tag:blogger.com,1999:blog-121523852008-02-28T23:08:13.596-08:00Mark Mallokents BlogMark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comBlogger71125tag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1129973093499409772005-10-22T02:23:00.000-07:002005-10-22T02:24:53.506-07:00Deutsche Poltik im Ersten WeltkriegIch lese gerade ein interessantes Buch, nämlich die Memoiren von Johann Heinrich Bernstorff, dem deutschen Botschafter in den USA von 1908 bis 1917, d. h. bis zum Kriegseintritt der USA. Danach war er ebenfalls als Botschafter in Konstantinopel; dann nach Kriegsende Abgeordneter und Diplomat, der vor allem im Völkerbund tätig war.<br />Es ist heute fast vergessen, daß fundierte Kritik an der deutschen Politik der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zuerst von deutschen Diplomaten kam. Diese hatten eben Einblick in Vorgänge, von denen der Bürger kaum etwas mitbekam, da Diplomatie damals fast völlig im Geheimen betrieben wurde. Es war der Freiherr von Eckardstein, seinerzeit Botschaftsrat in London, der zuerst verriet, daß um 1900 herum die britische Regierung mehrfach versucht hatte, ein Bündnis mit Deutschland einzugehen, was aber durch die blödsinnige Politik Wilhelms II. und Bülows verhindert wurde.<br />Ein ähnliches Bild entwirft auch Bernstorff, dem es lange gelang, die USA neutral zu halten, wie die deutsche Regierung Präsident Wilson immer wieder brüskiert hat und seine Vermittlungsbemühungen scheitern lies - mit dem bekannten Resultat.<br />Auch aus seiner Zeit in Konstantinopel bringt er interessante Details: Erwähnt sei seine Chararkteristik von Taalat Pacha, dem Hauptverantwortlichen für die Armeniermorde. Originalzitat: "Als ich ihm immer und immer wieder wegen der armenischen Frage zusetzte, sagte er mir lächelnd: Was wollen sie denn? Die Frage ist erledigt. Es gibt keine Armenier mehr."<br />Was ich nicht wußte: Auch die deutsche Regierung bzw. Bernstorff hat damals mit der verbündeten türkischen Regierung über die Errichtung eines Jüdischen Nationalheims in Palestina verhandelt. Das ist dann in der Weimaer Republik weitergeführt worden. Bernstorff war hier der Präsident des "Deutschen Komitees Pro Palestina" die in Zusammenarbeit mit der Jewish Agency für die Gründung einer jüdischen Heimstätte eintrat. Aus naheliegenden Gründen wurde sie 1933 aufgelöst.<br />Das nur ein kleiner Überblick: Wen es interessiert, der lese Johann Heinrich Bernstorff, Erinnerungen und Briefe, Zürich 1936.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1128718874996055402005-10-07T13:55:00.000-07:002005-10-07T14:39:42.246-07:00neues Forum, neues GlückDa die Atlantiker ja leider dichtgemacht haben, mußte ich mir ein neues Forum suchen. Endlich, dank eines Tipps von Gegenstimme, habe ich eins gefunden: <a href="http://www.politikforen.de/index.php">http://www.politikforen.de/index.php</a>?<br />Nirgendwo sonst sind die Meinungen so gegensätzlich. Bei Politikforen streitet die äußerste Rechte mit der äußersten Linken. Das ist wirkliche Diskussionskultur, so wenig ich das Wort sonst schätze. Also, wie sagte doch Ritter Runkel von Rübenstein, "Gut Holz".Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1128536269025177272005-10-05T11:02:00.000-07:002005-10-05T11:17:49.036-07:00High noonGerade lese ich in SPON, daß die Kanzlerfrage nun endgültig morgen in einem Spitzengespräch geklärt werden soll. Teilnehmen sollen auf der einen Seite Schröder und Münte, auf der anderen Merkel und Stoiber. Einen Haufen Gemeinsamkeiten habe man entdeckt (das ist nicht gelogen: beide Seiten haben gemeinsam, daß sie den Kanzler stellen wollen), nur die letzte, eben die K-Frage, müsse noch geklärt werden.<br />Es ist doch eigentlich schön, wenn in dieser Welt der ewigen und meistens faulen Kompromisse endlich mal eine Entweder- Oder Entscheidung ansteht. Da ich gerade nichts anderes zu tun habe, will ich einige Szenarien durchspielen:<br />1. Die amerikanische Lösung. Die Sache wird mit 45igern ausgetragen. Wer lebend den Raum verläßt, wird Kanzler.<br />2. Die romantische Lösung. Schröder und Merkel heiraten. Gut, ich weiß auch, daß Schröder schon verehelicht ist. Aber er ist so oft geschieden, da kommt es auf einmal mehr auch nicht an. Dann könnten die beiden sich nachts, beim zärtlichen Techtelmächtel, über Streitfragen einig werden.<br />3. Die deutsche Lösung. Die klassische deutsche Lösung ist immer der "Dolchstoß". D. h. irgendwer muß irgendwen verraten. Also Stoiber Merkel oder Münte Schröder.<br />Wem weitere Lösungsmöglichkeiten einfallen, der ist herzlich eingeladen.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1128460908699565052005-10-04T14:10:00.000-07:002005-10-04T14:21:48.710-07:00Streik a la françaiseAls wohlinformierter Zeitgenosse wußte ich natürlich, daß heute Metro, Eisenbahnen, Flughäfen, kurzum das gesamte öffentliche Verkehrsnetz bestreikt werden würde. Ich hatte mich entsprechend vorbereitet: Notproviant eingepackt, Eispickel und Schneebrille bereitgelegt, neue Batterien für die Taschenlampe besorgt, die Schlittenhunde gefüttert ... Dann ging ich zur Metro, sie kam nach zwei Minuten und war eher leerer als sonst. Bei Concorde wechselte ich in eine andere Linie; auch hier kam der Zug binnen kürzester Zeit und war abermals nur mäßig voll. Abends, bei der Heimfahrt, das gleiche Bild. War das der große Streik gewesen, bei dem alle Räder (nicht) stillstehen, wenn mein (bzw. der Gewerkschaften) starker Arm es will? Wäre ich ein böser Neocon würde ich sagen, das ist mal wieder typisch französisch: viel Lärm um nicht. Aber vielleicht sind die hiesigen Gewerkschaften ja einfach nur gewitzt. Man braucht nicht mehr wirklich zu streiken, man muß nur dafür sorgen, daß die entsprechenden Meldungen im Fernsehen kommen.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1128370163249838622005-10-03T12:43:00.000-07:002005-10-04T14:22:54.933-07:00Paris IMöglicherweise werden meine Leser bemängeln, daß ich kaum etwas über Paris schreibe, diese ach so wunderbare Stadt, über die - zumindest der Deutsche - doch eigentlich Lobeshymnen anzustimmen hat. Ich fürchte jedoch, es mangelt mir am nötigen Enthusiasmus. Auch ist es ein Unterschied, ob man als Tourist einige Tage oder Wochen in einer Stadt verbringt, oder ob man dort ganz normal lebt und seinem Beruf nachgeht. Der Eifelturm ist ja ganz hübsch, aber wenn man ihn öfter sieht, ist er binnen kurzem nur noch ein Haufen Alteisen (Pariser erzählen Neulingen immer gern die Anekdote von jenem Schrotthändler aus der Provinz, der einem geschäftstüchtigen Pariser den Eifelturm abkaufte, und sehr überrascht war, als die Polizei ihn daran hinderte, den Schneidbrenner anzusetzen).<br />Also, nehmen wir das Negative vorweg: Paris ist - wie alle Großstädte dieser Größe - laut und stressig. Weiterhin - das gilt in dem Maße vielleicht doch nicht für alle vergleichbaren Großstädte - ist Paris teuer! Das hat zwar den Vorzug, daß mir bei meinen gelegentlichen Besuchen im heimatlichen Düsseldorf alles herrlich billig vorkommt, indes man bezahlt doch recht teuer für dieses Vergnügen. Der Grund ist, abgesehen von dem gleichsam "natürlichen" Grund, daß eben Großstädte immer ein höheres Preisniveau aufweisen, vor allem die höhere Mehrwertsteuer (19,6 %) in Frankreich. Das fördert den Konsum durchaus nicht (was Frau Merkel sich merken sollte).<br />Immerhin, Paris hat auch erfreulichen Seiten, die man in vergleichbaren Städten nicht immer findet. Mir liegt hier vor der Vergleich mit Rom nahe; ich habe dort über ein Jahr gewohnt; beide Städte sind ja etwa von gleichem Kaliber. Anders als Rom hat Paris ein funktionierendes, schnelles und gutausgebautes Nahverkehrssystem: die Metro (U-Bahn), wie sie in Rom eben nur in Ansätzen existiert. Hier und überhaupt im Stadtbild bemerkt man eine konsequente, seit dem 19. Jahrhundert durchgehaltene, rationale Stadtplanung (wie sie in Rom ebenfalls nur in Ansätzen existiert). Insofern mag für den Freund alter Ruinen Rom das schönere Reiseziel sein, wohler fühlt man sich in Paris.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1127818739103395092005-09-27T03:51:00.001-07:002005-09-27T06:42:35.773-07:00Schwarzbuch IrakJüngst erschienen ist hier: "Le Livre noir de Saddam Hussein, sous la direction de <a href="http://www.amazon.fr/exec/obidos/search-handle-url/index=books-fr&field-author=Kutschera,%20Chris/402-1094209-7940945">Chris Kutschera</a>, préface de <a href="http://www.amazon.fr/exec/obidos/search-handle-url/index=books-fr&amp;field-author=Kouchner,%20Bernard/402-1094209-7940945">Bernard Kouchner</a>". Ich habe das Buch noch nicht in der Hand gehabt; es scheint sich aber um eine detaillierte Zusammenstellung der Verbrechen Saddam Husseins zu handeln, die man offenbar im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Prozeß erstellt hat. Chris Kutschera, der Herausgeber, hat bereits diverse Reportagen über die Verfolgung der Kurden durch Hussein veröffentlicht, ist also für das Thema ausgewiesen.<br />Hier der Link bei Amazon:<br /><a href="http://www.amazon.fr/exec/obidos/ASIN/2915056269/qid=1127818160/sr=8-1/ref=sr_8_xs_ap_i1_xgl/402-1094209-7940945">http://www.amazon.fr/exec/obidos/ASIN/2915056269/qid=1127818160/sr=8-1/ref=sr_8_xs_ap_i1_xgl/402-1094209-7940945</a><br />Hier eine Inhaltsübersicht:<br /><a href="http://www.aidh.org/lirecoutevoir/livr-hussein.htm">http://www.aidh.org/lirecoutevoir/livr-hussein.htm</a>Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1127759526434203402005-09-26T11:10:00.000-07:002005-09-26T11:32:07.236-07:00ChinaNeulich, in einem dieser französischen Riesensupermärkte, wo man außer Spaceshuttles alles kriegt, sagte mein Sohn (6 Jahre), was er in solchen Fällen immer sagt: "Papa, kaufst Du mir was?". Mir ernster Miene wende ich mich ihm zu und belehre ihn über Konsumterror, zwanghaftes Einkaufen, die Freuden des einfachen Lebens, die ... "Paapaaa!!! Kaufst Du mir was?" Jetzt zeigt Papa, daß er auch etwas von Pädagogik versteht. "Hör mal du kleiner Schurke. Wenn du gaaaaaaanz brav bist und keieieieiein Theater machst, dann kaufe ich Dir vieieieieleicht was."<br />5 Minuten später sind wir am Spielwarenregal. Zu den erfreulichen Seiten des Vaterseins gehört, daß man einen Haufen Sachen wiederendeckt, die man längst vergessen hatte. Man kann wieder Comixhefte lesen, wieder Cowboy spielen, wieder Autoscooter fahren und dergl. mehr. Gut, meine Lieblingsfrau wirft mir immer diesen gewissen Blick zu, den Frauen seit Evas Zeiten für ihre Ehemänner reserviert haben, aber ich kann doch nun wirklich kein Kleinkind unbeaufsichtigt solche Sachen machen lassen. Aber was wollte ich eigentlich sagen?<br />Ich schaue mir also das Angebot genauer an, bemerke mit Interesse die durchaus gelunge Nachbildung einer 44er Magnum (Dirty Harry läßt grüßen), des beliebten Kalaschnikow-Gewehrs, des von Robin Hood gebrauchten Bogens, des Power-Rangers (das aktuelle Äquivalent von Batman) als mein Blick - es kaum glauben wollend - an den Preisen hängen bleibt. Nur eine Euro für jedes dieser Teile!! Das ist - auch den Kaufkraftunterschied in Rechnung gestellt - nur ein Bruchteil dessen, was dergleichen in meiner Jugendzeit kostete. Als ich genauer hinschaue, bemerke ich, daß diese Sachen etwas abgesondert vom sonstigen - deutlich teureren - Spielwarenangebot hängen.<br />Des Rätsels Lösung: Diese billigen Sachen sind alle "Made in China". Und das zu einem Preis den man einfach nicht mehr überbieten kann. Sollte doch etwas dran sein an der gelben Gefahr? Bei näherer Betrachtung zweifle ich daran. Ich habe einige dieser Sachen gekauft. Sie waren binnen kürzester Zeit kaputt.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1127584499956659582005-09-24T10:39:00.000-07:002005-09-24T12:07:17.093-07:00noch einmal ComputerCh. Arm. fragte in einem früheren Post, ob es hier keine Internetcaffees gebe. Das habe ich mich auch schon gefragt. Gut, ich habe nicht systematisch danach gesucht, aber während meiner Internetabstinenz habe ich doch die Augen offen gehalten, ob sich nicht in Wohnungsnähe ein solches befinde. Fehlanzeige. Ebensowenig ist mir bisher ein ordentliches Computerfachgeschäft begegnet.<br />Mein Vetter, der in der Compterbranche arbeitet, meint, die seien alle am Gare du Nord konzentriert. Mag ja sein, aber die Bäckereien oder die Supermärkte sind doch auch nicht alle in einem Viertel konzentriert. Es bleibt wohl nur eine Schlußfolgerung, die auch durch andere Eindrücke bestätigt wird: Was Computer betrifft, sind die Franzosen noch weiter zurück als die Deutschen. Mein persönlicher Maßstab ist dafür immer Amazon. Vergleicht man das Angebot an Computern und verwandten Geräten beim französischen mit dem beim deutschen Amazon, ist der französische Amazon, was die Vielfalt der Auswahl betrifft, immer etwa zwei bis drei Jahre hinter dem deutschen zurück. Man muß eben Geduld haben. Wenn es endlich gelingt, boudin noir als Attachment zu verschicken, werden sich die Franzosen raketengleich an die Spitze setzen.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1127549963507470602005-09-24T01:17:00.000-07:002005-09-24T01:19:23.513-07:00WahlAlle schimpfen über die deutschen Wähler. Ich auch. Daß man der Wahl mit immerhin bedenkenswerten Gründen auch etwas positives abgewinnen kann, erfährt man hier:<br /><a href="http://www.fuckfrance.com/read.html?postid=1506251&replies=18">http://www.fuckfrance.com/read.html?postid=1506251&amp;replies=18</a>Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1127506530296877432005-09-23T12:43:00.000-07:002005-09-24T00:40:52.860-07:00Dieses und jenesMan muß wissen, wenn man verloren hat. Ich habe mir also - mit Tränen in den Augen - einen neuen Computer gekauft (Wie sagte doch ein kluger Erpel: "Leute, die Geld ausgeben, verstehen nichts von den wahren Freuden eines Kaptialisten"). In so einem Versandhaus habe ich ihn bestellt, zusammen mit einem neuen Windows XP. Das Windows kam zwei Tage vor dem Computer, und was tue ich, ich installiere das neue Windows auf meinem alten PC, dem, mit dem ich seit Wochen nicht mehr ins Internet komme. Und - der Leser wird es schon erraten haben - auf einmal funktioniert der alte Compi wieder einwandfrei. Jetzt stehe ich da mit zwei funktionierenden Computer. Was soll ich mit zwei Computern? Aber, siehe da, meine Frau, die doch früher gar nicht genug über Compis und Internet wettern konnte, will auf einmal auch einen haben. Nun, ein braver Ehemann kommt allen Wünschen seiner besseren Hälfte zuvor, ich werde also den alten im Wohnzimmer anschließen. Kann man 2 Compis über ein Modem betreiben? Die Antwort kennt nur Bill Gates.<br />Immerhin, ich will gar nicht leugnen, daß mein wochenlager Kampf mit dem Computer auch erfreuliche Seiten hatte. Ich bin auf diverse Supportsides gestoßen, wo die Leute mir völlig kostenlos all ihr Wissen, all ihre Erfahrungen zur Verfügung gestellt haben. Wenn es doch nicht funktioniert hat, lag es zweifellos an mir. Gleichwohl, eine Beobachtung will ich doch loswerden. Früher, als ich Computer nur vom Hörensagen kannte, glaubte ich, das wären Geräte von höchster Exaktheit und Präzision. Diesen Glauben habe ich völlig verloren. In diesen Supportgroups hieß es völlig bedenkenlos: "Bügel mal den Treiber drüber, schmeiß mal das Programm runter... etc." Nie hätte ich früher gewagt, mich einem Computer so respektlos zu nähern. Mittlerweile scheint mir, daß es weitgehend Glücks- und Zufallssache ist, wenn so ein Kasten funktioniert. Man stelle sich einmal einen Automechaniker vor, der den Motor versuchsweise mal hinten, mal vorne einbaut, die Räder mal oben, mal unten montiert. Aber genug von Computern.<br />Wenn ich mich jetzt, nach rund zweimonatiger Pause, wieder im Netz und in der Welt umsehe, wird mir ganz anders. Kaum bin ich mal nicht da, hat mein Lieblingsforum (die Atlantiker) dichtgemacht (schluchz, heul), ist New Orleans überflutet und hat Deutschland sich verwählt. "O tempora, o mores", möchten ich und Cicero hier ausrufen. Und ebenso: "Quousque tandem, Schröder, patientia nostra...". Dabei kann ich nicht leugnen, daß Schröder mir (ebenso wie Catilina dem Cicero) doch so etwas wie widerwilligen Respekt einflößt. Er hat keine Chance, aber er nutzt sie. Alle anderen stehen da und machen ein dummes Gesicht. Wenn Politik nur aus Wahlkämpfen bestände, wäre Schröder wirklich ein großer Mann.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1125567498834714462005-09-01T02:27:00.000-07:002005-09-01T02:38:18.843-07:00LebenszeichenNach langer Pause hier ein neuer Post. Zuerst war ich im Urlaub und hoffte im Stillen, daß während meine Abwesenheit irgendein Wunder meinen Compi wieder ans laufen gebracht hat. Aber ach, nicht einmal das bringt Ratzi zustande.<br />Immerhin, ich bekomme wieder Verbindung zu meinem Provider (?), Server (?), Remotecomputer (?) - also diesem Dingsda, zu dem das Kabel führt, das in meinem Computer steckt -; nur der Internetexplorer weigert sich zu funktionieren.<br />Übrigens hat das auch seine erfreulichen Aspekte. Man bemerkt auf einmal, wie hilfsbereit viele Menschen doch sind. Vor allem solche, die etwas von Computern verstehen (oder das zumindest glauben). Siegesgewiß, selbstbewußt und herablassen lächelnd setzen sie sich vor das Gerät, um dann nach etwa 2 Stunden wilde Flüche von sich zu geben.<br />Heute abend wird dann eine neue Runde beginnen im ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Finsternis, zwischen mir und dem Computer.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1121417522042495282005-07-15T01:43:00.000-07:002005-07-15T01:52:02.046-07:00Frauen und ComputerIch bin zwar wieder gesund, aber ich habe einen Fehler gemacht. Ich habe meine Frau an meinen Computer gelassen! Seither habe ich Virenbefall und komme nicht mehr ins Internet (Ist der Computer eifersüchtig auf meine Frau? Oder meine Frau auf den Computer? Ach, wer versteht schon Frauen und Computer).<br />Gestern war mein Vetter da; der in der Computerbranche arbeitet. Zwei Stunden hat er an dem Teil rumgemurxt, dann sagte er: "Kauf dir einen neuen Computer." Vielleicht sollte ich mir eine neue Frau kaufen. Aber das wäre noch teurer.<br />Erst einmal werde ich jetzt in Urlaub fahren und mich der Klärung der Frage widmen, die uns allen am Herzen liegt: Gibt es ein Leben außerhalb des Internets?<br />Mit neuen Beiträgen ist erst im August zu rechnen.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1121066284829526692005-07-11T00:16:00.000-07:002005-07-11T00:18:04.833-07:00StöhnImmer noch Grippe. Mir kreist der Hut! Mein Gehirn käst! Es ist völlig verdunstet! Langsam ist es nicht mehr lustig.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1120667914262707082005-07-06T09:11:00.000-07:002005-07-06T09:53:12.006-07:00Wahlhelfer LoriotDie letzten Tage habe ich flach gelegen; die beste Ehefrau von allen diagnostizierte eine "Sommergrippe" (kann man eigentlich die auch im Winter kriegen?). Irgendwie ist es ganz lehrreich mit 39 Fieber im Bett zu liegen. Man sieht alles aus weiter Ferne, sehr distanziert; man nähert sich ohne große Mühe jenem Geisteszustand an, den - glaube ich - die Buddisten in angestrenger Meditation anstreben. Aber, kaum genesen, setzten die alten Reflexe wieder an, und ich eile an den Compi.<br />Man liest ja häufig, daß die deutschen Dichter ein besonders enges Verhältnis zur SPD hätten. Dafür liefert SPON heute den Beweis. Die SPD will ihre Farbe ändern, nämlich von Rot zu Umbra. "Dieser Müntefering ist ja ein ganz rafinierter", dachte ich mir, als ich das las. Er hat nämlich Loriot zu Rate gezogen. In einem seiner frühen Werke empfiehlt dieser, wenn man den Anschein erwecken wolle, man sei ein großer Kenner von Innenarchitektur, dann solle man einen kritischen Blick auf die Wand werfen und monieren, es fehle ein Hauch Umbra.<br />Diese Prinzip hat sich die SPD schon des längeren zu eigen gemacht und kreativ weiterentwickelt. Um wirtschaftspolitische Kompetenz zur Schau zu stellen, moniert sie, es fehle eine Reichensteuer, um bildungspolitische,es fehlten Eliteuniversitäten.<br />Indes: Quod licet Iovi, non licet bovi.<br /><a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,363926,00.html">http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,363926,00.html</a>Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1120156759883445232005-06-30T11:32:00.000-07:002005-06-30T11:40:41.353-07:00ScientologyEinen - wie immer - wunderbaren Beitrag von Andrew Hammel (German Joys, siehe die Seiten-Bar) über die Scientology Sekte und die deutschen Reaktionen auf diese will ich hier wenigsten im Ausschnitt dokumentieren:<br />"Whenever I see a German politician or activist warning of the terrifying dangers of Scientology, I wonder why Germans get so incredibly worked up about Scientology. My guess is there are two possible explanations: one fairly legit, and one less so. The legit explanation is that Germany is especially sensitive to any kind of organization that seems to aspire to create a glorious new society or control the lives of its members (see: Socialism, National). That I can understand. The other explanation I propose derives from undertones you hear in many German critiques of Scientology: that it's (1) American; (2) makes a lot of money; and (3) was founded by a guy who had absolutely no academic degrees or titles of any kind!"<br />Ich fürchte, ich fürchte, daß eher Nr. 2 (und vor allem Unterkapitel 3) zutreffend ist.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1120064314296505392005-06-29T09:43:00.000-07:002005-06-29T09:58:34.300-07:00Worte und TatenBeim Kampf gegen Antisemitismus, bei Freundschaftsbekundungen mit Israel, beim Bau von Gedenkstätten für ermordete Juden lassen sich die Deutschen von niemandem übertreffen. Die Deutschen haben die Vergangenheit bewältigt und aus der Geschichte gelernt: Antisemitismus ist Bäh. Und jetzt - fast programmgemäß just nach der Eröffnung des Mahnmals in Berlin - naht endlich die Gelegenheit, auf welche die Deutschen seit 1945 voll Ungeduld gewartet haben. Sie können das tun, was sie schon immer haben tun wollen, nämlich den Worten Taten folgen lassen: Wie ich SPON entnehme, befindet sich zur Zeit eine israelische Delegation in Deutschland, die um Unterstützung gegen den Iran, insbesondere gegen das iranische Atombombenprogramm, bittet. Klugerweise hat sie sich an Israels besten Freund, unseren Außenminister Joschka Fischer gewandt. Was für eine Gelegenheit: So kurz vor den anstehenden Neuwahlen wird er seinen Namen in den Geschichtsbüchern unsterblich machen, wird er als Israels Retter in die Geschichte eingehen. Oder etwa nicht?<br /><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,362882,00.html">http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,362882,00.html</a>Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1119984314097240602005-06-28T11:40:00.000-07:002005-06-28T11:45:14.100-07:00Rätsel ComputerGerade schalte ich meinen Computer ein und will auf ein Ikon auf dem Bildschirm klicken, da sehe ich, daß die Ikons auf einmal alle völlig neu angeordnet sind, so als hätten sie auf einmal heimlich ihre Plätze getauscht. Was geht hier vor? Sind Computer etwa doch intelligente Wesen? Haben sich Außerirdische meiner Festplatte bemächtigt?<br />Die Antwort kennt nur Bill Gates.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1119903607642788352005-06-27T13:07:00.000-07:002005-06-27T13:20:07.646-07:00BücherWer gerne etwas lustiges liest, dem empfehle ich Tim Allen, Don't stand to close to a naked man, 1994 (billig bei Amazon erhältlich). Der Autor ist besser bekannt als Tim Taylor aus meiner Lieblingscomedyserie "Guck mal wer da hämmert" (demnächst bei Amazon auf DVD - allmählich muß ich mich doch mal mit denen verlinken). Meine Frau behauptet ja immer, ich hätte viel mit Tim Taylor gemeinsam (ist das nun ein Kompliment? - egal, ich fasse es einfach so auf). Im Buch steht das im Mittelpunkt, was ja auch in der Serie thematisiert wird: unser - d. h. der <strong>Männer</strong> - Verhältnis zu jenen merkwürdigen Wesen namens <strong>Frauen</strong>, die meines Erachtens nach von einem anderen Planeten stammen (das erklärt doch eine Menge). Eines seiner Worte der Weisheit will ich dem Leser mit auf den Weg geben: "Monogamy is possible. Painful, but possible".Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1119801908036250892005-06-26T08:58:00.000-07:002005-06-26T12:08:54.920-07:00KulturEs gibt Worte, die sich gleichsam inflationär verbreiten, die plötzlich in aller Munde sind. Daß auch Kultur zu diesen gehört, brauche ich wohl nicht weiter zu begründen; der Leser wird das schon selbst gemerkt haben. Nicht nur für sich allein kommt das Wort ständig vor, vielleicht noch häufiger findet man es in Komposita. Angefangen bei der "Eßkultur", über die "Erinnerungskultur" bis hin zur "Gedenkstättenkultur", von der man neulich im Zusammenhang mit der Eröffnung des Mahnmals in Berlin lesen konnte. Jeder wird diese kleine Auswahl leicht um ein Vielfaches verlängern können.<br />Man könnte meinen, eine neue "Kulturblüte" wäre angebrochen, eine neue Klassik, ein neues goldenes Zeitalter. Indes, so mein Eindruck, eine rechte Freude will über diese überbordende Kultur nicht aufkommen. Vielleicht verhält es sich mit der Kultur ja wie mit dem Geld, von dem man um so mehr redet, je weniger man davon hat.<br />Damit könnte man sich abfinden, wenn nicht die an sich schätzenswerte "Kultur" nachgerade dazu herhalten müßte, Erscheinungen zu verdecken und zu rechtfertigen, die sich nun einmal nicht rechtfertigen lassen. Wohl jeder hat schon einmal den Satz gehört: "Die (hier beliebige Völkerschaft einsetzen) haben eben eine andere Kultur." Was soll das eigentlich heißen?<br />"Kultur" hat zwei Bedeutungen: die eine benennt die "Hochkultur", d. h. die Gesamtheit an künstlerischen, literarischen und wissenschaftlichen Leistungen entweder der Menschheit im allgemeinen oder einer bestimmten Nation im besonderen. Die andere, die "Volkskultur", benennt die Gesamtheit an Sitten, Gebräuchen und religiösen Vorstellungen eines bestimmten Volkes. Dieser Kulturbegriff entstammt ursprünglich wohl der Ethnologie, der Völkerkunde, jener Wissenschaft, die sich mit den "primitiven" Kulturen befaßt.<br />Nun ist der Sachverhalt, daß in anderen Ländern andere Sitten herrschen, nicht weiter problematisch, er wird es aber, wenn diese anderen Sitten - um sie zu rechtfertigen - als "Kultur" benannt werden. Daß Kunst, Literatur und Wissenschaft, also das, was ich als "Hochkultur" charakterisiert habe, schützens- und förderungswürdig ist, dürfte wohl breiten Konsens finden, daß dies auch für die Volkskultur gelten sollte, dafür sehe ich keinen Grund. Sie mag eine gewisse Achtung beanspruchen können, jedoch nur solange, wie sie nicht im Widerspruch zu den Gesetzen und zu den Anforderungen der Humanität steht. Wie Wolfgang Pohrt es formuliert hat: "Die Kultur des Menschenfressers bestünde im Auffressen von Menschen". Um nun die Nutzanwendung auf die aktuelle Lage vorzunehmen: Phänomene wie Zwangsverheiratungen, -beschneidungen, Ehrenmorde, Ächtung Andersgläubiger u. s. w. mögen in manchen Ländern durchaus "Sitte" sein (sie <em>waren</em> es auch in unserem eigenen), sie sind darum noch lange keine "Kultur" und können auch nicht den Respekt erwarten, welche man dieser in kultivierten Ländern entgegenbringt.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1119708406941249352005-06-25T06:51:00.000-07:002005-06-25T07:11:25.416-07:00DemographieEs ist noch gar nicht so lange her, da waren die Medien voll mit Horrornachrichten über die Überbevölkerung und die schrecklichen Konsequenzen, welche sie mit sich bringt. Offensichtlich waren die Medien erfolgreich: die Deutschen sind in sich gegangen, haben einen Knoten in den .... gemacht und so die Geburtenrate zurückgeschraubt. Indes, "Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage", wie ich und Goethe immer sagen; wir Deutsche haben es übertreiben und sind nun auf einmal vom Aussterben bedroht. Insbesondere die Akademiker, die intellektuelle Elite des Landes, sind es - so liest man - die es am rechten Fortpflanzungseifer fehlen lassen.<br />Da ist nun ein jeder aufgerufen, über geeignete Gegenmaßnahmen nachzusinnen. Hier folgt mein Vorschlag: An allen Universitäten und im öffentlichen Dienst überhaupt gibt es Frauenförderpläne, mit denen sichergestellt wird, daß Frauen bevorzugt eingestellt und befördert werden. Hier könnte man einsetzten, und zwar indem man die "Frauen-" durch "Elternförderpläne" ersetzt. Das will sagen, daß dann nicht Frauen, sondern vielmehr Eltern - egal ob männlich oder weiblich - bevorzugt eingestellt oder befördert werden würden.<br />Ich wette, das wäre wirksamer als jede Kindergelderhöhung.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1119543350259355022005-06-23T09:07:00.000-07:002005-06-23T09:15:50.263-07:00Thema verfehltDer Kosmoblog (verlinkt in der Sidebar) dokumentiert die Statements, welche Blair und Schröder in der Bildzeitung veröffentlicht haben. Dort wollen sie ihre Ziele und Absichten in Bezug auf Europa darlegen, das alles vor dem Hintergrund des jüngst gescheiterten EU-Gipfels. Der Unterschied zwischen beiden Aufsätzen ist beträchtlich. Blair sagt, was er will und warum er es will. Er ermöglicht damit dem Leser eine klare Entscheidung, ob er sich Blairs Ansichten zu eigen machen will oder ob er das nicht will. Ganz anders Schröder. Nichts als wolkige Gemeinplätze. Würde mein alter Deutschlehrer Schröders Aufsatz bewerten, er würde "Thema verfehlt" drunter schreiben.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1119387033582937432005-06-21T13:40:00.000-07:002005-06-21T13:50:33.586-07:00Freud und Leid eines ComputerbetreibersLetzte Woche bekam ich einen Brief von meinem Internetanbieter, der mitteilte, er müsse (aus mir nicht ganz verständlichen Gründen, was heißt " votre zone n'a malheureusement pas été dégroupée") meine Flatrate um 2,50 Euro erhöhen. Na ja, was soll man machen. Ein bißchen habe ich mich geärgert, andererseits, um 2, 50 sich aufregen?<br />Heute bekam ich einen neuen Brief, wo er mit mitteilte, der Brief sei aus "raisons techniques indépendantes de notre volonté" gar nicht für mich bestimmt gewesen, und ich möge ihn als gegenstandslos betrachten. Zugleich bietet man mir eine Senkung der Flatrate an. Das ist natürlich wieder erfreulich.<br />Was ich aber doch lustig und zugleich tröstlich finde: selbst bei Leuten, die berufsmäßig mit Compis und Internet zu tun haben, machen diese was sie wollen.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1119215895841712462005-06-19T14:14:00.000-07:002005-06-19T14:18:15.850-07:00Kritik der KritikIn letzter Zeit kann man in vielen Medien und Foren heftige Kritik an Zwangsehen und Zwangsbeschneidungen verfolgen, wie sie vor allem unter Muslimen üblich sind bzw. vorkommen. Ich halte diese Kritik für sehr berechtigt, was mich gleichwohl ärgert, ist, daß - soweit ich sehe - immer und ausschließlich die muslimischen Frauen als Opfer und - meist eher implizit als explizit - die muslimischen Männer als Täter. Es ist noch gar nicht so lange her, da konnte man in den Medien ganz ähnliche Beiträge hören und sehen, die Gewalt von (deutschen) Männern gegen (deutsche) Frauen thematisierten. Man hat dann dieses Problem einmal etwas genauer untersucht, und - siehe da - es stellte sich heraus, daß eheliche Gewalt fast ebensooft von Frauen wie von Männern ausgeübt wird. Seither war das Thema aus den Gazetten verschwunden, um nun - arabisch kostümiert - seine Auferstehung zu feiern.<br />Was die Zwangsehen betrifft, so scheint mir völlig offensichtlich, daß Frauen hier in exakt gleichem Maße wie Männer betroffen sind. Wenn - wie es ja in solchen Fällen offenbar häufig vorkommt - eine Frau ihren Mann erst bei der Hochzeit kennenlernt, dann gilt das doch auch umgekehrt!!! Vielleicht schließe ich ja vorschnell von mir auf andere, aber ich würde nicht gerne eine Frau heiraten, die ich noch nie vorher gesehen habe.<br />Ähnlich ist es bei Beschneidungen. Auch solche werden in weiten Teilen Afrikas und Asiens üblicherweise nicht nur bei Frauen, sondern auch bei männlichen Jugendlichen bzw. bei jungen Männern durchgeführt. Und Beschneidungen bei Männern sind keineswegs weniger gravierend als bei Frauen. Um eine neutrale Quelle zu zitieren (Wikipedia): "Diese Sichtweise blendet die Knaben als Opfer aus, d.h. die Körperverletzung von Jungen wird nach wie vor größtenteils nicht ernst genommen, wie auch die Tatsache, dass das Recht auf körperliche Unversehrtheit unabhängig vom Geschlecht gilt. Darüberhinaus wird auch die Beschneidung von Knaben in Ländern der Dritten Welt, etwa in <a href="http://www.blogger.com/wiki/Afrika"><span style="color:#000000;">Afrika</span></a><span style="color:#000000;">, Vorderasien und </span><a href="http://www.blogger.com/wiki/Indonesien"><span style="color:#000000;">Indonesien</span></a><span style="color:#000000;"> oder bei den </span><a href="http://www.blogger.com/wiki/Aborigine"><span style="color:#000000;">Aborigines</span></a><span style="color:#000000;"> in </span><a href="http://www.blogger.com/wiki/Australien"><span style="color:#000000;">Australien</span></a><span style="color:#000000;">, oft nicht mit Betäubung und sterilisierten chirurgischen Instrumenten, sondern unter sehr primitiven Bedingungen vorgenommen, was zu bleibenden</span> Schäden oder gar zum Tod führen kann" (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zirkumzision)">http://de.wikipedia.org/wiki/Zirkumzision)</a>.<br />Fazit: Kritik an solchen Praktiken ist richtig und nötig, aber sie sollte nicht auf halbem Wege stehen bleiben.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1119128997256269332005-06-18T14:06:00.000-07:002005-06-18T14:09:57.266-07:00Von Außen gesehenWer - wie ich - öfters einmal in amerikanischen Blogs surft (eine gute Linkliste bei American Future in der Sidebar), die sich kritisch mit der Politik Frankreichs und Deutschlands beschäftigen, dem werden zunächst die Übereinstimmungen auffallen. Beide Länder haben auf der anderen Seite des Atlantiks zur Zeit - na sagen wir mal - keinen übermäßig guten Ruf. Auch die Gründe sind offensichtlich: Anstoß erregt vor allem die Appeasementpolitik, welche beide Regierungen gegenüber den Islamisten verfolgen, insbesondere ihre Weigerung, am Irakkrieg teilzunehmen. Das ist ebenso berechtigt wie naheliegend.<br />Interessant finde ich, daß trotz dieser Übereinstimmung beide Nationen durchaus unterschiedlich gesehen werden, und zwar wird generell Frankreich noch weitaus negativer als Deutschland bewertet. Warum? Zunächst einmal argumentieren die Amerikaner: Wir haben die Frogs zweimal herausgehauen, 1918 und 1944, und das ist nun der Dank. Das zweite Argument wird selten explizit formuliert, kommt aber zwischen den Zeilen recht deutlich zum Vorschein. Vor allem wegen 1940 gelten die Franzosen als Feiglinge, als Weicheier, und was dergleichen Komplimente mehr sind. Gern wird dann ein markiger Ausspruch des Generals Patton zitiert, der offenbar einmal gesagt hat: "Ich habe lieber eine deutsche Division vor mir, als eine französische hinter mir".<br />Das ist eine schöne Überleitung zu dem Grund, warum die Deutschen doch noch besser als die Franzosen wegkommen. Allem Anschein nach gelten wir in den USA nach wie vor als harte Kämpfer, als erstklassige Soldaten, zwar als ein bißchen dämlich, aber doch als tough. Nachdem ich mir selbst seinerzeit 15 Monate lang alle Mühe gegeben habe, die Russen abzuschrecken, hege ich begründete Zweifel an dieser Ansicht. Ich fürchte, unsere amerikanischen Freunde hätten da, wenn wir uns wirklich am Irakkrieg beteiligt hätten, eine unangenehme Überraschung erlebt.<br />Insofern besteht doch Grund zu vorsichtigem Optimismus. Mit ein wenig Geschick müßte es möglich sein, daß wir uns bei dem demnächst anstehenden Kurswechsel in der Außenpolitik als harmlose Naivlinge darstellen, die von den bösen Franzosen verführt und verleitet worden sind.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.comtag:blogger.com,1999:blog-12152385.post-1119035990409399512005-06-17T12:15:00.000-07:002005-06-17T12:19:50.416-07:00Vom Nutzen der Historie für das Leben"Umfragen belegen: Viele Jugendliche in unserem Lande besitzen nur dürftige Kenntnisse über den Nationalsozialismus und seine Massenverbrechen. Diesen betrüblichen Umstand machen sich Rechtsradikale und Neonazis zunutze, um ihre Lügen und Legenden unters Volk zu bringen". So beginnt ein Artikel von Volker Ullrich in der aktuellen Zeit. Ich habe solche und ähnliche Aussagen schon unzählige Male gelesen und vermute, daß es meinen Lesern genauso geht. Nachgerade sind sie zu dem geworden, was Literaturwissenschaftler einen "Topos" nennen, d. h. sie sind zu einer Struktur geronnen, welche von niemandem bestritten oder bezweifelt wird, einem Muster, das sich gleichsam von selbst immer von neuem reproduziert. In aller Regel folgt dann ein flammender Aufruf, mehr Geschichte zu unterrichten, mehr im Fernsehen darüber zu bringen oder ein bestimmtes historisches Buch zu lesen. Schauen wir uns diesen Topos einmal genauer an.<br />Jeder weiß, daß es kein anderes Thema gibt, welches seit Jahrzehnten so intensiv, so eingehend in Geschichtsunterricht und Medien behandelt wird, wie eben der Nationalsozialismus und seine Massenverbrechen. Wenn es tatsächlich wahr sein sollte, daß viele Jugendliche (warum eigentlich nur Jugendliche?) gleichwohl nur dürftige Kenntnisse über diese Themen haben, so liegt es nicht am Mangel an Informationen, sondern einfach am Mangel an Interesse. Das ist nichts, was von vornherein zu verurteilen wäre. Die Interessen und Begabungen der Menschen sind nun einmal verschieden. Man kann ein ehrenwerter Mensch sein, auch ohne die geringste Ahnung vom Nationalsozialismus zu haben. Ja, ich behaupte, ein solcher Mangel an Interesse ist - nicht immer, aber doch häufig - ein Zeichen von gesundem Menschenverstand. Warum eigentlich soll man sich eingehend mit einem so widerwärtigen, abstoßenden, ekelerregenden Thema beschäftigen? Wer einmal in Hundekacke getreten ist, muß diese nicht genauer untersuchen, um zu wissen, daß er solches in Zukunft besser vermeidet. In Deutsch, Englisch, Chemie, Mathematik oder wo auch immer versucht man dem Schüler, die gelungenen, die richtigen Resultate und Ergebnisse der einzelnen Fächer nahezubringen, nur der Geschichtsunterricht macht eine Ausnahme.<br />Umgekehrt speist sich das Interesse am Nationalsozialismus keineswegs ausschließlich aus begründetem Abscheu, sondern vielmehr aus der Faszination, welche dieser Gegenstand immer noch ausstrahlt. Man denke an diesen ewigen Rummel um Albert Speer und Leni Riefenstahl, an "Dokumentarfilme", in denen überwiegend alte Wochenschauen, also Nazipropaganda, reproduziert wird, oder an Zeitzeugen, die im Fernsehen animiert aus ihrer Jugend plaudern, als sie mit dem Panzer durch Rußland rollten. Zuschauer, die im Alltag vor ihrem Chef kuschen müssen und noch froh sein dürfen, daß sie nicht arbeitslos sind, können sich dann tagträumend in eine Zeit zurückversetzen, als vor ihren Opas die ganze Welt zitterte. Das Interesse an solchen Sendungen ist das gleiche, welches das Publikum In Pearl Harbour-Filme treibt oder zu Landser-Heften greifen läßt.<br />Auch die These, historische Kenntnisse seien eine Art Schutzimpfung gegen Neonazipropaganda, ist fragwürdig. Wer einmal Neonazis erlebt hat, weiß, daß die einem ständig mit historischen Fragen nerven, über Auschwitz, über die Juden, über Dresden und ähnliches mehr. Es ist eine Zumutung, von einem nicht an Geschichte interessierten Bürger zu erwarten, daß er sich mit diesem Pack auseinandersetzt, ihre Argumente ernstnimmt. Warum soll er ihnen die Ehre antun, dicke historische Bücher zu wälzen, die ihn nicht im mindesten interessieren, nur um deren Unsinn widerlegen zu können. Es gibt hochqualifizierte Historiker, die dies hinlänglich getan haben. Die Forderung, man solle sich der Neonazis wegen mit dem Nationalsozialismus beschäftigen, verleiht diesen eine Dignität, die ihnen nicht zukommt.Mark Mallokenthttp://www.blogger.com/profile/15027591526747034977noreply@blogger.com