:<br /><br />«<i>Jede Teuerung war mit einer massiven Umverteilung von Volksvermögen von den Getreidekäufern zu den Verkäufern verbunden. Der Ökonom Samuel Engel schätzte, dass im Kanton Bern im Falle einer Missernte 5 Prozent der Bevölkerung Getreide verkaufen konnten, 10 Prozent sich selbst versorgten und 85 Prozent ihr Brot kaufen mussten.</i>»<br /><br />Der Berner Samuel Engel lebte in der Endphase dieses ungerechten Bruttoeinkommens-Steuersystems. Pfister fand Engels Schätzung in seinem «<i>Essai sur la manière la plus sûre d’établir un système de police des grains</i>» aus dem Jahre 1772. Darin ging es um die «<i>gute policey</i>», also die gute Ordnung der Verhältnisse im Getreidehandel.<br /><br />Wie wichtig diese war, ist etwa daran zu erkennen, dass auf alten Speichern Inschriften zu finden sind, die das Baujahr nicht erwähnen, dafür aber den Getreidepreis nennen. <br /><br />Gäbe es den Brauch heute noch, so müsste man ein im Frühling 2008 gebautes Haus mit dem Spruch versehen: «<i>Dies Haus ward gebaut, als der Barrel Öl 130 Dollar galt</i>».<br /><br /><b>Quellen</b><br /><ul><li>Pfister, Christian: Deregulierung. Vom Paternalismus zur Marktwirtschaft 1798–1856. In: Bern 1798–1848. Aspekte aus einer Zeit des Umbruchs. Berner Zeitschrift für Geschichte 60/3 - S. 162. URL: <a onclick="return top.js.OpenExtLink(window,event,this)" href="http://www.stub.unibe.ch/extern/hv/3_98/pfister.pdf" target="_blank">http://www.stub.unibe.ch/extern/hv/3_98/pfister.pdf</a></li><li>Koniarek, Klaus: Wipper und Kipper und die große Inflation. oder: Das finanzpolitische Desaster einer wirtschaftlich unfähigen, geldgeilen politischen Führungsschicht. URL:<br /><a href="http://private.addcom.de/koniarek/geld/wipper-und-kipper.htm">http://private.addcom.de/koniarek/geld/wipper-und-kipper.htm</a> </li></ul><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/18497841-4255577362246074045?l=weiachergeschichten.blogspot.com'/></div>WG(n)http://www.blogger.com/profile/11676627430650382254noreply@blogger.com4